Dienstag, 25. August 2009

Feriengeschichten

Die letzten drei Wochen genoss ich in den Schweizer Bergen die Sonne. Das Wetter war ja auch sehr gut und so konnte ich wandern oder zumindest durch Wälder oder entlang von Flüssen und Bächen spazieren. Im Jahr 2009 ist natürlich auch das Handy ein wichtiger Begleiter. Und damit wären wir wieder bei einem passenden Thema für dieses Blog.

Wie findet man im Jahr 2009 einen Bancomaten, um Geld beziehen zu können? Man könnte eigentlich einfach die Augen offenhalten und würde bald einen Bancomaten finden. Mit etwas Glück sogar einen, wo keine Menschenansammlung vor dem Bancomaten darauf wartet, ebenfalls Geld zu beziehen. Doch ich möchte eigentlich am Bancomaten meiner Hausbank Geld beziehen, weil dort der Geldbezug kostenlos ist. Bei meiner Hausbank kann ich immerhin 24mal jährlich an fremden Bancomaten Geld beziehen, ohne dafür bezahlen zu müssen. Im Jahr 2009 ist es eigentlich ganz einfach, einen Bancomaten zu finden. Schliesslich haben inzwischen auch die Banken bemerkt, dass immer mehr Kunden mit Smartphones, iPhones und HTC Magic's unterwegs sind und damit auch unterwegs auf Informationen zugreifen. Und von Banken gibt es deshalb mobile Internet-Seiten mit zahlreichen Informationen. Auch die Raiffeisen-Banken betreiben unter m.raiffeisen.ch einen Service fürs Handy. Also einfach Ort eingeben und bereits hat man den passenden Bancomaten gefunden. Doch in der Praxis hat das Ganze leider nicht so einfach funktioniert, denn im Dorf sollte es gemäss Infoservice keinen Raiffeisen-Bancomat haben. Überrascht war ich dann, wenn ich mit dem Zug am Ferienort angekommen bin. Im Bahnhof selbst gab es einen Raiffeisen-Bancomaten, der von der lokalen Raiffeisen-Bank betreut wird. Keine Ahnung, weshalb dieser Bancomat nicht angezeigt worden ist. Doch dies zeigt, dass mobile Informationsservice zwar häufig praktisch sind, aber es auch wichtig ist, dass die hinterlegten Daten stimmen.

Mitten beim Wandern klingelt das Handy. Swisscom habe eine neue Handy-Flatrate angekündigt, hiess es. Also schreiben wir dazu eine Medienmitteilung. Deshalb mitten im Wald am See auf einem Bänkli kurz überlegt, was man dazu eigentlich sagen kann und was man wie in der Schnelle ausrechnen kann. Zum Glück konnten mich meine Kollegen im Büro dabei tatkräftig unterstützen. Dank iPhone ist es auch gar kein Problem, die geschriebene Medienmitteilung anzusehen und meinen Senf dazu zu geben. Doch es wäre relativ mühsam, gleichzeitig mit dem iPhone den Text zu lesen und dabei zu telefonieren, um den Text zu diskutieren. Doch so bin ich auch im Jahr 2009 um eine ganz banale Telefonkabine froh. Die praktisch Lösung: Sich in die Telefonkabine anrufen lassen und über die Telefonkabine telefonieren und nebenbei das iPhone in der Hand, dabei den Text diskutieren. Was wohl die Leute gedacht hatten? Hat dann ganz gut funktioniert und unsere Medienmitteilung mit einer Einschätzung zum neuen Swisscom-Angebot Natel BeFree wurde schliesslich verschickt. Übrigens bereits das zweite Mal in diesem Jahr, wo mir eine Telefonkabine nützliche Dienste erwiesen hat. Vor einigen Wochen gab ich bereits mal aus einer Telefonkabine ein Interview, da die Tonqualität besser sei als über das Handy.

Hätte Swisscom an einem anderen Tag das Angebot angekündigt, wäre das Ganze nicht so einfach geworden. Als ich an einem Tag gewandert bin, bemerkte ich nämlich, dass ich gar kein Handy-Netz habe. Dies ist in der heutigen Zeit ungewohnt. Das Sunrise-Netz war während mehreren Stunden nicht verfügbar. Das iPhone zeigt an, dass die Netzabdeckung bei Orange und Swisscom vorhanden gewesen ist. Doch mit der Sunrise-SIM-Karte konnte ich mich natürlich nicht in diese Netze einwählen. In einem echten Notfall hätte ich zumindest über die Notrufnummer 112 Polizei oder Sanität rufen können. Doch glücklicherweise ist nichts passiert und nach einigen Stunden wandern gab es dann wieder ein Sunrise-Netz. Doch man glaubt in der heutigen Zeit gar nicht mehr, dass es überhaupt so etwas wie ein grösseres Funkloch bei den Schweizer Anbietern noch gibt. Doch ich habe in meinen Ferien nun immerhin die Leistung erbracht, ein grosses Sunrise-Funkloch zu finden.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Orange und Sunrise können bezüglich ihrer Netze längst noch nicht mit Swisscom mithalten. Ich habe gerade mein Sunrise-Abonnement gekündigt, weil an meinem Arbeitsplatz der Empfang mies bis inexistent ist, in einem Vorort vor Zürich gleich neben der Autobahn … ich zahle ungern die horrenden Swisscom-Preise und muss sowieso noch fast ein Jahr bei Sunrise ausharren, aber alle Leidensfähigkeit hat Grenzen!

Anonym hat gesagt…

Wandere doch einmal von der Surselva durch die Val Sumvitg oder von Vrin (Val Lumnezia) über den Pass Diesrut über die Greina-Ebene ins Tessin nach Campo Blenio. Du wirst stundenlang ohne irgend ein Mobilfunknetz sein. Immerhin gibt es auf dem Weg zwei SAC-Hütten, wo Du in Notfällen Hilfe rufen kannst. Auf welche Weise diese beiden Hütten mit dem Festnetz verbunden sind (es gibt dort Telefonautomaten), weiss ich nicht. - Aber vielleicht weisst Du das ja!?

struy hat gesagt…

Wieso werden, zumindest an nicht erschlossenen Orten, die Netze von sunrise und Orange nicht einfach ineinander ergänzt? Die beiden Provider haben ja ihr Mobilfunknetz an die selbe Firma ausgelagert. Ich denke jetzt kaum, dass das Mobilfunknetz ein Grund für mehr Mobilfunkkunden ist, sondern eher im Gegenteil, ein Loch ist ein Grund zum Abwandern, und das wahrscheinlich in den meisten Fällen zugunsten von Swisscom.
Also, wieso spannen sunrise und orange da nicht etwas zusammen? Zu verlieren hätten sie dabei so ziemlich nichts, zu gewinnen aber sehr wohl, nämlich treue zufriedene Kunden.

Aber andererseits: Es ist doch eine Seuche, heutzutage jederzeit überall erreichbar sein zu müssen. Gerade beim Wandern soll man sich doch nicht auf sein Handy konzentrieren, sondern sich auf die Bergwelt besinnen und mal das ganze Arbeitsleben für eine gewisse Zeit hinter sich lassen.
Ich habe mich zwar schon gewundert, wieso da so wenige Blogeinträge in letzter Zeit kamen, eine kurze Notiz, dass man Wanderferien geniesst, hätte mir aber so ziemlich alles erklärt. Oder falls das ein Sicherheitsrisiko sein sollte halt nachträglich. Dieser Blog ist ja kein Newsticker sondern etwas fundierte Hintergrundinformation, die nebenbei für uns aufs Netz gestellt wird. Hierfür übrigens danke.

Ralf Beyeler hat gesagt…

Ich betreibe mein Blog als Hobby. Deshalb kann es durchaus vorkommen, dass ich manchmal einige Tage nichts schreibe und dann wieder einmal relativ viel schreibe. Daneben sind natürlich auch noch andere Faktoren - z.B. Wetter, andere Aktivitäten - die eine Rolle spielen, wie oft ich etwas schreiben kann.

Mir ist es wichtiger, dass ich Hintergründe vermitteln kann und deshalb kann es manchmal auch ein paar Tage dauern.

Für mich ist ein Loch kein Grund zum Abwandern und ich bin nicht bereit, wegen ein paar Stunden Funkloch den Anbieter zu wechseln und dann drei bis viermal mehr als bisher zu bezahlen.

Ein Zusammenlegen des Netzes dürfte schwierig werden. Ich bin aber dafür, dass die Anbieter ein Nationalroaming in Randregionen vereinbaren. Das hiesse dann, dass die Kunden von Sunrise das Orange-Netz nutzen können, wenn das Sunrise-Netz nicht zur Verfügung steht. Und umgekehrt natürlich auch.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler

hansmeierhans hat gesagt…

Lass Dich von Leuten wie struy nicht verrückt machen. Ich finde es toll, dass Du während eines Jahrzehnts so am Ball geblieben bist (ich schaute mir damals schon Deine Teltax-Seite an) und inzwischen Dein Hobby zum Beruf machen konntest.

struy hat gesagt…

Das ist jetzt zwar reichlich spät, aber mein Beitrag wurde glaube ich etwas daneben aufgefasst, wie er eigentlich gemeint war, zumindest was hansmeierhans noch geschrieben hat.

Das mit der ständigen Erreichbarkeit war kein Angriff auf Ralf, und anders, als aufgefasst, hätte er den Artikel nach den Wanderferien am eigenen Computer verfassen können und die Ferien geniessen, wobei ich denke, dass die Ferien auch mit Blogeintrag schön waren. Ich denke aber, man versteht worauf ich hinaus will.

Und das wegen dem Funkloch abwandern: Da meinte ich eher weniger wenn man mal in den Bergen ist, sondern jemand zu Hause schlechten Empfang von seinem Anbieter hat, oder bei einem Kollegen, bei dem man häufig ist, kein Empfang hat oder zügelt usw. Wenn da sunrise schlampt und Orange hätte Empfang, geht der sunrise Kunde wohl eher zu Swisscom als zu Orange (denke ich mal). Aber im Endeffekt käme ein nationales Roaming oder ein Zusammenlegen eines Netzes in etwa auf dasselbe hinaus, zumindest für den Kunden. Was firmenintern da verrechnet wird, interessiert den Endkunden ja nicht wirklich.

Nochmals, mein vorheriger Beitrag war in keinster Weise eine Kritik (zumindest keine Negative ;-) ). Ich finde den Blog wirklich gut. Weiter so.