Mittwoch, 25. Februar 2009

Sunrise: Neue Prepaid-Datentarife?

Interessantes aus einer Medienmitteilung der mir unbekannten Firma Orga Systems GmbH. Diese Firma hat Sunrise eine Dienstleistung verkauft und verkündet dies stolz in einer Medienmitteilung (ohne Sperrfrist), die man dank Google News mühelos findet. Ob Sunrise wohl weiss, was die Orga Systems GmbH hier schreibt.

Interessant finde ich
OSM ermöglicht es Sunrise, neue Multimediaprodukte auf Prepaidbasis anzubieten - Services wie Email, Musikdownloads, und mobiles Fernsehen.

Mit OSM von Orga Systems wird Sunrise in der Lage sein, moderne Datenservices auf Prepaidbasis bereitzustellen. Sunrise wird ein neues mobiles Internetpaket einführen (Datenmodem und Prepaidtarif), sowie einen Tagestarif für mobiles Surfen über Modem ohne Vertragsbindung.
Zum Telefonieren sind Pepaid-Tarife für fast alle Kunden längst am günstigsten. Etwas anders sieht es aus, wenn man mit dem Handy ins Internet will: Diesen Service ist derzeit nur mit Handy-Abos zu vernünftigen Preisen nutzbar. Für den Internet-Zugang über Laptop existieren von Sunrise und Swisscom attraktive Prepaid-Angebote.

Sofern die Information in dieser Medienmitteilung stimmt, wird Sunrise einen Tagestarif für das mobile Surfen über Modem auf Prepaid-Basis (da ohne Vertragsbindung) anbieten. Hier hat Swisscom heute das günstigste Angebot aller Mobilfunk-Anbieter.

Ich hoffe, dass die neuen Sunrise-Prepaid-Tarife nicht nur für das Surfen mit dem Laptop gelten. Es wäre notwendig, endlich auch für telefonierende Prepaid-Kunden attraktive Datentarife einzuführen.

Es bleibt spannend. Mal sehen, wie lange die Medienmitteilung der Orga Systems GmbH noch abrufbar ist und wann Sunrise mit den neuen, innovativen Prepaid-Datendienstleistungen auf den Markt kommen wird.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch

Busse für Handy-Fussgänger

Eine interessante Meldung erschien im Newsticker der Online PC Zeitung (Meldung online verfügbar). In der Slowakei sollen laut dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club ADAC in Zukunft Fussgänger, die mit einem Handy am Ohr, einem Walkman oder einen MP3-Player die Strasse überqueren, eine Busse von 135 Euro (also etwa 200 Franken) bezahlen, sofern sie erwischt werden.

Dies finde ich happig. Es ist zwar üblich, dass das Telefonieren mit dem Handy ohne Freisprechanlage im Auto verboten ist. Doch Fussgänger dürfen in der Regel noch telefonieren, während sie die Strasse überqueren. Doch dies kann auch für die Fussgänger riskant sein, insbesondere wenn man vor allem auf das Telefonieren konzentriert ist und nicht sehr stark auf den Verkehr achtet.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch

K-Tipp kritisiert Ombudscom

In der aktuellen Ausgabe der Konsumentenzeitschrift K-Tipp hat es einen Artikel mit dem Titel "Zweifel an der Neutralität der Ombudscom" (Artikel für Abonnementen online verfügbar).

Im Artikel erhebt der K-Tipp happige Vorwürfe an die Ombudscom. Bei der Ombudscom handelt es sich um die Ombudsstelle der Telekombranche. Der K-Tipp berichtet konkret über zwei Fälle, bei denen die Ombudscom nach Ansicht des K-Tipps einen falschen Schlichtungsvorschlag gemacht hat. In beiden Fällen sollte der Kunde einen Grossteil der Rechnung bezahlen, obwohl gemäss K-Tipp der Betrag rechtlich nicht geschuldet oder rechtlich nicht einklagbar ist. Das Fazit des K-Tipps: Die genannten Vorschläge fielen einseitig zugunsten des Anbieters aus.

