Posts mit dem Label Grundverschlüsselung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Grundverschlüsselung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 20. Oktober 2009

Endlich: Cablecom überdenkt Boxenzwang

Ich gebe zu, dass der grösste Schweizer Kabelnetz-Anbieter Cablecom mich heute überrascht hat. Eric Tweter - Geschäftsführer der Cablecom - hat an den Bieler Kommunikationstagen Comdays einen Vortrag gehalten und dabei angekündigt, dass man die Abschaffung des Boxenzwangs prüfe. Auf der Website der Cablecom ist eine Kurzzusammenfassung des Referates aufgeschaltet:
Um dem Kundenwunsch nach freier Wahlmöglichkeit zu entsprechen, müssen Te­le­­kom­mu­ni­ka­tions­anbieter in erster Linie flexibel sein und eine bequeme Nut­zung ge­währleisten. Cablecom prüft deshalb die Einfüh­rung von Common Interface Modulen der neusten Generation, um die freie Wahl von Set-Top-Boxen zu gewährleisten.
Das heisst, dass die TV-Programme weiterhin verschlüsselt werden, der Kunde jedoch auf dem freien Markt eine kompatible Set-Top-Box seiner Wahl kaufen kann. Wichtig ist jedoch, dass die Box den entsprechenden Standard unterstützt. Auch TV-Geräte werden den entsprechende Standard unterstützen, so dass man dann keine zusätzliche Box mehr braucht.

Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Andere Schweizer Kabelnetz-Anbieter machen dies bereits seit längerem. Ich bin trotzdem der Meinung, dass dies zu wenig weit geht. Das kostenlose Basis-Angebot - für das der Kunde in der Regel über die Nebenkosten immerhin 26.45 Franken im Monat bezahlt - sollte unverschlüsselt ausgestrahlt werden. Damit der Kunde wirklich die Box seiner Wahl einsetzen kann. Genau dies wäre die richtige, kundenfreundliche Lösung. Mal sehen, ob Cablecom in erster Linie auch so flexibel sein wird.

Anmerken möchte ich, dass Cablecom lediglich "prüfen" möchte, ob man diese Lösung einsetzen soll, aber derzeit noch nicht entschieden ist, ob es zu dieser Lösung kommen wird. Ich vermute, dass es sich auch um einen Test handelt, um zu sehen, wie die Öffentlichkeit auf diese Ankündigung reagiert. Oder meint es Cablecom tatsächlich ernst und will sich wirklich verbessern?

Aber offensichtlich hat der politische Druck - das Parlament befasst sich mit dem Verbot der Grundverschlüsselung - gewirkt und Cablecom setzt lieber auf eine Verschlüsselung mit freier Boxenwahl als ein Verbot der Grundverschlüsselung zu riskieren. Dies ist aus Sicht des Kabelriesen verständlich. Aus Sicht des Kunden ist diese Lösung mit dem CI nur für Pay-TV interessant, ansonsten gäbe es eigentlich zu unverschlüsselten TV-Programmen keine Alternative.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Sonntag, 14. Juni 2009

Ständerat gegen Zwangsbox

Letzte Woche hat nach dem Nationalrat auch der Ständerat die parlamentarische Initiative von Simonetta Sommaruga angenommen. Die Motion verlangt, dass der Kunde die Set-Top-Box für den Empfang von digitalen TV-Programmen frei wählen kann. Der Bundesrat soll nun die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen ausarbeiten. (siehe auch Sitzungsprotokoll im amtlichen Bulletin). Verschiedene Medien berichteten davon, dass die Zwangs-Set-Top-Boxen damit ab 2011 abgeschafft sind. Wie sicherlich bekannt ist, bin ich gegen die Zwangsbox und für einen Wettbewerb unter den Empfangsboxen für Digital-TV. Insbesondere da die Box vom Marktführer Cablecom sehr schlecht funktioniert und die Box auch den Namen "Schrottbox" hat.

Einiges ist meiner Meinung nach noch unklar und es wird sich zeigen, wie der Vorschlag des Bundesrats aussehen wird.

Meiner Meinung nach müsste die Lösung so aussehen:
  • Alle SRG-Programme müssen digital unverschlüsselt ausgestrahlt werden, so dass die TV-Programme mit jeder beliebigen Set-Top-Box (oder einem TV-Programm mit eingebauter Set-Top-Box) empfangen werden können.
  • Alle Must-Carry-Programme, die analoge ausgestrahlt werden müssen, müssen auch digital unverschlüsselt ausgestrahlt werden.
  • Meiner Meinung nach müssten alle TV-Programme, die der Kabelnetz-Anbieter kostenlos empfangen kann, unverschlüsselt ausstrahlen.
  • Premium-TV-Programme und Pay-TV-Programme müssen natürlich verschlüsselt ausgestrahlt werden. Dem Kunden werden CI-Module abgegeben, so dass der Kunde seine Set-Top-Box selbst auswählen kann.
  • Interaktive Dienste wie Video on Demand funktioniert nur mit der Set-Top-Box des entsprechenden Anbieters.
Ich bezweifle derzeit noch, dass wirklich eine solche kundenfreundliche Lösung gefunden werden wird. Ich glaube es erst, wenn ich wirklich mit einer eigenen, funktionierenden Set-Top-Box die TV-Programme empfangen kann.

Nun wäre es an der Cablecom, die Niederlage einzusehen und freiwillig auf die unnötige Verschlüsselung der digitalen TV-Programme zu verzichten. Doch wie in den letzten Jahren üblich wird sich die Cablecom zum Leidwesen aller Kunden auch diesmal nicht um eine kundenfreundliche Lösung bemühen. Cablecom sollte bedenken, dass die Kunden Monat für Monat 26.45 Franken für den Empfang von TV-Programmen überweisen. Aber dies scheint die Cablecom nicht zu interessieren.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Sonntag, 23. November 2008

TV-Zwangsboxen: Nationalrat will einen Kompromiss

Ich habe bereits mehrfach über das Ärgernis der Zwangsboxen, die zum Empfang von Digital-TV-Programmen notwendig sind, in meinem Blog geschrieben (siehe Beiträge unter der Kategorie Grundverschlüsselung). Die Cablecom und viele andere Kabelanbieter verschlüsseln frei empfangbare TV-Programme und bieten den Kunden nur schlechte Boxen zu einem massiv überhöhten Preis an. Dabei ist die Grundverschlüsselung unnötig und nur dazu da, dass Cablecom und Co. ihren Umsatz durch das Vermieten minderwertiger Set-Top-Boxen erhöhen kann. Denn die TV-Programm empfangen Cablecom und Co. kostenlos und verkaufen die gratis empfangenen Programme für teures Geld aus. Und dies obwohl man an Cablecom Monat für Monat rekordverdächtige 26.45 Franken für den Anschluss abdrückt (gut versteckt auf der Nebenkosten-Abrechnung des Vermieters, so dass der Kunde dies oftmals nicht weiss).

Eine Motion verlangt, dass die Grundverschlüsselung verboten wird. Der Ständerat hat dieser Motion im letzten Jahr zugestummen. Der Nationalrat hat im September entschieden, dass die zuständige Kommission eine sachlich fundierte Lösung ausarbeiten muss.

Schneller als erwartet gibt es nun einen Vorschlag (Siehe Mitteilung auf der Seite des Parlaments). Konkret schlägt die Kommission folgende Abänderung des Motionstextes vor:
Der Bundesrat wird beauftragt, gesetzliche Grundlagen zu schaffen, um die Verschlüsselung von freien Fernsehkanälen im Grundangebot bei der digitalen Verbreitung in Kabelnetzen verbieten zu können oder, wenn eine Verschlüsselung angewandt wird, um zu gewährleisten, dass die Konsumenten und Konsumentinnen zu angemessenen Bedingungen Empfangsgeräte ihrer Wahl einsetzen können. Dabei ist zu beachten, dass das Anbieten von Fernsehprogrammen über IPTV (Internet Protocol Television) nicht unnötig erschwert wird und Verzerrungen im Wettbewerb zwischen verschiedenen Technologien möglichst vermieden werden.

Was dies nun für den Konsumenten konkret bedeutet, ist noch unklar und kommt auf die gesetzliche Grundlagen an, die der Bundesrat ausarbeiten lässt. Leider wird wohl noch viel Zeit vergehen. In dieser Zeit werden viele Schweizer nicht von den Vorteilen des Digitalfernsehen profitieren können, weil sie beim analogen TV-Empfang bleiben oder aber schlechte Erfahrungen mit dem Digital-TV-Angeboten der Zwangsboxen-Monopolisten machen.

Meiner Meinung nach müsste eine vernünftige Regelung etwa so aussehen:
  • Alle SRG-Programme und Schweizer Regional-TV-Sender müssen unverschlüsselt ausgestrahlt werden.
  • Alle Mustcarry-Programme (inkl. HD-Versionen dieser Programme) müssen unverschlüsselt ausgestrahlt werden.
  • Alle TV-Programme, die der Kabelnetz-Betreiber kostenlos empfangen kann und die früher bereits analog und/oder digital ausgestrahlt worden sind, müssen unverschlüsselt ausgestrahlt werden.
  • Alle Free-TV-Programme mit Schweizer Werbefenstern müssen ebenfalls unverschlüsselt ausgestrahlt werden.
  • Alles andere (Premium-TV-Programme, Pay-TV, Fussballspiele gegen Bezahlung, interaktives Fernsehen) darf verschlüsselt werden. Dabei ist es dem Anbieter freigestellt, eine eigene Box anzubieten.

