Posts mit dem Label Kassensturz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kassensturz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 19. September 2010

Handytarife: Immer noch riesige Preisunterschiede

Für die Fernsehsendung Kassensturz habe ich berechnet, wie teuer Telefongespräche, SMS und das mobile Internet bei verschiedenen Anbietern sind.

Kassensturz vom 14.09.2010

Erstaunlich ist, dass die Differenzen zwischen den Anbietern immer noch so riesig sind. Mit einem Wechsel zu einem anderen Anbieter kann man schnell sehr viel Geld sparen. Viele Kunden telefonieren ausserdem mit einem zu teuren Abo und könnten mit einem Wechsel noch viel mehr Geld sparen. Für den Vergleich habe ich jeweils das günstigste Abo- und Prepaid-Angebot der drei grossen Anbieter sowie die Prepaid-Angebote von Aldi, Coop und Migros berücksichtigt. Andere auf dem Markt tätige Anbieter sind teurer und sind deshalb in der Tabelle nicht berücksichtigt.

Beim ersten Profil ohne Internetnutzung ist Aldi Mobile mit 32.90 Franken am günstigsten, das günstigste Swisscom Prepaid-Produkt ist mehr als doppelt so teuer. Mit der zusätzlichen Berücksichtigung von 100 Megabyte Internet-Datenvolumen ist Coop mit 50 Franken am günstigsten, das günstigste Swisscom-Abo kostet mehr als 80 Franken im Monat. Noch teurer sind die Prepaid-Angebote Swisscom, Orange – trotz Internet-Option – und Aldi. Doch kaum jemand würde diese hohen Preise in der Praxis wohl bezahlen.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Mittwoch, 5. Mai 2010

Digital-TV im Kassensturz

Gestern hat die TV-Sendung Kassensturz wieder einmal über den Kabel-TV-Anbieter Cablecom berichtet. Der Beitrag ist online abrufbar.

Kassensturz vom 04.05.2010

Cablecom hebt bekanntlich ab Juni den Set-Top-Boxen-Zwang auf. Neu können die Kunden auch eine Digicard für rund 100 Franken kaufen. Diese Digicard können die Kunden in einen kompatiblen Fernseher stecken und so digital fernsehen. Doch leider setzt die Cablecom auf den CI+-Standard. Dies bedeutet, dass über 450'000 TV-Geräte mit der verbreiteten CI-Schnittstelle, die eigentlich auch Digital-TV ohne Set-Top-Box empfangen könnten, weiterhin auf eine Set-Top-Box angewiesen sind.

Meine Meinung dazu: Das Argument, dass die TV-Sender CI+ vorschreiben würden, ist fraglich. Würde die Cablecom auf das normale CI setzen, so würde kaum ein Sender die Weiterverbreitung verbieten. Abgesehen davon darf Cablecom alle in der Schweiz frei empfangbaren Programme weiterverbreiten, ohne dass der Sender einverstanden sein muss. Ich verstehe nicht, weshalb die Cablecom trotzdem auf CI+ setzt. Am Besten wäre immer noch, dass die Programme unverschlüsselt ausgestrahlt werden. Mindestens die Must-Carry-Programme sollten ohne Verschlüsselung ausgestrahlt werden.

Ich hoffe, dass der Bundesrat sich jetzt noch für eine kundenfreundliche Lösung einsetzt und die Verordnung so anpasst, dass die Programme ohne Verschlüsselung verbreitet werden. Oder zumindest CI vorschreibt. Eine Regulierung ist in diesem Bereich notwendig und sinnvoll, ansonsten können die Konsumenten in Zukunft unter Umständen nicht mal mehr ihre Sendungen vorspuhlen. Eine Funktion, die mein uralter VHS-Recorder bereits vor 20 Jahren konnte.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Montag, 16. November 2009

Horrorrechnung für 70'000 SMS

Letzten Dienstag berichtete die Sendung Kassensturz vom Schweizer Fernsehen SF über eine Familie, die eine Telefonrechnung über 20'000 erhalten hat.