Da ich nicht Jurist bin, kann und will ich das Ganze nicht kritisieren. Anmerken möchte ich nur, dass eine Ombudsstelle wie die Ombudscom für den Kunden eine interessante Anlaufstelle ist. In vielen Fällen empfiehlt die Ombudscom den Anbietern, die Rechnung massiv zu reduzieren. Da der Schlichtungsvorschlag der Ombudscom nicht verbindlich ist, ist es sicherlich empfehlenswert, eine Zweitmeinung - z.B. bei der Rechtsberatung des K-Tipps oder des Beobachters - einzuholen. Insbesondere, wenn der geforderte Betrag mehrere tausend Franken beträgt.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch

Montag, 23. Februar 2009

Was kosten SMS im Ausland?

Vor drei Wochen habe ich an dieser Stelle die Frage beantwortet, wieviel das Versenden von SMS ins Ausland kostet. Heute nun eine ähnliche Frage in meiner regelmässigen Rubrik "Antworten auf Fragen":

Wie teuer ist ein SMS, wenn ich im Ausland ein SMS versende?

Befinden Sie sich im Ausland und nutzen Sie dort Ihr Handy werden sogenannte Roaminggebühren verrechnet, da Sie ein ausländisches Netz mitnutzen. Diese Dienstleistungen sind wesentlich teurer als wenn Sie das Handy in der Schweiz nutzen würden.

Mit einem Abo (also wenn Sie eine Rechnung für die Handynutzung erhalten und erst nach dem Erhalt dieser Rechnung bezahlen müssen) werden 40 Rappen (Swisscom), 45 Rappen (Orange) oder 50 Rappen (Sunrise) pro versendetes SMS verrechnet. Wenn Sie sich vor den Ferien umständlich eine Ferien-Option dazubuchen (und nach den Ferien nicht vergessen, diese Option wieder zu deaktivieren!), bezahlen Sie bei Sunrise 40 Rappen und bei Orange 35 Rappen.

Teurer wird es, wenn Sie ein Prepaid-Angebot nutzen. Also wenn Sie jeweils Guthaben auf Ihr Handykonto aufladen und dieses Guthaben dann abtelefonieren können. Der Versand einer SMS kostet bei Orange 45 Rappen, bei Sunrise 50 Rappen, bei Migros und Coop 70 Rappen und bei Swisscom gar 90 Rappen.

Übrigens: Der Empfang von SMS ist auch im Ausland kostenlos. Und die Person, die Ihnen ein SMS sendet, bezahlt den normalen Tarif.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch

Sonntag, 22. Februar 2009

Auch Degersheim muss Swisscom subventionieren

Vor etwa zwei Wochen schrieb ich in meinem Blog über den Fall der Gemeinde Altikon: Gemäss einem Artikel des Tages-Anzeigers muss Altikon Swisscom mit 36'000 Franken subventionieren oder es gibt in Altikon nur Internet mit einer Geschwindigkeit von 600 KBit/s (fünfmal langsamer als in der übrigen Schweiz).

Altikon ist längst nicht die einzige Gemeinde, die Swisscom subventionieren muss. In dieser Woche erschien auch im St. Galler Tagblatt der Artikel "Warten auf einen Anschluss". Damit die Einwohner von Degersheim einen schnellen Internet-Zugang erhalten, muss die Gemeinde nun 62'000 Franken an Swisscom bezahlen (siehe Info auf der Gemeinde-Seite). Sofern die Bevölkerung zustimmen wird, würde die Gemeinde 62'000 Franken an Swisscom bezahlen. Die Einwohner erhalten dann einen schnelleren Internet-Zugang, erhalten aber für die grosszügige Subvention keinen Rabatt und die Swisscom kann ihren bereits jetzt sehr hohen Gewinn um weitere 62'000 Franken erhöhen.

Ich persönlich finde das Verhalten von Swisscom skandalös. Swisscom betont immer, wie wichtig ihre volkswirtschaftliche Bedeutung ist. Nun, beim schnellen Internet-Zugang für Randregionen hört die volkswirtschaftliche Bedeutung auf. Statt dafür zu sorgen, dass im ganzen Land ein Internet-Zugang mit vernünftiger Geschwindigkeit verfügbar ist, zankt man lieber mit den Elektrizitätswerken um Glasfaser-Anschlüsse.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch

Swisscom ist marktbeherrschend

Keine grosse Überraschung war letzten Donnerstag die Medienmitteilung von Swisscom. Inhalt: Das Bundesverwaltungsgericht hat festgestellt, dass Swisscom beim Breitband-Internet über eine marktbeherrschende Stellung verfügt.

