Montag, 26. Oktober 2009

Cablecom mit Kombi-Angebot

Heute gab die Cablecom die Lancierung eines Kombi-Angebotes bekannt (siehe auch Medienmitteilung der Cablecom). Wer Internet, Digital-TV und Telefonie von Cablecom nutzt, bezahlt keine Abo-Gebühr für das Abo mit der niedrigsten Abo-Gebühr. Dies zumindest unter gewissen Bedingungen.

Doch das Angebot ist nicht wirklich durchschaubar und sehr intransparent: So erhalten die Kunden, die mit digital phone - dem üblichen und weitverbreiteten Standard-Angebot für die Telefonie - telefonieren, keinen Rabatt. Die Kunden müssen zuerst auf das neue Light-Abo oder das teuere Freecall-Abo wechseln. Die meisten Kunden würden aber mit dem normalen Abo am Besten fahren, da das Light-Abo keine Gratis-Gespräche abends und am Wochenende beinhaltet, das Freecall-Abo dafür Gratis-Gespräche auch tagsüber ermöglicht. Wer wie viele Kunden tagsüber nie telefoniert, fährt mit dem ganz normalen Digital Phone-Angebot wesentlich günstiger.

Undurchsichtig ist das Ganze auch beim Internet und beim Digital-TV: Den gewöhnlichen Digital-TV-Receiver wird nicht akzeptiert. Man benötigt die überteuerten Digital-TV-Zwangsboxen für mindestens 15 Franken pro Monat. Auch das kostengünstige und für die meisten Kunden absolut ausreichenden Hispeed 2000-Internet-Zugang berechtigt nicht zu einem Rabatt.

Grundsätzlich finde ich es gut, wenn treue Kunden belohnt werden. Doch wenn Kunden insgesamt vier Dienstleistungen beziehen (wovon die wichtigste Dienstleistung - das Analog-TV - zu keinem Rabatt führt) und mit so einem lächerlichen Rabatt abgespiesen werden, ist das Ganze wenig kundenfreundlich. Dazu kommt, dass der Kunde einen Knebelvertrag unterschreiben muss, der sich jeweils um ein ganzes Jahr erneuert.

Dazu kommt, dass die Angebote von Cablecom trotz Kombi-Rabatt weiterhin nicht günstig sind. Durch die zahlreichen Einschränkungen ist der Rabatt zum Teil auch sehr gering. So zeigen meine Berechnungen, dass Kunden teilweise gerade von einem Rabatt von einem winzigen Franken profitieren. Dies weil die Kunden auf teurere Angebote wechseln müssen, um überhaupt von Kombi-Rabatt profitieren zu können. Dies ist mickrig, insbesondere wenn der Kunde im Monat über 200 Franken an Cablecom überweist. Das entspricht gerade einem Rabatt von weniger als einem halben Prozent.

Wer das Analog-TV, Digital-TV (HD-Recorder), Internet (10'000er-Abo) und Festnetz-Telefonie (Digital Phone Freecall) von Cablecom bezieht, bezahlt immerhin nur noch 101.45 Franken statt 126.45 Franken pro Monat. Das sind etwas weniger als 20% Rabatt. Nicht berücksichtigt ist in dieser Berechnung die anfallenden Gesprächsgebühren.

Ich finde das Kombi-Angebot der Cablecom schwach und fordere die Cablecom auf, das Angebot nachzubessern. Insbesondere da es preislich attraktivere Angebote z.B. von Sunrise auf dem Markt gibt.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Kommentare:

Christian Güdel hat gesagt…

Sorry Rafl, aber damit machst du dich nun doch ein bisschen lächerlich.

Das Angebot ist absolut transparent, der Kunde sieht auf der CC-Webseite auf einen Blick, wie viel er gegenüber dem Gesamtpreis einspart, wenn er alle drei Leistungen abonniert.

Ralf Beyeler hat gesagt…

Ich bin da anderer Meinung. Cablecom zeigt auf der Website an, welche Angebote kombiniert werden können. Das stimmt und das habe ich auch nicht bezweifelt.

Weshalb das Digital phone, den digital tv receiver und hispeed 2000 nicht rabattberechtigt ist, ist mir schleierhaft. Das Ganze ist vor allem eine Übrung, damit die Kunden auf teurere Abos wechseln.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler

Christian Güdel hat gesagt…

Ja, und? Als ich das letzte Mal geschaut habe, war die CC ein gewinnorientiertes Unternehmen.

Natürlich haben die ein Interesse daran, dass der Kunde auf ein teureres Abo wechselt oder Dienstleistungen abonniert, die er bisher noch gar nicht hatte.

Wer z.B. Digital Phone + Hispeed hatte, und nun noch DIgital TV dazunimmt, wird irgendwann eventuell noch Pay-TV abonnieren...

Ich finde das eine völlig legitime Strategie, es kann ja jeder auf einen Blick sehen, ob ihm Triple-PLay was bringt oder nicht...

Ralf Beyeler hat gesagt…

Dann soll Cablecom das aber bitte auch so sagen: Wir wollen, dass die Kunden mehr bezahlen und geben als kleines Zückerlein noch ein paar Franken Bonus. Wichtig ist nur, dass der Kunde mehr als bisher bezahlt.

Stattdessen kommuniziert man, dass man treue Kunden, die mehrere Produkte haben, belohnen möchte. Dies ist ein reinster Marketing-Gag und nicht kundenfreundlich. Insbesondere, da Kunde trotz Kombi-Rabatt in vielen Fällen nicht wirklich profitieren.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler

Anonym hat gesagt…

Hi Raphl

Habe immer gerne deine Einträge gelesen, aber dass hier ist total lächerlich. Wirst du von Swisscom / Sunrise behalt einfach standartmässig über KAbelcom negativ zu posten?

Finde die Angebote super, zumal eine Unternehmung gewinnbringend arbeiten muss und nicht einfach gratis alles auf den Markt schmeissen kann. Schliesslich hängen Arbeitsplätze dahinter.
Und dass man auf etwas das 6.- plus 10prozent keinen zusätzlichen Rabatt gibt ist denk ich klar.

Freue mich zukünftig auf mehr objektive und transparentere, ungebundene Berichte von dir.

Denis Förster

Ralf Beyeler hat gesagt…

Hallo Denis

Nein, ich werde von keinem Anbieter bezahlt. Ich kritisiere nicht nur Cablecom sondern auch durchaus auch die anderen Anbieter. Ich gebe Dir recht, dass die Cablecom als kommerzielles Unternehmen gewinnbringend arbeiten muss nicht nicht einfach alles gratis anbieten kann. Ebenso ist unbestritten, dass Cablecom Mitarbeiter beschäftigt und diese Mitarbeiter auch einen Lohn erhalten wollen.

Wenn das Unternehmen aber ein Angebot lanciert und dabei gross betont, dass die Kunden, die alle drei Produkte (wobei Analog-TV und Mobilfunk nicht zählen) von Cablecom beziehen, die Grundgebühr des günstigsten gratis erhält, so erwartet man als Kunde, dass man das günstigste Produkt gratis erhält. Dies selbst dann, wenn der Rabatt nur 6 Franken betragen sollte, weil dieses Angebot die Bedürfnisse des entsprechenden Kunden am Besten entspricht.

Dazu kommt, dass die Cablecom auf ihrer Website folgendes schreibt:"Das gab es noch nie bei cablecom: Internet, Telefonie und digitales Fernsehen – 3 zum Preis von 2, und das für immer!"

Und weiter heisst es "Ob Sie nur gelegentlich oder oft surfen, telefonieren oder fernsehen, mit den Kombi-Angeboten «3 für 2» ist Ihnen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis sicher. Sie können für jedes Produkt genau das Abo aussuchen, welches Ihren Bedürfnissen entspricht – und somit für Sie am günstigsten ist."


Zumindest die letzte Aussage stimmt nicht. Denn der Kunde kann nicht das Abo aussuchen, das seinem Bedürfnissen am Besten entspricht. Sondern muss sich für ein Abo aus einer willkürlichen Auswahl von Cablecom entscheiden.

Um zurück auf Deinen Kommentar zu kommen: Wenn Cablecom vor allem daran interessiert ist, den Umsatz zu steigern und ansonsten Probleme hätte, den Mitarbeiter den Lohn zu bezahlen, dann müsste Cablecom das Angebot anders kommunizieren. Dann müsste es heissen "Wählen Sie drei Luxus-Produkte für Internet, Telefonie und digitales Fernsehen - 3 zum Preis von 2, und das für immer!".

Ich bleibe dabei, dass Cablecom das Angebot nachbessern müsste. Oder aber die Kommunikation ändern und offen zugeben, dass man den Umsatz der bestehenden Kunden erhöhen will statt die eigenen Kunden zu beschenken.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler

Oliver J. Faessler hat gesagt…

Hallo Ralf

Ich muss meinen Vorrednern Recht geben. Ich verfolge Deine Kommentare auch immer, um im Telekom-Dschungel einigermassen den Ueberblick zu behalten. Aber in dieser Sache teile ich Deine Einschätzung so ganz und gar nicht.

