Im Moment ist ja mächtig was los im Schweizer Telekom-Markt. Auf meinem Tisch sind Notizen für bereits etwa 5 weitere Beiträge vorhanden, und täglich kommt derzeit was Neues dazu. Über den neuen Namen der Cablecom UPC oder die Glasfaser-Einigung in St. Gallen kann ich auch später noch blogen.
Heute hat der kleinere und eher unbekannte Internet-Provider VTX ein neues Angebot lanciert. Für 67 Franken pro Monat wird ein Paket mit einem 20 MBit/s-Internet-Anschluss und einem Telefonanschluss angeboten. Im Telefonanschluss sind Anrufe ins Schweizer Festnetz und auch in das Festnetz von rund 40 Ländern inklusive. Leider kommuniziert VTX nicht offen, dass eine zusätzliche Gebühr von 25.25 Franken pro Monat anfällt. Das Paket kostet also 92.25 Franken pro Monat. Ausserdem gibt es eine weitere Variante, die 10 Franken mehr pro Monat kostet und dafür 3 Telefonnummern bietet.
Technisch basiert das Angebot auf einen ADSL2+-Anschluss, sofern der Kunde an einer Telefonzentrale angeschlossen ist, wo VTX bereits die Infrastruktur für die letzte Meile installiert hat. Ansonsten wird der Kunde über VDSL von Swisscom angeschlossen. Der Telefonanschluss basiert auf Voice-over-IP und der Kunde muss daher das Telefon in das Modem stecken.
Kostenlos sind Anrufe in das Festnetz von vielen EU-Ländern (wobei Anrufe nach Bulgarien, Zypern und anderen EU-Ländern nicht inklusive sind) und weiteren europäischen Ländern, aber auch nach Australien, China, Israel, Japan oder in die USA.
Das VTX-Angebot ist attraktiv: Bei Swisscom kostet Infinity mit einem 20 MBit/s-Internet-Anschluss 69 Franken pro Monat, dazu noch 25.25 Franken für den Telefonanschluss. Insgesamt werden also 94.25 Franken fällig. Doch bei diesem Angebot sind ausschliesslich Anrufe ins Schweizer Festnetz inklusive, Anrufe ins Ausland verrechnet Swisscom normal.
Sunrise verlangt für Click & Call 15000+ 79 Franken pro Monat. Darin enthalten ist ein Internet-Anschluss mit 15 MBit/s sowie eine Flatrate für Anrufe ins Schweizer Festnetz. Wer mit einem Sunrise-Handy telefoniert, bezahlt 10 oder 29 Franken pro Monat weniger.
Der Preisvergleich zeigt, dass VTX minimal günstiger als Swisscom ist, jedoch zusätzlich auch Anrufe ins viele ausländische Festnetze inklusive sind. Und selbst im Vergleich mit dem "Billiganbieter" Sunrise wird das neue VTX-Angebot unter Umständen günstiger, wenn der Kunde etwa zwei Stunden pro Woche ins ausländische Festnetz telefoniert (berechnet auf Basis von 5-Minuten-Gesprächen, für Anrufe in die Niederlande, Kunde hat sich für die Global-Option von Sunrise für günstige Gespräche vom Festnetz angemeldet).
Ein solches Angebot macht viel Sinn. Im Ausland sind entsprechende Angebote längst üblich. Auch unternehmerisch macht dies durchaus Sinn. Denn Anrufe ins Ausland sind im Einkauf nicht teurer als Anrufe in die Schweiz. Die Einstandspreise unterscheiden sich zwar leicht, doch in der Regel kann ein Anbieter für etwa 1 Rappen pro Minute einkaufen (zumindest die Destinationen, die in der Regel in Flatrates inklusive sind). Der Kunde bezahlt dann meist zwischen 7 bis 25 Rappen pro Minute und die Telekom-Anbieter verdienen sehr gut mit Auslandsgesprächen. Das ist auch der Grund, weshalb die Anbieter wenig Interesse an solchen Angeboten haben. Denn Angebote wie dasjenige von VTX würde einen grossen Teil des Gewinns reduzieren, da man diese Anrufe ins Ausland dann nicht mehr verrechnen könnte.