Als Nebeneffekt muss Swisscom den sogenannten Bitstrom-Access anbieten. Da die alternativen Anbieter beim Bitstrom-Access ebenfalls in jeder einzelnen Telefonzentrale eigene Infrastruktur einbauen müssen - anders als im europäischen Ausland - dürfte der Bitstrom-Access in der Praxis keine grosse Bedeutung haben. Dazu kommt, dass der Bitstrom-Access nur für eine Zeit von 4 Jahren angeboten werden muss. Die Anbieter (und insbesondere Sunrise) dürften nun weiterhin die letzte Meile ausbauen und werden damit höchstens in Ausnahmefällen den Bitstrom-Access nutzen.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Das Handy als mobiles Plakat

Der Mann holt sein Handy aus dem Sack und beginnt ein Spiel. Kurz darauf erscheint Werbung auf dem Display: Neocitran empfiehlt sich bei Erkältungen. Etwas später, in der Nähe einer Coop-Filiale, blinkt das Handy des Mannes: Die Rispentomaten gebe es gegen den elektronisch zugestellten Coupon übrigens zum halben Preis. Beim Gang durch die Stadt meldet sich der ständige Begleiter mit dem Hinweis, dass Zara gleich um die Ecke eine neue Kollektion bereithalte.

So beginnt ein lesenwerter Artikel, der letzten Sonntag in der NZZ am Sonntag unter dem Titel "Das Plakat im Hosensack" erschienen ist (Artikel online verfügbar).

Die Werbetreibenden hoffen, dass mit der individualisierten und lokalisierten Handy-Werbung zusätzliche Kunden im richtigen Moment erreicht werden können. Technisch dürften die Möglichkeiten bereits in Kürze vorhanden sein.

Ich persönlich würde mich ab diesen Werbebotschaften eher nerven und wenn das Handy alle drei Minuten piepst (oder gar alle 30 Sekunden, wenn ich mich mit dem Tram fortbewege - wobei dies anhand der Geschwindigkeit erkennt werden müsste) und mir ein neues, tolles Angebot macht.

Die Werbung von Zara (siehe Beispiel oben) würde mich nerven, weil ich bei Zara bisher nie etwas passendes gefunden habe. Aus diesem Grund würde ich nun die Zara-Filiale gar nicht besuchen, weil ich nicht annehme, dass ich nun ausgerechnet jetzt etwas passendes finde.

Werbung für Neocitran (ein weiteres Beispiel) möchte ich eigentlich nur, wenn ich mich gerade so schlecht führe, dass ich wirklich Neocitran (oder ein anderes ähnliches Mittel) brauche. Ich komme wesentlich häufiger in der Nähe einer Apotheke vorbei (eigentlich täglich mehrfach, denn in der Stadt Zürich gibt es zahlreiche Apotheken) und ich möchte nicht täglich 20 Neocitran-Werbebotschaften auf meinem Handy erhalten, weil im Moment gerade die Grippewelle die Stadt erfasst.

Mit dem Beispiel der Rispentomaten von Coop könnte ich mich em ehesten anfreunden. Voraussetzung ist natürlich, dass die Rispentomaten noch toll aussehen und noch nicht halb verfault sind. Doch bereits bei anderen Produkten könnte mein Interesse an Coop zu gering sein. Bereits vor einigen Jahren habe ich mal einen Coop-Online-Gutschein ausgedruckt und einlösen wollen. Die Kassenmitarbeiterin war verwirrt und es dauerte einen Moment, bis der Gutschein eingetippt worden ist. Das Kassensystem war durcheinander und prompt fiel der Rabatt zu gering aus. Nach 5 Minuten Diskutieren mit der Filialleiterin gab es jedenfalls das zu viel bezahlte Geld zurück. Wenn bereits ein selbst ausgedruckter Online-Papiergutschein das Kassensystem durcheinander bringt, wie soll das Ganze erst werden, wenn man das Handy zum Scannen gibt.