Damit können die so gross umworbenen Kunden, die Digital-TV nur wegen den ach so tollen innovativen TV-Dienstleistungen - die es notabene in der Schweiz erst beim Konkurrenten Swisscom gibt, nicht jedoch bei Cablecom - wollen, weiterhin mit einer eigenen Box abgespiessen werden. Ich behaupte jedoch, dass die meisten Kunden einfach fernsehen wollen und von einer grösseren Auswahl, besserem Sound und eventuell besserem Bild profitieren wollen. Und alle diese Kunden können die Box ihrer Wahl einsetzen.

Wir werden sehen, wie die Lösung des Nationalrates und dann des Bundesrates aussehen wird. Und wann diese Lösung dann endlich vorliegen wird.

Liebe Grüsse

Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch

Dienstag, 30. September 2008

Grundverschlüsselung: Noch keine Entscheidung

Gestern hat sich der Nationalrat fast einstimmig dafür entschieden, die Grundverschlüsselungs-Motion vorerst zurückzuweisen. Die entsprechende Kommission des Nationalrates soll gemeinsam mit dem Bundesamt für Kommunikation eine sachlich fundierte Lösung ausarbeiten.

Ich kann nicht beurteilen, was dies nun aus Sicht des Kunden wirklich bedeutet. Ich befürchte jedoch, dass die Entwicklung vom Digital-TV in der Schweiz damit weiter behindert wird. Es dürfte eine gewisse Zeit dauern, bis der entsprechende Vorschlag der Nationalrats-Kommission ausgearbeitet ist. In dieser Zeit ist man leider weiterhin auf die qualitativ schlechte und überteuerte Digital-Zwangsbox vom Monopolisten Cablecom angewiesen. Ich hoffe nun, dass die Kommission rasch einen Vorschlag ausarbeiten wird und den Kunden endlich attraktives und freies Digitalfernsehen angeboten werden kann.

Der Branchenverband Swisscable bedauert, dass die Motion nicht abgelehnt worden ist und wünscht sich eine "Versachlichung der Diskussion". Dies ist unbedingt notwendig, allerdings sollte Swisscable bei sich selbst beginnen und die Fakten offen und ehrlich auf den Tisch legen. Dies habe ich bislang bei Swisscable vermisst.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch

Montag, 15. September 2008

Digital-TV soll kein analoges Fernsehen im neuem Kleid sein

In der NZZ vom letzten Freitag ist ein Interview mit Cablecom-Chef Rudolf Fischer erschienen (Interview auch online verfügbar).

Hier die beiden interessantesten Sätze aus dem Interview:
Wir haben nicht investiert, um dann den Kunden analoges Fernsehen in neuem Kleid anzubieten. Das digitale TV ist ein interaktives TV, und die Interaktivität ist nicht standardisiert.
(Hinweis: Der erste Satz wurde verkürzt, um die Verständlichkeit zu erhöhen). Diese beiden Sätze bringen aus auf den Punkt. Cablecom will gar kein Digital-TV anbieten, sondern interaktives Fernsehen, was auch immer darunter konkret vorgestellt wird. Für analoges Fernsehen im neuen Kleid braucht es keine Grundverschlüsselung, für die interaktive Dienste ist man derzeit noch auf die Box seines Anbieters angewiesen.

Nun leider - aus Cablecom-Sicht - wollen die Kunden lediglich analoges Fernsehen im neuen Kleid. Die Kunden wollen wie bisher fernsehen, wichtig sind nur zusätzliche Programme, besseren Ton (Dolby) und besseres Bild (in Zukunft High Definition HD). Dies zeigt auch die repräsentative Studie der Swisscable: 37% wollen Digital-TV wegen den zusätzlichen TV-Sendern, nur 5% wegen dem interaktiven Fernsehen. Also: Begraben Sie den Traum, mit interaktivem Fernsehen Geld im grossen Rahmen verdienen zu können. Stattdessen können Sie die Grundverschlüsselung aufgeben und ihre Kunden mit der freien Boxenwahl glücklich machen.

Dass interaktives Fernsehen die Kunden schlichtweg nicht interessiert, musste bereits Swisscom schmerzlich erfahren. Die interaktive TV-Fernbedienung Betty-TV wurde wieder eingestellt. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, der den Fernseher einschalten will und dann das sehen will, was gerade kommt. Er will jedoch nicht Youtube-Videoclips auf seinem Fernseher ansehen. Und dies dürfte noch einige Zeit so bleiben.

Ein Rätsel ist mir auch, wie Cablecom jedes Jahr hunderte Millionen Franken in interaktives Fernsehen investiert haben soll. Da hat Herr Fischer wohl massiv übertrieben. Vielleicht in diesem Jahr, weil die Cablecom endlich ihr Netz auf 860 MHz ausgebaut hat - andere Anbieter haben den Ausbau vor 10 bis 15 Jahren vorgenommen. Und diese Investition betrifft auch vor allem das Internet und die Telefonie und nicht das interaktive Fernsehen. Die Investitionen in interaktives Fernsehen, selbst in Digital-TV dürfte minimal gewesen sein.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telecom-Experte comparis.ch

Swisscable und Geschäftsmodelle

Vor einer Woche hatte Swisscable - der Branchenverband der Kabelnetz-Anbieter - in Bern zu einer Pressekonferenz geladen.

Wie nicht anders zu erwarten, hat Swisscable sich massiv gegen die Grundverschlüsselung ausgesprochen. Dazu wurde eine Tabelle mit drei Geschäftsmodellen der Kabelnetz-Anbieter (auch online verfügbar) verteilt. Die Kabelnetz-Anbieter müssten auch weiterhin die Möglichkeit haben, frei über ihr Geschäftsmodell zu entscheiden.

Hier die wichtigsten Daten auf einen Blick:


Es entstand der Eindruck, dass sich ein Kabelnetz-Anbieter für eines dieser Modell entscheiden muss und bei einem Verbot der Grundverschlüsselung das Geschäftsmodell 2 und 3 verboten würden.

Doch dies ist nicht der Fall: Der Kabelanbieter kann auch bei einem Verbot der Grundverschlüsselung das Geschäftsmodell 2 und 3 anbieten. Nur hat der Kunde zusätzlich die Wahl von freien, auf den Markt verfügbaren Set-Top-Boxen. Für Pay-TV und kostenpflichtige Premium-TV-Kanäle sowie interaktive Dienste wird zumindest vorerst die Box des entsprechenden Anbieters benötigt.

Wer Angst hat, dass eine im freien Markt gekaufte Box nicht funktioniert, kann also weiterhin die Box seines Anbieters kaufen. Dass zumindest die Box des wichtigsten Kabelnetz-Anbieters, Cablecom, sehr viele Macken hat, ist bekannt. Es dürfte fast unmöglich sein, eine Box auf den Markt zu bringen, die noch schlechter funktioniert.

Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte comparis.ch

PS: Mehr zum Thema "Grundverschlüsselung"

Sonntag, 7. September 2008

Hotels und Restaurants gegen Zwangsboxen

Diese Woche hat sich die ID modernes Fernsehen zu Wort gemeldet. Hinter dieser IG stehen TV-Fachhändler, und die Branchenverbände Gastrosuisse (Restaurants) und Hotelleriesuisse (Hotels) . Die Hotels wollen also in Zukunft eine freie Wahl der Boxen haben. Die heutige Situation wird mit der früheren PTT-Zeit (Zwangstelefone) verglichen: Technisch veraltete Geräte würden überteuert vermietet.

Weitere Beiträge von mir zum Thema Grundverschlüsselung finden Sie unter der Kategorie "Grundverschlüsselung".

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
www.comparis.ch

Donnerstag, 12. Juni 2008

Politik, Lobby und Grundverschluesselung

In letzter Zeit kam ich leider nicht mehr allzuoft dazu, etwas zu bloggen. Nun will ich wieder etwas häufiger bloggen. Am 20. Mai 2008 hat die Fernmeldekommission des Nationalrates über das Verbot der Grundverschlüsslung beraten. Die Kommission unterstützt die Grundverschlüsselung leider (siehe auch die SDA-Meldung dazu), wohl auch weil die Lobbyisten der Swisscable und der Cablecom erfolgreich falsche Informationen verbreitet haben. Der Entscheid der Kommission ist erst eine Empfehlung an den Nationalrat, der Nationalrat wird voraussichtlich im Herbst darüber entscheiden.

Zuerst möchte ich klar zum Ausdruck bringen, dass ich über diesen Entscheid sehr enttäuscht bin. Bei anderen natürlichen Monopole ist die Liberalisierung gang und gäbe ist (z.B. Telefon-Geräte-Monopol, das vor rund 15 Jahren gefallen ist, Telekom-Dienstleistungs-Monopol, das vor rund 10 Jahren gefallen ist, Post-Monopol, teilweise bereits gefallen, die Bahnen werden liberalisiert). Zu meinem Bedauern ist dies bei der Ausstrahlung von TV-Programmen nicht politisch gewünscht. Dies erstaunt mich, da die freie Ausstrahlung von TV-Programmen seit Jahrzehnten üblich ist und bisher nie ein bestimmtes Endgerät vorgeschrieben war. Dies ändert sich nun: Der Monopolist kann nun vorschreiben, welches Endgerät die Kunden verwenden sollen. Dass dieses Endgerät sogar sehr schlecht funktioniert und in einer massiv schlechteren Qualität sind als am Markt erhältliche Geräte, ist für Kunden ein grosser Nachteil. Leider haben dies die Politiker noch nicht gemerkt!

Ich erlaube mir, hier einige Punkte aus der SDA-Meldung aufzugreifen:

Aus der Sicht der Mehrheit hätte der Vorstoss einen wettbewerbsverzerrenden Effekt und würde die Kabelnetzbetreiber daran hindern, ihre Zusatzdienstleistungen zu digitalisieren.

Ich verstehe diese Aussage nicht. Wenn das Basisangebot - wie bereits heute das analoge Angebot, das früher zudem wesentlich grösser gewesen ist - unverschlüsselt ausgestrahlt wird, können die Kunden von einer Vielfalt verschiedener Boxen proftieren und damit würde das Digital-TV gefördert werden. Die Kabelnetz-Betreiber könnten ihre Zusatzdienstleistungen ausbauen und natürlich weiterhin mit Verschlüsselung anbieten. Die Kunden hätten die Wahl zwischen freien Boxen und den Boxen der Kabelnetz-Betreiber mit Zusatzservices. Die Anbieter müssten sich mehr anstrengen und dies würde zu wesentlich besseren Produkten führen. Was spricht dagegen, den Kunden die freie Wahl zu lassen?


Es werde niemand ins digitale Fernsehen gedrängt, sagte Caviezel.

Dies ist leider nur die halbe Wahrheit. Denn neue Services wie hochauflösende HD Suisse werden zwar von allen Gebührenzahlern mitfinanziert, können jedoch nur von Personen mit Zwangsboxen empfangen und dies, obwohl viele moderne TV-Geräte längst einen entsprechenden Decoder eingebaut hat. Und dazu kommt, dass zahlreiche Programme, die vor einigen Jahren noch analog ausgestrahlt werden, nun nur noch digital ausgestrahlt wird.


Zudem sei der Schweizer Markt zu klein, dass allein für ihn spezielle Boxen hergestellt würden. Die Motion würde sich preistreibend und innovationsfeindlich auswirken.

Dies stimmt so nicht. Es braucht gar keine speziellen Boxen, da alle Boxen den Standard DVB-C unterstützen. Dies kann jeder selber testen. Die Cablecom strahlt ganz offiziell ihren eigenen Kanal sowie SFinfo digital ohne Verschlüsselung aus. Sie können nun eine beliebige DVB-C-Box nehmen (auch die Cablecom-Box, wenn Sie vorher die Smartcard entfernen) und diese beiden Programme empfangen. Alle anderen Programme, die grundverschlüsselt werden, sind hingegen nicht empfangbar. Dies zeigt klar, dass die Boxen in der Lage sind, sowohl verschlüsselte Programme (die es auch weiterhin geben müsste z.B. für Pay-TV) und ein unverschlüsseltes Angebot (z.B. das frei empfangbare Programmangebot) zu empfangen. Dazu braucht es keine neuen Boxen.

Freundliche Grüsse



Ralf Beyeler
www.comparis.ch

Freitag, 16. Mai 2008

Grundverschluesselung: Swisscable nur noch peinlich

Heute hat der Branchenverband der Schweizer Kabelnetz-Betreiber, Swisscable, eine Medienmitteilung unter dem Titel "Verschlüsselung muss weiterhin möglich sein" versendet. Anscheinend hat man bei Swisscable nicht wirklich viel Ahnung zum Thema Digital-TV und Grundverschlüsselung.

Am 20. Mai wird eine Kommission des Nationalratr eine Motion von Ständerätin Sommaruga behandeln. Dies ist der Anlass für den Versand der Medienmitteilung.

Ich erlaube mir, hier die Medienmitteilung hier zu kommentieren:

Die Motion Sommaruga 07.3484 verlangt, dass sämtliche freien Programme im Bereich des digitalen Fernsehens in Kabelnetzen unverschlüsselt verbreitet werden, was faktisch auf ein Verschlüsselungsverbot hinausläuft.
Die Kabelnetz-Anbieter wie Cablecom dürfen auch in Zukunft kostenpflichtige Programme anbieten und diese selbstverständlich verschlüsseln. Nicht mehr erlaubt wäre der kostenlose Empfang von freien TV-Programmen und der teure Weiterverkauf an die Kunden. So müsste Cablecom wohl die meisten italienischsprachigen Programme in Zukunft unverschlüsselt ausstrahlen. Es schmerzt Cablecom natürlich, dass man von den Kunden nicht mehr mindestens rund 20 Franken pro Monat verlangen kann. Die Programme holt sich Cablecom kostenlos vom Satelliten, was spricht dagegen, diese unverschlüsselt an die Kunden weiter zu verbreiten. Immerhin kassiert die Cablecom von den Kunden rekordhohe fast 30 Franken pro Monat.

Der Markt für die Verbreitung von digitalem Fernsehen in der Schweiz spielt. Konsumentinnen und Konsumenten haben die Wahl zwischen verschiedenen Empfangsmöglichkeiten: Satelliten-TV, terrestrisches Fernsehen, Bluewin TV (IPTV), Kabelfernsehen, Internet-TV, Mobile-TV.
Auch wenn diese Aussage wiederholt wird, wird diese nicht wahrer. Der Wettbewerb spielt gar nicht. Würde der Wettbewerb spielen, hätten wir z.B. mehr als 4 terrestrische Sender wie z.B. in Frankreich oder Grossbritannien. Bluewin-TV hat erst einige Kunden und Satelliten-TV ist umständlich und benötigt Bewilligungen vom Vermieter und teilweise der Wohngemeinde. Die meisten Kunden, die Kabelfernsehen beziehen, wissen nicht mal, dass sie ihre Programme von einem Kabelnetz-Betreiber beziehen. Denn das TV-Gerät läuft und die Kosten werden diskret über die Nebenkosten-Abrechnung des Vermieters abgerechnet.

Internet-TV und Mobile-TV ist keine Konkurrenz zum normalen TV-Empfang, sondern nur eine Alternative, falls kein TV-Gerät zur Verfügung steht oder man einen Beitrag zeitversetzt ansehen möchte.

Kein Wunder auch, dass weitere Angebote zur Verbreitung von Digital-TV – z. B. via Glasfasernetze der Elektrizitätswerke – in Vorbereitung sind und den Wettbewerb weiter verschärfen werden.
Diese Netze sind begrüssenswert und ich hoffe, dass ich bald die Alternative eines attraktiven, kostengünstigen und qualitativ hochstehenden Angebotes basierend auf dem Glasfasernetz der Elektrizitätswerke nutzen kann. Derzeit ist das Ganze jedoch erst in der Projektphase und bis auf einige Pilotkunden können die Kunden von solchen Angeboten nicht profitieren.

Bei Annahme der Motion würde die kabelgebundene Fernsehverbreitung diskriminiert. Anbieter von digitalem Kabelfernsehen und digitalem Fernsehen via Telefonnetz (z.B. Bluewin TV) würden in ihrer unternehmerischen Freiheit gegenüber Satelliten-TV, terrestrisches Fernsehen, Internet-TV und Mobile TV massiv und einseitig eingeschränkt. Dies würde den wachsenden Wettbewerb bremsen und die Entwicklung von digitalem Fernsehen hemmen, was aus volkswirtschaftlicher Sicht negativ wäre.
Warum diskriminiert? Die Kunden könnten die Box ihrer Wahl einsetzen, die Kabelnetz-Anbieter können sich auf das Liefern von TV-Programmen konzentrieren und damit die Kundenzufriedenheit nachhaltig verbessern. Der Wettbewerb der Boxenhersteller würde dazu führen, dass qualitativ bessere Boxen zu guten Preisen angeboten werden. Die Anzahl der Digital-TV-Nutzer würde massiv zunehmen und damit können die Kabelnetz-Betreiber früher mit der weiteren Migration auf Digital-TV beginnen. Die Kunden können von weiteren Programmen profitieren und die Kabelnetz-Anbieter könnten zusätzliche Einnahmen durch kostenpflichtige Programme generieren.

Kabelnetzunternehmen müssen auch in Zukunft die Möglichkeit haben, ihre Kunden mit personalisierten und interaktiven Angeboten wie Video-on-Demand (Filme auf Abruf) bedienen zu können. Dies wird nur durch die Verschlüsselung, die nichts anderes tut als einen bestimmten Inhalt (z.B. einen Spielfilm) an einen bestimmten Kunden zu liefern, ermöglicht. Diese Form des Fernsehens wird in Zukunft immer wichtiger werde. Wer hier nicht mithalten kann, könnte im Wettbewerb um Digital-TV-Kunden schnell weg vom Fenster sein.
Kabelnetz-Betreiber wie Cablecom dürfen solche Dienstleistungen auch in Zukunft anbieten und natürlich auch verschlüsseln. Die Motion schreibt die unverschlüsselte Ausstrahlung von freien TV-Programmen vor. Alle weiteren Services dürfen und müssen natürlich auch weiterhin verschlüsselt werden. Ob sich diese Services wirklich durchsetzen werden, wird sich zeigen. Ich bin eher skeptisch. Liebe Swisscable, lassen Sie den Kunden doch bitte die Wahl!

Die Schweiz befindet sich in einer Übergangsphase von analogem hin zu digitalem Fernsehen. Es ist zu erwarten, dass sich für das digitale Fernsehen in den nächsten drei bis fünf Jahren ein internationaler Standard etablieren wird, der den Konsumentinnen und Konsumenten eine freie Gerätewahl ermöglicht.
Der Standard existiert bereits und nennt sich DVB-C. Alternativ wäre auch DVB-T möglich. Wo liegt das Problem?
Regulierungen mit dem Ziel, in der jetzigen Übergangsphase und exklusiv in der Schweiz einen offenen Standard einzuführen, sind zum Scheitern verurteilt.
Warum exklusiv? In Deutschland werden z.B. sämtliche öffentlich-rechtlichen Programme unverschlüsselt ausgestrahlt. Und auch in anderen Ländern gibt es Anbieter, die auf die Grundverschlüsselung verzichten, darunter die österreichische Tochtergesellschaft der Cablecom. Und Standard muss man gar keinen Schaffen: So sendet Cablecom z.B. bereits heute das Programm SFinfo unverschlüsselt digital aus. Dieses Programm kann mit jeder beliebigen Set-Top-Box empfangen werden, ohne Probleme. Und dies obwohl alle anderen Programme verschlüsselt ausgestrahlt werden. Ebenso können zahlreiche Schweizer Kabelnetz-Betreiber Digital-TV ohne Grundverschlüsselung ausstrahlen.

Der Markt für Digital-TV ist international; eine Insel-Lösung für die Schweiz wäre nicht nur unsinnig, sondern auch zu teuer.
Liebe Swisscable, das ist der grösste Schwachsinn. Jede handelsübliche Box kann unverschlüsselte Programme bereits empfangen. Es braucht keine Insel-Lösung und da man Programme nicht mehr verschlüsseln muss, kann man sich sogar teure Rechner sparen, die das Programm umständlich verschlüsseln müssen.

Behauptung: „Die Verschlüsselung von digitalen Programmen ist unnötig.“
Richtig ist: Es kommt auf die Geschäftsstrategie des Kabelnetzunternehmens an. Wer aus strategischen Gründen – weil dies also für die Zukunft als relevant erachtet wird – Inhalte auf Abruf und weitere Möglichkeiten zur Interaktion anbieten will, kommt heute um eine einheitliche Verschlüsselung (Grundverschlüsselung) nicht herum.
Hier wird bewusst etwas verdreht. Wie gesagt, die Regulierung betrifft nur frei empfangbare Digital-TV-Programme. Der Kabelnetz-Betreiber kann aus strategischen Gründen selbstverständlich Inhalte auf Abruf und weitere Möglichkeiten zur Interaktion anbieten, so viel er will.

Ob eine Verschlüsselung von digitalen Programmen nötig oder unnötig ist, kann also nur vom Kabelnetzunternehmen selber beantwortet werden.
Nein, die Kunden sollten auch etwas zu sagen haben, insbesondere da die Kabelnetz-Betreiber über eine starke marktbeherrschende Stellung verfügen. Der einzige Grund der Grundverschlüsselung ist der Profit, der mit dem Vermieten von minderwertigen Boxen zu überrissenen Preisen erzielt werden kann.

Bei der Settop-Box zum Empfang der digitalen Programme gibt es Kabelnetzunternehmen, die den Kunden eine bestimmte Box vorgeben; die Kunden haben hier also keine Wahl. Die Gründe dafür sind einfach: Nur durch den Einsatz des speziell konfigurierten Empfangsgerätes können die Qualität des Angebots und ein effektiver Kundendienst sichergestellt sowie eine Aktualisierung und Erweiterung des Angebots ermöglicht werden.
Das mit dem Support stimmt. Allerdings kann der Kabelnetz-Betreiber kommunizieren, dass Kunden, die Fremdboxen einsetzen, keine Beratung durch den Kundendienst erhalten. Die Kunden müssen sich dann an den Verkäufer wenden.

Ich habe selber Digital-TV und habe damit nur Probleme. Programme werden nicht aufgezeichnet, die EPG-Daten sind unvollständig (übrigens, weil sich eine Box von Cablecom nicht an den international üblichen Standard hält), die Berechtigung geht regelmässig verloren, Serienaufnahmen sind umständlich, ....

Ich bin überzeugt, dass ich beim Einsatz einer Markenbox z.B. von Sony oder Panasonic von einem wesentlich besseren Angebot profitieren würde.

Behauptung: „Die Kabelnetzunternehmen verschlüsseln die digitalen Programme nur, um den Kunden weitere Angebote wie Pay-TV, Video-on-Demand etc. zu verkaufen.“
Richtig ist, dass dies ein sehr wichtiger, aber nicht der einzige Grund für die Verschlüsselung ist. Weitere Gründe für die Verschlüsselung und den Einsatz von vorgegebenen Settop-Boxen sind: Garantie für die Qualität des Angebots und einen effektiven Kundendienst, Aktualisierungsmöglichkeiten der Software und Verhinderung von Schwarzsehen. –
Das sind leere Worthülsen. Die Qualität des von mir benutzten Digital-TV-Recorders ist miserabel und der Kundendienst ist ineffizient und inkompetent. Schwarzseher kaufen sich eine gehackte Set-Top-Box und haben wahrscheinlich weniger Probleme (bis auf eventuelle juristische Probleme) als bezahlende Kunden, die die Zwangsboxen einsetzen. Bleibt nur der Punkt mit Aktualisierungmöglichkeiten: Stimmt, dies ist ein Vorteil der vom Kabelnetz-Betreiber herausgegebenen Boxen. Allerdings könnte man auch eine Alternativ-Box ans Internet anschliessen und so ein Update herunterladen.

Aber selbst wenn die Behauptung wahr wäre: Ist es Aufgabe der Politik, bestimmten Unternehmen faktisch zu verbieten, weitere Angebote zu lancieren und diese an ihre Kunden zu verkaufen?
Das wäre auch weiterhin möglich! Es geht bei der Motion nur um die unverschlüsselte Ausstrahlung von TV-Programmen, die Cablecom und andere Netzbetreiber kostenlos empfangen. Ich denke, es ist Aufgabe der Politik, entsprechende Vorgaben zu machen. Viele Bereiche sind heute wesentlich stärker reguliert und niemand regt sich auf.

Ich persönlich hoffe, dass die Kommission des Nationalrat der Motion ebenso deutlich zustimmen wird wie der Ständerat.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
www.comparis.ch

Mittwoch, 14. Mai 2008

Dank Cablecom kein Twenty-Four

Ich oute mich: Ich zeichne mir jeweils die TV-Serie Twenty-Four oder 24 auf und sehe mir die Serie seit der ersten Staffel leidenschaftlich gerne an. In der TV-Serie kämpft Geheimdienst-Agent Jack Bauer gegen verschiedenste schlimme Bedrohungen.

Da ich mangels Alternativen - die Cablecom schreibt ja für Digital-TV ihre eher schlecht funktionierenden Set-Top-Zwangsboxen vor - eine Cablecom-Box besitze, habe ich die Sendung mit der Box programmiert. Nun leider: Die Box hat einen Gedächtnisverlust und alle Programmierungen gelöscht und auch den von Cablecom hochgelobten EPG komplett verloren. Überall nur noch "Keine Angaben".

Dank Google und Foren fand ich schnell die Abhilfe: Box ausstecken, 30 Minuten warten, wieder einstecken. Die EPG-Daten werden nun wieder angezeigt. Mal sehen, ob ich die beiden nächsten Folgen sehen kann oder ob Cablecom das Ganze immer noch nicht im Griff hat.

Bereits bei den ersten beiden Folgen hatte Cablecom ein Problem: Die Serie ist eine der wenigen Serien, die sich über die Serienprogrammierung-Funktion programmieren lässt. Nun leider kapiert das nach eigenen Angaben hochmoderne EPG leider nicht, dass zwei Folgen der gleichen Serie nacheinander laufen. Wenn man einen Sicherheitsabstand programmiert - immerhin sinnvoll, da vor 24 ein Sportprogramm läuft und die Cablecom-Box kein VPS auswerten kann - kommt die Box durcheinander und die erste Folge ist nur am Rand aufgezeichnet.

Ich hoffe, der Boxenzwang wird demnächst fallen und ich kann mir 24 und weitere Sendungen, die ich mir aufzeichnen will, endlich mit einer funktionieren Box meiner Wahl aufzeichnen. Oder muss ich mir tatsächlich eine wüste Satellitenschüssel kaufen und damit die Umgebung verschandeln. Doch dann könnte ich die Sendung problemlos empfangen und aufzeichnen!

Leider kann ich bei mir kein Bluewin-TV empfangen. Die Qualität der EPG-Daten und die Zuverlässigkeit der Aufzeichnungen ist bei Bluewin-TV auf einem sehr hohen Niveau. Dafür gibt es gelegentlich Bildprobleme. Mir persönlich ist mal ein zweisekündiger Aussetzer lieber als eine Sendung, die ich gar nicht schauen kann, weil diese nicht aufgezeichnet worden ist.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
www.comparis.ch

NZZ zur TV-Grundverschlüsselung und Boxenzwang

In der NZZ vom letzten Freitag ist ein interessanter Artikel zum Thema TV-Zwangsverschlüsselung und Boxenzwang erschienen (auch online verfügbar). Der Artikel fasst auf einer halben Zeitungsseite sehr ausführlich und einfach verständlich die ganze Problematik zusammen. Unbedingt lesen!

Ich zitiere nun zwei Abschnitte aus dem Artikel:

Die Art und Weise, wie einige Kabelnetzbetreiber proprietäre Set-Top-Boxen verteidigen, erinnert an die PTT-Beamten, die vor Jahrzehnten argumentierten, ein Telefonnetz könne nicht funktionieren, wenn die Abonnenten ihre Geräte nicht vom Netzwerkbetreiber mieteten, sondern von irgendeinem Anbieter vielleicht sogar im Ausland selber aussuchten. Und heute? Und heute gibt es wohl kaum ein von Menschen geschaffenes System, das so vielfältig ist und heterogen wie das Telefonnetz, es vereinigt eine Fülle von verschiedenen Endgeräten und Subsystemen und Übertragungsmechanismen und entzieht sich der Kontrolle auch der mächtigsten Telefongesellschaft. Und trotzdem funktioniert es. Es funktioniert, weil es klar definierte Standards gibt und ökonomische Anreize für die Hersteller, sich an diese Standards zu halten und sie dem technischen Fortschritt folgend weiterzuentwickeln.
und vom Telefonnetz nun der Übergang zum Thema TV:

Im Bereich des digitalen Kabelfernsehens gibt es sehr wohl Standards, aber es fehlen offenbar die ökonomischen Anreize, die eine grössere Zahl von Herstellern dazu bringen könnten, diese Vorgaben umzusetzen, zu verfeinern, weiterzuentwickeln. Die in diesem Bereich massgebenden Standards werden seit 15 Jahren vom Digital Video Broadcasting (DVB) Project, einem breit abgestützten in Genf domizilierten Konsortium, erarbeitet. DVB-C beispielsweise regelt die Übertragung von Digital-TV über Kabelnetze.
Der Artikel zeigt meiner Meinung klar, weshalb die Zwangsverschlüsselung Unsinn ist, insbesondere für das Basis-TV-Angebot. Ich hoffe, die Nationalratskommission sieht es am 20. Mai ebenso und später auch der Nationalrat. Der Nationalrat muss sich in nächster Zeit mit einem Verbot der Grundverschlüsselung befassen. Der Ständerat hab letztes Jahr der entsprechenden politischen Motion bereits klar zugestummen.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
www.comparis.ch

PS: Mehr zum Thema Grundverschlüsselung finden sie unter dem Label "Grundverschlüsselung".

Donnerstag, 24. April 2008

Swisscom und die Grundverschluesselung

Im bereits erwähnten Interview im Tages-Anzeiger (siehe auch folgenden Blogeintrag) äusserte sich Swisscom-Chef Carsten Schloter auch über die Grundverschlüsselung:

Tages-Anzeiger: Im Parlament wird im Sommer darüber diskutiert, ob digitales Fernsehen reguliert werden soll. Im Fokus steht vor allem die Cablecom. Allerdings wäre auch Bluewin TV betroffen, oder?

Carsten Schloter: Ja, wenn die Motion so durchkommt, und die Settop-Boxen reguliert werden, wäre das wohl der Todesstoss für Bluewin TV.
Ich bin über diese Aussage etwas erstaunt.

Zwar ist die Situation bei IP-TV wie Bluewin-TV eine ganz andere. Das TV-Programm, dass der Kunde sehen oder aufzeichnen will, wird individuell für diesen Kunden auf seine jewelige Box gesendet. Die anderen Programme werden nicht an den Kunden übertragen. Dieses Verfahren nennt sich Streaming. Anders bei Kabelnetz-Betreibern, aber auch über Antenne oder Satellit: Alle Programme werden pararell übertragen und erst das Endgerät schaltet auf das gewählte Programm um. Dieses Verfahren nennt sich Broadcasting.

In Deutschland sendet die Deutsche Telekom die öffentlich-rechtlichen Programme über IP-TV auch ohne Grundverschlüsselung. Es wäre wohl auch Swisscom möglich, ohne Grundverschlüsselung zu senden, wenn es eine entsprechende gesetzliche Regelung gibt.

Bei Bluewin-TV beurteile ich die Situation anders als beim normalen Digital-TV über das Kabelnetz. Im Kabelnetz macht eine freie Ausstrahlung von TV-Programmen ohne Grundverschlüsselung sehr viel Sinn, weil es bereits heute Standards und entsprechende Endgeräte gibt. Bei IP-TV-Netzen git es heute noch keine freien Boxen, ausserdem muss die Set-Top-Box tief ins System integriert werden.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
www.comparis.ch

Sonntag, 20. April 2008

Cablecom-Fischer im Kassensturz kommentiert

Letzten Dienstag war die Grundverschlüsselung und die Cablecom-Zwangsboxen ein Thema der Konsumentensendung Kassensturz von SF1. Cablecom-Chef Rudolf Fischer hat sich im Kassensturz dazu geäussert.

Nachdem ich bereits vor etwa einer Woche die Äusserungen von Frau Bolla, Geschäftsführerin der Swisscable gegenüber der Sonntags-Zeitung kommentiert habe, erlaube ich mir, dies auch mit den Aussagen von Herrn Fischer im Kassensturz zu tun.

Wir müssen natürlich Geld verdienen.
Das ist unbestritten und auch notwendig. Mit den rund 27 Franken, die jeder Kunde pro Monat nur für den Analog-Anschluss (inkl. 1.61 Franken Subvention des Digital-TV) kann Cablecom mehr als komfortabel leben. Es gibt in der Schweiz (allerdings nicht gewinnorientierte) Unternehmen, die die gleiche Dienstleistung (und sogar noch ein modernes Netz haben und daher mehr Programme anbieten können) für rund 10 Franken pro Monat anbieten. Der Preis der Cablecom ist also massiv zu hoch. Es handelt sich um einen Monopolpreis!
Und zwar ganz einfach aus dem Grund, weil wir eine börsennotierte Muttergesellschaft haben. Wir sind eben keine Service Public-Firma mehr. Cablecom wurde 1999 für sehr, sehr viel Geld verkauft worden. 2005 hat Liberty Global Cablecom übernommen. Wir müssen wie jede börsennotierte Firma wachsen und Geld verdienen.
Die Muttergesellschaft UPC dürfte Cablecom abschöpfen. Ein Grund ist sicherlich auch, dass die Kunden noch nicht rebellieren, in Scharen eine Satellitenschüssel aufs Dach stellen und den Kabelanschluss plombieren lassen. Kein Wunder, die meisten Kunden wissen gar nicht, dass sie an Cablecom Monat für Monat über die Nebenkostenabrechnung 27 Franken bezahlen.

Cablecom bzw. die Vorgängerfirmen waren übrigens nie Service Public-Firmen. Es waren immer kommerzielle Firmen. Die Preise waren damals einfach vernünftiger und der Service hat gestummen.
Schmetzer: Sie wurden viel zu teuer gekauft und jetzt wollen Sie die Kunden, die Sie haben, einfach melken, damit der Kaufpreis zurückkommt.


Fischer: Ums Melken geht es uns nicht. Wir wollen möglichst viele zufriedene Kunden. Und dass wir Geld verdienen müssen ist normal und natürlich. Das kann man uns auch nicht absprechen.
Dass Cablecom möglichst viele zufriedene Kunden möchte, ist mir bisher noch nicht aufgefallen. Stattdessen ist mir Cablecom als eine Firma aufgefallen, die aggressive Typen losschickt, die mich belästigen und irgendetwas verkaufen wollen sowie durch Produkte, die eher schlecht als recht funktionieren. Die Aussage "Wir wollen möglichst viele zufriedene Kunden" ist eine Nullaussage, die ein cleverer Berater in ein Konzept der Cablecom geschrieben haben dürfte. In der Praxis dürften viele Kunden nicht das Gefühl haben, dass sie bei Cablecom im Mittelpunkt stehen.
Mit dieser Set-Top-Box verdienen wir kein Geld. Das hat der Preisüberwacher ganz genau angesehen und er hat den Preis festgelegt. Das haben wir akzeptiert. Er hat sichergestellt, dass wir verdienen mit der Set-Top-Box kein Geld.
Ich bezweifle, dass Cablecom mit dieser Set-Top-Box drauflegt. (OK, wenn man die Abschlussprovisionen berücksichtigt, dürfte Cablecom vielleicht drauflegen.) Im Gegenteil: Die Margen auf dieser Set-Top-Box dürften wesentlich höher sein als die übliche Marge im UE-Geschäft.

Ich habe die Aussagen des Preisüberwachers anderes in Errinnerung. Der Preisüberwacher hat den Preis vorgegeben, aber nie gesagt, dass Cablecom damit kein Geld verdient.
Schmetzer: Und warum benötige ich dann eine Cablecom-Set-Top-Box? Warum zwingen Sie mir diese dann auf? Ich als Kunde habe gar nichts von dieser Set-Top-Box.


Fischer: Der Grund ist ein anderer: Es gibt hunderte Set-Top-Boxen am Markt. Diese Vielfalt von Set-Top-Boxen verursacht bei uns im Kundendienst Probleme. Wir wissen nicht, welche dieser Set-Top-Boxen Probleme machen in unserem Netz. Im Einzelfall ist es kein Problem, aber wir haben 1.5 Millionen Kunden und dann wird es zum Problem. Wir können die Qualität und der Kundendienst nicht mehr sicherstellen.

Lassen Sie den Kunden doch bitte einfach die Wahl! Es kann zwar kleinere Probleme geben, insbesondere mit Zusatzdiensten. Doch dies dürfte in der Regel nicht allzu gross stören. Und wer ganz sicher sein will, darf ja weiterhin die Cablecom-Box verwenden. Das würde ja nicht verboten.

Und wenn der Kunde nicht eine Cablecom-Box nutzt, könnte der Kundendienst einfach sagen: Wenden Sie sich an den Verkäufer. Ich weiss nicht, wo das Problem liegt (ausser dass Cablecom den Umsatz natürlich selber machen will statt dem Boxenverkäufer zu überlassen).