Kassensturz vom 10.11.2009

Ich finde es erstaunlich, dass eine Telekom-Firma eine 96-seitige Rechnung über einen so hohen Rechnungsbetrag an einen Privatkunden verschickt. Doch genau dies tat die inzwischen zu Sunrise gehörende Tele2. Eine Rechnung für fast 70'000 SMS in einem Monat sollte auffallen. Statistisch gesehen verschickte der Kunde alle 37 Sekunden eine SMS. Der Anbieter sollte in solchen Fällen zuerst intern abklären, ob eine solch hohe Rechnung überhaupt Sinn macht. Sunrise hat inzwischen Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht, weil sich jemand in die Server von Tele2 eingehackt hat und dann die SMS verschickt haben soll.

Den Film kann man übrigens online ansehen:


Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Sonntag, 22. März 2009

Teures Festnetz und Internet in der Schweiz

Für den Kassensturz habe ich vor kurzem recherchiert, was Festnetz und Internet in den beiden Nachbarländern Deutschland und Österreich kosten und dies mit den Tarifen der Schweizer Anbieter verglichen (Beitrag online verfügbar). Schweizer Kunden bezahlen rund 75 Franken pro Monat für den Festnetz- und Internet-Anschluss. Sofern der Anschluss entbündelt ist, bezahlt man bei Sunrise maximal 59 Franken. In Österreich gibt es Internet und Festnetz bereits für etwas weniger als 25 Euro, also etwa 38 Franken pro Monat. (Der Preisvergleich bezieht sich jeweils auf die Kosten für den Telefonanschluss und einen Internet-Zugang mit Flatrate und einer Geschwindigkeit von mindestens 5'000 KBit/s im Downstream). Der Preisvergleich zeigt einmal mehr, wie teuer Swisscom in der Schweiz ist. Da alle Anbieter auf Swisscom angewiesen sind, kann der Wettbewerb gar nicht spielen und die Preise bleiben sehr hoch.



Der Kassensturz hat den obgenannten Preisvergleich in seinem Beitrag verwendet, der vor etwa zwei Wochen ausgestrahlt worden ist. Im Studio gab Marc Furrer, Präsident der Kommunikationskommission Auskunft.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Sonntag, 8. Februar 2009

Ueberhoehte Mobilinternet-Tarife nochmals im Kassensturz

Am letzten Dienstag griff die Sendung Kassensturz des Schweizer Fernsehens nochmals die Problematik von überhöhten Telefonrechnungen durch das mobile Internet auf.



Vor zwei Wochen berichtete der Kassensturz über einen Fall, in dem ein Kunde innerhalb nur eines Monats für 17'000 Franken mit dem Handy im Internet gesurft hat. Diesmal wurden weitere Fällte gezeigt, der Betrag für das Surfen im Internet betrug jeweils etwa 1000 Franken. Nochdem sich zwei Wochen vorher noch kein Telekom-Anbieter zu den hohen Mobilinternet-Tarifen äussern wollte, kam diesmal Jens Gerhardt (Leiter Privatkunden-Bereich) von Sunrise ins Studio. Ich finde es gut, dass sich Sunrise diesmal deutlicher geäussert hat. Demnoch finde ich, dass die Argumente nicht wirklich überzeugt haben. Weshalb für die genau gleiche Dienstleistung ein Unterschied 166mal verrechnet werden kann, ist auch schwierig zu erklären.

