Donnerstag, 25. Juni 2009

HTC Magic: Swisscom 50 Prozent teurer

Für die Sonntags-Zeitung vom letzten Sonntag berechnete ich, wieviel das HTC Magic mit einem 24-Monatsvertrag kostet. Ich berücksichtigte dabei den Kaufpreis für das Handy und die monatlichen Kosten während der Laufzeit von 24 Monaten. Die Preisunterschiede sind gewaltig.

Das Resultat ist klar und überrascht nicht wirklich: Sunrise ist jeweils am günstigsten, Orange ist teurer und Swisscom ist am teuersten. Nichts neues also.

Beim Wenignutzer (60 Minuten Telefonie, 30 SMS, maximal 100 MB pro Monat) kostet das HTC Magic mit dem Sunrise Zero 25-Abo 1128 Franken. Orange verrechnet mit dem neuen "Surf Prima 32"-Abo 1217 Franken und ist damit rund 8% teurer. Noch teurer ist erwartungsgemäss Swisscom: Das HTC Magic kostet während 24 Monaten mit dem "Natel Liberty Mezzo"-Abo sogar 1639 Franken, das sind 45% mehr als bei Sunrise.

Beim Gelegenheitsnutzer (120 Minuten Telefonie, 40 SMS, maximal 100 MB pro Monat) eine ähnliche Situation: Sunrise Zero 50 mit 1'429 Franken, Orange Surf Prima 32 1843 Franken und Swisscom Natel Liberty Mezzo sogar 2'141 Franken.

Und auch beim Vielnutzer (480 Minuten Telefonie, 80 SMS, maximal 250 MB pro Monat) das gleiche Bild: Sunrise Flat Max 3'527 Franken, Orange Surf Maxima 4'071 Franken und Swisscom Natel Liberty Mezzo sogar 5'061 Franken. Swisscom ist damit mehr als 1'500 Franken oder 43% teurer.

Im Artikel der Sonntags-Zeitung sind die Unterschiede zwischen den Abos eines Anbieters leider nicht erwähnt. Die Unterschiede sind frappant. Der Wenignutzer, der zum derzeit viel beworbenen "Sunrise Flat Max"-Abo greift und sich das HTC Magic zum Schnäppchenpreis von einem Franken kauft, bezahlt während den 24 Monaten 1'873 Franken. Das sind 66% mehr als mit dem günstigsten Sunrise-Abo. Und sogar die beiden meistverkauftesten Surfabos von Swisscom sind mehr als 200 Franken günstiger als das HTC Magic mit "Sunrise Flat Max". Bei Orange bezahlt der Wenignutzer mit dem "Surf Optima"-Abo 1'613 Franken und mit dem "Surf Maxima"-Abo sogar 2'628 Franken. Bei Swisscom sind die Unterschiede kleiner: "Natel Liberty Mezzo" und "Natel Liberty Piccolo" sind praktisch gleichteuer, während das "Natel Liberty Grande" 400 Frank teurer ist.

Dieser Vergleich zeigt klar, dass es sich lohnt, vor dem Kaufen zu vergleichen und dann das entsprechende optimale Abo zu nutzen. Leider haben die Anbieter sehr komplexe Preispläne im Angebot und kaum ein Kunde blickt wirklich durch. Aber die Anbieter haben sicherlich nichts dagegen, wenn die Kunden viel mehr für die Dienstleistung bezahlen als notwendig.

Interessant sind auch folgende Sätze im Artikel der Sonntags-Zeitung:
Swisscom erklärt auf Anfrage, die Fokussierung auf den Preis sei zu einseitig. Kunden würden das Preis-Leistungs-Verhältnis der Swisscom im Vergleich zur Konkurrenz als besser beurteilen.
Das man sich bei einem Preisvergleich auf den Preis fokussiert, ist klar und verständlich. Ich frage mich, weshalb das Preis-Leistungs-Verhältnis der Swisscom so viel besser sein soll als dasjenige der Konkurrenz. Überhaupt: Welche besseren Leistungen erbringt Swisscom, dass ein Preisunterschied von 50% rechtfertigt. Ich halte diese Aussage für dummes Geschwätz. Das Mobilfunk-Netz der drei Mobilfunk-Anbieter sind inzwischen gleichwertig. Die Qualität der Dienstleistungen dürften ebenfalls bei allen drei Anbietern gleich sein. Der Kundendienst der Swisscom ist minimal besser, aber auch hier kann Swisscom oftmals nicht kundenorientiert helfen und versucht, die Kunden mit ihren Anliegen abzuwimmeln. Wo also bietet Swisscom mehr Leistung?

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch

Kommentare:

Martin hat gesagt…

Vielen Dank für den Vergleich!

Allerdings nutze ich mein Handy mittlerweile primär fürs Internet, auch fürs Telefonieren (VoIP), SMS und herkömmliches Telefonieren sind selten. Könnte man in Zukunft vielleicht auch noch ein solches Profil vergleichen?

Aufgrund solcher Preisvergleiche hoffe ich nach wie vor, dass Sunrise das iPhone auch noch anbieten kann – auch wenn die Netze nicht gleichwertig sind; an meinem Arbeitsplatz beispielsweise haben wir hervorragenden Empfang mit Swisscom, Sunrise und Orange hingegen funktionieren nicht. Ähnlich häufig in den Bergen beim Wandern. Im Alltag ist das Netz von Sunrise aber gut genug und insofern rechtfertigt das Swisscom-Netz nicht die deutlich höheren Preise.

Ralf Beyeler hat gesagt…

Guten Tag

Der Einfluss der übertragenen Daten ist wesentlich unwichtiger als Telefonieren und SMS. Wissen Sie wieviele Daten sie jeden Monat übertragen. Bei Sunrise sind nur 250 MB inklusive, jedes weitere MB kostet zusätzlich. Bei Swisscom gibt es die Möglichkeit, für 59 Franken pro Monat ein unbeschränktes Datenpaket dazu zu buchen (dazu reicht bereits das Natel Basic Liberty für 12 Franken pro Monat). Bei Orange und den neuen Surf-Abos sind meistens 1 GB enthalten. Vielnutzer können für 49 Franken ein unbegrenztes Datenvolumen dazukaufen.

Die wichtigste Frage ist, wieviele sie im Monat übertragen, wieviel sie konventionell über das Handy telefonieren und wieviele SMS sie verschicken.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler