Seit einer guten Woche macht Sunrise in den grösseren Schweizer Städte Werbung für die letzte Meile. Das Angebot selbst ist bereits seit Juni verfügbar und lässt sich sehen. Es gibt insgesamt zwei Angebote: Der Telefonanschluss mit einem Internet-Zugang mit maximal 5'000 KBit/s kostet 59 Franken, 49 Franken (für Sunrise-Mobilfunk-Kunden) bzw. 30 Franken (für Kunden, die mit dem Mobilfunk-Abo Zero Plus oder Max telefonieren). Die bisher übliche Telefonanschlussgebühr von 25.25 Franken fällt nicht mehr an. Damit ist Sunrise massiv günstiger als die anderen Anbieter.
Das zweite Angebot beinhaltet einen Telefonanschluss mit einem Internet-Zugang mit maximal 15'000 KBit/s und kostet 79 Franken, 69 Franken (für Sunrise-Mobilfunk-Kunden) bzw. 50 Franken (für Kunden, die mit dem Mobilfunk-Abo Zero Plus oder Max telefonieren). Auch hier entfällt die bisher übliche Telefonanschlussgebühr von 25.25 Franken. Ausserdem sind beliebig viele Anrufe ohne zusätzliche Kosten ins Schweizer Festnetz möglich.
Ich surfe seit etwa sechs Wochen mit diesem Angebot und bin damit sehr zufrieden. Obwohl die Distanz zur Telefonzentrale mehr als 2 1/2 Kilometer beträgt, surfe ich mit einer Geschwindigkeit von 13'000 KBit/s. Bei Swisscom hätte ich mit ADSL maximal 4'400 KBit/s und müsste zudem mehr bezahlen. Sunrise setzt stark auf ADSL2+, Swisscom hingegen auf VDSL.
Wie man sieht, kann es sich lohnen, sich bei Swisscom und Sunrise über die Geschwindigkeit zu informieren. Anhand meines Anschlusses sieht man deutlich, dass die Differenzen zwischen Sunrise und Swisscom gewaltig sein können. Sunrise müsste übrigens noch einwenig an den Angaben zur Geschwindigkeit auf ihrer Website arbeiten. Manchmal wird eine zu geringe maximale Geschwindigkeit angezeigt.
Das Angebot von Sunrise ist erst in den grösseren Städten verfügbar.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch
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Dienstag, 30. September 2008
Sonntag, 3. August 2008
Entbündelte letzte Meile noch kein Erfolg
Cash Daily schrieb letzten Donnerstag, dass die entbündelte letzte Meile bisher noch kein Erfolg ist (Artikel online verfügbar). Bisher sind erst 2'694 Telefonanschlüsse entbündelt worden.
Klar, dies sind weniger als ein Promille der Swisscom-Telefonanschlüsse, die bisher entbündelt worden sind. Allerdings darf man diese Zahl auch nicht überwerten. Die alternativen Anbieter müssen nämlich umständlich eigene Infrastruktur in den Telefonzentralen der Swisscom installieren. Und dies ist aufwändig und braucht Zeit. Die Anbieter haben derzeit noch kein allzugrosses Interesse daran, möglichst viele Kunden aufzuschalten. Denn die Prozesse sind neu und so wollen die Anbieter vorerst lieber eine kleine Zahl von Kunden aufschalten, um zu überprüfen, ob wirklich alles klappt. Wenn dann die Prozesse eingespielt sind und es tendenziell weniger Probleme geben wird, wird dann heftiger um neue Kunden für die letzten Meile geworben.
Derzeit haben vor allem VTX und Sunrise (und Sunrise auch erst seit etwa 2 Monaten) Angebote, basierend auf der entbündelten letzten Meile.
Cash Daily hat zudem geschrieben, dass der Preis für die Miete der letzten Meile durch die ComCom auf rund 19 Franken gesenkt werden wird.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Klar, dies sind weniger als ein Promille der Swisscom-Telefonanschlüsse, die bisher entbündelt worden sind. Allerdings darf man diese Zahl auch nicht überwerten. Die alternativen Anbieter müssen nämlich umständlich eigene Infrastruktur in den Telefonzentralen der Swisscom installieren. Und dies ist aufwändig und braucht Zeit. Die Anbieter haben derzeit noch kein allzugrosses Interesse daran, möglichst viele Kunden aufzuschalten. Denn die Prozesse sind neu und so wollen die Anbieter vorerst lieber eine kleine Zahl von Kunden aufschalten, um zu überprüfen, ob wirklich alles klappt. Wenn dann die Prozesse eingespielt sind und es tendenziell weniger Probleme geben wird, wird dann heftiger um neue Kunden für die letzten Meile geworben.
Derzeit haben vor allem VTX und Sunrise (und Sunrise auch erst seit etwa 2 Monaten) Angebote, basierend auf der entbündelten letzten Meile.
Cash Daily hat zudem geschrieben, dass der Preis für die Miete der letzten Meile durch die ComCom auf rund 19 Franken gesenkt werden wird.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
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Donnerstag, 12. Juni 2008
VTX: 34 Franken sind teurer als 49 Franken
Siet kurzem gibt es von VTX ein neues Angebot. Der Kunde bezahlt für den ADSL-Zugang im Monat 34 Franken. Wenn der Kunde bereits an einer der wenigen Telefonzentralen angeschlossen ist, die bereits entbündelt sind, wird die entbündelte letzte Meile benutzt. Alle anderen Kunden können dieses ADSL ganz normal benutzen. Der herkömmliche Telefonanschluss ist gesperrt und das Telefonieren über den herkömmlichen Telefonanschluss ist daher nicht mehr möglich (sogenanntes "nacktes DSL"). Der Kunde erhält jedoch kostenlos eine Internet-Telefonie-Telefonnummer und kann somit über das Internet telefonieren.
Der Kunde bezahlt an VTX 34 Franken für den ADSL-Anschluss (sowie 25.25 Franken ebenfalls an VTX als Ersatzgebühr für den Telefonanschluss). 34 Franken ist wesentlich günstiger als die üblicherweise verrechneten 49 Franken pro Monat (auch hier werden 25.25 Franken zusätzlich verrechnet).
Doch das Ganze täuscht: Bei VTX muss der Kunde das ADSL-Modem für 150 Franken kaufen, bei den Mitbewerbern gibt es das Modem kostenlos! Wer zudem bei VTX nur ein Vertrag mit einem Jahr Mindestlaufzeit bucht, bezahlt nochmals eine Gebühr von 75 Franken. Diese Gebühr kennen die Mitbewerber ebenfalls nicht. Der Kunde bezahlt zwar 15 Franken pro Monat weniger, muss jedoch 225 Franken an einmaligen Gebühren bezahlen. Bei den Mitbewerbern fallen in der Regel gar keine einmaligen Gebühren an (ausser für VDSL).
Fazit: Im ersten Jahr verrechnen die meisten ADSL-Anbieter rund 588 Franken (Angebote mit Rabatten für Kunden, die auch andere Dienstleistungen nutzen, nicht berücksichtigt), bei VTX kommen im ersten Jahr bei Abschluss eines Vertrages mit 12 Monate Mindestlaufzeit 633 Franken zusammen. Das Angebot von VTX ist sogar noch teurer! Einmal mehr sollte man nicht nur auf die Monatsgebühr schauen, sondern auf die Gesamtkosten.
Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Der Kunde bezahlt an VTX 34 Franken für den ADSL-Anschluss (sowie 25.25 Franken ebenfalls an VTX als Ersatzgebühr für den Telefonanschluss). 34 Franken ist wesentlich günstiger als die üblicherweise verrechneten 49 Franken pro Monat (auch hier werden 25.25 Franken zusätzlich verrechnet).
Doch das Ganze täuscht: Bei VTX muss der Kunde das ADSL-Modem für 150 Franken kaufen, bei den Mitbewerbern gibt es das Modem kostenlos! Wer zudem bei VTX nur ein Vertrag mit einem Jahr Mindestlaufzeit bucht, bezahlt nochmals eine Gebühr von 75 Franken. Diese Gebühr kennen die Mitbewerber ebenfalls nicht. Der Kunde bezahlt zwar 15 Franken pro Monat weniger, muss jedoch 225 Franken an einmaligen Gebühren bezahlen. Bei den Mitbewerbern fallen in der Regel gar keine einmaligen Gebühren an (ausser für VDSL).
Fazit: Im ersten Jahr verrechnen die meisten ADSL-Anbieter rund 588 Franken (Angebote mit Rabatten für Kunden, die auch andere Dienstleistungen nutzen, nicht berücksichtigt), bei VTX kommen im ersten Jahr bei Abschluss eines Vertrages mit 12 Monate Mindestlaufzeit 633 Franken zusammen. Das Angebot von VTX ist sogar noch teurer! Einmal mehr sollte man nicht nur auf die Monatsgebühr schauen, sondern auf die Gesamtkosten.
Grüsse
Ralf Beyeler
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Mittwoch, 19. März 2008
Letzte Meile wird günstiger
Wie Swisscom über eine Medienmitteilung kommuniziert hat, senkt sie den Preis für die Nutzung der letzten Meile von bisher 33.35 Franken auf neu 25.29 Franken pro Monat (beide Preise inkl. MWST). Hauptgrund sind gemäss Swisscom neue Eckwerte, die von den Behörden vorgegeben werden. Der neue Preis entspricht erstaunlicherweise praktisch dem Endkundenpreis (25.25 Franken pro Monat).
Mit der letzten Meile können Alternativ-Anbieter die Kupferleitung zwischen Endkunden und Telefonzentrale von der Swisscom mieten. Insbesondere in städischen Regionen können die Alternativ-Anbieter damit ihre Kosten reduzieren, müssen jedoch auch kräftig in neue Infrastruktur investieren. Die sogenannte Entbündelung ist gesetzlich vorgeschrieben und Swisscom muss diese den Alternativ-Anbietern zu kostenbasierten Preisen zur Verfügung stellen.
Für die Alternativ-Anbieter ist der neue Preis immer noch zu hoch. Sie verweisen auf europäische Durchschnittspreise. Allerdings gehört es zum Spiel zwischen Ex-Monopolist und Alternativ-Anbieter: Der Ex-Monopolist will möglichst hohe Preise, die Alternativ-Anbieter möglichst niedrige Preise. Die Begründung von Swisscom, dass in der Schweiz höhere Baukosten verrechnet werden, ist meiner Meinung nach plausibel und rechtfertigt auch einen höheren Preis als im europäischen Mittel. Demnoch wird wohl das Bundesgericht in einigen Jahren den effektiven Preis festlegen müssen, alles andere wäre eine sehr grosse Überraschung.
Statt ständig über die hohen Swisscom-Preise zu motzen, sollten die Alternativ-Anbieter nun endlich vorwärts machen. 11 Monate (d.h. Ende Februar 2008) nach der Freigabe der letzten Meile sind in der Schweiz lediglich ganze 1146 Telefonanschlüsse entbündelt.
Rund 330 Kollokationsstandorte (zählt jede Verbindung in allen Telefonzentralen, wo Alternativ-Anbieter mit dem Swisscom-Netz verbunden sind und damit die entbündelte letzte Meile nutzen können) zwischen Swisscom und alternativen Anbietern existieren. Die wichtigsten Orte sind Zürich (99), Basel (61) und Genf (36), Bern (29) und Lausanne (23). Rund 3/4 der Kollokationsstandorte sind also in den 5 grössten Städten.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
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Mit der letzten Meile können Alternativ-Anbieter die Kupferleitung zwischen Endkunden und Telefonzentrale von der Swisscom mieten. Insbesondere in städischen Regionen können die Alternativ-Anbieter damit ihre Kosten reduzieren, müssen jedoch auch kräftig in neue Infrastruktur investieren. Die sogenannte Entbündelung ist gesetzlich vorgeschrieben und Swisscom muss diese den Alternativ-Anbietern zu kostenbasierten Preisen zur Verfügung stellen.
Für die Alternativ-Anbieter ist der neue Preis immer noch zu hoch. Sie verweisen auf europäische Durchschnittspreise. Allerdings gehört es zum Spiel zwischen Ex-Monopolist und Alternativ-Anbieter: Der Ex-Monopolist will möglichst hohe Preise, die Alternativ-Anbieter möglichst niedrige Preise. Die Begründung von Swisscom, dass in der Schweiz höhere Baukosten verrechnet werden, ist meiner Meinung nach plausibel und rechtfertigt auch einen höheren Preis als im europäischen Mittel. Demnoch wird wohl das Bundesgericht in einigen Jahren den effektiven Preis festlegen müssen, alles andere wäre eine sehr grosse Überraschung.
Statt ständig über die hohen Swisscom-Preise zu motzen, sollten die Alternativ-Anbieter nun endlich vorwärts machen. 11 Monate (d.h. Ende Februar 2008) nach der Freigabe der letzten Meile sind in der Schweiz lediglich ganze 1146 Telefonanschlüsse entbündelt.
Rund 330 Kollokationsstandorte (zählt jede Verbindung in allen Telefonzentralen, wo Alternativ-Anbieter mit dem Swisscom-Netz verbunden sind und damit die entbündelte letzte Meile nutzen können) zwischen Swisscom und alternativen Anbietern existieren. Die wichtigsten Orte sind Zürich (99), Basel (61) und Genf (36), Bern (29) und Lausanne (23). Rund 3/4 der Kollokationsstandorte sind also in den 5 grössten Städten.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
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Montag, 11. Februar 2008
Swisscom, Sunrise und die letzte Meile
Gestern erschien in der Sonntags-Zeitung ein Interview mit Sunrise-Chef Christoph Brand und heute bringt die Basler Zeitung ein Interview mit Swisscom-Chef Carsten Schloter. Ebenfalls gestern erschien im Sonntag - der Sonntagsausgabe der Mittellandzeitung - ein ausführlicher Artikel auf der Frontseite des Wirtschaftsbundes (Artikel online verfügbar). In allen drei Fällen war das Hauptthema die Entbündelung der letzten Meile.
Im Wesentlichen wurden längst bekannte Positionen wiedergegeben. Sunrise kritisiert die hohen Preise für die letzte Meile und fordert die Halbierung. Ausserdem fordert er die Ausgliederung der Swisscom-Kabel in eine unabhänigige Gesellschaft, die weiterhin Swisscom gehören soll. Swisscom argumentiert, dass die Baukosten in der Schweiz höher seien und dies eine wesentliche Auswirkung auf die Preise hätte. Swisscom wiederholt das Angebot, die Kosten an einem runden Tisch zu diskutieren, was Sunrise kategorisch ablehnt, schliesslich sei man bereits seit Jahren am Diskutieren.
Im Artikel wird auch der Vergleich zwischen den 33 Franken pro Monat, die die Alternativ-Anbieter für die entbündelte Meile bezahlen müssen mit den 25.25 Franken pro Monat, die Endkunden an Swisscom bezahlen müssen, gemacht. Dieser Vergleich hinkt meiner Meinung. In einem Fall betrifft es die reine Kupferleitung, im anderen Fall eine Telefonleitung, mit der Swisscom zusätzlich Geld verdient, z.B. mindestens 1 bis 2 Rappen pro Minute mit jedem Anrufoder rund 31 Franken pro Monat mit dem ADSL-Anschluss. Zudem sind die 25.25 Franken ein gesetzlicher Maximalpreis, den Swisscom nicht überschreiten darf.
Die Interviews und der Zeitungsartikel sind lesenswert und zeigen, dass die Sitten unter den Telekom-Anbietern härter werden.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Im Wesentlichen wurden längst bekannte Positionen wiedergegeben. Sunrise kritisiert die hohen Preise für die letzte Meile und fordert die Halbierung. Ausserdem fordert er die Ausgliederung der Swisscom-Kabel in eine unabhänigige Gesellschaft, die weiterhin Swisscom gehören soll. Swisscom argumentiert, dass die Baukosten in der Schweiz höher seien und dies eine wesentliche Auswirkung auf die Preise hätte. Swisscom wiederholt das Angebot, die Kosten an einem runden Tisch zu diskutieren, was Sunrise kategorisch ablehnt, schliesslich sei man bereits seit Jahren am Diskutieren.
Im Artikel wird auch der Vergleich zwischen den 33 Franken pro Monat, die die Alternativ-Anbieter für die entbündelte Meile bezahlen müssen mit den 25.25 Franken pro Monat, die Endkunden an Swisscom bezahlen müssen, gemacht. Dieser Vergleich hinkt meiner Meinung. In einem Fall betrifft es die reine Kupferleitung, im anderen Fall eine Telefonleitung, mit der Swisscom zusätzlich Geld verdient, z.B. mindestens 1 bis 2 Rappen pro Minute mit jedem Anrufoder rund 31 Franken pro Monat mit dem ADSL-Anschluss. Zudem sind die 25.25 Franken ein gesetzlicher Maximalpreis, den Swisscom nicht überschreiten darf.
Die Interviews und der Zeitungsartikel sind lesenswert und zeigen, dass die Sitten unter den Telekom-Anbietern härter werden.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
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Sonntag, 3. Februar 2008
Letzte Meile von VTX
Am letzten Donnerstag gab VTX die Lancierung eines ADSL2-Angebotes mit 5000 KBit/s für 34 Franken bekannt. Dieses Angebot basiert auf der entbündelten letzten Meile. Die Alternative-Anbieter wie VTX oder Sunrise dürfen von Swisscom die Kupferleitung zwischen dem Endkunden und der Telefonzentrale mieten und in der Telefonzentrale dafür notwendige eigene Infrastruktur einbauen.
Obwohl VTX die 25.25 Franken für den Swisscom-Telefonanschluss nicht bezahlen muss, verrechnet VTX den Preis von 25.25 Franken für den Telefonanschluss zusätzlich zu den 34 Franken. (VTX muss natürlich an Swisscom rund 33 Franken für die Miete der Kupferleitung bezahlen, dafür entfällt die ADSL-Gebühr von rund 30 Franken pro Monat). Der Kunde muss für den 5000er-Anschluss also effektiv 59.25 Franken inklusive Telefonanschluss bezahlen.
Das Angebot ist derzeit vor allem in den Städten Genf, Basel und Lausanne verfügbar. In der Stadt Zürich ist das Angebot z.B. in Zürich Enge verfügbar (wie Thomas Benkö schreibt), aber ich in Zürich Höngg gehe wieder mal leer aus (Auch Bluewin-TV, VDSL und schnelles ADSL von Swisscom ist bei mir nicht erhältlich).
Gemäss Angaben von VTX können derzeit Kunden, die an rund 50 Telefonzentralen angeschlossen sind, von diesem Angebot profitieren, bis Mitte Jahr sollen es rund 100 Telefonzentralen sein. Zum Vergleich: In der Schweiz gibt es rund 1'500 Telefonzentralen von Swisscom. VTX soll bisher rund 8 Millionen Franken ausgegeben haben, das wären dann rund 160'000 Franken pro Telefonzentrale.
Selbst wenn man die 25.25 Franken für den Telefonanschluss einrechnet ist das Angebot von VTX mit 59.25 Franken pro Monat preislich attraktiv. Denn ein vergleichbares Angebot von Swisscom/Bluewin kostet rund 84.25 Franken, das sind 25 Franken mehr als bei VTX.
Der grosse Unterschied zwischen VTX und Swisscom ist jedoch: VTX ist nur an einigen Orten verfügbar, das Angebot von Swisscom hingegen in weiten Teilen der Schweiz.
Ich würde im Moment dennoch noch zuwarten und mal sehen, was andere Anbieter wie z.B. Sunrise oder Tele2 in nächster Zeit so alles auf den Markt werfen werden.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Obwohl VTX die 25.25 Franken für den Swisscom-Telefonanschluss nicht bezahlen muss, verrechnet VTX den Preis von 25.25 Franken für den Telefonanschluss zusätzlich zu den 34 Franken. (VTX muss natürlich an Swisscom rund 33 Franken für die Miete der Kupferleitung bezahlen, dafür entfällt die ADSL-Gebühr von rund 30 Franken pro Monat). Der Kunde muss für den 5000er-Anschluss also effektiv 59.25 Franken inklusive Telefonanschluss bezahlen.
Das Angebot ist derzeit vor allem in den Städten Genf, Basel und Lausanne verfügbar. In der Stadt Zürich ist das Angebot z.B. in Zürich Enge verfügbar (wie Thomas Benkö schreibt), aber ich in Zürich Höngg gehe wieder mal leer aus (Auch Bluewin-TV, VDSL und schnelles ADSL von Swisscom ist bei mir nicht erhältlich).
Gemäss Angaben von VTX können derzeit Kunden, die an rund 50 Telefonzentralen angeschlossen sind, von diesem Angebot profitieren, bis Mitte Jahr sollen es rund 100 Telefonzentralen sein. Zum Vergleich: In der Schweiz gibt es rund 1'500 Telefonzentralen von Swisscom. VTX soll bisher rund 8 Millionen Franken ausgegeben haben, das wären dann rund 160'000 Franken pro Telefonzentrale.
Selbst wenn man die 25.25 Franken für den Telefonanschluss einrechnet ist das Angebot von VTX mit 59.25 Franken pro Monat preislich attraktiv. Denn ein vergleichbares Angebot von Swisscom/Bluewin kostet rund 84.25 Franken, das sind 25 Franken mehr als bei VTX.
Der grosse Unterschied zwischen VTX und Swisscom ist jedoch: VTX ist nur an einigen Orten verfügbar, das Angebot von Swisscom hingegen in weiten Teilen der Schweiz.
Ich würde im Moment dennoch noch zuwarten und mal sehen, was andere Anbieter wie z.B. Sunrise oder Tele2 in nächster Zeit so alles auf den Markt werfen werden.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
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Infinity-Pauschaltarif von Swisscom
Dass es im Telekom-Markt ruhig ist, konnte man bereits bisher nicht behaupten. Doch die Anbieter haben im 2008 noch einen Zacken zugelegt und lancieren ein neues Angebot nach dem anderen. Nachdem Swisscom vor knapp zwei Wochen ein neues Jugendangebot (werde dazu noch was schreiben....) lanciert hat, nun die nächste Offensive: Infinity.
Für 69 Franken pro Monat gibt es einen ADSL/VDSL-Internetzugang sowie eine wirklich unbegrenzte Festnetz-Flatrate. Der Kunde kann sich entweder für ADSL (je nach Wohnort mit einer Geschwindigkeit von bis zu 5000 KBit/s) oder für VDSL (bis zu 20'000 KBit/s) entscheiden. Der Preis von 69 Franken gilt unabhängig davon, mit welcher Geschwindigkeit der Kunde im Internet surf. Wer über VDSL surfen möchte und bisher weder VDSL noch Bluewin-TV hatte, muss eine einmalige Installationsgebühr von 95 Franken bezahlen.
Die Flatrate ist im Gegensatz zu zahlreichen Angeboten wirklich unbegrenzt. Bisher gab es bei entsprechenden Angeboten oft Einschränkungen, wie z.B. maximal 300 oder 600 Anrufe oder maximal 1000 Minuten pro Monat.
Eine grosse Einschränkung gibt es allerdings doch: Anrufe auf die Mobilfunk-Netze werden normal berechnet. Gerade diese Anrufe belasten die Telefonrechnung häufig stark. Denn die Kosten für Anrufe auf Mobilfunknetze mit rund 30 bis 50 Rappen pro Minute sind immer noch sehr hoch. Nicht zuletzt, da die Mobilfunk-Anbieter immer noch sehr hohe Terminierungsgebühren für ankommende Anrufe verlangen.
Wer wie die meisten Kunden nur ab und zu im Internet herumsurft, einige Mails beantwortet und gelegentlich einen Online-Banking-Auftrag erteilt, benötigt kein schnelleres Internet-Angebot. Wenn der Haushalt regelmässig für 20 Franken aus dem Festnetz auf andere Schweizer Festnetz-Nummern anruft, dann ist Infinity eine lohnende Sache.
Wer gerne einen schnelleren Internet-Zugang hat, kann von Infinity nur profieren. Denn der 20000er-VDSL-Anschluss ist gleich teuer wie Infinity. Man bezahlt also den gleichen Preis und erhält kostenlos noch eine Festnetz-Flatrate.
In nächster Zeit dürfte auch aufgrund der Entbündelung der letzten Meile neue Angebote auf den Markt kommen. Wer in den grösseren Städten wohnt, sollte vielleicht noch warten und sehen, welche Angebote auf den Markt kommen.
Es bleibt so oder so spannend.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Für 69 Franken pro Monat gibt es einen ADSL/VDSL-Internetzugang sowie eine wirklich unbegrenzte Festnetz-Flatrate. Der Kunde kann sich entweder für ADSL (je nach Wohnort mit einer Geschwindigkeit von bis zu 5000 KBit/s) oder für VDSL (bis zu 20'000 KBit/s) entscheiden. Der Preis von 69 Franken gilt unabhängig davon, mit welcher Geschwindigkeit der Kunde im Internet surf. Wer über VDSL surfen möchte und bisher weder VDSL noch Bluewin-TV hatte, muss eine einmalige Installationsgebühr von 95 Franken bezahlen.
Die Flatrate ist im Gegensatz zu zahlreichen Angeboten wirklich unbegrenzt. Bisher gab es bei entsprechenden Angeboten oft Einschränkungen, wie z.B. maximal 300 oder 600 Anrufe oder maximal 1000 Minuten pro Monat.
Eine grosse Einschränkung gibt es allerdings doch: Anrufe auf die Mobilfunk-Netze werden normal berechnet. Gerade diese Anrufe belasten die Telefonrechnung häufig stark. Denn die Kosten für Anrufe auf Mobilfunknetze mit rund 30 bis 50 Rappen pro Minute sind immer noch sehr hoch. Nicht zuletzt, da die Mobilfunk-Anbieter immer noch sehr hohe Terminierungsgebühren für ankommende Anrufe verlangen.
Wer wie die meisten Kunden nur ab und zu im Internet herumsurft, einige Mails beantwortet und gelegentlich einen Online-Banking-Auftrag erteilt, benötigt kein schnelleres Internet-Angebot. Wenn der Haushalt regelmässig für 20 Franken aus dem Festnetz auf andere Schweizer Festnetz-Nummern anruft, dann ist Infinity eine lohnende Sache.
Wer gerne einen schnelleren Internet-Zugang hat, kann von Infinity nur profieren. Denn der 20000er-VDSL-Anschluss ist gleich teuer wie Infinity. Man bezahlt also den gleichen Preis und erhält kostenlos noch eine Festnetz-Flatrate.
In nächster Zeit dürfte auch aufgrund der Entbündelung der letzten Meile neue Angebote auf den Markt kommen. Wer in den grösseren Städten wohnt, sollte vielleicht noch warten und sehen, welche Angebote auf den Markt kommen.
Es bleibt so oder so spannend.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
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Donnerstag, 10. Januar 2008
Sunrise will Swisscom aufsplitten
Die Streitigkeiten zwischen Swisscom und Sunrise gehen weiter. Vor einer Woche warf Swisscom-Chef Carsten Schloter über die Handelszeitung Sunrise vor, dass Sunrise versucht, das Image von Swisscom zu zerstören. Dazu gab Schloter Sunrise den Vorschlag, doch bessere Produkte auf den Markt zu bringen.
Nun schlägt Sunrise-Chef Christoph Brand ebenfalls über die Handelszeitung zurück: Der Sunrise-Chef fordert die Aufteilung der Swisscom. Das Netz und die Dienste sollten getrennt werden.
Für einen solchen Schritt ist es meines Erachtens jetzt zu spät. Einen solchen Schritt hätte man vor zehn Jahren machen müssen, als Swisscom noch vollständig im Besitz des Bundes war. Gerade weil Swisscom über die letzte Meile verfügte, wurde Swisscom beim Börsengang so hoch bewertet. Nun dürfte eine Aufteilung schwierig werden, weil die Aktionäre sich benachteiligt fühlen.
Grundsätzlich ist die Idee einer Aufteilung nicht schlecht und ich habe bereits vor zehn Jahren für eine Aufteilung tendiert. Der Vorteil wäre sicherlich, dass ein echter Wettbewerb entstehen würde. Allerdings müsste man konsequent sein und die Netzgesellschaft komplett von Swisscom abtrennen. Dann bleibt die Frage, wer der Besitzer der Netzgesellschaft sein sollte. Eine Trägerschaft durch den Bund ist wohl unrealistisch, eine private Gesellschaft wäre auch schwer vorstellbar. Ausserdem wäre der Kaufpreis für das Netz wohl sehr hoch, weil Swisscom auch aufgrund des Netzes so bewertet wird.
Mal sehen, ob Christoph Brand mit seinem Lobbying Erfolg hat und er den Bundesräte, Behörden und das Schweizer Parlament von einer Trennung überzeugen kann.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Nun schlägt Sunrise-Chef Christoph Brand ebenfalls über die Handelszeitung zurück: Der Sunrise-Chef fordert die Aufteilung der Swisscom. Das Netz und die Dienste sollten getrennt werden.
Für einen solchen Schritt ist es meines Erachtens jetzt zu spät. Einen solchen Schritt hätte man vor zehn Jahren machen müssen, als Swisscom noch vollständig im Besitz des Bundes war. Gerade weil Swisscom über die letzte Meile verfügte, wurde Swisscom beim Börsengang so hoch bewertet. Nun dürfte eine Aufteilung schwierig werden, weil die Aktionäre sich benachteiligt fühlen.
Grundsätzlich ist die Idee einer Aufteilung nicht schlecht und ich habe bereits vor zehn Jahren für eine Aufteilung tendiert. Der Vorteil wäre sicherlich, dass ein echter Wettbewerb entstehen würde. Allerdings müsste man konsequent sein und die Netzgesellschaft komplett von Swisscom abtrennen. Dann bleibt die Frage, wer der Besitzer der Netzgesellschaft sein sollte. Eine Trägerschaft durch den Bund ist wohl unrealistisch, eine private Gesellschaft wäre auch schwer vorstellbar. Ausserdem wäre der Kaufpreis für das Netz wohl sehr hoch, weil Swisscom auch aufgrund des Netzes so bewertet wird.
Mal sehen, ob Christoph Brand mit seinem Lobbying Erfolg hat und er den Bundesräte, Behörden und das Schweizer Parlament von einer Trennung überzeugen kann.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
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Freitag, 4. Januar 2008
Wird Telefonieren 2008 guenstiger?
Vor rund 2 Wochen hat Swisscom-Chef Carsten Schloter der Sendung Handelszeitung Börsenstandpunkte (Sendung auch online verfügbar) ein Interview gegeben. Verschiedene Medien haben Aussagen von Carsten Schloter aus dem Interview aufgegriffen, unter anderem hat auch heise.de einen Artikel veröffentlicht (online verfügbar).
Unter anderem sagte Carsten Schloter, dass es im Jahr 2008 erste Angebote geben würde, wo der Kunde Breitband und Telefonie zu einem Fixpreis erhalten würde. Man könne von Preissenkungen von 30 bis 40 Prozent ausgehen. Grund sei die Entbündelung der letzten Meile.