Im Übrigen machen ja auch die Cablecom-eigenen Boxen fleissig Probleme. Ich habe noch nie ein so unausgereiftes Produkte wie die Cablecom-TV-Box gesehen.
Es hat vor allem auch einen strategischen Grund neben den operativen Gründen.
Also doch, strategische Gründe!
Ein anderer Aspekt: Fernsehen auf Abruf. Ende dieses Jahres kommen Filme auf Abruf und nächstes Jahr Fernsehen auf Abruf. Sie können die Sendungen der letzten sieben Tage jederzeit schauen. Sie können den Kassensturz nicht nur am Dienstagabend sondern auch am Donnerstagmorgen sehen oder am Sonntag, ohne irgendwas aufzunehmen. Solche Dienste sind mit einem Fernseher mit eingebauten DVB-C-Empfänger nicht möglich. Sind nur mit unserer Box möglich.
Das stimmt. Solche neuen Dienste werden nur mit der Cablecom-Box (oder vielleicht einmal durch Cablecom zertifizierte Boxen) funktionieren. Demnoch: Man kann den Kunden die Wahl lassen. Wer diesen Service nutzen will, kann die Cablecom verwenden. Was spricht dagegen die Wahlfreiheit zuzulassen: Kunden können dann die normalen TV-Programme sehen, aber keine Filme und Fernsehprogramme auf Abruf. Dazu kommt: Wenn ich unbedingt ein Film sehen will, kann ich eine DVD in der Videothek ausleihen und Fernsehsendungen sind im Internet verfügbar.

Warum lassen Sie ihren Kunden nicht einfach die Wahlfreiheit? Lieber Kunde, Wir haben ein tolles Angebot, willst Du dieses und dann kann sich der Kunde selbst entscheiden. Die meisten Kunden wollen nur einfaches digitales Fernsehen. Sie verunmöglichen dies.
Viele Kunden wollen solche Zusatzdienstleistungen nutzen, das zeigen die Erfahrungen aus anderen Ländern. In Holland nutzen 60% der Kunden den Dienst mehr als zweimal pro Woche. Hier kann man nicht von einem Exotendienst sprechen, ist falsch.
Egal, wie viele Kunden diesen Service dann nutzen werden, wenn dieser dann mal verfügbar ist. Ich sehe keinen Grund, weshalb man die Grundverschlüsselung nicht demnoch verbieten könnte. Wer nur fernsehen will, kann eine freie Boxe kaufen, wer Filme und Fernsehen auf Abruf nutzen will, muss halt die Cablecom-Box kaufen.

Ich muss zugeben, der Zaubertrick von Herr Fischer ist gut: Kaum will man die Grundverschlüsselung verbieten, wird aus dem Zauber-Hut ein neues Angebot gezaubert.
Meine Verantwortung ist, dafür zu sorgen, dass Cablecom auch in fünf Jahren noch wettbewerbsfähig ist und wir noch viele Kunden haben.
Mein Tipp. Die beste Möglichkeit ist, die Kunden ernst zu nehmen. Dazu gehört zum Beispiel die Verbesserung des Kundendienstes oder auch die freie Wahl der Set-Top-Box. Glückliche Kunden dürften eher bei Cablecom bleiben als unzufriedene Kunden, die nur noch mangels Alternativen bei Cablecom sind.
Im Unterschied zum analogen Fernsehen stehen wir im digitalen Fernsehen in intensiven Wettbewerb.
Zuerst: Der Kunde unterscheidet nicht zwischen Analog-TV oder Digital-TV. Der Kunde hat ein Bedürfnis: Das Ansehen seiner Lieblingssendung. Dazu kommt: Heute werden noch tausende Harddisk-Recorder, die analoges Fernsehen verkauft. Diese Kunden würden die Programme digital aufzeichnen, wenn denn die Grundverschlüsselung mal wegfällt.

Vom Wettbewerb im digitalen Fernsehen kann keine Rede sein. Cablecom hat ein Monopol-Angebot und kann einen überrissenen Monopol-Preis verlangen. Ein Beispiel: Das TV-Angebot von Bluewin mit Recorder und HD kostet rund 31 Franken pro Monat, bei Cablecom werden für das vergleichbare Angebot über 60 Franken pro Monat fällig. Und Satellitenschüssel können längst nicht alle montieren. Denn dazu ist die Einwilligung des Vermieters und oftmals der Gemeinde notwendig.
Swisscom setzt voll auf interaktive Dienste. Alle ihre Kunden können mit einer Set-Top-Box diese Funktionen nutzen. Wir wollen für unsere Kunden diese Dienstleistungen auch anbieten. Kunden sollten nicht eine neue Set-Top-Box kaufen müssen, wenn sie diese Dienste nutzen wollen. Die Erfahrungen aus Holland zeigen, dass es ein sehr populärer Dienst ist.
Plötzlich sind die Kunden wieder im Mittelpunkt. Lassen Sie doch den Kunden die Wahl. Die Kunden sind in der Lage, zu entscheiden, ob sie eine Cablecom-Box oder eine andere Box wollen.

Es gibt Fernsehen ohne Kästlein, das ist das analoge Fernsehen.
Ja, das ist zweifelsohne so. Noch heute werden jährlich sehr viele Harddisk-Recorder verkauft, die das analoge TV empfangen. Gerade Harddisk-Recorder wären für das digitale Signal optimal geeignet. Aber dank der Verschlüsselung der Cablecom müssen die Kunden weiterhin einen Analog-Harddisk-Recorder einsetzen, wenn sie einen freien Recorder einsetzen wollen. Der Recorder muss dann mühsam das gesamte empfangene Signal digitalisieren.
Wir haben die Nachricht der Kunden gehört, dass sie das analoge Fernsehen behalten wollen. Die Kunden bedeuten uns sehr viel und deshalb haben wir unsere Marschrichtung auch um 180° gekehrt. Wir werden analoges Fernsehen anbieten, solange ein Bedarf vorhanden ist. Warum beim digitalen Fernsehen nur unsere Box. Unsere eigene Box kennen wir, die anderen hunderte Boxen auf dem Markt kennen wir nicht.
Es ist tatsächlich ein kleines Wunder, dass Cablecom nun diese Analogstrategie fährt. Wenn ich einer meiner Lieblingssender, Phoenix, sehen will, bleibt mir nicht anderes übrig, als digital fernzusehen. Früher mal konnte ich diesen Sender analog empfangen (und könnte es heute immer noch, wenn ich nicht gezügelt wäre).

Ich hoffe, dass der Nationalrat dem Ständerat folgen wird und die Grundverschlüsselung für frei empfangbare Programme verbieten wird.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
www.comparis.ch

Dienstag, 15. April 2008

Cablecom, Grundverschluesselung und Polemik!

Zu meinem gestrigen Blogeintrag zur Digital-TV-Grundverschlüsselung erhielt ich folgenden Kommentar eines anonymen Users:

Inwiefern haben Sie hier Recherchen betrieben, bzw. woher nehmen Sie die Fachkenntnis, um hier zu argumentieren? Sie interpretieren die Grundverschlüsselung total falsch. Grundverschlüsselung ist nicht gleich Grundangebot. Aber ich denke die Fachleute wissen, worum es wirklich geht. Hier geht es nur um populistische Aussagen.
Ich erlaube mir, dazu kurz etwas zu sagen. Es ist immer einfach, den anderen etwas vorzuwerfen, ohne genau zu benennen, was konkret falsch ist. Es wäre daher toll, wenn die Vorwürfe konkretisiert werden könnten. Wie soll man die Grundverschlüsselung richtig interpretieren? Über welches Geheimwissen verfügen die Fachleute?

Ich kenne mich im Bereich Digital-TV aus und recherchiere grundsätzlich intensiv, bevor ich solche Aussagen mache. Leider muss ich feststellen, dass von Seiten der Kabelanbieter derzeit ein starkes Lobbying stattfindet, um die Leute zu verwirren und die Grundverschlüsselung abzuschiessen.

Das Grundangebot kann natürlich unterschiedlich definiert werden. Aber grundsätzlich können die TV-Programme als Grundangebot bezeichnet werden, die ohne Aufwand und ohne Entschlüsselung über den Satelliten empfangen werden können. Auch Programme, die über Antenne oder Kabelverbindungen (z.B. Regionalsender) zugeführt werden, kann man als Grundangebot bezeichnen. Genau dieses Grundangebot soll in Zukunft mit einer beliebigen Box, einem beliebigen Computer, einem beliebigen Fernseher empfangen werden. Wobei der Kabelanbieter weiterhin seine Box verkaufen darf.

Alle zusätzlichen Programme wie Pay-TV-Programme oder nicht frei empfangbare Spartenprogramme und Zusatzdienstleistungen wie Video-on-Demand könnten auch in Zukunft nur mit der Box des entsprechenden Anbieters benutzt werden.

Die Grundverschlüsselung ist meiner Meinung nach lediglich dazu da, zusätzliche Einnahmen für die Kabelnetz-Betreiber zu erzielen. Es gibt auch Personen von Kabelnetz-Betreibern, die dieses Haltung ebenfalls vertreten.

Ein Nachteil hat die Aufgabe der Grundverschlüsselung, allerdings meines Erachtens nicht ein allzugrosses: Der Kabelnetz-Betreiber kann keinen Support für die Boxen bieten. Der Kunde müsste sich dann an den Verkäufer wenden.

Wir können wie gesagt gerne zu diesem Thema diskutieren, dann aber mit konkreten Aussagen statt einer anonymen Hasstirade nach dem Motto "Sie verstehen eh nichts!".

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
www.comparis.ch

Montag, 14. April 2008

Cablecom und der Preisüberwacher

Am Samstag stand in der Neuen Luzerner Zeitung:

Bei der Cablecom reibt man sich die Augen über das Vorgehen der Konsumentenschützer. «Die monatliche Miete einer Set-Top-Box kostet 6 Franken. Damit verdienen wir keinen Rappen, wie auch der Preisüberwacher festgestellt hat», sagt Hans-Peter Nehmer, Kommunikationschef der Cablecom.
Die Aussagen des Preisüberwachers können hier nachgelesen werden. Der Preisüberwacher hat nicht festgestellt, dass Cablecom mit der Box keinen Rappen mehr verdient. Der Preisüberwacher hat nur gesagt, dass die Box maximal 6 Franken kosten darf. Ansonsten hätte der Preisüberwacher Massnahmen ergriffen.

Ich glaube nicht, dass die Cablecom mit den 6 Franken nichts verdient. Die von der Cablecom eingesetzte Box schlechtester Qualität dürfte im Einkauf sehr günstig zu haben sein und Cablecom dürfte einen ansehnlichen Gewinn erwirtschaften.

Und weshalb kann man bei der Cablecom keine Konkurrenzprodukte installieren? «Nur mit unseren eigenen Set-Top-Boxen können wir garantieren, dass digitales TV in hoher Qualität empfangen werden kann.» Die Geräte anderer Anbieter seien unkompatibel.
Welche Top-Qualität? Diese habe ich bislang vermisst. Die Boxen sind umständlich in der Bedienung, zahlreiche Funktionen wie Serienaufnahmen funktionieren nicht, der ach so gelobbte Programmguide EPG ist inaktuell, das Aufzeichnen auf DVD ist nicht möglich und das Überspielen auf PCs auch nicht.

(via dmesg.ch)

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
www.comparis.ch

Grundverschluesselung: Streitgespräch in der Sonntags-Zeitung

Konsumentenschützerin und Politikerin In der gestrigen Sonntags-Zeitung erschien im Multimedia-Teil ein Interview zwischenSommaruga und die Geschäftsführerin des Branchenverbandes Swisscable Bolla.

Auf jeden Fall ein spannendes Interview.

Ich erlaube mir, hier einige Aussagen zu kommentieren:

Bolla: Verschlüsselt man einen Fernsehkanal bei der Ausstrahlung, kann man bestimmen, an wen man Inhalte sendet. Dies erlaubt es, besser auf Kundenbedürfnisse einzugehen.

Wahrscheinlich bin ich zu blöd für die Argumente der Swisscable. Bei der Vorlage um die Grundverschlüsselung geht es um die Programme, die Kabelnetz-Anbieter kostenlos empfangen und nicht um Pay-TV-Programme. Wie will der Kabelanbieter dank der Grundverschlüsselung besser auf Kundenbedürfnisse eingehen? Die Kabelnetz-Anbieter wissen noch nicht mal, welche Programme die Kunden sehen.

Bolla: Man darf Settop-Box und Verschlüsselung nicht in denselben Topf werden. Die Box ist dazu da, digitale Inhalte in ein Fernsehbild umzuwandeln. Die Verschlüsselung setzen Kabelfirmen ein, um Fernsehen nach Zuschauerwünschen auszuliefern: Fussball für den Sportfan, den türkischen Sender für die Einwandererfamilie aus Istanbul

Was soll das Ganze? Eine Verschlüsselung braucht man nur, wenn man ein Pay-TV ausstrahlt. Dies wäre auch beim Verbot der Grundverschlüsselung möglich. Irgendwie habe ich das Gefühl, Frau Bolla hat Digital-TV, Grundverschlüsselung und Pay-TV noch nicht verstanden.

Bolla: Die Zukunft gehört dem Digitalfernsehen und der Verschlüsselung.

Wirklich? Das glaube ich nicht. Solange Digitalfernsehen verschlüsselt wird, verweigern die Kunden so lange es geht, Digital-TV.

Bolla: TV-Zuschauer wollen immer stärker mit Inhalten interagieren und Programme dann sehen, wenn es ihnen passt, nicht zu vorgeschriebenen Sendezeiten.

Alle diese Funktionen sind auch möglich, wenn die Kabelnetz-Betreiber TV-Programme ohne Grundverschlüsselung ausstrahlen. Die Kunden können dann sogar noch von besseren Geräten und weiteren Funktionen wie z.B. grösserer Festplattenspeicher oder eingebauter DVD-Recorder.

Bolla: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis alle Kabelfirmen verschlüsselt senden.

Das glaube ich nicht, aber wir werden sehen.

Bolla: Erst wenn man weiss, wer auf der anderen Seite der Leitung sitzt, kann man die Möglichkeiten des Digitalfernsehens nutzen und interaktive Dienste bieten.


Auch hier kein Problem: Die TV-Programme sendet man ohne Grundverschlüsselung. Kunden, die dann die ach so tollen neuen Dienstleistungen nutzen wollen, benötigen dann für diese eine Box des entsprechenden Kabelnetz-Anbieters. Und wer nur fernsehen will, diese Sendungen dafür z.B. auch auf DVD aufzeichnen will oder auf den Computer speichern will, benutzt andere Endgeräte.

Bolla: Die meisten Menschen kommen mit dem technischen Wandel heute nicht mehr zurecht. Das will die Cablecom mit der Verschlüsselung auch erreichen. Wenn bei uns jemand mit einem Settop-Box-Problem anruft, können wir ihm nur helfen, wenn wir sein Gerät kennen.

Selbst mit Grundverschlüsselung wäre dies möglich: Kunden, die eine Cablecom-Box kaufen wollen, können weiterhin eine solche kaufen. Daneben besteht die freie Wahl. Wer im Media-Markt oder Interdiscount die Set-Top-Box kauft, wird von Cablecom keinen Support erhalten, sondern müsste sich an den Verkäufer wenden.

Zudem bin ich überrascht, denn meine Erfahrung ist, dass die Cablecom-Box sehr schlecht funktioniert und auch Cablecom teilweise mehrere Wochen benötigt, um ach so gross beworbene Features wie Serienfunktion - die nebenbei schlichtweg nicht funktioniert - zu erklären.

Bolla: Die Swisscom mag wenige Kunden haben. Aber die Firma ist für ihr aggressives Marketing bekannt.

Ich empfinde das Marketing von Cablecom als massiv aggressiver. Insbesondere wenn ich an all die Haustürverkäufer und Strassenverkäufer sowie Verkäufer in Läden denke.

Bolla: Dann könnten wir Angebote wie Filmbestellungen aus Online-Bibliotheken vergessen.

Sorry, aber dies ist einfach nur Schwachsinn. Ich kann nicht glauben, so etwas von der Geschäftsführerin eines Branchenverbandes zu lesen. Es geht darum, dass Programme, die Cablecom frei empfangen kann, ohne Verschlüsselung ausgestrahlt werden. Cablecom und die anderen Kabelnetz-Betreiber können selbstverständlich Online-Bibliotheken anbieten und diese Programme auch verschlüsseln. Der Kunde, der diese Dienstleistung nutzen will, benötigt dann eine entsprechende Box.

Ein Verbot wäre übrigens für die Entwicklung des ganzen Fernsehstandorts Schweiz verherrend.

Warum denn das? Das Gegenteil dürfte den Fall sein.

Ich finde die Argumentation der Swisscable enttäuschend und diese kann mich nicht überzeugen. Ich hoffe, die Politiker lassen sich nicht einseifen.

Die beste Aussage ist übrigens folgende:
Sommaruga: Warum gibt die Cablecom ihren Kunden nicht die Wahl? Wenn Ihr Dienst so wunderbar ist, wird ihn die Mehrheit der Kunden nutzen, und die anderen können ihre eigenen Geräte für den digitalen TV-Empfang kaufen oder sogar selber basteln.

Richtig, denn inzwischen sollte sich auch bis zur Cablecom und zur Swisscable durchgesprochen haben, wie schlecht ihre Set-Top-Boxen wirklich sind. Ich habe bisher noch nie ein so schlechtes Produkt gesehen wie Digital-TV von Cablecom.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
www.comparis.ch

Sonntag, 13. April 2008

Bitte unterschreiben: Petition fuer freies TV und gegen Cablecom-Zwangsbox

Die Stiftung für Konsumentenschutz SKS hat eine Petition für freien TV-Empfang und gegen die Cablecom-Zwangsbox aufgeschaltet. Unterschreibt diese Petition bitte. Voraussichtlich am 20. Mai 2008 wird der Nationalrat über das Verbot der Grundverschlüsselung abstimmen, der Ständerat hat letztes Jahr überraschend diesem Verbot zugestummen.

Es gibt keinen Grund, für die TV-Programme, die Cablecom kostenlos empfangen kann, von den Kunden zusätzliches Geld zu verlangen. Die Cablecom erhält von den Kunden fast 30 Franken pro Monat und dies sollte für den Empfang und die Weiterverbreitung der TV-Programme mehr als ausreichen.

Mit immensen PR- und Lobby-Aufwand versucht die Cablecom und ein grosser Teil der Kabelbranche falsche Vorstellungen zu verbreiten. Die Aufhebung der Grundverschlüsselung für das Basisangebot würde dazu führen, dass alle Kunden mit beliebigen Endgeräten (Set-Top-Boxen, TV-Geräte mit Digital-TV-Empfängern, Computer, Harddisk-Recorder, DVD-Recorder) die wichtigsten Programme empfangen können. Es ist nicht so, dass die Grundverschlüsselung Pay-TV-Programme oder Film-auf-Abruf (sogenannte Video-on-Demand)-Lösungen verhindern würden. Die Cablecom dürfte diese Boxen auch weiterhin verkaufen. Kunden, die dies Zusatz-Dienstleistungen nutzen wollen, benötigen eine Cablecom-Box oder eine Cablecom-zertifizierte Box. Doch dies tangiert der Empfang des TV-Grundangebot nicht.

