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Dienstag, 11. März 2008

Ist Bluewin.ch noch Bluewin?

Seit gestern ist die neue Bluewin-Website online. Mir persönlich gefällt diese nicht. Ein Viertel der Seitenbreite ist wirklich Inhalt, wohl etwas weniger als die Hälfte Werbung und das Drittel rechts einfach nur grau.

Ebenfalls stelle ich erstaunt fest, dass ein Bluewin-Logo komplett fehlt. Zuerst denkt man, dass man einen falschen Namen eingegeben hat. Auf der Bluewin-Seite ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich, dass man sich nun auf der Bluewin-Seite befindet. Dies finde ich persönlich sehr schlecht. Es spricht ja nichts dagegen, das Swisscom-Logo - das entgegen der Ankündigung sich immer noch nicht dreht - ebenfalls prominent einzubauen. Ich persönlich halte es aber für einen Fehler, auf Bluewin zu verzichten.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
www.comparis.ch

PS1: Es gibt ein eigenes Bluewin-Blog zum neuen Design der Bluewin-Seite. Die User haben die Möglichkeit, auf der Bluewin-Seite das neue Design zu bewerten. Derzeit wird das neue Bluewin-Kleid nur mit etwas mehr als einem von insgesamt fünf Sternen bewertet.

PS2: In verschiedenen Blogs ist die neue Bluewin-Website ein Thema: Swisscom ruiniert Bluewin-Portal, Bye, bye Bluewin, Verhaltene Frühlingsgefühle bei Bluewin, Bluewin ganz klein, Das neue Bluewin, Fantastische neue Startseite, Swisscom-Ärger oder Bluewin mit neuer Homepage.

Mittwoch, 27. Februar 2008

Nun auch Bluewin mit HD-TV

Cablecom bietet TV-Programme mit einer höheren Bildauflösung (sogenanntes HD-TV) bereits seit letztem Dezember an. Nun hat auch Swisscom nachgezogen. Kunden mit Bluewin-TV können ab sofort die vier HD-TV-Programme HD Suisse, Annixe HD, Arte HD (nur auf französisch) und BBC HD empfangen.

Während Cablecom-Kunden sich für 15 Franken pro Monat einen speziellen Receiver mieten müssen, erhalten die Bluewin-TV-Kunden HD zusätzlich, ohne dafür zusätzlich bezahlen zu müssen. Es ist nicht mal notwendig die Box auszuwechseln! Auch das Aufzeichnen von HD-Programmen ist möglich - dies im Gegensatz zu Cablecom. Einziger Nachteil von Bluewin-TV ist, dass zahlreiche Kunden aus technischen Gründen keine HD-Programme empfangen können. Und es wird sich zeigen müssen, wie die Bildqualität der über Bluewin-TV ausgestrahlten Sendungen wirklich ist.

Die Programmauswahl bei Cablecom und Bluewin ist sehr ähnlich: HD Suisse, Annixe HD und BBC HD werden von beiden Anbietern angeboten. Cablecom setzt auf das englischsprachige NGC HD und Bluewin auf die französischsprachige Version von Arte.

Beide Anbieter haben jedoch das Problem, das wirklich attraktive Sendungen wirklich fehlen. Lediglich Sportfans und Fans uralter drittklassiger Filme kommen derzeit mit HD-TV auf ihre Rechnung.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
www.comparis.ch

Montag, 19. November 2007

Swisscom Mogelpackung Nacktes DSL

Gestern kündigte Swisscom über ein Interview von Carsten Schloter in der NZZ am Sonntag an, dass die Mitbewerber die Möglichkeit hätten, DSL anzubieten, ohne dass der Kunde einen Festnetz-Anschluss benötigt. Die Mitbewerber wie Sunrise oder Tele2 hätten diese Möglichkeit seit Ende August, müssten jedoch die Gebühren von rund 25 Franken selbst übernehmen. Beim neu angekündigten Angebot hingegen verzichtet Swisscom darauf, die Grundgebühren für den Festnetzanschluss in Rechnung zu stellen. Weder der Kunde noch der ADSL-Provider müssen also die Grundgebühren für den Telefonanschluss übernehmen.

Heute wurden die Details bekannt und die Swisscom-Offensive hat einige Schwachpunkte, ich erlaube mir gar, das Ganze als Mogelpackung zu bezeichnen:
  • Das nackte ADSL wird für das weitaus beliebteste ADSL-Produkt mit einer Geschwindigkeit von 3500 im Downstream gar nicht erst angeboten. Wer also mit dem 49 Franken-Angebot surft, kann nicht auf den Festnetz-Anschluss verzichten. Dies betrifft mehr als drei von vier ADSL-Privatkunden.
  • Nacktes ADSL wird nur mit den Geschwindigkeiten 5000 (ADSL) und 20'000 (VDSL) angeboten. Der Provider muss an Swisscom für den Anschluss 54 Franken bezahlen, dazu kommen die Kosten für die übertragene Datenmenge in der Grössenordnung von durchschnittlich 6 Franken pro Kunde. Macht inklusive Mehrwertsteuer rund 65 Franken pro Anschluss. Dabei gibt es gemäss Swisscom-Informationen keinen Unterschied zwischen dem 5000er- und dem 20000er-Angebot.
  • Die Konditionen von Swisscom sind für den Anbieter schlichtweg unattraktiv: Als Endkunde erhält man bei der Swisscom-Marke Bluewin das 5000er-Abo inzwischen für 59 Franken, das 20'000er-Abo für 69 Franken. Kein Alternativ-Anbieter kann DSL zu diesem Preis anbieten, ohne massiv drauf zu bezahlen.
  • Swisscom geht davon aus, dass die Provider attraktive Pakete schnüren werden und die Kunden in Scharen mit VoIP telefonieren werden. Doch das Ganze scheint wenig realistisch: Swisscom konnte erst 3'000 VoIP-Privatkunden für ihr Bluewin-Phone gewinnen. Und Sunrise und Tele2 haben ihre VoIP-Angebote längst wieder eingestellt.
  • Nacktes ADSL dürfte vor allem für Personen interessant sein, die den Festnetz-Anschluss nie oder kaum benützen. Immer mehr Kunden hat den Festnetz-Anschluss nur noch, weil sie ADSL nutzen will.
Es bleibt auf jeden Fall spannend. Mal sehen, wie die Alternativ-Anbieter reagieren werden. Vielleicht wird ja bereits an der nächsten Klage an die Wettbewerbskommission gearbeitet. Wobei dies ja auch zum Spiel zwischen Ex-Monopolisten und Alternativ-Anbieter gehört.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
www.comparis.ch

Update (27.01.2008): Nacktes ADSL: Gute Idee, schlechte Umsetzung

Samstag, 17. November 2007

Bluewin-TV braucht weniger Strom

Die Empfangsgeräte für digitales Fernsehen, die sogenannten Set-Top-Boxen verbrauchen viel Energie, sehr viel Energie sogar. Selbst wenn man nicht fernsieht, werden Unmengen Strom verbraucht. Es sind rund 15 Watt. Zum Vergleich: Moderne TV-Geräte verbrauchen im Ruhemodus, dem sogenannten Stand-by-Modus meistens häufiger als ein Watt.

Während man TV-Geräte ganz ausschalten kann, den Stromstecker ausziehen oder über eine Strom-Steckerleiste vom Netz nehmen kann, ist dies bei Set-Top-Boxen weniger sinnvoll. Häufig ist die Set-Top-Box einen Recorder. Dieser Recorder sollte die programmierten Sendungen aufnehmen, was natürlich nicht geht, wenn der Recorder vom Stromnetz getrennt ist.

Vor einiger Zeit kam Bluewin wegen dem Energie-Verbrauch der Set-Top-Box für Bluewin-TV in die Schlagzeilen. Jetzt hat Swisscom reagiert. Alle Kunden erhalten nun automatisch ein Software-Update auf die Box aufgespielt. Anschliessend wird die Box im Ruhemodus mehr als ein Drittel weniger Strom benötigen. Konkret rund 9.5 Watt, wie es in einem Brief von Swisscom heisst. Unter anderem läuft die eingebaute Harddisk bei ausgeschalteter Set-Top-Box nicht mehr. Dies macht auch durchaus Sinn.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
www.comparis.ch/

Dienstag, 13. November 2007

Schnellstes ADSL/VDSL-Internet wird günstiger

Obwohl die Swisscom-Marke Bluewin derzeit mehr Kunden für Breitband-Internet gewinnen kann als die Mitbewerber Sunrise und Cablecom (siehe Analyse der Quartalszahlen), macht Bluewin ihre Angebote für Privatkunden attraktiver. Bereits vor einem Monat wurde die Bandbreiten-Erhöhung des schnellsten Privatkunden-VDSL-Angebotes kommuniziert. Diese Bandbreiten-Erhöhung gilt theoretisch für alle Kunden, egal über welchen Provider sie surfen (Einzige Ausnahme sind entbündelte Anschlüsse, wie z.B. einige VTX-ADSL2-Anschlüsse in Sion oder Basel). Derzeit bieten jedoch von den grossen und bekannten Anbietern nur Bluewin und green.ch überhaupt VDSL für Privatkunden an. Keine Angebote gibt es unter anderem von Sunrise oder Tele2.

Hier sind die Preise:
VDSL 20'000/1'000 für 69 Franken pro Monat
ADSL 5'000/500 für 59 Franken pro Monat
Die Offensive überrascht. Während die wichtigsten Mitbewerber - die Kabelnetz-Betreiber - sich überlegen, wie sie die Kunden mit Zusatzgebühren für die intensive Nutzung bestrafen können, erhöht Swisscom die Geschwindigkeiten massiv.

  • Cablecom gerät ins Hintertreffen und kann wohl derzeit nicht reagieren. Swisscom kostet 4 Franken mehr pro Monat, bietet jedoch die doppelte Geschwindigkeit an. Also derzeit klar das bessere Angebot.
  • Mit der Offensive will Swisscom mehr Kunden für die schnelleren Geschwindigkeiten gewinnen. Derzeit nutzen die meisten Privatkunden (unbestätigten Schätzungen zufolge rund 3/4 aller Privatkunden) den 3'500er-Anschluss für rund 45 bis 50 Franken pro Monat.
  • Allerdings steht das schnelle Angebot mit 20'000 KBit/s noch längst nicht überall zur Verfügung. Gemäss Swisscom können rund 75% der Kunden dieses Angebot nutzen. Ich persönlich wohne in der Stadt Zürich, kann demnoch dieses Angebot nicht nutzen. Swisscom hat das entsprechende Quartier bisher noch nicht mit der schnellen VDSL-Technologie ausgestattet.
  • Ein anderer Kritikpunkt ist der Upload-Geschwindigkeit von nur 1'000 KBit/s. Insbesondere wer z.B. häufig Fotos haraufladen will, merkt faktisch nichts von der Erhöhung der Geschwindigkeit. Im Gegenteil: Die Daten stecken meistens im Stau fest. Hier sollte Swisscom (und auch Cablecom) endlich nachbessern.
Die meisten Kunden fahren wohl auch in Zukunft mit dem Standard-Angebot für 49 Franken im Monat besser. Nur für Freaks - wie ich - die das Internet intensiv nutzen und auch gerne grosse Dateien herunterladen oder online fernsehen, könnte das neue Angebot interessant sein. Insbesondere bin ich bereit, für eine sechsmal höhere Geschwindigkeit - zumindest im Download - 20 Franken mehr im Monat zu bezahlen. Muss dann nur noch Swisscom endlich VDSL anbieten :(

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
www.comparis.ch