Dies denke ich nicht: Die Alternativ-Anbieter haben wenig Möglichkeiten, um die Preise zu senken. Heute reichen alternative Festnetz-Anbieter gemäss eigenen Angaben rund 85% der Einnahmen gleich an Swisscom weiter. Mit der Entbündelung der letzten Meile wird der Anteil, den Alternativ-Anbieter an Swisscom abgeben müssen geringer werden. Allerdings muss dafür eine eigene Infrastruktur finanziert werden. Eine massive Preissenkung wäre nur denkbar, wenn Swisscom die Preise für die letzte Meile massiv senken wird - bzw. senken muss - oder Alternativ-Anbieter ein gefährliches Spiel spielen, unter Einstand verkaufen und darauf spekulieren, dass das Bundesgericht die Einstandspreise senken wird. Eine Entscheidung in Sachen Interkonnektion gilt jeweils rückwirkend.
Angebote mit einer Flatrate sind nichts neues. Der Kabelnetz-Anbieter Cablecom bietet dies seit einiger Zeit an. Für 20 Franken pro Monat (zuzüglich 24.85 Franken für den Analog-TV-Anschluss) können die Kunden abends und am Wochenende unbeschränkt innerhalb des Schweizer Festnetzes telefonieren. Und für 10 Franken pro Monat mehr, sind weitere 50 Stunden tagsüber abgegolten. Doch Cablecom hat mit dem eigenen Netz einen grossen Vorteil und muss massiv weniger an Swisscom abliefern als andere Anbieter. Diesen Vorteil haben alle anderen Alternativ-Anbieter wie Sunrise, Tele2 etc. nicht.
Doch wer will überhaupt eine Flatrate? Die Flatrate ist vor allem für Kunden interessant, die bisher mehr bezahlt haben als die Kosten der Flatrate. Willkürlich angenommen eine Gesprächs-Flatrate kostet 100 Franken pro Monat. Wer bisher 500 Franken, 300 Franken, 120 Franken pro Monat ausgegeben hat, findet dies ein tolles Angebot. Aber was ist mit den vielen Kunden, die bisher 10, 20 oder 40 Franken ausgegeben haben. Für diese Kunden - und diese sind in der Mehrzahl - ist eine solche Flatrate uninteressant. Die Vieltelefonierer, die von der Flatrate wirklich profitieren, führen zu einer gewaltigen Reduktion des Umsatzes und auch des Gewinnes der Anbieter. Dazu kommt, dass die Gebühren, die Swisscom von den Alternativ-Anbietern verlangt, sich nicht ändern.
Das Anbieten einer solchen Flatrate kann nicht aufgehen und dann werden Klauseln eingeführt. Und wie die Erfahrungen im Ausland zeigen, gilt die Flatrate dann nur noch, wenn man z.B. 300 Minuten (das sind winzige 5 Stunden pro Monat) telefoniert. Aber dabei handelt es sich dann um keine Flatrate mehr.
Noch schwieriger wird die Ganze Situation, wenn man sich heute mal eine Festnetz-Rechnung ansieht. Das wirklich teuer sind nicht die Anrufe innerhalb des Festnetzes, sondern Anrufe auf Handynetze. Also wäre es sinnvoll, auch Anrufe auf Handynetze in die Flatrate zu integrieren. Solange Swisscom, Orange und Sunrise weiterhin 20 bis 25 Rappen pro Minute von Festnetz-Anbietern verlangen, ist dies jedoch nicht wahrscheinlich und schlichtweg nicht bezahlbar.
Wohin die Reise gehen könnte zeigt ein Blick nach Frankreich: Für weniger als 30 Euro im Monat - also rund 50 Franken - gibt es dort einen sehr schnellen Internet-Anschluss mit bis zu 16 MBit/s (rund 5 mal schneller als bei Swisscom-ADSL), einer Telefonflatrate für Anrufe ins Festnetz und auch in zahlreiche ausländische Festnetze sowie ein umfassendes Digital-TV-Angebot inkl. HD-Sendern. In der Schweiz sind solche Angebote erst denkbar, wenn Swisscom die Preise für die Entbündelung massiv senken wird. Und selbst dann wird es dieses Angebote nur an grösseren Telefonzentralen geben.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Unter anderem sagte Carsten Schloter, dass es im Jahr 2008 erste Angebote geben würde, wo der Kunde Breitband und Telefonie zu einem Fixpreis erhalten würde. Man könne von Preissenkungen von 30 bis 40 Prozent ausgehen. Grund sei die Entbündelung der letzten Meile.
Dies denke ich nicht: Die Alternativ-Anbieter haben wenig Möglichkeiten, um die Preise zu senken. Heute reichen alternative Festnetz-Anbieter gemäss eigenen Angaben rund 85% der Einnahmen gleich an Swisscom weiter. Mit der Entbündelung der letzten Meile wird der Anteil, den Alternativ-Anbieter an Swisscom abgeben müssen geringer werden. Allerdings muss dafür eine eigene Infrastruktur finanziert werden. Eine massive Preissenkung wäre nur denkbar, wenn Swisscom die Preise für die letzte Meile massiv senken wird - bzw. senken muss - oder Alternativ-Anbieter ein gefährliches Spiel spielen, unter Einstand verkaufen und darauf spekulieren, dass das Bundesgericht die Einstandspreise senken wird. Eine Entscheidung in Sachen Interkonnektion gilt jeweils rückwirkend.
Angebote mit einer Flatrate sind nichts neues. Der Kabelnetz-Anbieter Cablecom bietet dies seit einiger Zeit an. Für 20 Franken pro Monat (zuzüglich 24.85 Franken für den Analog-TV-Anschluss) können die Kunden abends und am Wochenende unbeschränkt innerhalb des Schweizer Festnetzes telefonieren. Und für 10 Franken pro Monat mehr, sind weitere 50 Stunden tagsüber abgegolten. Doch Cablecom hat mit dem eigenen Netz einen grossen Vorteil und muss massiv weniger an Swisscom abliefern als andere Anbieter. Diesen Vorteil haben alle anderen Alternativ-Anbieter wie Sunrise, Tele2 etc. nicht.
Doch wer will überhaupt eine Flatrate? Die Flatrate ist vor allem für Kunden interessant, die bisher mehr bezahlt haben als die Kosten der Flatrate. Willkürlich angenommen eine Gesprächs-Flatrate kostet 100 Franken pro Monat. Wer bisher 500 Franken, 300 Franken, 120 Franken pro Monat ausgegeben hat, findet dies ein tolles Angebot. Aber was ist mit den vielen Kunden, die bisher 10, 20 oder 40 Franken ausgegeben haben. Für diese Kunden - und diese sind in der Mehrzahl - ist eine solche Flatrate uninteressant. Die Vieltelefonierer, die von der Flatrate wirklich profitieren, führen zu einer gewaltigen Reduktion des Umsatzes und auch des Gewinnes der Anbieter. Dazu kommt, dass die Gebühren, die Swisscom von den Alternativ-Anbietern verlangt, sich nicht ändern.
Das Anbieten einer solchen Flatrate kann nicht aufgehen und dann werden Klauseln eingeführt. Und wie die Erfahrungen im Ausland zeigen, gilt die Flatrate dann nur noch, wenn man z.B. 300 Minuten (das sind winzige 5 Stunden pro Monat) telefoniert. Aber dabei handelt es sich dann um keine Flatrate mehr.
Noch schwieriger wird die Ganze Situation, wenn man sich heute mal eine Festnetz-Rechnung ansieht. Das wirklich teuer sind nicht die Anrufe innerhalb des Festnetzes, sondern Anrufe auf Handynetze. Also wäre es sinnvoll, auch Anrufe auf Handynetze in die Flatrate zu integrieren. Solange Swisscom, Orange und Sunrise weiterhin 20 bis 25 Rappen pro Minute von Festnetz-Anbietern verlangen, ist dies jedoch nicht wahrscheinlich und schlichtweg nicht bezahlbar.
Wohin die Reise gehen könnte zeigt ein Blick nach Frankreich: Für weniger als 30 Euro im Monat - also rund 50 Franken - gibt es dort einen sehr schnellen Internet-Anschluss mit bis zu 16 MBit/s (rund 5 mal schneller als bei Swisscom-ADSL), einer Telefonflatrate für Anrufe ins Festnetz und auch in zahlreiche ausländische Festnetze sowie ein umfassendes Digital-TV-Angebot inkl. HD-Sendern. In der Schweiz sind solche Angebote erst denkbar, wenn Swisscom die Preise für die Entbündelung massiv senken wird. Und selbst dann wird es dieses Angebote nur an grösseren Telefonzentralen geben.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Sonntag, 2. Dezember 2007
Sunrise nutzt entbuendelte Meile von Swisscom
Am letzten Dienstag an einer Medienkonferenz verband Sunrise-Chef Christoph Brand das Sunrise-Netz mit den ersten entbündelten Anschlüssen. Dies in einer Swisscom-Telefonzentrale in Zürich-Oerlikon. Gleichzeitig informierte man die anwesende Medien über die Pläne. Sunrise will bis Ende 2008 in über 120 Telefonzentralen eigene Infrastruktur installieren. Ein Blick auf die verteilte Karte zeigen es klar. Die letzte Meile wird von Sunrise vorwiegend in den Ballungsräumen der wichtigsten Städte entbündelt werden.
Was heisst das für die Kunden: Wer in einer Stadt oder Agglomerationsgemeinde eines Ballungsraum wohnt, hat gute Chancen, ein attraktives Angebot auf Basis der entbündelten letzten Meile zu erhalten. Zweites wichtiges Kriterium dürfte sein, wieviel Anschlüsse an einer Telefonzentrale hängen. Wer also in dichtbewohnten Gebiet wohnt, hat nochmals bessere Chancen, von den attraktiven Angeboten profitieren zu können.
Apropos Angebote: Es ist bis jetzt nicht offiziell klar, zu welchen Konditionen die Kunden telefonieren und surfen können. Derzeit schliesst man einige Friendly-Users (wohl vorwiegend Mitarbeiter) und einige Firmen an, um Erfahrungen mit den Prozessen zu sammeln. Dies scheint auch wichtig zu sein, denn mit nicht funktionierenden Dienstleistungen würde man die Kunden nur verärgern. Dies hat Cablecom mit dem zu frühen Marktstart von Digital Phone (dem Internet-Telefonie-Angebot über das Cablecom-Kabel-TV-Netz) eindrücklich bewiesen.
Da die Einstandskosten (sowohl die Gebühren, die man Swisscom bezahlen muss wie auch die Investitionen in Infrastruktur) nicht zu unterschätzen sind, kann man wohl davon ausgehen, dass die Angebote nicht so attraktiv wie im Ausland sein werden. In Frankreich erhält man in den grösseren Städten ein Komplett-Angebot mit schnellem Internet, Telefonie-Flatrate (für Anrufe nach ganz Europa ins Festnetz) und Digital-TV inkl. HD-Programmen für unter 30 Euro, das sind rund 50 Franken pro Monat. Von solchen Angeboten sind wir in der Schweiz noch lange weit weg. Ein Grund ist auch die Bevölkerungsstruktur der Schweiz: Sehr viele Schweizer leben eher in ländlichen Regionen, in 1 oder 2-Familienhäuser. In einem Umkreis von einem Kilometer um die Telefonzentrale leben daher auch wesentlich weniger Menschen als z.B. in französischen Grossstädten. Und je länger die Leitung zwischen Telefonzentrale und Kunde ist, desto weniger Daten kann man über die Leitung übertragen.
Ich erwarte ein Angebot in der Art: Internet-Zugang mit bis zu rund 10 MBit/s und Telefonanschluss für rund 60 bis 70 Franken pro Monat. Ein massiv günstigerer Preis wäre eine Überraschung. Doch mit diesem Preis dürfte Sunrise kaum gross Kunden gewinnen.
Es bleibt spannend, schauen wir mal weiter .....
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
http://www.comparis.ch/
Was heisst das für die Kunden: Wer in einer Stadt oder Agglomerationsgemeinde eines Ballungsraum wohnt, hat gute Chancen, ein attraktives Angebot auf Basis der entbündelten letzten Meile zu erhalten. Zweites wichtiges Kriterium dürfte sein, wieviel Anschlüsse an einer Telefonzentrale hängen. Wer also in dichtbewohnten Gebiet wohnt, hat nochmals bessere Chancen, von den attraktiven Angeboten profitieren zu können.
Apropos Angebote: Es ist bis jetzt nicht offiziell klar, zu welchen Konditionen die Kunden telefonieren und surfen können. Derzeit schliesst man einige Friendly-Users (wohl vorwiegend Mitarbeiter) und einige Firmen an, um Erfahrungen mit den Prozessen zu sammeln. Dies scheint auch wichtig zu sein, denn mit nicht funktionierenden Dienstleistungen würde man die Kunden nur verärgern. Dies hat Cablecom mit dem zu frühen Marktstart von Digital Phone (dem Internet-Telefonie-Angebot über das Cablecom-Kabel-TV-Netz) eindrücklich bewiesen.
Da die Einstandskosten (sowohl die Gebühren, die man Swisscom bezahlen muss wie auch die Investitionen in Infrastruktur) nicht zu unterschätzen sind, kann man wohl davon ausgehen, dass die Angebote nicht so attraktiv wie im Ausland sein werden. In Frankreich erhält man in den grösseren Städten ein Komplett-Angebot mit schnellem Internet, Telefonie-Flatrate (für Anrufe nach ganz Europa ins Festnetz) und Digital-TV inkl. HD-Programmen für unter 30 Euro, das sind rund 50 Franken pro Monat. Von solchen Angeboten sind wir in der Schweiz noch lange weit weg. Ein Grund ist auch die Bevölkerungsstruktur der Schweiz: Sehr viele Schweizer leben eher in ländlichen Regionen, in 1 oder 2-Familienhäuser. In einem Umkreis von einem Kilometer um die Telefonzentrale leben daher auch wesentlich weniger Menschen als z.B. in französischen Grossstädten. Und je länger die Leitung zwischen Telefonzentrale und Kunde ist, desto weniger Daten kann man über die Leitung übertragen.
Ich erwarte ein Angebot in der Art: Internet-Zugang mit bis zu rund 10 MBit/s und Telefonanschluss für rund 60 bis 70 Franken pro Monat. Ein massiv günstigerer Preis wäre eine Überraschung. Doch mit diesem Preis dürfte Sunrise kaum gross Kunden gewinnen.
Es bleibt spannend, schauen wir mal weiter .....
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
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Donnerstag, 22. November 2007
ComCom: Swisscom muss Bitstream anbieten
Die Eidgenössische Kommunikationskommission hat heute den Entscheid bekanntgegeben, dass Swisscom den Alternativ-Anbietern den Bitstream-Access anbieten muss. Dies aufgrund der Tatsache, dass die Wettbewerbskommission Weko festgestellt hat, dass Swisscom im schnellen Bitstream-Breitband-Internet eine marktbeherrschende Stellung hat.
Sehr erfreut zeigt sich Sunrise , während Swisscom vorerst analysieren will und sich dann überlegen will, den Entscheid vor das Bundesverwaltungsgericht weiterzuziehen.
Doch werden die Preise jetzt ins grosse Rutschen kommen? Ich denke nicht, dass die Preise gross ins Rutschen kommen werden. Heute bezahlt ein Breitband-Internet-Kunde rund 75 Franken, 49 Franken für den ADSL-Anschluss und 25.25 Franken für den notwendigen Festnetz-Anschluss.
Egal ob mit der entbündelten letzten Meile oder mit dem sogenannten Bitstream-Access. Die Alternativ-Anbieter müssen der Swisscom (berechtigerweise) eine Gebühr für die Nutzung der Swisscom-Infrastruktur bezahlen. Und für die Alternativ-Anbieter sind die Entschädigungen zu hoch. Endgültig wird dann das Bundesgericht entscheiden müssen, welche Preise Swisscom verrechnen kann.
Neben den Gebühren, die man an Swisscom bezahlen muss, muss zusätzlich in eigene Infrastruktur investiert werden. Dies bedeutet in erster Linier mal grosse Ausgaben in Millionenhöhe. Und diese Investitionen müssen dann von den Alternativ-Anbietern auf die Kunden überwälzt werden. Weitere Kosten fallen für die Bandbreite, die Mitarbeiter, das Inkasso, den Kundendienst, das Marketing und die Werbung etc. an. Alle diese Kosten müssen schliesslich auf den Preis umgewälzt werden, den die Kunden schliesslich bezahlen müssen. Und da diese Kosten relativ hoch sein werden, spricht vieles dagegen, dass sich das Preisniveau massiv reduzieren wird.
Es ist klar, dass die Alternativ-Anbieter günstiger sein müssten. Aber wenn man bereits heute einen Blick auf die ADSL-Preise der Anbieter wirft, erinnert man sich in der Sowjetunion oder in der DDR zurück. Egal ob Bluewin, Sunrise oder Tele2: Überall kostet der Internet-Zugang 49 Franken pro Monat (Und auch Konkurrent Cablecom verrechnet nur 4 Franken weniger, obwohl dieser Anbieter nicht von Swisscom abhängig ist und durchaus tiefere Preise anbieten könnte). Die Alternativ-Anbieter können es sich bereits heute leisten, gleich teuer wie Swisscom zu sein. Warum sollten sie mit einer entbündelten letzten Meile plötzlich ihre Strategie ändern?
Ich glaube, die Preise werden höchstens um 5 bis 10 Franken sinken, wenn überhaupt.
Wir werden sehen und es wird auf jeden Fall spannend.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
PS: Von der Nachrichtenagentur AP angefragt, habe ich ebenfalls eine Einschätzung zum ComCom-Entscheid abgegeben. Diese kann unter anderem auf dem Newsticker vom Tagi abgerufen werden.
Sehr erfreut zeigt sich Sunrise , während Swisscom vorerst analysieren will und sich dann überlegen will, den Entscheid vor das Bundesverwaltungsgericht weiterzuziehen.
Doch werden die Preise jetzt ins grosse Rutschen kommen? Ich denke nicht, dass die Preise gross ins Rutschen kommen werden. Heute bezahlt ein Breitband-Internet-Kunde rund 75 Franken, 49 Franken für den ADSL-Anschluss und 25.25 Franken für den notwendigen Festnetz-Anschluss.
Egal ob mit der entbündelten letzten Meile oder mit dem sogenannten Bitstream-Access. Die Alternativ-Anbieter müssen der Swisscom (berechtigerweise) eine Gebühr für die Nutzung der Swisscom-Infrastruktur bezahlen. Und für die Alternativ-Anbieter sind die Entschädigungen zu hoch. Endgültig wird dann das Bundesgericht entscheiden müssen, welche Preise Swisscom verrechnen kann.
Neben den Gebühren, die man an Swisscom bezahlen muss, muss zusätzlich in eigene Infrastruktur investiert werden. Dies bedeutet in erster Linier mal grosse Ausgaben in Millionenhöhe. Und diese Investitionen müssen dann von den Alternativ-Anbietern auf die Kunden überwälzt werden. Weitere Kosten fallen für die Bandbreite, die Mitarbeiter, das Inkasso, den Kundendienst, das Marketing und die Werbung etc. an. Alle diese Kosten müssen schliesslich auf den Preis umgewälzt werden, den die Kunden schliesslich bezahlen müssen. Und da diese Kosten relativ hoch sein werden, spricht vieles dagegen, dass sich das Preisniveau massiv reduzieren wird.
Es ist klar, dass die Alternativ-Anbieter günstiger sein müssten. Aber wenn man bereits heute einen Blick auf die ADSL-Preise der Anbieter wirft, erinnert man sich in der Sowjetunion oder in der DDR zurück. Egal ob Bluewin, Sunrise oder Tele2: Überall kostet der Internet-Zugang 49 Franken pro Monat (Und auch Konkurrent Cablecom verrechnet nur 4 Franken weniger, obwohl dieser Anbieter nicht von Swisscom abhängig ist und durchaus tiefere Preise anbieten könnte). Die Alternativ-Anbieter können es sich bereits heute leisten, gleich teuer wie Swisscom zu sein. Warum sollten sie mit einer entbündelten letzten Meile plötzlich ihre Strategie ändern?
Ich glaube, die Preise werden höchstens um 5 bis 10 Franken sinken, wenn überhaupt.
Wir werden sehen und es wird auf jeden Fall spannend.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
PS: Von der Nachrichtenagentur AP angefragt, habe ich ebenfalls eine Einschätzung zum ComCom-Entscheid abgegeben. Diese kann unter anderem auf dem Newsticker vom Tagi abgerufen werden.
Montag, 19. November 2007
Swisscom Mogelpackung Nacktes DSL
Gestern kündigte Swisscom über ein Interview von Carsten Schloter in der NZZ am Sonntag an, dass die Mitbewerber die Möglichkeit hätten, DSL anzubieten, ohne dass der Kunde einen Festnetz-Anschluss benötigt. Die Mitbewerber wie Sunrise oder Tele2 hätten diese Möglichkeit seit Ende August, müssten jedoch die Gebühren von rund 25 Franken selbst übernehmen. Beim neu angekündigten Angebot hingegen verzichtet Swisscom darauf, die Grundgebühren für den Festnetzanschluss in Rechnung zu stellen. Weder der Kunde noch der ADSL-Provider müssen also die Grundgebühren für den Telefonanschluss übernehmen.
Heute wurden die Details bekannt und die Swisscom-Offensive hat einige Schwachpunkte, ich erlaube mir gar, das Ganze als Mogelpackung zu bezeichnen:
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Update (27.01.2008): Nacktes ADSL: Gute Idee, schlechte Umsetzung
Heute wurden die Details bekannt und die Swisscom-Offensive hat einige Schwachpunkte, ich erlaube mir gar, das Ganze als Mogelpackung zu bezeichnen:
- Das nackte ADSL wird für das weitaus beliebteste ADSL-Produkt mit einer Geschwindigkeit von 3500 im Downstream gar nicht erst angeboten. Wer also mit dem 49 Franken-Angebot surft, kann nicht auf den Festnetz-Anschluss verzichten. Dies betrifft mehr als drei von vier ADSL-Privatkunden.
- Nacktes ADSL wird nur mit den Geschwindigkeiten 5000 (ADSL) und 20'000 (VDSL) angeboten. Der Provider muss an Swisscom für den Anschluss 54 Franken bezahlen, dazu kommen die Kosten für die übertragene Datenmenge in der Grössenordnung von durchschnittlich 6 Franken pro Kunde. Macht inklusive Mehrwertsteuer rund 65 Franken pro Anschluss. Dabei gibt es gemäss Swisscom-Informationen keinen Unterschied zwischen dem 5000er- und dem 20000er-Angebot.
- Die Konditionen von Swisscom sind für den Anbieter schlichtweg unattraktiv: Als Endkunde erhält man bei der Swisscom-Marke Bluewin das 5000er-Abo inzwischen für 59 Franken, das 20'000er-Abo für 69 Franken. Kein Alternativ-Anbieter kann DSL zu diesem Preis anbieten, ohne massiv drauf zu bezahlen.
- Swisscom geht davon aus, dass die Provider attraktive Pakete schnüren werden und die Kunden in Scharen mit VoIP telefonieren werden. Doch das Ganze scheint wenig realistisch: Swisscom konnte erst 3'000 VoIP-Privatkunden für ihr Bluewin-Phone gewinnen. Und Sunrise und Tele2 haben ihre VoIP-Angebote längst wieder eingestellt.
- Nacktes ADSL dürfte vor allem für Personen interessant sein, die den Festnetz-Anschluss nie oder kaum benützen. Immer mehr Kunden hat den Festnetz-Anschluss nur noch, weil sie ADSL nutzen will.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Update (27.01.2008): Nacktes ADSL: Gute Idee, schlechte Umsetzung
Sonntag, 18. November 2007
Preissenkung beim Internet-Zugang unrealistisch
In der heutigen NZZ am Sonntag erschien ein Interview mit dem Swisscom-Chef Carsten Schloter (Artikel online abrufbar). Bereits gibt es im Internet Meldungen mit dem Titel "Neue Preissenkungsrunde beim Internetzugang".
Carsten Schloter hat folgendes im Interview gesagt:
Bereits heute haben die Mitbewerber wie Sunrise oder Tele2 theoretisch zwei Möglichkeiten, nur ADSL ohne Telefonie anzubieten:
Damit dürften viele Anbieter ein ADSL/VoIP-Telefoniepaket auf den Markt bringen. Denn bei VoIP dürften die Margen wesentlich höher sein. Vielleicht komme ich so ja doch noch zu meinem echten 027-er-Anschluss in Zürich, der auch funktioniert. (Derzeit habe ich Sunrise VoIP, das in meinem Fall über den Cablecom-Kabelinternet-Anschluss jedoch nicht funktioniert und daher auf die Combox umgeleitet wird.)
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Update und Nachtrag: Eine weitere Analyse zum neuen Angebot von Swisscom
Update (27.01.2008): Nacktes ADSL: Gute Idee, schlechte Umsetzung
Carsten Schloter hat folgendes im Interview gesagt:
Unsere Mitbewerber können DSL-Leitungen von Swisscom weiterverkaufen, ohne dass der Konsument gleichzeitig einen Telefonanschluss von Swisscom mieten muss. So kann unsere Konkurrenz bald Leistungspakete mit Breitband-Internet und Sprach-Telefonie anbieten, die 30 bis 40% billiger sind, als es vergleichbare Swisscom-Pakete heute sind.Sehen wir uns das Ganze etwas genauer an.
Bereits heute haben die Mitbewerber wie Sunrise oder Tele2 theoretisch zwei Möglichkeiten, nur ADSL ohne Telefonie anzubieten:
- Möglichkeit 1: Die Konkurrenten können das heutige ADSL-Angebot anbieten und gleichzeitig die Grundgebühr für den Telefonanschluss übernehmen. Neben den rund 40 Franken, die für den meistverwendesten 3500er-ADSL-Anschluss fällig wird, muss der Internet-Anbieter jeden Monat rund 25 Franken an Swisscom überweisen. Der Anbieter bezahlt im Einkauf also rund 65 Franken, die er an Swisscom abliefern muss. Daneben hat der Anbieter weitere Kosten z.B. für das Modem, die Internet-Bandbreite, den Kundendienst, die Rechnungstellung, ...
Es ist also unrealistisch, dass ein Anbieter etwas für 49 Franken verkauft, wo er jeden Monat mehr als 20 Franken draufbezahlen wird.
Derzeit bietet genau ein Anbieter ein solches Produkt an: Swisscom! Wer z.B. mit einem Swisscom-Handy mit dem Abo "Natel Swiss Liberty" telefoniert, kann ADSL ohne Telefonanschluss haben.
Auch Fredy - CEO von Init7 - hat in seinem Blog bereits vor einiger Zeit etwas dazu geschrieben. - Möglichkeit 2: Die entbündelte letzte Meile. Seit April 2007 könnte die letzte Meile auch von Alternativ-Anbietern wie z.B. Sunrise, Tele2 oder Orange benutzt werden. Effektiv bieten derzeit nur wenige Anbieter an einigen wenigen Orten entsprechende Dienstleistungen an. Auch hier stellt sich die Frage, wie man das Ganze finanzieren soll. Der Anbieter muss an Swisscom rund 33 Franken pro Monat für die Miete der letzten Meile abliefern. Ausserdem muss der Anbieter viel Geld in eigene Infrastruktur investieren und diese eigene Infrastruktur in den Telefonzentralen der Swisscom installieren. Auch hier ist es nicht klar, wie der Preis von 49 Franken pro Monat unterbunden werden kann und weiterhin Geld verdient werden soll.
- Die Anbieter können nur den ADSL-Anschluss ohne Telefonanschluss von Swisscom mieten. Die Swisscom wird den Telefonanschluss weder dem Kunden direkt noch dem ADSL-Provider in Rechnung stellen. Die genauen Konditionen sind nicht klar, dürften sich jedoch wie beim normalen ADSL-Anschluss um die 40 Franken für den 3500er-Anschluss bewegen.
Damit dürften viele Anbieter ein ADSL/VoIP-Telefoniepaket auf den Markt bringen. Denn bei VoIP dürften die Margen wesentlich höher sein. Vielleicht komme ich so ja doch noch zu meinem echten 027-er-Anschluss in Zürich, der auch funktioniert. (Derzeit habe ich Sunrise VoIP, das in meinem Fall über den Cablecom-Kabelinternet-Anschluss jedoch nicht funktioniert und daher auf die Combox umgeleitet wird.)
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Update und Nachtrag: Eine weitere Analyse zum neuen Angebot von Swisscom
Update (27.01.2008): Nacktes ADSL: Gute Idee, schlechte Umsetzung
Samstag, 10. November 2007
Swisscom möchte Glasfaser-Kooperation
Eigentlich wollte ich ja bereits vor einigen Tagen zum Vorschlag von Swisscom-Chef Carsten Schloter meinen Senf dazu abgeben, komme aber erst heute dazu.
In der Sonntags-Zeitung vom 04. November 2007 erschien ein Interview mit Carsten Schloter. Folgende Aussage war am spannensten:
Zwei wichtige Gründe gibt es meiner Einschätzung nach für diese Aussage:
Grüsse
Ralf Beyeler
In der Sonntags-Zeitung vom 04. November 2007 erschien ein Interview mit Carsten Schloter. Folgende Aussage war am spannensten:
Unser Vorschlag ist: Wir werden den Mitbewerbern, die gleichzeitig mit uns Glasfaserleitungen bauen, anbieten, sich an den Bauprojekten zu beteiligen und ihre eigene Leitung einzulegen.Die Mitbewerber haben meines Wissens bereits heute häufig die Möglichkeit, bei allgemeinen Arbeiten, bei denen Kabel oder auch andere Leitungen wie z.B. Wasser- oder Abwasserleitungen verlegt werden, die eigenen Kabel mitzulegen. Macht ja auch wenig Sinn, die Strasse jedes Mal neu aufzureissen.
Zwei wichtige Gründe gibt es meiner Einschätzung nach für diese Aussage:
- In den Beratungen des neuen Fernmeldegesetzes hörte man häufig der Vorwurf, dass die Alternativ-Anbieter nur Trittbrettfahrer seien. Bisher haben die Alternativ-Anbieter noch wenig in die letzte Meile investiert, weil sie die hohen Preise der Swisscom für die Miete der Kupferleitung kritisieren. Dies ist jedoch ein international übliches Spiel: Die Alternativ-Anbieter wollen immer weniger bezahlen als der Ex-Monopolist verlangen will.
Für die Baukosten der Glasfaserleitung kann Swisscom nicht verantwortlich gemacht werden und die Anbieter müssten investieren, ohne das Swisscom als Begründung für die Nichtinvestition herhalten könnte. - Selbstverständlich verlangt Swisscom auch ein Gegenrecht: Und es ist anzunehmen, dass jetzt das ewz in Zürich - für das geplannte Glasfasernetz in die Wohnungen und Büros - zahlreiche neue Glasfaserleitungen verlegen wird. Vor der Volksabstimmung war ein häufig gehörter Vorworf, dass das ewz beim Verlegen neuer Stromkabel gleich noch ein Glasfaserkabel einziehen kann und damit einen Wettbewerbsvorteil habe.
Swisscom möchte natürlich die eigenen Glasfaserkabel verlegen, wenn das ewz die Strassen sowieso bereits geöffnet hat. In naher Zukunft werden wohl noch weitere städtische und kommunale Energieversorger Glasfaserkabel legen.
Grüsse
Ralf Beyeler
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