Gut, ich gehöre auch zu den Kunden, die jetzt schon eher die höherpreisigen Angebote von Cablecom bezieht. Und ich kann vom Kombiangebot in zweierlei Hinsicht profitieren. Ich habe nach dem Wechsel jetzt noch schnelleres Internet, günstigere Auslandgespräche, geleichbleibendes Digi-TV Angebot und zahle unter dem Strich noch 10 Franken pro Monat weniger.

Natürlich werden die meisten am einen oder anderen Ort einen teureren Dienst als zuvor wählen, damit das mit dem Abo aufgeht. Aber darauf kommt es doch nicht an, es kommt darauf an, was man am Schluss für das ganze Paket zahlt.

Ich hätte übrigens auch die Variante gehabt bei der Geschwindgkeit im Internet leicht runterzuschrauben (von 20 auf 15, was sogar neuerdings ohne Gebühren möglich ist!) und hätte dann im Monat sogar 20 Franken gespart!

Den Abschnitt mit dem Beispiel des Kunden, der 200 Franken Abogebühren zahlt und gerade mal einen Franken spart, kann ich gar nicht nachvollziehen. Wer jetzt schon 200 Franken zahlt, bezieht sicher nicht die Basis oder Light Abos sonderen eher die höheren bis höchsten, und da lässt problemlos was sparen.

Das man den Kunden der überall nur das billigste Angebot nimmt, nicht auch noch fördert, das ist doch legitim.

Vielleicht solltest Du Deine Beispiele nochmals nachrechnen...

Ralf Beyeler hat gesagt…

Hallo Oliver

Danke für Deinen offenen Kommentar.

Wer bereits die höherpreisigen Angebote bezieht und auch nichts gegen die Knebelverträge und die Rechnungsgebühr von 1.50 Franken pro Rechnung hat, kann vom Kombi-Angebot profitieren. Dass habe ich nicht bestritten.

Ich finde das Angebot weiterhin für schwach. Ich denke, es kommt sehr wohl darauf an, dass man einen teureren Dienst wählen muss, der unter Umständen nicht den Bedürfnissen des Kunden entspricht. Die Cablecom darf dies machen, aber dann soll die Cablecom das auch offen kommunizieren. Heute heisst es nur, dass die Kunden, die sowohl Digital-TV, Internet und Festnetz-Telefonie die Grundgebühr des günstigsten Angebotes geschenkt erhalten. Und dazu schreibt Cablecom, dass der Kunde das Angebot auswählen kann, das am Besten den Bedürfnissen des Kunden entspricht. Und dies simmt so nicht.

Ich finde es absolut legitim, zu fördern, dass die Kunden das jeweils günstigste Angebot nimmt, das dem Bedürfnis des Kunden entspricht. Weshalb soll ich mich nicht für das günstige Angebot entscheiden.

Betreffend dem Beispiel werde ich in den nächsten Tag noch was in mein Blog schreiben und erläutere, wie ich auf die Zahlen komme.

Liebe Grüsse




Ralf Beyeler

Denicola hat gesagt…

Sehr geehrter Herr Beyeler
Man muss es wohl an einem konkreten Beispiel durchrechnen, um zu sehen, ob sich das Kombiangebot lohnt. Ich hatte bisher digital phone für 25 und Internet für 49 Franken. Neu beziehe ich nun dank dem 3 für 2-Angebot auch noch digitales TV und zahle dafür monatlich nur 5 Franken mehr, dies bei einer Verdoppelung der Internet-Geschwindkeit und Gratis-Telefongesprächen ins Festnetz nicht nur den Tag durch, wie Sie schreiben, sondern die ganzen 24 Stunden. Die digitale Empfangsbox wird zudem entgegen Ihren Angaben gratis abgegeben. Ein Umstieg zu Sunrise, das mit ähnlichen Kombiangeboten lockt, wird mir zudem verhindert, da dies nur über einen vorherigen Wechsel zu Swisscom mit anschliessender, sofortiger Kündigung möglich wäre!

Ich denke also tatsächlich, dass es nötig wäre, Ihre Berechnungen etwas fundierter darzulegen. Je nach Nutzer-Typ und bisherigem Abonnement kann sich ein Wechsel durchaus lohnen!