Auch das Argument, dass Netz und Box zusammengehören, ist wenig einleuchtend. Denn die Box kann das TV-Programm unabhängig vom Netz empfangen. Alle Standards existieren und könnten problemlos benutzt werden. Vielleicht sollte Cablecom mal mit ihren Technikern der östereichischen Tochtergesellschaft Cablecom Vorarlberg sprechen und sich dort über Digital-TV informieren: Dort ist freies Digital-TV seit Jahren Wirklichkeit.

Unter dem Label "Grundverschlüsselung" habe ich bereits mehrere Beiträge zu diesem Thema geschrieben. Auch in den nächsten Tagen werde ich genauer darauf eingehen.

Grüsse



Ralf Beyeler
www.comparis.ch

Cablecom: Bürger rufen zum Boykott auf

Die Bewegung "Aktion Kabelnetz Rüfenacht" ruft die Einwohner der Gemeinden Wichtrach, Gerzensee, Mühledorf, Kirchdorf und von Rüfenacht (Gemeinde Worb) zum Boykott der Cablecom auf (siehe Artikel von 20 Minuten). Die Bewegung fordert die Einwohner und Kunden auf, ihren Cablecom-Anschluss zu kündigen.

Vorgeschichte: Im Jahr 2005 hat die Cablecom den örtlichen Kabelnetz-Betreiber übernommen. Mehrmals wurde unterstrichen, dass das Angebot gleich bleiben würde und die Kunden ihre TV-Programme weiterhin empfangen können.

Nun die Kehrtwende: War digitales TV bisher frei empfangbar, wird Cablecom dieses neu nun verschlüsseln. Viele Kunden können Digital-TV sogar gar nicht mehr empfangen. Dies trifft zum Beispiel auf die Kunden zu, die mehrere hundert oder gar über tausend Franken in eine moderne, innovative und gut funktionierend Empfangsbox oder in ein modernes Mediacenter (Computer mit Multimedia-Funktionen) investiert haben. Diese Geräte sind nun dank Cablecom wertlos bzw. es gibt höchstens noch den Schrottpreis dafür. Da ist auch das Angebot der Cablecom, dem Kunden gegen Abgabe des Empfängers (also eines hochmodernen Computers) gegen eine eher schlecht funktionierende Set-Top-Box kostenlos auszutauschen einen Hohn. Dies zeigt einmal mehr, wie wenig Cablecom von "Digital-TV" wirklich versteht.

Und auch kommunikativ sind die Negativ-Schlagzeilen (u.a. berichteten 20 Minuten, die Berner Zeitung, der Bund, der Tages-Anzeiger über die "Aktion Kabelnetz Rüfenacht") schlecht.

Der Boykott-Aufruf ist aggressiv und ist auch für die Initianten risikoreich. Denn die Chance, dass nur wenige Kunden wirklich ihren Anschluss kündigen lassen, ist sehr gross. Wegen ein paar wenigen Kunden, die dann nicht mehr Kunde sind, wird sich bei Cablecom nichts ändern. Die zusätzlichen Einnahmen mit der kostenpflichtigen, überteuerten und schlechten Box machen die Mindereinnahmen der paar abgesprungenen Kunden mehr als wett.

Wenn jedoch ein grosser Teil der Einwohner wirklich den Anschluss kündigen werden und damit an Cablecom nichts mehr bezahlt, ist dies für Cablecom ein Fiasko. Denn für einen Netzbetreiber, der Kabel im Boden verlegt hat, gibt es nichts schlimmeres als ein brachliegendes Netz, mit dem keine Einnahmen generiert werden. Und noch grösser würde das Fiasko, wenn der Protest und die Kündigungswelle auf die übrige Schweiz übergreifen würde. Da dies dazu führen wird, dass mehr Satellitenschüssel aufgestellt werden, könnte dies den Protest weiter erhöhen.

(Noch eine Bemerkung am Schluss: Die Cablecom verschlüsselt grundsätzlich in der ganzen Schweiz die TV-Signale und setzt auf die Zwangsbox. In den fünf Gemeinden wurden die Programme bisher nicht verschlüsselt, neu wird die Verschlüsselung aufgenommen.)

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
www.comparis.ch

Sonntag, 23. Dezember 2007

Leider nicht perfekt für digitales Kabel-TV

Vor einigen Tagen hatte ich den Weihnachtsprospekt der Electronic Partner-Fachhändler im Briefkasten. (Bei Electronic Partner handelt es sich um eine gemeinsame Einkaufs- und Marketingorganisation zahlreicher Unterhaltungselektronik-Fachhändler).

Angepriesen wird z.B. der Sony KDL-32 D 2600 E für 1799 Franken. Hervorgehoben die Bemerkung:

Perfekt für digitales Kabel-TV

Auch beim 102cm-LCD-Fernseher KDL-40 X 3000 AEP von Sony steht

Digitaler Kabelempfang

Der Empfänger (Tuner) dieses Fernseher ist gemäss Beschreibung sogar HD-TV-fähig.

Zwar könnten die beiden TV-Geräte Digitales Fernsehen über Kabel empfangen. Leider trifft dies nur für Kunden zu, die zufälligerweise bei einem innovativen Kabelnetz-Betreiber angeschlossen sind, die das Digital-TV-Signal ohne Verschlüsselung ausstrahlt. Die meisten Kunden sehen schwarz und können die innovative Funktion ihres TV-Gerätes nicht nutzen, da Kabelnetz-Betreiber wie z.B. die Cablecom (und mehr als jeder zweiter Kabel-TV-Kunde ist am Cablecom-Netz angeschlossen) zwar digitales TV ausstrahlen, aber auf die Nutzung einer Zwangsbox (Set-Top-Box) bestehen.

Also muss man - wenn man Digital-TV empfangen will - eine teure Zwangsbox kaufen (nur Empfänger) oder mieten. Der im modernen Fernseher eingebaute Tuner vergammelt unbenutzt. Es ist an der Zeit, dass nach dem Ständerat im neuen Jahr auch der Nationalrat die Grundverschlüsselung endlich verbieten würde. Dann könnte man auch der volle Funktionsumfang von modernen und innovativen TV-Geräten nutzen. (Bis auf kostenpflichtige Pay-TV-Programme, aber dies dürfte die meisten Kunden nicht stören).

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
www.comparis.ch

Freitag, 9. November 2007

Cablecom setzt wieder auf analoges TV

Es gibt Sachen, die kann man schwer verstehen. Noch vor einiger Zeit war jeder, der noch nicht digital fernsieht, ein Ewiggestriger. Die Kabelnetz-Betreiber wie z.B. Cablecom haben ein Programm nach dem anderen abgeschaltet. Auf Druck von Italien musste sogar Bundesrat Moritz Leuenberger ein Machtwort sprechen: Die Cablecom und alle anderen Kabelnetz-Betreiber müssen nun Programme wie Raiuno, France 2 oder Euronews schweizweit wieder analog ausstrahlen.

Auch die Cablecom hat inzwischen gemerkt, dass den meisten Kunden das analoge TV-Angebot völlig ausreicht. Analog-TV ist auch wesentlich einfacher zu bedienen als Digital-TV. Einfach Kabel einstecken und man sieht das Bild. Man muss weder eine Set-Top-Box einstecken und sich auch nicht um Scart- oder HDMI-Kabel kümmern.

So sagte Cablecom-Chef Ruedi Fischer gestern vor den Medien, dass Cablecom die Bedeutung des Analog-TV unterschätzt hat. Nun habe man gelernt und sieht inzwischen sogar das Analog-TV als grossen Wettbewerbsvorteil. Und im Jahr 2008 will man die Kunden nicht mit Programmabschaltungen verägern. 2008 wird kein analoges TV-Programm abgeschaltet, verspricht Cablecom. Einzige Ausnahme könnte U1 sein, sofern der Sender nicht mehr analog verbreitet werden muss.

Na ja, es gibt teilweise erstaunliche Entwicklungen, wo sogar ich staune. Doch wäre es meiner Meinung nach falsch, jetzt einseitig auf Analoges TV zu setzen:

Ich vermisse bei Cablecom ein attraktives Digital-TV-Angebot. Das wichtigste wäre ein Verbot der Grundverschlüsselung - der Ständerat hat zumindest dieses schon mal beschlossen, der Nationalrat muss sich dazu auch noch äussern. Dann könnte ich mit jeder beliebigen Set-Top-Box Digital-TV empfangen, und nicht nur mit der schlechten und überteuerten Cablecom-Zwangsbox. Die Kunden können im Elektromarkt eine Box ihrer Wahl kaufen. Heute gibt es bereits Zigarettenschachtelgrosse Empfangsboxen, die einfach am TV eingesteckt werden können. Cablecom setzt immer noch auf klobige Boxen. Oder es gibt Recorder mit 250 Gigabyte-Festplatten und damit kann man mehr Programme aufzeichnen. Oder man könnte Boxen mit intergrietem DVD-Brenner kaufen und die Sendungen einfach auf DVD brennen. Nicht vergessen darf man auch Computer- und Mediacenter-Besitzer, die am Computer fernsehen wollen. All dies ist heute wegen der Grundverschlüsselung nicht möglich - ausser man setzt auf gehackte Lösungen, was kaum legal sein dürfte.

Also, liebe Cablecom, setzt auf Digital-TV und lässt Konkurrenzboxen endlich zu.

Grüsse



Ralf Beyeler