Beide Beiträge zeigen klar, dass es bei den Anbietern dringenden Handelsbedarf gibt, den Tarif zu überarbeiten. Kein Mensch kann diesen Tarif verstehen. Ich kann meine Forderungen, die ich vor gut zwei Wochen in meinem Blog gemacht habe, nur nochmals wiederholen:
  • Den Standardtarif auf ein vernünftiges Niveau senken. Es gibt keinen Grund für diesen überhöhten Tarif. Die Strategie der Telekom-Anbieter übertragen auf Mineralwasser würde folgendes bedeuten: Eine Flasche Mineralwasser kostet 50 Rappen. Wer mehrere Flaschen (bis zum Maximum von 166 Falschen) kauft, bezahlt für alle diese Flaschen zusammen 75 Rappen. Mit gesundem Menschenverstand kann man dieses System nicht erklären, nur mit Abzockerei!
  • Weg mit der unverständlichen Abrechnung nach Megabyte. Die Masseinheit Megabyte versteht niemand. Stattdessen eine für den Kunden verständliche Abrechnung einführen. Am einfachsten wäre wohl eine Tagespauschale oder eine Begrenzung der Kosten für das Surfen an einem Tag. Letzteres gibt es zwar bei Swisscom, jedoch nur mit ganz wenigen Abos.
  • Falls am bestehenden durchsichtigen System festgehalten sollte: Ist das enthaltene Datenvolumen erreicht, so wird die Geschwindigkeit reduziert. Der Kunde surft dann zwar langsamer, läuft dafür jedoch nicht Gefahr, plötzlich eine sehr hohe Rechnung zu erhalten. Dem Kunden könnte ja immer noch die Möglichkeit gegeben werden, zusätzliches Volumen zu kaufen und weiterhin schnell im Internet zu surfen.
  • Sobald ein Anbieter feststellt, dass der Kunde mit einer Option günstiger surfen kann, sollte der Anbieter den Kunden aktiv darüber informieren. Swisscom ist der einzige Anbieter, der dies bereits heute macht. Sobald der Kunde mit der Option billiger fahren würde, erhält der Kunde eine SMS. Unverständlich, weshalb die anderen Anbieter den Kunden nicht informieren und stattdessen mit einer überhöhten Telefonrechnung überraschen.
Interessant ist übrigens auch ein Beitrag im Forum des Kassensturzes:
Allmählich habe ich die Schnauze voll von diesen sogenannten "ahnungslosen" Kunden. Ich berate TÄGLICH Kunden im Sunrise center. Ich warne JEDEN Kunden und empfehle die Surf-Option. Es wird schlicht und weg NICHT zugehört. Letzte Woche war ein Kunde mit mir mit einer Rechnung von 6000.- für mobiles surfen. Er hatte bei mir im Dezember das Abo gelöst und ich hatte ihn gut beraten und alle Optionen erklärt. Er sagte, er wolle nicht herumsurfen damit....danach kam er mit der Rechnung zu mir, war selbstverständlich erbost und ich hätte ihm nicht gesagt, dass es etwas kosten würde, wenn man youtube-videos anschauen würde...ABSURD! Die Kunden hören schlicht und einfach nicht zu! Sunrise jetzt so schlecht hinzustellen ist fast frech, dabei kosten die Surf-Optionen bei den Mitanbietern eine Stange Geld mehr...
Ich kann das ganz gut verstehen. Das Problem liegt sicherlich nicht an der Beratung (teilweise ist die Beratung schlecht, aber oftmals auch gut oder sehr gut), sondern an den komplexen Tarifstrukturen. Niemand kann abschätzen, was das Ganze kostet.

Das grosse Problem ist auch, dass die Kunden vielleicht zum Zeitpunkt des Handykaufs gar nicht im Internet surfen wollen oder sich gar nicht bewusst sind, bei welchen Funktionen (z.B. Navi, Maps, E-Mail, Youtube) überall Daten übertragen werden.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Donnerstag, 22. Januar 2009

Kassensturz: 17000 Franken-Rechnung fuers Surfen

Die Sendung Kassensturz des Schweizer Fernsehens hat letzten Dienstag über den Fall eines Sunrise-Kunden berichtet, der eine Rechnung über 17'000 Franken für das Surfen im Internet erhalten hat (Beitrag online vorhanden). Mein Chef - Richard Eisler - gab in der Sendung dem Kassensturz-Moderator Ueli Schmetzer Auskunft über die Datentarife.



Nach der Sendung beantworteten Richard Eisler und ich den Zuschauern im Experten-Chat des Kassensturzes weitere Fragen. Es kamen sehr viele Fragen und wir konnten leider längst nicht alle Fragen beantworten. Die Fragen und unsere Antworten sind übrigens im Protokoll des Experten-Chats nachlesbar. Weitere Fragen können gerne auch in diesem Blog über die Kommentarfunktion gestellt werden.

Es ist erstauntlich, dass ein solcher Fall passieren kann. Sunrise versendet einfach so eine Rechnung von 17'000 Franken an einen Staplerfahrer. Die 17'000 Franken dürften ein mehrfachtes des Monatslohnes sein. Ich verstehe nicht, weshalb Sunrise nicht früher den Kunden kontaktiert hat. Ich erwarte als Kunde, spätestens wenn die Rechnung bei über 1000 Franken steht, dass mich der Telekom-Anbieter kontaktiert und über die bisher angefallenen Kosten informiert. Auch nicht verstehen kann ich, weshalb eine Rechnung von 17'000 Franken an einen Privatkunden ohne manuelle Prüfung versendet wird.

Auch nicht vergessen darf man, dass die übertragene Datenmenge von 3.4 GB mit einem handelsüblichen ADSL-Anschluss (Geschwindigkeit 5000KBit/s) in etwa 90 Minuten übertragen werden kann. Diese Datenmenge kostet übrigens mit dem günstigsten mobilen Angebot von Sunrise 49 Franken - allerdings gibt es dieses Angebot nur für das Surfen mit dem Laptop und nicht für das Surfen mit dem Handy. Doch dies zeigt, wie unverschämt hoch die Standardtarife sind. Die genau gleiche Dienstleistung wird einmal für 49 Franken verkauft, das andere mal für 17'000 Franken. Das ist 346mal mehr für die gleiche Dienstleistung.

Ich fordere von den Anbietern bereits seit längerem:
  • Den Standardtarif auf ein vernünftiges Niveau senken. Es gibt keinen Grund für diesen überhöhten Tarif. Die Strategie der Telekom-Anbieter übertragen auf Mineralwasser würde folgendes bedeuten: Eine Flasche Mineralwasser kostet 50 Rappen. Wer mehrere Flaschen (bis zum Maximum von 166 Falschen) kauft, bezahlt für alle diese Flaschen zusammen 75 Rappen. Mit gesundem Menschenverstand kann man dieses System nicht erklären, nur mit Abzockerei!
  • Weg mit der unverständlichen Abrechnung nach Megabyte. Die Masseinheit Megabyte versteht niemand. Stattdessen eine für den Kunden verständliche Abrechnung einführen. Am einfachsten wäre wohl eine Tagespauschale oder eine Begrenzung der Kosten für das Surfen an einem Tag. Letzteres gibt es zwar bei Swisscom, jedoch nur mit ganz wenigen Abos.
  • Falls am bestehenden durchsichtigen System festgehalten sollte: Ist das enthaltene Datenvolumen erreicht, so wird die Geschwindigkeit reduziert. Der Kunde surft dann zwar langsamer, läuft dafür jedoch nicht Gefahr, plötzlich eine sehr hohe Rechnung zu erhalten. Dem Kunden könnte ja immer noch die Möglichkeit gegeben werden, zusätzliches Volumen zu kaufen und weiterhin schnell im Internet zu surfen.
  • Sobald ein Anbieter feststellt, dass der Kunde mit einer Option günstiger surfen kann, sollte der Anbieter den Kunden aktiv darüber informieren. Swisscom ist der einzige Anbieter, der dies bereits heute macht. Sobald der Kunde mit der Option billiger fahren würde, erhält der Kunde eine SMS. Unverständlich, weshalb die anderen Anbieter den Kunden nicht informieren und stattdessen mit einer überhöhten Telefonrechnung überraschen.
Eine Rechnung über 17'000 Franken ist sicher ein Einzelfall. Doch die Datentarife sind ein grosses Problem, wie ich bei meiner Arbeit regelmässig feststelle. Meistens geht es zwar "nur" um Beträge von einigen hundert Franken und diesen Betrag kann man in der Regel bezahlen oder zur Not auch in Raten abstottern. In vielen Fällen kommt der Anbieter übrigens dem Kunden entgegen und der Kunde erhält eine Gutschrift, so dass er nur den Betrag der Option bezahlen muss. Allerdings werden die Kunden absolut ungleich behandelt, energisches Beharren hilft sehr viel. Mir sind Fälle bekannt, wo Rechnungen über 1000 Franken auf 100 Franken reduziert worden sind. Doch ich finde es eine Frechheit, dass die Anbieter nicht alle Kunden gleich behandeln. Insbesondere erwarte ich von den Anbietern, dass sie die Kunden vor dem Versand der Rechnung informieren und eine Lösung vorschlagen. Mit einer solchen Lösung könnte viel Ärger des Kunden über den Anbieter vermieden werden und die Treue des Kunden gegenüber dem Anbieter dürfte sich auch erhöhen. Aber das müssen die Anbieter wohl noch lernen.

Übrigens: Der Fairness halber sei hier noch festgestellt, dass Sunrise den Kunden gemäss eigenen Angaben die Kosten erlassen haben soll, bevor der Kassensturz Sunrise kontaktiert hat. Dies kann man natürlich nicht überprüfen.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Sonntag, 18. Januar 2009

Kassensturz: Telefonvertipper soll 135 Franken kosten

Die Sendung Kassensturz des Schweizer Fernsehens hat am letzten Dienstag über eine Telefonfalle berichtet (Beitrag online vorhanden):



Ein Hauswart hat sich beim Anruf auf eine ganz normale Telefonnummer verwählt und versehentlich eine Sexnummer angerufen. Nach einigen Sekunden hat er wieder aufgelegt. Ein solcher Anruf dürfte höchstens ein paar Rappen kosten, denn der Anruf führte auf eine "normale Telefonnummer" und nicht auf eine erhöht gebührenpflichtige 0906-Mehrwertdienste-Nummer. Doch dann erhielt der Hauswart regelmässig Rechnungen von Telebilling in der Höhe von 135 Franken. Dies obwohl der Anruf nur wenige Sekunden gedauert hat und somit eigentlich klar sein müsste, dass der Kunde sich verwählt haben dürfte und sobald er dies bemerkt hat, aufgehängt hat.

Auch bei Anrufen auf normale Telefonnummern können zusätzliche Kosten entstehen, die jedoch nicht durch die Telekom-Anbieter in Rechnung gestellt werden. Wer beim Versandhaus telefonisch etwas bestellt, ist sich bewusst, dass er die bestellten Waren auch bezahlen muss. Ebenso wer mit seiner Bank einen telefonischen Auftrag gibt oder seinen Anwalt anruft. Obwohl diese Dienstleistungen meist über eine ganz normale Telefonnummer laufen - und nicht über eine erhöht gebührenpflichtige Nummer - ist es klar, dass die in Anspruch genommene Dienstleistung bezahlt werden muss.

Ähnlich operieren auch Telefonsex-Anbieter, die ihre Dienstleistungen über eine normale Telefonnummer anbieten. Der Kunde bezahlt für den Anruf den normalen Telefontarif an seine Telefongesellschaft und erhält dann vom Telefonsex-Anbieter eine seperate Rechnung. Wie der Kassensturz berichtet, bieten die Telefonsex-Anbieter z.B. einen Minutenpreis von 7.5 Rappen an, verrechnen aber 1800 Minuten und stellen so 135 Franken (1800 x 7.5 Rappen) in Rechnung.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Sonntag, 20. April 2008

Cablecom-Fischer im Kassensturz kommentiert

Letzten Dienstag war die Grundverschlüsselung und die Cablecom-Zwangsboxen ein Thema der Konsumentensendung Kassensturz von SF1. Cablecom-Chef Rudolf Fischer hat sich im Kassensturz dazu geäussert.

Nachdem ich bereits vor etwa einer Woche die Äusserungen von Frau Bolla, Geschäftsführerin der Swisscable gegenüber der Sonntags-Zeitung kommentiert habe, erlaube ich mir, dies auch mit den Aussagen von Herrn Fischer im Kassensturz zu tun.

Wir müssen natürlich Geld verdienen.
Das ist unbestritten und auch notwendig. Mit den rund 27 Franken, die jeder Kunde pro Monat nur für den Analog-Anschluss (inkl. 1.61 Franken Subvention des Digital-TV) kann Cablecom mehr als komfortabel leben. Es gibt in der Schweiz (allerdings nicht gewinnorientierte) Unternehmen, die die gleiche Dienstleistung (und sogar noch ein modernes Netz haben und daher mehr Programme anbieten können) für rund 10 Franken pro Monat anbieten. Der Preis der Cablecom ist also massiv zu hoch. Es handelt sich um einen Monopolpreis!
Und zwar ganz einfach aus dem Grund, weil wir eine börsennotierte Muttergesellschaft haben. Wir sind eben keine Service Public-Firma mehr. Cablecom wurde 1999 für sehr, sehr viel Geld verkauft worden. 2005 hat Liberty Global Cablecom übernommen. Wir müssen wie jede börsennotierte Firma wachsen und Geld verdienen.
Die Muttergesellschaft UPC dürfte Cablecom abschöpfen. Ein Grund ist sicherlich auch, dass die Kunden noch nicht rebellieren, in Scharen eine Satellitenschüssel aufs Dach stellen und den Kabelanschluss plombieren lassen. Kein Wunder, die meisten Kunden wissen gar nicht, dass sie an Cablecom Monat für Monat über die Nebenkostenabrechnung 27 Franken bezahlen.

Cablecom bzw. die Vorgängerfirmen waren übrigens nie Service Public-Firmen. Es waren immer kommerzielle Firmen. Die Preise waren damals einfach vernünftiger und der Service hat gestummen.
Schmetzer: Sie wurden viel zu teuer gekauft und jetzt wollen Sie die Kunden, die Sie haben, einfach melken, damit der Kaufpreis zurückkommt.


Fischer: Ums Melken geht es uns nicht. Wir wollen möglichst viele zufriedene Kunden. Und dass wir Geld verdienen müssen ist normal und natürlich. Das kann man uns auch nicht absprechen.
Dass Cablecom möglichst viele zufriedene Kunden möchte, ist mir bisher noch nicht aufgefallen. Stattdessen ist mir Cablecom als eine Firma aufgefallen, die aggressive Typen losschickt, die mich belästigen und irgendetwas verkaufen wollen sowie durch Produkte, die eher schlecht als recht funktionieren. Die Aussage "Wir wollen möglichst viele zufriedene Kunden" ist eine Nullaussage, die ein cleverer Berater in ein Konzept der Cablecom geschrieben haben dürfte. In der Praxis dürften viele Kunden nicht das Gefühl haben, dass sie bei Cablecom im Mittelpunkt stehen.
Mit dieser Set-Top-Box verdienen wir kein Geld. Das hat der Preisüberwacher ganz genau angesehen und er hat den Preis festgelegt. Das haben wir akzeptiert. Er hat sichergestellt, dass wir verdienen mit der Set-Top-Box kein Geld.
Ich bezweifle, dass Cablecom mit dieser Set-Top-Box drauflegt. (OK, wenn man die Abschlussprovisionen berücksichtigt, dürfte Cablecom vielleicht drauflegen.) Im Gegenteil: Die Margen auf dieser Set-Top-Box dürften wesentlich höher sein als die übliche Marge im UE-Geschäft.

Ich habe die Aussagen des Preisüberwachers anderes in Errinnerung. Der Preisüberwacher hat den Preis vorgegeben, aber nie gesagt, dass Cablecom damit kein Geld verdient.
Schmetzer: Und warum benötige ich dann eine Cablecom-Set-Top-Box? Warum zwingen Sie mir diese dann auf? Ich als Kunde habe gar nichts von dieser Set-Top-Box.


Fischer: Der Grund ist ein anderer: Es gibt hunderte Set-Top-Boxen am Markt. Diese Vielfalt von Set-Top-Boxen verursacht bei uns im Kundendienst Probleme. Wir wissen nicht, welche dieser Set-Top-Boxen Probleme machen in unserem Netz. Im Einzelfall ist es kein Problem, aber wir haben 1.5 Millionen Kunden und dann wird es zum Problem. Wir können die Qualität und der Kundendienst nicht mehr sicherstellen.

Lassen Sie den Kunden doch bitte einfach die Wahl! Es kann zwar kleinere Probleme geben, insbesondere mit Zusatzdiensten. Doch dies dürfte in der Regel nicht allzu gross stören. Und wer ganz sicher sein will, darf ja weiterhin die Cablecom-Box verwenden. Das würde ja nicht verboten.

Und wenn der Kunde nicht eine Cablecom-Box nutzt, könnte der Kundendienst einfach sagen: Wenden Sie sich an den Verkäufer. Ich weiss nicht, wo das Problem liegt (ausser dass Cablecom den Umsatz natürlich selber machen will statt dem Boxenverkäufer zu überlassen).

Im Übrigen machen ja auch die Cablecom-eigenen Boxen fleissig Probleme. Ich habe noch nie ein so unausgereiftes Produkte wie die Cablecom-TV-Box gesehen.
Es hat vor allem auch einen strategischen Grund neben den operativen Gründen.
Also doch, strategische Gründe!
Ein anderer Aspekt: Fernsehen auf Abruf. Ende dieses Jahres kommen Filme auf Abruf und nächstes Jahr Fernsehen auf Abruf. Sie können die Sendungen der letzten sieben Tage jederzeit schauen. Sie können den Kassensturz nicht nur am Dienstagabend sondern auch am Donnerstagmorgen sehen oder am Sonntag, ohne irgendwas aufzunehmen. Solche Dienste sind mit einem Fernseher mit eingebauten DVB-C-Empfänger nicht möglich. Sind nur mit unserer Box möglich.
Das stimmt. Solche neuen Dienste werden nur mit der Cablecom-Box (oder vielleicht einmal durch Cablecom zertifizierte Boxen) funktionieren. Demnoch: Man kann den Kunden die Wahl lassen. Wer diesen Service nutzen will, kann die Cablecom verwenden. Was spricht dagegen die Wahlfreiheit zuzulassen: Kunden können dann die normalen TV-Programme sehen, aber keine Filme und Fernsehprogramme auf Abruf. Dazu kommt: Wenn ich unbedingt ein Film sehen will, kann ich eine DVD in der Videothek ausleihen und Fernsehsendungen sind im Internet verfügbar.

Warum lassen Sie ihren Kunden nicht einfach die Wahlfreiheit? Lieber Kunde, Wir haben ein tolles Angebot, willst Du dieses und dann kann sich der Kunde selbst entscheiden. Die meisten Kunden wollen nur einfaches digitales Fernsehen. Sie verunmöglichen dies.
Viele Kunden wollen solche Zusatzdienstleistungen nutzen, das zeigen die Erfahrungen aus anderen Ländern. In Holland nutzen 60% der Kunden den Dienst mehr als zweimal pro Woche. Hier kann man nicht von einem Exotendienst sprechen, ist falsch.
Egal, wie viele Kunden diesen Service dann nutzen werden, wenn dieser dann mal verfügbar ist. Ich sehe keinen Grund, weshalb man die Grundverschlüsselung nicht demnoch verbieten könnte. Wer nur fernsehen will, kann eine freie Boxe kaufen, wer Filme und Fernsehen auf Abruf nutzen will, muss halt die Cablecom-Box kaufen.

Ich muss zugeben, der Zaubertrick von Herr Fischer ist gut: Kaum will man die Grundverschlüsselung verbieten, wird aus dem Zauber-Hut ein neues Angebot gezaubert.
Meine Verantwortung ist, dafür zu sorgen, dass Cablecom auch in fünf Jahren noch wettbewerbsfähig ist und wir noch viele Kunden haben.
Mein Tipp. Die beste Möglichkeit ist, die Kunden ernst zu nehmen. Dazu gehört zum Beispiel die Verbesserung des Kundendienstes oder auch die freie Wahl der Set-Top-Box. Glückliche Kunden dürften eher bei Cablecom bleiben als unzufriedene Kunden, die nur noch mangels Alternativen bei Cablecom sind.
Im Unterschied zum analogen Fernsehen stehen wir im digitalen Fernsehen in intensiven Wettbewerb.
Zuerst: Der Kunde unterscheidet nicht zwischen Analog-TV oder Digital-TV. Der Kunde hat ein Bedürfnis: Das Ansehen seiner Lieblingssendung. Dazu kommt: Heute werden noch tausende Harddisk-Recorder, die analoges Fernsehen verkauft. Diese Kunden würden die Programme digital aufzeichnen, wenn denn die Grundverschlüsselung mal wegfällt.