Das grundsätzliche Problem sehe ich darin, dass das System möglichst Werbung anzeigen soll, für die ich mich interessiere. Ansonsten wird Handy-Werbung von den Kunden schnell ignoriert. Die Werbekunden sind unzufrieden und buchen dann keine Handy-Werbung mehr. Obwohl eine Menge Daten über mich wohl bei irgendwelchen Datenhändlern wie Schober zu kaufen ist, glaube ich nicht, dass die Daten über meine Person bereits so umfangreich sind, dass man mir passende Werbung unterbreiten sollte.

Um beim Beispiel von Zara zu bleiben: Werbung von Zara, aber auch Coop City, Jelmoli, Herren Globus und vielen anderen interessiert mich nicht. Bei einem tollen Angebot von H&M würde ich vielleicht mal vorbei schauen, bei C&A und Vögele schaue ich fast sicher vorbei. Ich stelle es mir schwierig vor, dass mir beim Laufen durch die Bahnhofstrasse nur die Werbung von Firmen angezeigt wird, die für mich ein interessantes Angebot haben und über deren Werbung (insbesondere auf dem Handy) ich mich nicht nerve. Das Ganze ist eine grosse Herausforderung und schwierig zu schaffen sein.

Wichtig ist für mich, dass ich mich für die Werbung selbst freischalten kann oder die Werbung zumindest deaktivieren kann. Ansonsten dürfte es ein Flopp werden und die Empfänger löschen die Werbung dann am Abend zu Hause ungelesen.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch

Montag, 16. Februar 2009

Problem: Handy im Zug

Viele Pendler wissen längst, dass Telefonieren mit dem Handy im Zug mühsam sein kann. Ständig unterbricht die Verbindung. Kein Wunder, dass die Pendlerzeitung 20 Minuten das Thema vor kurzem online aufgegriffen hat (Artikel ist online verfügbar).

Swisscom argumentiert, dass die Funkverbindung auf den viel befahrenen Strecken lückenlos seien, aber nicht genügend Kapazitäten zur Verfügung stünden. Als weiterer Grund für die Probleme wird angegeben, dass durch moderne Handys wie dem iPhone das Datenvolumen massiv noch oben geschnellt ist. Es stellt sich bei mir allerdings die Frage, weshalb Swisscom die Kapazitäten der Antennen nicht erhöht. Für das iPhone könnte man auch WLAN-Antennen im Zug einbauen und die Internet-Verbindungen damit über eine andere Infrastruktur abdecken.

Ein Punkt, der im Artikel nicht angesprochen worden ist, aber demnoch auch wesentlich ist: Bei jeder neuen Verbindung wird erneut der Stundentarif von 70 Rappen neu verrechnet. Statt 70 Rappen kann damit ein Gespräch schnell mal 3 Franken kosten. Hier sollte Swisscom nur ein Gespräch verrechnen, wenn aus technischen Gründen die Verbindung ständig unterbrochen wird.

20 Minuten rät, im Zug vorne zu sitzen. Dieser Tipp ist sicherlich nicht schlecht, da es vorne in der Regel auch meistens mehr freie Plätze hat. Doch wenn die 1. Klasse vorne ist, dürfte man als 2. Klasse-Passagier nicht einfach dort Platz nehmen. Dieser Tipp ist also nicht ganz alltagstauglich.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch

Natel easy oder Natel easy liberty?

Hier eine weitere Frage für meine regelmässige Rubrik "Antworten auf Fragen":

Was ist der Unterschied zwischen "Natel easy" und "Natel easy liberty"?

"Natel easy liberty" ist der aktuelle Prepaid-Kunden, die mit dem Handy einfach telefonieren wollen. "Natel easy" ist der Name des ersten Prepaid-Angebotes von Swisscom, das im Jahr 1996 lanciert worden ist. Beide Tarife bieten die gleichen Services an, unterscheiden sich jedoch im Preis. Seit Herbst 2007 kosten Anrufe mit "Natel easy" in alle Schweizer Netze sehr teure 85 Rappen pro Minute. "Natel easy liberty" wurde im Herbst 2005 eingeführt und bietet wesentlich günstigere Tarife: Pro angefangene Stunde wird 80 Rappen verrechnet (gilt für Anrufe ins Festnetz und zu Swisscom-Handys), relativ teuer sind Anrufe auf Sunrise- und Orange-Handys mit 70 Rappen pro Minute.