Deshalb gehe ich auch davon aus, dass Swisscom und Sunrise (zumindest vorläufig) nicht auf dieses Angebot reagieren werden. Die Anbieter hoffen darauf, dass die Kunden weiterhin die sehr hohen Preisen bezahlen. Für Kunden, die häufig ins Ausland telefonieren handelt es sich um ein interessantes Angebot.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
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Donnerstag, 3. September 2009
Sonntag, 3. August 2008
Entbündelte letzte Meile noch kein Erfolg
Cash Daily schrieb letzten Donnerstag, dass die entbündelte letzte Meile bisher noch kein Erfolg ist (Artikel online verfügbar). Bisher sind erst 2'694 Telefonanschlüsse entbündelt worden.
Klar, dies sind weniger als ein Promille der Swisscom-Telefonanschlüsse, die bisher entbündelt worden sind. Allerdings darf man diese Zahl auch nicht überwerten. Die alternativen Anbieter müssen nämlich umständlich eigene Infrastruktur in den Telefonzentralen der Swisscom installieren. Und dies ist aufwändig und braucht Zeit. Die Anbieter haben derzeit noch kein allzugrosses Interesse daran, möglichst viele Kunden aufzuschalten. Denn die Prozesse sind neu und so wollen die Anbieter vorerst lieber eine kleine Zahl von Kunden aufschalten, um zu überprüfen, ob wirklich alles klappt. Wenn dann die Prozesse eingespielt sind und es tendenziell weniger Probleme geben wird, wird dann heftiger um neue Kunden für die letzten Meile geworben.
Derzeit haben vor allem VTX und Sunrise (und Sunrise auch erst seit etwa 2 Monaten) Angebote, basierend auf der entbündelten letzten Meile.
Cash Daily hat zudem geschrieben, dass der Preis für die Miete der letzten Meile durch die ComCom auf rund 19 Franken gesenkt werden wird.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Klar, dies sind weniger als ein Promille der Swisscom-Telefonanschlüsse, die bisher entbündelt worden sind. Allerdings darf man diese Zahl auch nicht überwerten. Die alternativen Anbieter müssen nämlich umständlich eigene Infrastruktur in den Telefonzentralen der Swisscom installieren. Und dies ist aufwändig und braucht Zeit. Die Anbieter haben derzeit noch kein allzugrosses Interesse daran, möglichst viele Kunden aufzuschalten. Denn die Prozesse sind neu und so wollen die Anbieter vorerst lieber eine kleine Zahl von Kunden aufschalten, um zu überprüfen, ob wirklich alles klappt. Wenn dann die Prozesse eingespielt sind und es tendenziell weniger Probleme geben wird, wird dann heftiger um neue Kunden für die letzten Meile geworben.
Derzeit haben vor allem VTX und Sunrise (und Sunrise auch erst seit etwa 2 Monaten) Angebote, basierend auf der entbündelten letzten Meile.
Cash Daily hat zudem geschrieben, dass der Preis für die Miete der letzten Meile durch die ComCom auf rund 19 Franken gesenkt werden wird.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Donnerstag, 12. Juni 2008
VTX: 34 Franken sind teurer als 49 Franken
Siet kurzem gibt es von VTX ein neues Angebot. Der Kunde bezahlt für den ADSL-Zugang im Monat 34 Franken. Wenn der Kunde bereits an einer der wenigen Telefonzentralen angeschlossen ist, die bereits entbündelt sind, wird die entbündelte letzte Meile benutzt. Alle anderen Kunden können dieses ADSL ganz normal benutzen. Der herkömmliche Telefonanschluss ist gesperrt und das Telefonieren über den herkömmlichen Telefonanschluss ist daher nicht mehr möglich (sogenanntes "nacktes DSL"). Der Kunde erhält jedoch kostenlos eine Internet-Telefonie-Telefonnummer und kann somit über das Internet telefonieren.
Der Kunde bezahlt an VTX 34 Franken für den ADSL-Anschluss (sowie 25.25 Franken ebenfalls an VTX als Ersatzgebühr für den Telefonanschluss). 34 Franken ist wesentlich günstiger als die üblicherweise verrechneten 49 Franken pro Monat (auch hier werden 25.25 Franken zusätzlich verrechnet).
Doch das Ganze täuscht: Bei VTX muss der Kunde das ADSL-Modem für 150 Franken kaufen, bei den Mitbewerbern gibt es das Modem kostenlos! Wer zudem bei VTX nur ein Vertrag mit einem Jahr Mindestlaufzeit bucht, bezahlt nochmals eine Gebühr von 75 Franken. Diese Gebühr kennen die Mitbewerber ebenfalls nicht. Der Kunde bezahlt zwar 15 Franken pro Monat weniger, muss jedoch 225 Franken an einmaligen Gebühren bezahlen. Bei den Mitbewerbern fallen in der Regel gar keine einmaligen Gebühren an (ausser für VDSL).
Fazit: Im ersten Jahr verrechnen die meisten ADSL-Anbieter rund 588 Franken (Angebote mit Rabatten für Kunden, die auch andere Dienstleistungen nutzen, nicht berücksichtigt), bei VTX kommen im ersten Jahr bei Abschluss eines Vertrages mit 12 Monate Mindestlaufzeit 633 Franken zusammen. Das Angebot von VTX ist sogar noch teurer! Einmal mehr sollte man nicht nur auf die Monatsgebühr schauen, sondern auf die Gesamtkosten.
Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Der Kunde bezahlt an VTX 34 Franken für den ADSL-Anschluss (sowie 25.25 Franken ebenfalls an VTX als Ersatzgebühr für den Telefonanschluss). 34 Franken ist wesentlich günstiger als die üblicherweise verrechneten 49 Franken pro Monat (auch hier werden 25.25 Franken zusätzlich verrechnet).
Doch das Ganze täuscht: Bei VTX muss der Kunde das ADSL-Modem für 150 Franken kaufen, bei den Mitbewerbern gibt es das Modem kostenlos! Wer zudem bei VTX nur ein Vertrag mit einem Jahr Mindestlaufzeit bucht, bezahlt nochmals eine Gebühr von 75 Franken. Diese Gebühr kennen die Mitbewerber ebenfalls nicht. Der Kunde bezahlt zwar 15 Franken pro Monat weniger, muss jedoch 225 Franken an einmaligen Gebühren bezahlen. Bei den Mitbewerbern fallen in der Regel gar keine einmaligen Gebühren an (ausser für VDSL).
Fazit: Im ersten Jahr verrechnen die meisten ADSL-Anbieter rund 588 Franken (Angebote mit Rabatten für Kunden, die auch andere Dienstleistungen nutzen, nicht berücksichtigt), bei VTX kommen im ersten Jahr bei Abschluss eines Vertrages mit 12 Monate Mindestlaufzeit 633 Franken zusammen. Das Angebot von VTX ist sogar noch teurer! Einmal mehr sollte man nicht nur auf die Monatsgebühr schauen, sondern auf die Gesamtkosten.
Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Sonntag, 3. Februar 2008
Letzte Meile von VTX
Am letzten Donnerstag gab VTX die Lancierung eines ADSL2-Angebotes mit 5000 KBit/s für 34 Franken bekannt. Dieses Angebot basiert auf der entbündelten letzten Meile. Die Alternative-Anbieter wie VTX oder Sunrise dürfen von Swisscom die Kupferleitung zwischen dem Endkunden und der Telefonzentrale mieten und in der Telefonzentrale dafür notwendige eigene Infrastruktur einbauen.
Obwohl VTX die 25.25 Franken für den Swisscom-Telefonanschluss nicht bezahlen muss, verrechnet VTX den Preis von 25.25 Franken für den Telefonanschluss zusätzlich zu den 34 Franken. (VTX muss natürlich an Swisscom rund 33 Franken für die Miete der Kupferleitung bezahlen, dafür entfällt die ADSL-Gebühr von rund 30 Franken pro Monat). Der Kunde muss für den 5000er-Anschluss also effektiv 59.25 Franken inklusive Telefonanschluss bezahlen.
Das Angebot ist derzeit vor allem in den Städten Genf, Basel und Lausanne verfügbar. In der Stadt Zürich ist das Angebot z.B. in Zürich Enge verfügbar (wie Thomas Benkö schreibt), aber ich in Zürich Höngg gehe wieder mal leer aus (Auch Bluewin-TV, VDSL und schnelles ADSL von Swisscom ist bei mir nicht erhältlich).
Gemäss Angaben von VTX können derzeit Kunden, die an rund 50 Telefonzentralen angeschlossen sind, von diesem Angebot profitieren, bis Mitte Jahr sollen es rund 100 Telefonzentralen sein. Zum Vergleich: In der Schweiz gibt es rund 1'500 Telefonzentralen von Swisscom. VTX soll bisher rund 8 Millionen Franken ausgegeben haben, das wären dann rund 160'000 Franken pro Telefonzentrale.
Selbst wenn man die 25.25 Franken für den Telefonanschluss einrechnet ist das Angebot von VTX mit 59.25 Franken pro Monat preislich attraktiv. Denn ein vergleichbares Angebot von Swisscom/Bluewin kostet rund 84.25 Franken, das sind 25 Franken mehr als bei VTX.
Der grosse Unterschied zwischen VTX und Swisscom ist jedoch: VTX ist nur an einigen Orten verfügbar, das Angebot von Swisscom hingegen in weiten Teilen der Schweiz.
Ich würde im Moment dennoch noch zuwarten und mal sehen, was andere Anbieter wie z.B. Sunrise oder Tele2 in nächster Zeit so alles auf den Markt werfen werden.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Obwohl VTX die 25.25 Franken für den Swisscom-Telefonanschluss nicht bezahlen muss, verrechnet VTX den Preis von 25.25 Franken für den Telefonanschluss zusätzlich zu den 34 Franken. (VTX muss natürlich an Swisscom rund 33 Franken für die Miete der Kupferleitung bezahlen, dafür entfällt die ADSL-Gebühr von rund 30 Franken pro Monat). Der Kunde muss für den 5000er-Anschluss also effektiv 59.25 Franken inklusive Telefonanschluss bezahlen.
Das Angebot ist derzeit vor allem in den Städten Genf, Basel und Lausanne verfügbar. In der Stadt Zürich ist das Angebot z.B. in Zürich Enge verfügbar (wie Thomas Benkö schreibt), aber ich in Zürich Höngg gehe wieder mal leer aus (Auch Bluewin-TV, VDSL und schnelles ADSL von Swisscom ist bei mir nicht erhältlich).
Gemäss Angaben von VTX können derzeit Kunden, die an rund 50 Telefonzentralen angeschlossen sind, von diesem Angebot profitieren, bis Mitte Jahr sollen es rund 100 Telefonzentralen sein. Zum Vergleich: In der Schweiz gibt es rund 1'500 Telefonzentralen von Swisscom. VTX soll bisher rund 8 Millionen Franken ausgegeben haben, das wären dann rund 160'000 Franken pro Telefonzentrale.
Selbst wenn man die 25.25 Franken für den Telefonanschluss einrechnet ist das Angebot von VTX mit 59.25 Franken pro Monat preislich attraktiv. Denn ein vergleichbares Angebot von Swisscom/Bluewin kostet rund 84.25 Franken, das sind 25 Franken mehr als bei VTX.
Der grosse Unterschied zwischen VTX und Swisscom ist jedoch: VTX ist nur an einigen Orten verfügbar, das Angebot von Swisscom hingegen in weiten Teilen der Schweiz.
Ich würde im Moment dennoch noch zuwarten und mal sehen, was andere Anbieter wie z.B. Sunrise oder Tele2 in nächster Zeit so alles auf den Markt werfen werden.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
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