Vom Wettbewerb im digitalen Fernsehen kann keine Rede sein. Cablecom hat ein Monopol-Angebot und kann einen überrissenen Monopol-Preis verlangen. Ein Beispiel: Das TV-Angebot von Bluewin mit Recorder und HD kostet rund 31 Franken pro Monat, bei Cablecom werden für das vergleichbare Angebot über 60 Franken pro Monat fällig. Und Satellitenschüssel können längst nicht alle montieren. Denn dazu ist die Einwilligung des Vermieters und oftmals der Gemeinde notwendig.
Swisscom setzt voll auf interaktive Dienste. Alle ihre Kunden können mit einer Set-Top-Box diese Funktionen nutzen. Wir wollen für unsere Kunden diese Dienstleistungen auch anbieten. Kunden sollten nicht eine neue Set-Top-Box kaufen müssen, wenn sie diese Dienste nutzen wollen. Die Erfahrungen aus Holland zeigen, dass es ein sehr populärer Dienst ist.
Plötzlich sind die Kunden wieder im Mittelpunkt. Lassen Sie doch den Kunden die Wahl. Die Kunden sind in der Lage, zu entscheiden, ob sie eine Cablecom-Box oder eine andere Box wollen.

Es gibt Fernsehen ohne Kästlein, das ist das analoge Fernsehen.
Ja, das ist zweifelsohne so. Noch heute werden jährlich sehr viele Harddisk-Recorder verkauft, die das analoge TV empfangen. Gerade Harddisk-Recorder wären für das digitale Signal optimal geeignet. Aber dank der Verschlüsselung der Cablecom müssen die Kunden weiterhin einen Analog-Harddisk-Recorder einsetzen, wenn sie einen freien Recorder einsetzen wollen. Der Recorder muss dann mühsam das gesamte empfangene Signal digitalisieren.
Wir haben die Nachricht der Kunden gehört, dass sie das analoge Fernsehen behalten wollen. Die Kunden bedeuten uns sehr viel und deshalb haben wir unsere Marschrichtung auch um 180° gekehrt. Wir werden analoges Fernsehen anbieten, solange ein Bedarf vorhanden ist. Warum beim digitalen Fernsehen nur unsere Box. Unsere eigene Box kennen wir, die anderen hunderte Boxen auf dem Markt kennen wir nicht.
Es ist tatsächlich ein kleines Wunder, dass Cablecom nun diese Analogstrategie fährt. Wenn ich einer meiner Lieblingssender, Phoenix, sehen will, bleibt mir nicht anderes übrig, als digital fernzusehen. Früher mal konnte ich diesen Sender analog empfangen (und könnte es heute immer noch, wenn ich nicht gezügelt wäre).

Ich hoffe, dass der Nationalrat dem Ständerat folgen wird und die Grundverschlüsselung für frei empfangbare Programme verbieten wird.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
www.comparis.ch

Sonntag, 23. Dezember 2007

Kassensturz über Cablecom-Verkäufer

Das TV-Konsumentenmagazin Kassensturz von SF1 berichtete am vergangenen Dienstag wieder einmal über die Cablecom.

Ein Cablecom-Verkäufer (bzw. ein bei einer Drittfirma angestellter Verkäufer, der im Auftrag von Cablecom verkaufen soll) klingelt bei Herrn Muff und will den Herrn überreden, seinen Internet-Zugang von Swisscom zu Cablecom zu zügeln. Doch Herr Muff will nicht.

Drei Monate später erhält Herr Muff die Kündigungsbestätigung von Swisscom. Denn der Cablecom-Verkäufer wollte sich nicht damit abfinden, dass Herr Muff kein Cablecom-Internet wollte und kündigte gleich selbst den Internet-Zugang von Herrn Muff bei Swisscom.

Immerhin: Der betroffene Cablecom-Verkäufer wurde inzwischen entlassen.

Doch das Problem bei zahlreichen Verkäufern, die nicht direkt bei den Telekom-Firmen angestellt sind, sondern bei Drittfirmen ist der geringe Basislohn. Einen existenzsichernden Lohn erhalten diese Verkäufer nur, wenn sie genügend Menschen zum Wechsel überreden können. Denn die Mitarbeiter erhalten in der Regel einen niedrigen Lohn und eine Abschluss-Provision. Ähnliche Probleme wie im Kassensturz erwähnt hatten auch andere Firmen bereits.

Als Kunde gilt: Einfach Nein sagen. Und wenn die Kündigungsbestätigung kommt, sich wehren. Denn über welchen Anbieter man surfen will, sollte man selber entscheiden können. Diesen Entscheid sollte man nicht einem Vertreter überlassen.

Grüsse



Ralf Beyeler
www.comparis.ch