Wer heute also noch mit "Natel easy" telefoniert und sich nach dem Unterschied zu "Natel easy liberty" fragt, sollte einfach bei der Swisscom-Hotline anrufen und den Wechsel beantragen.

Um die Verwirrung komplett zu machen, gibt es von Swisscom noch ein drittes Prepaid-Angebot: "Natel easy liberty uno". Damit ist das Surfen im Internet zehn mal günstiger als mit dem "Natel easy liberty"-Tarif und ausserdem kostet das Surfen im Internet nicht mehr als 5 Franken pro Tag. Ansonsten gibt es keine Unterschiede.

Auch andere Anbieter haben teilweise noch ältere Preispläne, wer mit einem Prepaid-Angebot telefoniert, dass er auf der Website seines Anbieters nicht findet, sollte bei der Hotline seines Anbieters anrufen und nachfragen, ob er auf ein günstigeres Produkt wechseln soll.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von www.comparis.ch

Donnerstag, 12. Februar 2009

Wie mich die Cablecom weich kochen wollte!

Im Tages-Anzeiger erschien vor einigen Tagen einen lesenwerten Erfahrungsbericht unter dem Titel "Wie mich die Cablecom weich kochen wollte". Matthias Schüssler wurden wegen Problemen mit dem neuen Kundenverwaltungssystem der Internet-Zugang gesperrt, ganze drei Wochen später wurde der Cablecom-Internet-Zugang wieder aufgeschaltet.

Der Autor kommt zum Schluss, dass die Cablecom-Hotline ein untaugliches Mittel zur Lösung von Problemen sei. Es sei eine als Kommunikation getarnte Form der Kommunikationsverweigerung.

Matthias Schüssler hatte Ende Januar 2009 wegen einem nicht näher benannten "Versehen" keinen Internet-Zugang mehr. Doch der Autor hat die Wunderwuffe gelernt: Mit einem eingeschriebenen Brief mit dem Wechsel zur Konkurrenz drohen. Noch vor Ablauf des Ultimatums laufen Internet und Digital-TV wieder.

Ich persönlich verstehe nicht, weshalb die Cablecom nicht mehr Wert auf den Kundendienst legt. Stattdessen baut man Mitarbeiter ab - zwar keine Kundendienst-Mitarbeiter - und dies dürfte dem Kundendienst nicht gerade förderlich sein. Die ganz grosse Herausforderung von Cablecom ist der Kundendienst!

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Interview Marc Furrer, Comcom-Chef

Am 2. Februar 2009 erschien im Tages-Anzeiger ein Interview mit Marc Furrer, Chef der Kommunikationskommission Comcom (Interview online verfügbar). Vor allem die Aussagen über den Glasfaser-Ausbau des Zürcher EWZ hat grosse Wellen geworfen (siehe auch der entsprechende Blogeintrag).

Daneben gab es noch einige andere Aussagen, die ich hier kurz kommentieren möchte:
  • Der Telekom-Regulator kann gegen den schlechten Kundenservice der Cablecom nichts unternehmen. Marc Furrer geht davon aus, dass der Markt die Probleme mit den Kundenservice lösen werde. Ich zweifle daran, ob der Markt wirklich genügend spielt. Denn in der Schweiz gibt es z.B. über Hausantenne nur wenige SRG-Programme (ausser man wohnt in der Grenzregion), der Satellitenempfang braucht eine Bewilligung vom Vermieter sowie teilweise von der Gemeinde und ist ausserdem wegen der Beeinträchtigung des Ortsbildes nicht wirklich beliebt und Bluewin-TV ist noch zu wenig bekannt und ausserdem muss man auch Festnetz und ADSL von Swisscom beziehen. Der Wettbewerb kann so meiner Meinung nach noch gar nicht spielen!
  • Die Privatisierung der Swisscom hat im Moment aus politischen Gründen keine Chancen. Marc Furrer ist persönlich für eine vollständige Privatisierung. Ich persönlich bin ebenfalls dieser Meinung, zusätzlich muss man jedoch auch sicherstellen, dass andere Anbieter faire Konditionen für den Zugriff auf das Kupfernetz erhalten.
  • Für die Berechnung der Konditionen der letzten Meile ist die Comcom relativ weit gegangen. Dies mag sein, meiner Meinung nach müsste man jedoch die Regeln noch ändern. Die Swisscom verdient viel Geld mit der Vermietung von Leitungen, die in Kabelkanälen (ist bei Telekom-Netzen ein grosser Teil der Kosten) liegen, die vor 30 oder 50 Jahren erstellt worden sind. Es ist meiner Meinung nach unfair, dass diese Kosten in die Berechnung der letzen Meile einfliessen. Immerhin sind die Kosten vor Jahrzehnten unter einer Monopolsituation entstanden.
Das Interview ist auf jeden Fall lesenswert.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch

Dienstag, 10. Februar 2009

200 mal Telecom-Notizen

Dies ist mein 200. Blogeintrag. Seit etwas über einem Jahr blogge ich über meine Notizen und Gedanken rund um den Schweizer Telekom-Markt. Ich hoffe, ich kann nützliche Informationen und Tipps vermitteln und die komplixe und häufig schwierig zu verstehende Telekom-Welt etwas näher bringen. Mir macht das Bloggen auf jeden Fall riesig Spass und ich hoffe, ich kann noch viele interessante Beiträge schreiben.

Am häufigsten (nämlich 66mal) nahm ich bisher Artikel aus den Medien auf und kommentierte die beschriebene Entwicklung. Immerhin 37mal habe ich neue Produkte von Telekomfirmen bewertet.

Einen kleinen Wunsch für die Zukunft hätte ich jedoch noch: Ich hoffe, dass ich in Zukunft häufiger Kommentare erhalten werde.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Randregionen müssen fuer das Internet bezahlen

Im heutigen Tages-Anzeiger gibt es einen interessanten Artikel zum Thema "Randregionen müssen für Anschluss zahlen" (Artikel ist nicht online verfügbar).

Die Swisscom, die bei jeder Gelegenheit erwähnt, dass sie die Grundversorgung sicherstellt (während die Mitbewerber Trittbrettfahrer sein sollen) und alle Kunden ADSL haben könnten, wird an diesem Artikel keine Freude gehabt haben. Im Artikel des Tages-Anzeigers geht es konkret um die Zürcher Gemeinde Altikon. In der Gemeinde mit über 600 Einwohnern gibt es weder ein Kabel-TV-Netz noch schnelles Internet von Swisscom. Die Geschwindigkeit beträgt nur lächerlich langsame 600 KBit/s und damit erfüllt Swisscom die Grundversorgung und kann zusätzlich sagen, dass Swisscom schnelles Internet anbietet.

Gemäss Recherchen des Tages-Anzeigers bezahlt Swisscom für den Ausbau ihrer Infrastruktur maximal 300 Franken pro Haushalt. Bei 280 Haushalten bezahlt Swisscom somit 84'000 Franken, aber die Gemeinde muss selber schauen, wie sie 36'000 auftreiben kann. Gemäss dem Tagi-Artikel sind dies ganze 5 Prozent der Steuereinnahmen. Gemäss Artikel hat die Gemeinde keine andere Wahl als der Swisscom die Infrastruktur zu finanzieren, selbstverständlich kann die Swisscom den Kunden dann den vollen Preis verrechnen und muss der Gemeinde nichts für die getätigten Investitionen abliefern. Wie erwähnt ist Altikon nur ein Beispiel. Gemäss dem Tages-Anzeiger haben sich bisher rund 300 Gemeinden bei Swisscom gemeldet, die eine bessere Telecom-Infrastruktur wollen. Mit 120 Gemeinden soll sich die Swisscom geeinigt haben und in einem Drittel der Gemeinden mussten diesen einen erheblichen Teil der Kosten übernehmen. Gemäss Swisscom sei dies insbesondere dann der Fall, wenn die Ausbaukosten in keinem Verhältnis zur Zahl der angeschlossenen Kunden stehen oder aufgrund topografischer Gegegenheiten sehr hoch sind.

Im Artikel wird Marc Furrer, Chef der Kommunikationskommission zitiert, dass es im Grunde dem System der Grundversorgung widerspricht. Da so schnelles Internet nicht Teil der Grundversorgung sei, könne man es der Swisscom nicht verbieten.

Ich persönlich finde das Verhalten der Swisscom schlichtweg skandalös. Dass Ganze ist alles andere als Swissness, mit der sich das Unternehmen ständig in der Öffentlichkeit präsentiert. Zuerst lässt man die armen Steuerzahler die Infrastruktur finanzieren und dann kassiert man dieselben Steuerzahler mit hohen Preisen ab. Zumindest eine Entschädigung der durch die Gemeinde finanzierten Infrastruktur sollte Swisscom bezahlen. Die 36'000 Franken sind für Altikon eine grosse Menge, für die Swisscom jedoch eine Kleinigkeit.

Fraglich ist auch, weshalb die Gemeinde nicht eine andere Lösung wie z.B. eine Glasfaser-Erschliessung gesucht hat. Salopp gesagt hätte sich die Gemeinde wohl mit Swisscom darüber gestritten, wer die Glasfaserleitungen einziehen darf. Doch halt, ich habe ganz vergessen, dass es nicht um Zürich geht, sondern um die Randgebiet-Gemeinde Altikon.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Montag, 9. Februar 2009

Saldo: Digital-TV ist Daueraerger

In der aktuellen Ausgabe der Konsumentenzeitschrift Saldo ist ein kurzer Artikel zum Digital-TV-Angebot von Cablecom erschienen (ganzer Artikel ist online verfügbar).

Im Artikel wird kritisiert, dass der elektronische Programmführer EPG des Digital-TV-Angebotes von Cablecom immer noch nicht richtig funktioniere. Bemängelt wird, dass nur die ersten 256 Zeichen der Beschreibung einer Sendung angezeigt werden können. Was Saldo nicht schreibt, aber demnoch interessant ist: Der Grund der Beschränkung auf 256 Zeichen liegt daran, dass bestimmte, minderwertige Cablecom-Set-Top-Boxen sich nicht an den DVB-C-Standard halten. Um Probleme zu vermeiden, wurde die Zeichenzahl der Beschreibung dann auf 256 Zeichen reduziert.

Cablecom-Sprecher Hans-Peter Nehmer verspricht im Saldo jedoch, dass die Beschränkung noch im laufenden Jahr behoben wird, obwohl das Problem keine grosse Priorität hat.

Ich persönlich habe auch die Erfahrung gemacht, dass der elektronische Programmführer der Cablecom eine miserable Qualität hat. Betroffen sind vor allem Kunden, die Sendungen aufnehmen wollen. Ich verstehe nicht, weshalb Cablecom Unsummen in die Gewinnung neuer Kunden steckt, aber nichts in die Qualität des Digital-TV-Angebotes.

Beim Konkurrenten Bluewin-TV von Swisscom funktioniert der elektronische Programmführer hingegen sehr gut.

Liebe Grüsse


Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch

Guenstig mit dem Laptop im Internet surfen

Hier eine weitere Frage für meine regelmässige Rubrik "Antworten auf Fragen":

Ich surfe selten mit einem Laptop von unterwegs im Internet. Welches Angebot kommt mich am günstigsten?

Wahrscheinlich dürfte das Angebot "Natel Easy Liberty Uno" von Swisscom am günstigsten sein. Dieser Tarif ist eigentlich nur für das Surfen mit dem Handy gedacht, funktioniert jedoch problemlos auch mit einem UMTS-USB-Stick für den Laptop (oder mit Laptops, die UMTS bereits eingebaut haben).

Mit "Natel Easy Liberty Uno" kostet die Datenübertragung 1 Franken pro Megabyte, jedoch maximal 5 Franken am Tag. Sie können also für 5 Franken einen Tag lang beliebig viele Daten übertragen.

Wenn Sie nur an wenigen Tagen von unterwegs im Internet surfen wollen, ist der "Natel Easy Liberty Uno"-Tarif unschlagbar günstig. Wenn sie jedoch oft - auch wenn nur wenige Minuten pro Tag - ins Internet einwählen, sind andere Angebote besser geeignet.

Wichtig: Der günstige Surftarif gilt nur für das Surfen innerhalb der Schweiz, nicht für das Surfen im Ausland.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch