Cablecom hat lange verhandelt. Nun hat Cablecom Orange als Partner für ein eigenes Mobilfunk-Angebot gefunden. Details sind noch keine bekannt, doch gemäss Informationen der Nachrichtenagentur AWP hat Cablecom auch einen Mobile Network Code MNC beantragt. Dies dürfte darauf hindeuten, dass Cablecom als „echter“ virtueller Provider MVNO tätig sein dürfte. Noch bei den Handy-Angeboten, die 2005 und 2006 von Cablecom lanciert worden sind (und die inzwischen wieder eingestellt worden sind) handelte es sich lediglich um Angebote von Sunrise, die durch Cablecom vermarktet worden sind.
Wer jetzt erwartet, dass die Schweizer Handypreise endlich purzeln werden, dürfte jedoch enttäuscht werden. Gemäss meiner Einschätzung dürften die Preise nämlich nicht ins Rollen kommen.
Cablecom wird das Mobilfunk-Netz von Orange benutzen. Für die Nutzung muss Cablecom eine Gebühr bezahlen. Diese Gebühren sind nicht reguliert, das heisst, Orange und Cablecom müssen diese Gebühren selbst aushandeln. Orange hat ein Interesse daran, dass diese Gebühren nicht zu niedrig sind, weil man ansonsten die eigenen Angebote zu stark konkurrenzieren würde. Dazu kommt, dass Kunden, die sich für Orange entscheiden, dem Unternehmen lieber sind als die Kunden, die sich für Cablecom entscheiden. Denn bei eigenen Produkten ist die Wertschöpfung und daher der Verdienst höher. Ich erwarte, dass Cablecom etwa gleich teuer oder leicht günstiger als andere vergleichbare Angebote auf dem Schweizer Markt sein werden. Wir werden bei der Lancierung sehen, wie teuer Cablecom wirklich sein wird.
Im Schweizer Markt hatten von den Anbietern ohne eigenes Netz bisher vor allem Migros, Coop und Lebara am meisten Erfolg. Doch bei den Handyangeboten von Migros und Coop handelt es sich um ein Angebot, dass von Swisscom bzw. Orange in Zusammenarbeit den Einzelhandelsriesen angeboten wird.
Ich erwarte auch nicht, dass die neuen Handy-Angebote von Cablecom dazuführen werden, dass die Kunden in Massen von den etablierten Anbietern wegwechseln werden. Ich denke, dass Cablecom mittelfristig (ca. 5 Jahre) wohl um die 200'000 Handy-Kunden gewinnen dürfte. Es würde mich erstaunen, wenn es wesentlich mehr sind. Je nach Angebot – das derzeit noch nicht bekannt ist – könnten es auch sehr viel weniger Kunden sein.
Was denken Sie dazu, dass in Zukunft auch Cablecom Mobilfunk-Angebote anbieten wird? Schreiben Sie die Meinung in den Kommentaren.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telecom-Experte von comparis.ch
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Sonntag, 10. Juli 2011
Donnerstag, 30. Dezember 2010
Cablecom erhöht Geschwindigkeit
Bestehende Cablecom-Kunden, die noch mit bestimmten Produkten im Internet surfen, die nicht mehr verkauft werden, erhalten nun zum (praktisch) gleichen Preis einen schnelleren Internet-Zugang. Wer bisher mit einem Internet-Zugang von 3'000 KBit/s gesurft hat, erhält neu 8'000 KBit/s für monatlich 40 Franken. Statt 5'000 KBit/s gibt es nun 10'000 KBit/s für 45 Franken im Monat. Und wer bisher mit 10'000 KBit/s surft, surft neu mit 20'000 KBit/s durch das Internet. Hier wird der monatliche Preis um einen Franken auf 50 Franken erhöht.
Lange Zeit war es üblich, dass die Geschwindigkeit erhöht wurde und alle Kunden automatisch von der Erhöhung profitieren. Doch vor einiger Zeit hat Cablecom angefangen, Kunden nicht mehr automatisch auf höhere Geschwindigkeiten umzustellen. Die bestehenden Kunden behielten die Geschwindigkeit, konnten auf Wunsch jedoch auf andere Geschwindigkeiten wechseln. Mit den neueren Angeboten mit höheren Geschwindigkeiten hat Cablecom versucht, Neukunden anzusprechen. Ich finde es gut, dass jetzt die Geschwindigkeit auch für bestehende Kunden wieder erhöht wird. Den meisten Kunden dürfte dies zwar egal sein, weil sie eigentlich gar nicht einen so schnellen Internet-Zugang benötigen.
Weniger erfreulich ist, dass die Cablecom immer noch am Haustür-Verkauf festhält. Besonders schlimm ist es, wenn die Verkäufer den Kunden mit falschen Argumenten zum Abschluss eines Vertrages bewegen wollen. Wenn es heisst: Hier unterschreiben oder sie können bereits nächste Woche nicht mehr fernsehen. Analog-TV wird derzeit aber noch nicht abgeschaltet und Digital-TV ist nur unter bestimmten Bedingungen sinnvoll (insbesondere wenn man bestimmte Sender sehen möchte). Der Verkäufer soll offen und genau informieren. Da die Verkäufer aber vor allem für Abschlüsse bezahlt werden, haben diese ein Interesse an möglichst viel Verkäufen. Dies führt dann zu fragwürdigen Methoden. Es erstaunt mich persönlich, dass die Cablecom an dieser Verkaufsform festhält. Immerhin führt diese immer wieder für Ärger.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Dienstag, 2. November 2010
Schweizer bezahlen 150 Millionen zuviel
Gestern hat die Gratis-Zeitung 20 Minuten darüber berichtet, dass die Schweizer jährlich 150 Millionen Franken Gebühren für den Kabelanschluss bezahlen, obwohl sie diesen gar nicht benutzen (Artikel ist auch online verfügbar).
Die meisten Kunden empfangen ihre TV-Programme über den Kabelanschluss z.B. von Cablecom oder einem regionalen Anbieter, aber inzwischen gibt es auch Alternativen. So steigt die Zahl der Kunden, die über ihren Festnetz-Anschluss von Swisscom fernsehen, rasant an. Inzwischen dürften bereits rund 400'000 Haushalte Swisscom-TV nutzen. Andere Alternativen sind der Empfang über Satellit oder – vor allem in Grenzregionen, im Wallis und im Graubünden – über DVB-T über eine normale Antenne. Und schliesslich gibt es noch die Personen, die keinen TV mehr haben und höchstens über Zattoo mal eine Sendung sehen.
Wer nicht über einen Zweitfernseher weiterhin über den Kabelanschluss Programme sehen möchte und ansonsten über eine alternative Technologie die TV-Programme empfängt, benötigt keinen Kabelanschluss mehr. Doch viele Kundinnen und Kunden wissen gar nicht, dass Sie weiterhin Monat für Monat eine Gebühr für den nicht mehr benutzten Kabelanschluss bezahlen. Denn als Mieter bezahlt man diese Gebühr (zwischen etwa 100 und 325 Franken im Jahr, je nach Anbieter) in der Regel mit der Nebenkosten-Abrechnung zusammen mit den Kosten für Warmwasser, Heizung und Lift. Ich habe bereits mehrfach darauf aufmerksam gemacht.
Man kann es nicht oft genug sagen: Wenn man den Kabelnetz-Anschluss nicht mehr benötigt, dann kann man diesen kündigen und muss diese Gebühr in Zukunft nicht mehr bezahlen.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telecom-Experte von comparis.ch
Die meisten Kunden empfangen ihre TV-Programme über den Kabelanschluss z.B. von Cablecom oder einem regionalen Anbieter, aber inzwischen gibt es auch Alternativen. So steigt die Zahl der Kunden, die über ihren Festnetz-Anschluss von Swisscom fernsehen, rasant an. Inzwischen dürften bereits rund 400'000 Haushalte Swisscom-TV nutzen. Andere Alternativen sind der Empfang über Satellit oder – vor allem in Grenzregionen, im Wallis und im Graubünden – über DVB-T über eine normale Antenne. Und schliesslich gibt es noch die Personen, die keinen TV mehr haben und höchstens über Zattoo mal eine Sendung sehen.
Wer nicht über einen Zweitfernseher weiterhin über den Kabelanschluss Programme sehen möchte und ansonsten über eine alternative Technologie die TV-Programme empfängt, benötigt keinen Kabelanschluss mehr. Doch viele Kundinnen und Kunden wissen gar nicht, dass Sie weiterhin Monat für Monat eine Gebühr für den nicht mehr benutzten Kabelanschluss bezahlen. Denn als Mieter bezahlt man diese Gebühr (zwischen etwa 100 und 325 Franken im Jahr, je nach Anbieter) in der Regel mit der Nebenkosten-Abrechnung zusammen mit den Kosten für Warmwasser, Heizung und Lift. Ich habe bereits mehrfach darauf aufmerksam gemacht.
Man kann es nicht oft genug sagen: Wenn man den Kabelnetz-Anschluss nicht mehr benötigt, dann kann man diesen kündigen und muss diese Gebühr in Zukunft nicht mehr bezahlen.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telecom-Experte von comparis.ch
Montag, 31. Mai 2010
Interview mit Eric Tveter (Cablecom)
In der Sonntagszeitung vom 23. Mai 2010 ist ein Interview mit Cablecom-Chef Eric Tveter erschienen. Der Amerikaner, der seit etwa einem Jahr Chef der Cablecom ist, erklärte im Interview, dass Qualität den Schweizern sehr wichtig sei und sich der Kundendienst wesentlich verbessert habe.
Eric Tveter sagte im Interview, dass seit der Lancierung der 3-für-2-Angebote die Marktanteile der Cablecom steigen. Und aufgrund des neuen Internet-Angebotes und der Einführung von Digital-TV ohne Set-Top-Box erwartet Eric Tveter ein schnelleres Wachstum in Zukunft.
Ich frage mich, ob Cablecom in Zukunft wirklich so schnell wachsen wird. Was ist der Auslöser bei den Kunden, von Swisscom und Sunrise zur Cablecom zu wechseln? Kann Cablecom mit schnellerem Internet zum praktisch gleichen Preis wirklich die Kunden dazu bewegen, in Scharen von Swisscom weg zu wechseln? Ich glaube dies eher weniger. Ich denke, dass den meisten Kunden die Erwartung an einen guten Kundendienst von Swisscom (der allerdings auch nicht perfekt ist) wichtiger ist als einen schnelleren Internet-Zugang von Cablecom. Die Cablecom hat immer noch ein Imageproblem beim Kundendienst, auch wenn sich der Kundendienst wohl verbessert haben dürfte. Es braucht halt viel Zeit, das schlechte Image zu verbessern.
Zum Thema Mobilfunk äusserte sich Eric Tveter auch. Als reiner Wiederverkäufer seien die Möglichkeiten bei Produkt- und Preisgestaltung sehr limitiert und damit lasse sich kein Geld verdienen. Cablecom hat den Entscheid der Weko, die Fusion zwischen Orange und Sunrise abzulehnen, begrüsst. Eric Tveter ist optimistischer, dass Cablecom bald als vollwertiger Mobilfunk-Anbieter auftreten können. Interessant die Aussage, dass man sich als virtueller Mobilfunk-Anbieter nicht über den Preis definieren will. Meiner Meinung nach heisst dies, dass Cablecom nicht mit tiefen Preisen Marktanteile erobern möchte. Allerdings ist dann fraglich, mit welcher Strategie Cablecom die Kunden gewinnen möchte. Auch in Zukunft dürften wir also in der Schweiz sehr hohe Mobilfunk-Preise bezahlen.
Im Interview nennt die Sonntags-Zeitung eine Zahl von 100 bis 200 Millionen Franken, die Cablecom für den Marktantritt zum virtuellen Mobilfunk-Anbieter investieren müsste. Eric Tveter sagt, dass diese Zahl viel zu hoch ist. Ich bin gleicher Meinung: Selbst wenn die Cablecom ein echter virtueller Mobilfunk-Anbieter ist, dürfte die Cablecom meiner Meinung nach maximal einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag investieren.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Eric Tveter sagte im Interview, dass seit der Lancierung der 3-für-2-Angebote die Marktanteile der Cablecom steigen. Und aufgrund des neuen Internet-Angebotes und der Einführung von Digital-TV ohne Set-Top-Box erwartet Eric Tveter ein schnelleres Wachstum in Zukunft.
Ich frage mich, ob Cablecom in Zukunft wirklich so schnell wachsen wird. Was ist der Auslöser bei den Kunden, von Swisscom und Sunrise zur Cablecom zu wechseln? Kann Cablecom mit schnellerem Internet zum praktisch gleichen Preis wirklich die Kunden dazu bewegen, in Scharen von Swisscom weg zu wechseln? Ich glaube dies eher weniger. Ich denke, dass den meisten Kunden die Erwartung an einen guten Kundendienst von Swisscom (der allerdings auch nicht perfekt ist) wichtiger ist als einen schnelleren Internet-Zugang von Cablecom. Die Cablecom hat immer noch ein Imageproblem beim Kundendienst, auch wenn sich der Kundendienst wohl verbessert haben dürfte. Es braucht halt viel Zeit, das schlechte Image zu verbessern.
Zum Thema Mobilfunk äusserte sich Eric Tveter auch. Als reiner Wiederverkäufer seien die Möglichkeiten bei Produkt- und Preisgestaltung sehr limitiert und damit lasse sich kein Geld verdienen. Cablecom hat den Entscheid der Weko, die Fusion zwischen Orange und Sunrise abzulehnen, begrüsst. Eric Tveter ist optimistischer, dass Cablecom bald als vollwertiger Mobilfunk-Anbieter auftreten können. Interessant die Aussage, dass man sich als virtueller Mobilfunk-Anbieter nicht über den Preis definieren will. Meiner Meinung nach heisst dies, dass Cablecom nicht mit tiefen Preisen Marktanteile erobern möchte. Allerdings ist dann fraglich, mit welcher Strategie Cablecom die Kunden gewinnen möchte. Auch in Zukunft dürften wir also in der Schweiz sehr hohe Mobilfunk-Preise bezahlen.
Im Interview nennt die Sonntags-Zeitung eine Zahl von 100 bis 200 Millionen Franken, die Cablecom für den Marktantritt zum virtuellen Mobilfunk-Anbieter investieren müsste. Eric Tveter sagt, dass diese Zahl viel zu hoch ist. Ich bin gleicher Meinung: Selbst wenn die Cablecom ein echter virtueller Mobilfunk-Anbieter ist, dürfte die Cablecom meiner Meinung nach maximal einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag investieren.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Mittwoch, 5. Mai 2010
Digital-TV im Kassensturz
Gestern hat die TV-Sendung Kassensturz wieder einmal über den Kabel-TV-Anbieter Cablecom berichtet. Der Beitrag ist online abrufbar.
Cablecom hebt bekanntlich ab Juni den Set-Top-Boxen-Zwang auf. Neu können die Kunden auch eine Digicard für rund 100 Franken kaufen. Diese Digicard können die Kunden in einen kompatiblen Fernseher stecken und so digital fernsehen. Doch leider setzt die Cablecom auf den CI+-Standard. Dies bedeutet, dass über 450'000 TV-Geräte mit der verbreiteten CI-Schnittstelle, die eigentlich auch Digital-TV ohne Set-Top-Box empfangen könnten, weiterhin auf eine Set-Top-Box angewiesen sind.
Meine Meinung dazu: Das Argument, dass die TV-Sender CI+ vorschreiben würden, ist fraglich. Würde die Cablecom auf das normale CI setzen, so würde kaum ein Sender die Weiterverbreitung verbieten. Abgesehen davon darf Cablecom alle in der Schweiz frei empfangbaren Programme weiterverbreiten, ohne dass der Sender einverstanden sein muss. Ich verstehe nicht, weshalb die Cablecom trotzdem auf CI+ setzt. Am Besten wäre immer noch, dass die Programme unverschlüsselt ausgestrahlt werden. Mindestens die Must-Carry-Programme sollten ohne Verschlüsselung ausgestrahlt werden.
Ich hoffe, dass der Bundesrat sich jetzt noch für eine kundenfreundliche Lösung einsetzt und die Verordnung so anpasst, dass die Programme ohne Verschlüsselung verbreitet werden. Oder zumindest CI vorschreibt. Eine Regulierung ist in diesem Bereich notwendig und sinnvoll, ansonsten können die Konsumenten in Zukunft unter Umständen nicht mal mehr ihre Sendungen vorspuhlen. Eine Funktion, die mein uralter VHS-Recorder bereits vor 20 Jahren konnte.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Cablecom hebt bekanntlich ab Juni den Set-Top-Boxen-Zwang auf. Neu können die Kunden auch eine Digicard für rund 100 Franken kaufen. Diese Digicard können die Kunden in einen kompatiblen Fernseher stecken und so digital fernsehen. Doch leider setzt die Cablecom auf den CI+-Standard. Dies bedeutet, dass über 450'000 TV-Geräte mit der verbreiteten CI-Schnittstelle, die eigentlich auch Digital-TV ohne Set-Top-Box empfangen könnten, weiterhin auf eine Set-Top-Box angewiesen sind.
Meine Meinung dazu: Das Argument, dass die TV-Sender CI+ vorschreiben würden, ist fraglich. Würde die Cablecom auf das normale CI setzen, so würde kaum ein Sender die Weiterverbreitung verbieten. Abgesehen davon darf Cablecom alle in der Schweiz frei empfangbaren Programme weiterverbreiten, ohne dass der Sender einverstanden sein muss. Ich verstehe nicht, weshalb die Cablecom trotzdem auf CI+ setzt. Am Besten wäre immer noch, dass die Programme unverschlüsselt ausgestrahlt werden. Mindestens die Must-Carry-Programme sollten ohne Verschlüsselung ausgestrahlt werden.
Ich hoffe, dass der Bundesrat sich jetzt noch für eine kundenfreundliche Lösung einsetzt und die Verordnung so anpasst, dass die Programme ohne Verschlüsselung verbreitet werden. Oder zumindest CI vorschreibt. Eine Regulierung ist in diesem Bereich notwendig und sinnvoll, ansonsten können die Konsumenten in Zukunft unter Umständen nicht mal mehr ihre Sendungen vorspuhlen. Eine Funktion, die mein uralter VHS-Recorder bereits vor 20 Jahren konnte.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Dienstag, 13. April 2010
Cablecom mit schnellerem Internet-Zugang
Cablecom hat überraschend ihr Breitband-Internet-Angebot überarbeitet. Statt acht verschiedene Angebote gibt es nur noch deren fünf. In der Schweiz nehmen die meisten Kunden einen Internet-Zugang, der etwa 50 Franken im Monat kostet. Bei Swisscom und den meisten anderen ADSL-Anbietern erhält man für 49 Franken einen Internet-Zugang mit einer Geschwindigkeit von 5'000 KBit/s.
Bei Cablecom und auch vielen anderen Kabelnetz-Anbietern erhielt man bisher für 49 Franken einen Internet-Zugang mit einer Geschwindigkeit von 10'000 KBit/s. Dieses Angebot gibt es für Neukunden nicht mehr, bestehende Kunden behalten dieses. Neu bietet Cablecom für genau 50 Franken einen Internet-Zugang mit einer Geschwindigkeit von 20'000 KBit/s an. Dies ist ein mutiges Angebot, denn das Angebot ist ein Franken teurer als beim Mitbewerber Swisscom. Die Geschwindigkeit ist allerdings auch viermal schneller. (und der Internet-Zugang mit 20'000 KBit/s kostet bei Swisscom monatlich 19 Franken mehr). Ich persönlich bezweifle jedoch, ob viele Kunden Wert auf einen so schnellen Internet-Zugang legen. Ich denke, dass die meisten Kunden zufrieden sind mit ihrer Internet-Geschwindigkeit.
Die beiden Angebote für Wenignutzer gibt es unverändert. Die beiden schnellsten Internet-Angebote bleiben vorerst ebenfalls unverändert, doch ab Ende Mai wird Cablecom diese Angebote günstiger anbieten. Der 50 MBit/s-Anschluss kostet dann nur noch 60 Franken (bisher 85 Franken) und der 100 MBit/s-Anschluss 85 Franken (bisher 95 Franken).
Bei der neuen Produktpalette fällt auf, dass das Angebot für Wenignutzer (2'000 KBit/s für 34 Franken) 10mal langsamer ist als das neue Standard-Angebot (20'000 KBit/s für 50 Franken). Achtung: Cablecom-Kunden, die nun von einem bestehenden Abo auf das neue Angebot wechseln, erhalten nicht nur einen schnelleren Internet-Zugang, sondern auch kundenunfreundliche Vertragsbestimmungen. Denn wer den Vertrag bis Ende 2008 abgeschlossen hat, konnte bisher jederzeit kündigen, doch nach dem Wechsel ist die Kündigung dann nur noch einmal pro Jahr möglich.
Übrigens: Für die meisten Kunden dürfte es wohl keine Rolle spielen, ob sie nun mit 5'000 KBit/s oder 10'000 KBit/s oder gar 20'000 KBit/s durchs Internet surfen. Nur wer sich darüber aufregt, dass der Internet-Zugang zu langsam ist, kann durch die schnelleren Geschwindigkeiten profitieren.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Bei Cablecom und auch vielen anderen Kabelnetz-Anbietern erhielt man bisher für 49 Franken einen Internet-Zugang mit einer Geschwindigkeit von 10'000 KBit/s. Dieses Angebot gibt es für Neukunden nicht mehr, bestehende Kunden behalten dieses. Neu bietet Cablecom für genau 50 Franken einen Internet-Zugang mit einer Geschwindigkeit von 20'000 KBit/s an. Dies ist ein mutiges Angebot, denn das Angebot ist ein Franken teurer als beim Mitbewerber Swisscom. Die Geschwindigkeit ist allerdings auch viermal schneller. (und der Internet-Zugang mit 20'000 KBit/s kostet bei Swisscom monatlich 19 Franken mehr). Ich persönlich bezweifle jedoch, ob viele Kunden Wert auf einen so schnellen Internet-Zugang legen. Ich denke, dass die meisten Kunden zufrieden sind mit ihrer Internet-Geschwindigkeit.
Die beiden Angebote für Wenignutzer gibt es unverändert. Die beiden schnellsten Internet-Angebote bleiben vorerst ebenfalls unverändert, doch ab Ende Mai wird Cablecom diese Angebote günstiger anbieten. Der 50 MBit/s-Anschluss kostet dann nur noch 60 Franken (bisher 85 Franken) und der 100 MBit/s-Anschluss 85 Franken (bisher 95 Franken).
Bei der neuen Produktpalette fällt auf, dass das Angebot für Wenignutzer (2'000 KBit/s für 34 Franken) 10mal langsamer ist als das neue Standard-Angebot (20'000 KBit/s für 50 Franken). Achtung: Cablecom-Kunden, die nun von einem bestehenden Abo auf das neue Angebot wechseln, erhalten nicht nur einen schnelleren Internet-Zugang, sondern auch kundenunfreundliche Vertragsbestimmungen. Denn wer den Vertrag bis Ende 2008 abgeschlossen hat, konnte bisher jederzeit kündigen, doch nach dem Wechsel ist die Kündigung dann nur noch einmal pro Jahr möglich.
Übrigens: Für die meisten Kunden dürfte es wohl keine Rolle spielen, ob sie nun mit 5'000 KBit/s oder 10'000 KBit/s oder gar 20'000 KBit/s durchs Internet surfen. Nur wer sich darüber aufregt, dass der Internet-Zugang zu langsam ist, kann durch die schnelleren Geschwindigkeiten profitieren.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Donnerstag, 18. März 2010
Cablecom: Gratis-Internet für alle
Ab Juni 2010 bietet der grösste Kabelnetz-Betreiber der Schweiz, die Cablecom einen kostenlosen Gratis-Internet-Zugang an. Der Kunde muss lediglich ein Modem für einmalig 25 Franken kaufen und kann dann kostenlos im Internet surfen. Wie bisher fällt natürlich weiterhin die Anschlussgebühr für Analog-TV an. Neu kostet der Analog-TV-Anschluss 27.20 Franken (bisher 26.45 Franken). Häufig wird diese Gebühr vom Vermieter über die Nebenkosten verrechnet.
Der Gratis-Internet-Zugang hat zwar nur eine Geschwindigkeit von 300 Kbit/s, doch für „normales“ surfen, ein paar Mails und ein bisschen Online-Banking reicht diese Geschwindigkeit jedoch völlig aus. Wer jedoch häufig Dateien herunterlädt oder online Videos ansieht, dürfte wenig Freude an einem so langsamen Internet-Zugang haben. Bei dieser Nutzung sollte man einen schnelleren Internet-Zugang nutzen.
Auch bestehende Kunden und Kundinnen, die sich bereits heute ins Internet einwählen, können gebührenfrei auf das neue Gratis-Internet wechseln.
Trotzdem ist das Angebot alles in allem ein gutes Angebot. Damit erhält man auch in Wohnungen einen Internet-Zugang, wo die Bewohner eigentlich gar keinen Internet-Zugang bezahlen wollen. Interessant z.B. bei Ferienwohnungen – sofern es dort überhaupt einen Cablecom-Anschluss hat – oder wenn erwachsene Kinder bei ihren Internetlosen Eltern auch surfen wollen.
Mir ist nicht ganz klar, weshalb Cablecom das Gratis-Internet anbietet. Eventuell will man so die Kunden auf Internet-Zugänge von Cablecom aufmerksam machen. Oder es ist eine Massnahme, um das angekratzte Image zu verbessern.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Der Gratis-Internet-Zugang hat zwar nur eine Geschwindigkeit von 300 Kbit/s, doch für „normales“ surfen, ein paar Mails und ein bisschen Online-Banking reicht diese Geschwindigkeit jedoch völlig aus. Wer jedoch häufig Dateien herunterlädt oder online Videos ansieht, dürfte wenig Freude an einem so langsamen Internet-Zugang haben. Bei dieser Nutzung sollte man einen schnelleren Internet-Zugang nutzen.
Auch bestehende Kunden und Kundinnen, die sich bereits heute ins Internet einwählen, können gebührenfrei auf das neue Gratis-Internet wechseln.
Trotzdem ist das Angebot alles in allem ein gutes Angebot. Damit erhält man auch in Wohnungen einen Internet-Zugang, wo die Bewohner eigentlich gar keinen Internet-Zugang bezahlen wollen. Interessant z.B. bei Ferienwohnungen – sofern es dort überhaupt einen Cablecom-Anschluss hat – oder wenn erwachsene Kinder bei ihren Internetlosen Eltern auch surfen wollen.
Mir ist nicht ganz klar, weshalb Cablecom das Gratis-Internet anbietet. Eventuell will man so die Kunden auf Internet-Zugänge von Cablecom aufmerksam machen. Oder es ist eine Massnahme, um das angekratzte Image zu verbessern.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Mittwoch, 23. Dezember 2009
Grossen Ärger mit Telekom-Anbieter
Traditonell veröffentlicht die Zeitschrift Beobachter eine Hitparade der Firmen, mit denen die Kundinnen und Kunden im auslaufenden Jahr am häufigsten Probleme hatten (Artikel online verfügbar). Der Beobachter bietet seinen Abonnenten eine kostenlose Rechtsberatung an und kann deshalb zählen, wie oft die Kunden Probleme mit verschiedenen Anbietern haben. Der Beobachter zeichnet die fünf Anbieter, die am häufigsten Probleme machen, mit dem Prix Blamage aus.
Bereits in den Vorjahren sind die grossen Telekom-Anbieter jeweils prominent vertreten gewesen. Dies ist erstaunlich, weil es in der Schweiz auch andere grosse Firmen mit vielen Kunden gibt und diese in der Hitparade fast nie auftauchen. Doch die Telekom-Anbieter schaffen es jedes Jahr wieder, in dieser für sie nicht vorteilhaften Liste zu landen. Meines Erachtens sind die Anbieter zu wenig auf die Anliegen der Kunden ausgerichtet.
In diesem Jahr belegt der Kabelnetz-Betreiber Cablecom den zweiten Platz mit über 400 Fällen. Die Probleme gemäss Beobachter waren z.B. willkürlich versandte Rechnungen, defekte Modems und ein überforderter Kundendienst. Bereits im Vorjahr hat Cablecom den zweiten Platz mit 442 Fällen belegt.
Auf den dritten Platz landet Sunrise mit etwas unter 400 Fällen. In diesem Jahr wurden die Beschwerden von Tele2, die inzwischen eine Tochtergesellschaft von Sunrise ist, zum ersten Mal bei Sunrise mitgezählt. Die Probleme gemäss Beobachter sind Chaos im Rechnungswesen, Aufschaltungen, die tagelang nicht klappen und trotzdem verrechnet werden und aggressive Anwerbungen. Im letzten Jahr gab es bei Sunrise 198 Beschwerden und bei Tele2 191 Beschwerden.
Auch Telekom-Riese Swisscom sorgt für Verärgerung bei seinen Kunden und kann die Probleme nicht selbst lösen. Im Jahr 2009 hatte der Beobachter rund 200 Beschwerden von Swisscom-Kunden gezählt. Damit belegt Swisscom Platz 4 der Liste. Ein Anbieter, der offensiv wirbt, dass er für die Kunden da ist, sollte den Kundendienst ernster nehmen. Ich persönlich stelle leider relativ häufig fest, dass Swisscom beim Kundendienst teilweise grössere Schwächen hat und Kunden mit ihren Anliegen alleine gelassen werden. Hauptproblem gemäss Beobachter sind unbewusst bestellte kostenpflichtige SMS, die man erst beim Erhalt der Rechnung bemerkt. Der Beobachter rät übrigens, nur den unbestrittenen Teil der Rechnung zu bezahlen, die Beträge für die unbestellten Mehrwertdienste-SMS hingegen nicht.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Sonntag, 29. November 2009
Letzte Hoffnung Cablecom?
Die NZZ am Sonntag nimmt heute im Wirtschaftsteil die geplante Übernahme von Sunrise durch Orange auf (Artikel auch online verfügbar). Die NZZ am Sonntag setzt grosse Hoffnungen in den Kabelnetzbetreiber und fragt, wann Cablecom erwachen wird?
Die NZZ am Sonntag schreibt:
Gemäss dem Artikel ist Cablecom-Chef Eric Tveter davon überzeugt, dass die Cablecom Telefonie, Mobilfunk, Internet und TV aus einer Hand anbieten müsse. Die Cablecom bietet bereits seit vier Jahren Mobilfunk-Dienstleistungen in Zusammenarbeit mit Sunrise an. Die beiden Angebote sind jedoch nicht bekannt und Cablecom integrierte diese z.B. auch nicht in den Kombi-Rabatt. Das Angebot ist ausserdem teuer und es gibt keine Möglichkeit, zu bezahlbaren Preisen mit dem Handy-Angebot der Cablecom zu surfen.
Gegenüber der NZZ am Sonntag sagt der Cablecom-Chef nichtssagend:
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Die NZZ am Sonntag schreibt:
Die Hoffnungen für mehr Wettbewerb ruhen auch auf Eric Tveter, seit Juni an der Spitze von Cablecom. Der Kabelnetzbetreiber erreicht zwei von drei Haushalten und ist damit der dritte Konkurrent, der Swisscom angreifen könnte. Könnte, weil er zuerst das hausgemachte Problem des Kundendienstes in den Griff bekommen und den ramponierten Ruf flicken muss.Meines Wissens erreicht Cablecom zwar nicht zwei von drei Haushalten, sondern nur etwas mehr als die Hälfte aller Schweizer Haushalte. Das Cablecom zuerst den Kundendienst in Griff kriegen muss, ist klar.
Gemäss dem Artikel ist Cablecom-Chef Eric Tveter davon überzeugt, dass die Cablecom Telefonie, Mobilfunk, Internet und TV aus einer Hand anbieten müsse. Die Cablecom bietet bereits seit vier Jahren Mobilfunk-Dienstleistungen in Zusammenarbeit mit Sunrise an. Die beiden Angebote sind jedoch nicht bekannt und Cablecom integrierte diese z.B. auch nicht in den Kombi-Rabatt. Das Angebot ist ausserdem teuer und es gibt keine Möglichkeit, zu bezahlbaren Preisen mit dem Handy-Angebot der Cablecom zu surfen.
Gegenüber der NZZ am Sonntag sagt der Cablecom-Chef nichtssagend:
«Mit der möglichen Fusion von Orange und Sunrise werden wir das Mobilfunkgeschäft eingehend prüfen», sagt Tveter. Ob als Wiederverkäufer auf einem fremden Netz oder als neue Lizenzinhaberin, lässt er offen. Die erste Option, der Wiederverkauf, könnte nach den jüngsten Ereignissen auch von Bundesbern forciert werden – indem mit einer Gesetzesänderung der Netzzugangspreis reguliert wird.Ein eigenes Netz ist keine Option für Cablecom. Der Anbieter müsste um die 10 Milliarden Franken investieren und der Aufbau eines weiteren Mobilfunknetzes ist sehr aufwändig. Der Anbieter würde auf starken Widerstand beim Aufbau der Antennen stossen. Bleibt nur noch die Frage, ob Cablecom als echter MVNO das Netz eines anderen Anbieters mit nutzen könnte. Vielleicht braucht es ja gar keine Gesetzesänderung, eventuell kann die Wettbewerbskommission die Entbündelung des Mobilfunknetzes von Orange und Sunrise als Auflage verfügen.
Eine Trendwende ist erkennbar: Cablecom lancierte jüngst mit «3 für 2» ein solches Angebot – drei Dienste zum Preis von zwei. Am Freitag kam Swisscom mit einem ähnlichen Angebot auf den Markt. Und auch Orange/Sunrise dürften dereinst mit neuen Bündelangeboten aus der Küche von France Télécom auf Kundenjagd gehen.Ich bin hier nicht so zuversichtlich wie die NZZ am Sonntag. Denn die Angebote unterscheiden sich preislich praktisch nicht (ich werde in den nächsten Tagen über Swisscom Casa Trio noch ausführlicher bloggen). Und dass sich das Bündelangebot der fusionierten Orange Sunrise deutlich davon abheben wird, glaube ich nicht. Und wenn man sich die Preisentwicklung des Telefonie- und Internet-Angebotes, sieht man, dass die Cablecom bisher immer nur teurer geworden ist. Weshalb sollte die Cablecom beim Mobilfunk eine andere Strategie wählen?
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Mittwoch, 4. November 2009
Nochmals Kombi-Rabatt der Cablecom
Mein Blogeintrag zum neuen Kombi-Rabatt der Cablecom wurde kritisiert. Es geht mir nicht darum, das Angebot von Cablecom schlecht zu reden. Ich finde es jedoch störend, dass z.B. Kunden der Fremdsprachen-Pakete leer ausgehen. Dies obwohl es sich um die treuesten Kunden handelt, die Digital-TV bereits gekauft oder gemietet haben, als es die anderen Digital-TV-Angebote noch nicht gegeben hat.
Auch heute noch habe ich Mühe, die Logik hinter dem Angebot der Cablecom zu verstehen. Weshalb ist die Standard-Set-Top-Box nicht rabattberechtigt? Der Kunde wird in vielen Fällen sowieso die Set-Top-Box kostenlos erhalten. Cablecom macht sich den Aufwand, dem Kunden die Box auszutauschen und macht dann wegen dem Rabatt weniger Umsatz?
Wenig kundenfreundlich, aber aus betriebswirtschaftlichen Gründen verständlich ist, dass das 34-Franken-Internet-Angebot nicht unterstützt wird. Weshalb allerdings das teurere 59 Franken-Internet-Angebot auch nicht ausreicht, um den Rabatt zu erhalten, ist mir nicht klar.
Das selbe beim Festnetz-Angebot: Mit dem 20 Franken-Angebot gibt es keinen Rabatt, aber Rabatt gibt es auf das 15 Franken-Angebot. Ich beschäftige mich seit über 10 Jahren mit Telecom-Tarifen, aber das neueste Cablecom-Angebot macht mir beim besten Willen überhaupt keinen Sinn.
Noch nicht erwähnt habe ich auch die neue Gebühr für die Rechnung: 1.50 Franken wird jeder Rechnung belastet, wobei die Cablecom auf die Gebühr bei den ersten drei Rechnungen verzichtet. Nur wer darauf verzichtet, sich die Rechnung zusenden zu lassen, kann die 1.50 Franken sparen. Für mich ist eine solche Gebühr eine absolute Unverschämtheit. Sie ist nicht verständlich und ich kenne keinen Schweizer Telekom-Anbieter, der ebenfalls eine solche Gebühr kennt. Ebenfalls schlecht finde ich, dass Cablecom nicht offen über diese Gebühr informiert.
Ich habe bereits mehrfach anhand von drei Profilen einen Preisvergleich erstellt. Da die Angebote schwer zu vergleichen sind und je nach Anbieter andere Voraussetzungen vorhanden sind, habe ich die Preise für einen Kunden verglichen, der sowohl TV, Festnetz, Internet und Mobilfunk beim gleichen Anbieter bezieht. Bei allen drei Profilen gehen wir von einem Kunden aus, der insgesamt 5 Stunden aus dem Festnetz und 3 Stunden mit dem Handy telefoniert und mit dem Handy 40 SMS versendet. Der Kunde surft ausserdem jeweils mit dem Internet-Zugang für 49 Franken. Man muss natürlich eingestehen, dass es sich nicht um das genau gleiche Angebot handelt. So kann man z.B. mit dem Handy-Abo von Swisscom surfen, was bei Cablecom nicht ohne Kosten möglich ist. Bei Cablecom z.B. ist die Internet-Geschwindigkeit schneller und bei Bluewin kann man sich exklusive Sportevents für 2.50 Franken ansehen.
Beim Profil 1 handelt es sich um einen Kunden, der lediglich die normalen, üblichen TV-Programme sehen möchte und keinen Wert auf neueste Spielereien setzt. Am günstigsten schnitt Cablecom mit 207.30 Franken ab, mit 209.65 Franken war Swisscom jedoch praktisch gleich teuer. Der Kunde kann nun vom Kombi-Rabatt profitieren, in dem er auf das Digital phone Freecall wechselt. Der Festnetz-Anschluss kostet dann 5 Franken mehr als bisher, allerdings bekommt der Kunde auch einen Rabatt von 12.50 Franken. Zusammen mit der Rechnungsgebühr bezahlt der Kunde also neu 201.30 Franken. Dank dem Kombi-Rabatt kann der Kunde damit knapp 3 Prozent einsparen. Ein Drittel günstiger ist es jedoch, wenn der Kunde seinen Internet- und Festnetz-Anschluss bei Sunrise bezieht und weiterhin analog über Cablecom fernsieht.
Beim Profil 2 handelt es sich um einen Kunden, der zusätzlich auch italienischsprachige Programme ansehen möchte. Hier fährt der Kunde mit Swisscom (219.65 Franken) günstiger als bei Cablecom (228.30 Franken). Der Kunde kann nun zwar den Kombi-Rabatt nutzen, in dem er auf digital phone freecall und mediabox hd receiver wechselt. Im Endeffekt bezahlt der Kunde dann mit dem Rabatt tatsächlich 228.80 Franken und damit 50 Rappen mehr als bisher. Wer Internet und Festnetz von Sunrise bezieht sowie TV von Cablecom, bezahlt 159.60 Franken.
Beim Profil 3 handelt es sich um einen Freak, der ein grosses TV-Angebot , auch Sendungen aufzeichnen und von Sendungen in HD profitieren will. Swisscom ist mit 219.65 Franken ebenfalls billiger als Cablecom mit 233.30 Franken. Mit dem Kombi-Rabatt überholt Cablecom Swisscom, ist mit 214.80 Franken praktisch gleich teuer. Der Kombi-Rabatt reduziert die monatliche Rechnung lediglich um 8%.
Nicht verstanden wird vor allem, weil ich kritisiere, dass die Fremdsprachen-Pakete nicht rabattberechtigt sind. In der Schweiz leben viele Menschen, die fremdsprachige Programme ansehen wollen. Ausserdem ist Digital-TV gerade bei Personen, die fremdsprachige Programme ansehen, weit verbreitet. Ich gehe davon aus, dass mindestens ein Drittel aller Digital-TV-Kunden von Cablecom ein Fremdsprachen-Paket haben und damit nicht vom Kombi-Rabatt profitieren können.
Ich finde dies unfair, auch wenn ich selber ausschliesslich deutschsprachige TV-Programme ansehe.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Auch heute noch habe ich Mühe, die Logik hinter dem Angebot der Cablecom zu verstehen. Weshalb ist die Standard-Set-Top-Box nicht rabattberechtigt? Der Kunde wird in vielen Fällen sowieso die Set-Top-Box kostenlos erhalten. Cablecom macht sich den Aufwand, dem Kunden die Box auszutauschen und macht dann wegen dem Rabatt weniger Umsatz?
Wenig kundenfreundlich, aber aus betriebswirtschaftlichen Gründen verständlich ist, dass das 34-Franken-Internet-Angebot nicht unterstützt wird. Weshalb allerdings das teurere 59 Franken-Internet-Angebot auch nicht ausreicht, um den Rabatt zu erhalten, ist mir nicht klar.
Das selbe beim Festnetz-Angebot: Mit dem 20 Franken-Angebot gibt es keinen Rabatt, aber Rabatt gibt es auf das 15 Franken-Angebot. Ich beschäftige mich seit über 10 Jahren mit Telecom-Tarifen, aber das neueste Cablecom-Angebot macht mir beim besten Willen überhaupt keinen Sinn.
Noch nicht erwähnt habe ich auch die neue Gebühr für die Rechnung: 1.50 Franken wird jeder Rechnung belastet, wobei die Cablecom auf die Gebühr bei den ersten drei Rechnungen verzichtet. Nur wer darauf verzichtet, sich die Rechnung zusenden zu lassen, kann die 1.50 Franken sparen. Für mich ist eine solche Gebühr eine absolute Unverschämtheit. Sie ist nicht verständlich und ich kenne keinen Schweizer Telekom-Anbieter, der ebenfalls eine solche Gebühr kennt. Ebenfalls schlecht finde ich, dass Cablecom nicht offen über diese Gebühr informiert.
Ich habe bereits mehrfach anhand von drei Profilen einen Preisvergleich erstellt. Da die Angebote schwer zu vergleichen sind und je nach Anbieter andere Voraussetzungen vorhanden sind, habe ich die Preise für einen Kunden verglichen, der sowohl TV, Festnetz, Internet und Mobilfunk beim gleichen Anbieter bezieht. Bei allen drei Profilen gehen wir von einem Kunden aus, der insgesamt 5 Stunden aus dem Festnetz und 3 Stunden mit dem Handy telefoniert und mit dem Handy 40 SMS versendet. Der Kunde surft ausserdem jeweils mit dem Internet-Zugang für 49 Franken. Man muss natürlich eingestehen, dass es sich nicht um das genau gleiche Angebot handelt. So kann man z.B. mit dem Handy-Abo von Swisscom surfen, was bei Cablecom nicht ohne Kosten möglich ist. Bei Cablecom z.B. ist die Internet-Geschwindigkeit schneller und bei Bluewin kann man sich exklusive Sportevents für 2.50 Franken ansehen.
Beim Profil 1 handelt es sich um einen Kunden, der lediglich die normalen, üblichen TV-Programme sehen möchte und keinen Wert auf neueste Spielereien setzt. Am günstigsten schnitt Cablecom mit 207.30 Franken ab, mit 209.65 Franken war Swisscom jedoch praktisch gleich teuer. Der Kunde kann nun vom Kombi-Rabatt profitieren, in dem er auf das Digital phone Freecall wechselt. Der Festnetz-Anschluss kostet dann 5 Franken mehr als bisher, allerdings bekommt der Kunde auch einen Rabatt von 12.50 Franken. Zusammen mit der Rechnungsgebühr bezahlt der Kunde also neu 201.30 Franken. Dank dem Kombi-Rabatt kann der Kunde damit knapp 3 Prozent einsparen. Ein Drittel günstiger ist es jedoch, wenn der Kunde seinen Internet- und Festnetz-Anschluss bei Sunrise bezieht und weiterhin analog über Cablecom fernsieht.
Beim Profil 2 handelt es sich um einen Kunden, der zusätzlich auch italienischsprachige Programme ansehen möchte. Hier fährt der Kunde mit Swisscom (219.65 Franken) günstiger als bei Cablecom (228.30 Franken). Der Kunde kann nun zwar den Kombi-Rabatt nutzen, in dem er auf digital phone freecall und mediabox hd receiver wechselt. Im Endeffekt bezahlt der Kunde dann mit dem Rabatt tatsächlich 228.80 Franken und damit 50 Rappen mehr als bisher. Wer Internet und Festnetz von Sunrise bezieht sowie TV von Cablecom, bezahlt 159.60 Franken.
Beim Profil 3 handelt es sich um einen Freak, der ein grosses TV-Angebot , auch Sendungen aufzeichnen und von Sendungen in HD profitieren will. Swisscom ist mit 219.65 Franken ebenfalls billiger als Cablecom mit 233.30 Franken. Mit dem Kombi-Rabatt überholt Cablecom Swisscom, ist mit 214.80 Franken praktisch gleich teuer. Der Kombi-Rabatt reduziert die monatliche Rechnung lediglich um 8%.
Nicht verstanden wird vor allem, weil ich kritisiere, dass die Fremdsprachen-Pakete nicht rabattberechtigt sind. In der Schweiz leben viele Menschen, die fremdsprachige Programme ansehen wollen. Ausserdem ist Digital-TV gerade bei Personen, die fremdsprachige Programme ansehen, weit verbreitet. Ich gehe davon aus, dass mindestens ein Drittel aller Digital-TV-Kunden von Cablecom ein Fremdsprachen-Paket haben und damit nicht vom Kombi-Rabatt profitieren können.
Ich finde dies unfair, auch wenn ich selber ausschliesslich deutschsprachige TV-Programme ansehe.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Montag, 26. Oktober 2009
Cablecom mit Kombi-Angebot
Heute gab die Cablecom die Lancierung eines Kombi-Angebotes bekannt (siehe auch Medienmitteilung der Cablecom). Wer Internet, Digital-TV und Telefonie von Cablecom nutzt, bezahlt keine Abo-Gebühr für das Abo mit der niedrigsten Abo-Gebühr. Dies zumindest unter gewissen Bedingungen.
Doch das Angebot ist nicht wirklich durchschaubar und sehr intransparent: So erhalten die Kunden, die mit digital phone - dem üblichen und weitverbreiteten Standard-Angebot für die Telefonie - telefonieren, keinen Rabatt. Die Kunden müssen zuerst auf das neue Light-Abo oder das teuere Freecall-Abo wechseln. Die meisten Kunden würden aber mit dem normalen Abo am Besten fahren, da das Light-Abo keine Gratis-Gespräche abends und am Wochenende beinhaltet, das Freecall-Abo dafür Gratis-Gespräche auch tagsüber ermöglicht. Wer wie viele Kunden tagsüber nie telefoniert, fährt mit dem ganz normalen Digital Phone-Angebot wesentlich günstiger.
Undurchsichtig ist das Ganze auch beim Internet und beim Digital-TV: Den gewöhnlichen Digital-TV-Receiver wird nicht akzeptiert. Man benötigt die überteuerten Digital-TV-Zwangsboxen für mindestens 15 Franken pro Monat. Auch das kostengünstige und für die meisten Kunden absolut ausreichenden Hispeed 2000-Internet-Zugang berechtigt nicht zu einem Rabatt.
Grundsätzlich finde ich es gut, wenn treue Kunden belohnt werden. Doch wenn Kunden insgesamt vier Dienstleistungen beziehen (wovon die wichtigste Dienstleistung - das Analog-TV - zu keinem Rabatt führt) und mit so einem lächerlichen Rabatt abgespiesen werden, ist das Ganze wenig kundenfreundlich. Dazu kommt, dass der Kunde einen Knebelvertrag unterschreiben muss, der sich jeweils um ein ganzes Jahr erneuert.
Dazu kommt, dass die Angebote von Cablecom trotz Kombi-Rabatt weiterhin nicht günstig sind. Durch die zahlreichen Einschränkungen ist der Rabatt zum Teil auch sehr gering. So zeigen meine Berechnungen, dass Kunden teilweise gerade von einem Rabatt von einem winzigen Franken profitieren. Dies weil die Kunden auf teurere Angebote wechseln müssen, um überhaupt von Kombi-Rabatt profitieren zu können. Dies ist mickrig, insbesondere wenn der Kunde im Monat über 200 Franken an Cablecom überweist. Das entspricht gerade einem Rabatt von weniger als einem halben Prozent.
Wer das Analog-TV, Digital-TV (HD-Recorder), Internet (10'000er-Abo) und Festnetz-Telefonie (Digital Phone Freecall) von Cablecom bezieht, bezahlt immerhin nur noch 101.45 Franken statt 126.45 Franken pro Monat. Das sind etwas weniger als 20% Rabatt. Nicht berücksichtigt ist in dieser Berechnung die anfallenden Gesprächsgebühren.
Ich finde das Kombi-Angebot der Cablecom schwach und fordere die Cablecom auf, das Angebot nachzubessern. Insbesondere da es preislich attraktivere Angebote z.B. von Sunrise auf dem Markt gibt.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Doch das Angebot ist nicht wirklich durchschaubar und sehr intransparent: So erhalten die Kunden, die mit digital phone - dem üblichen und weitverbreiteten Standard-Angebot für die Telefonie - telefonieren, keinen Rabatt. Die Kunden müssen zuerst auf das neue Light-Abo oder das teuere Freecall-Abo wechseln. Die meisten Kunden würden aber mit dem normalen Abo am Besten fahren, da das Light-Abo keine Gratis-Gespräche abends und am Wochenende beinhaltet, das Freecall-Abo dafür Gratis-Gespräche auch tagsüber ermöglicht. Wer wie viele Kunden tagsüber nie telefoniert, fährt mit dem ganz normalen Digital Phone-Angebot wesentlich günstiger.
Undurchsichtig ist das Ganze auch beim Internet und beim Digital-TV: Den gewöhnlichen Digital-TV-Receiver wird nicht akzeptiert. Man benötigt die überteuerten Digital-TV-Zwangsboxen für mindestens 15 Franken pro Monat. Auch das kostengünstige und für die meisten Kunden absolut ausreichenden Hispeed 2000-Internet-Zugang berechtigt nicht zu einem Rabatt.
Grundsätzlich finde ich es gut, wenn treue Kunden belohnt werden. Doch wenn Kunden insgesamt vier Dienstleistungen beziehen (wovon die wichtigste Dienstleistung - das Analog-TV - zu keinem Rabatt führt) und mit so einem lächerlichen Rabatt abgespiesen werden, ist das Ganze wenig kundenfreundlich. Dazu kommt, dass der Kunde einen Knebelvertrag unterschreiben muss, der sich jeweils um ein ganzes Jahr erneuert.
Dazu kommt, dass die Angebote von Cablecom trotz Kombi-Rabatt weiterhin nicht günstig sind. Durch die zahlreichen Einschränkungen ist der Rabatt zum Teil auch sehr gering. So zeigen meine Berechnungen, dass Kunden teilweise gerade von einem Rabatt von einem winzigen Franken profitieren. Dies weil die Kunden auf teurere Angebote wechseln müssen, um überhaupt von Kombi-Rabatt profitieren zu können. Dies ist mickrig, insbesondere wenn der Kunde im Monat über 200 Franken an Cablecom überweist. Das entspricht gerade einem Rabatt von weniger als einem halben Prozent.
Wer das Analog-TV, Digital-TV (HD-Recorder), Internet (10'000er-Abo) und Festnetz-Telefonie (Digital Phone Freecall) von Cablecom bezieht, bezahlt immerhin nur noch 101.45 Franken statt 126.45 Franken pro Monat. Das sind etwas weniger als 20% Rabatt. Nicht berücksichtigt ist in dieser Berechnung die anfallenden Gesprächsgebühren.
Ich finde das Kombi-Angebot der Cablecom schwach und fordere die Cablecom auf, das Angebot nachzubessern. Insbesondere da es preislich attraktivere Angebote z.B. von Sunrise auf dem Markt gibt.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Dienstag, 20. Oktober 2009
Endlich: Cablecom überdenkt Boxenzwang
Ich gebe zu, dass der grösste Schweizer Kabelnetz-Anbieter Cablecom mich heute überrascht hat. Eric Tweter - Geschäftsführer der Cablecom - hat an den Bieler Kommunikationstagen Comdays einen Vortrag gehalten und dabei angekündigt, dass man die Abschaffung des Boxenzwangs prüfe. Auf der Website der Cablecom ist eine Kurzzusammenfassung des Referates aufgeschaltet:
Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Andere Schweizer Kabelnetz-Anbieter machen dies bereits seit längerem. Ich bin trotzdem der Meinung, dass dies zu wenig weit geht. Das kostenlose Basis-Angebot - für das der Kunde in der Regel über die Nebenkosten immerhin 26.45 Franken im Monat bezahlt - sollte unverschlüsselt ausgestrahlt werden. Damit der Kunde wirklich die Box seiner Wahl einsetzen kann. Genau dies wäre die richtige, kundenfreundliche Lösung. Mal sehen, ob Cablecom in erster Linie auch so flexibel sein wird.
Anmerken möchte ich, dass Cablecom lediglich "prüfen" möchte, ob man diese Lösung einsetzen soll, aber derzeit noch nicht entschieden ist, ob es zu dieser Lösung kommen wird. Ich vermute, dass es sich auch um einen Test handelt, um zu sehen, wie die Öffentlichkeit auf diese Ankündigung reagiert. Oder meint es Cablecom tatsächlich ernst und will sich wirklich verbessern?
Aber offensichtlich hat der politische Druck - das Parlament befasst sich mit dem Verbot der Grundverschlüsselung - gewirkt und Cablecom setzt lieber auf eine Verschlüsselung mit freier Boxenwahl als ein Verbot der Grundverschlüsselung zu riskieren. Dies ist aus Sicht des Kabelriesen verständlich. Aus Sicht des Kunden ist diese Lösung mit dem CI nur für Pay-TV interessant, ansonsten gäbe es eigentlich zu unverschlüsselten TV-Programmen keine Alternative.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Um dem Kundenwunsch nach freier Wahlmöglichkeit zu entsprechen, müssen Telekommunikationsanbieter in erster Linie flexibel sein und eine bequeme Nutzung gewährleisten. Cablecom prüft deshalb die Einführung von Common Interface Modulen der neusten Generation, um die freie Wahl von Set-Top-Boxen zu gewährleisten.Das heisst, dass die TV-Programme weiterhin verschlüsselt werden, der Kunde jedoch auf dem freien Markt eine kompatible Set-Top-Box seiner Wahl kaufen kann. Wichtig ist jedoch, dass die Box den entsprechenden Standard unterstützt. Auch TV-Geräte werden den entsprechende Standard unterstützen, so dass man dann keine zusätzliche Box mehr braucht.
Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Andere Schweizer Kabelnetz-Anbieter machen dies bereits seit längerem. Ich bin trotzdem der Meinung, dass dies zu wenig weit geht. Das kostenlose Basis-Angebot - für das der Kunde in der Regel über die Nebenkosten immerhin 26.45 Franken im Monat bezahlt - sollte unverschlüsselt ausgestrahlt werden. Damit der Kunde wirklich die Box seiner Wahl einsetzen kann. Genau dies wäre die richtige, kundenfreundliche Lösung. Mal sehen, ob Cablecom in erster Linie auch so flexibel sein wird.
Anmerken möchte ich, dass Cablecom lediglich "prüfen" möchte, ob man diese Lösung einsetzen soll, aber derzeit noch nicht entschieden ist, ob es zu dieser Lösung kommen wird. Ich vermute, dass es sich auch um einen Test handelt, um zu sehen, wie die Öffentlichkeit auf diese Ankündigung reagiert. Oder meint es Cablecom tatsächlich ernst und will sich wirklich verbessern?
Aber offensichtlich hat der politische Druck - das Parlament befasst sich mit dem Verbot der Grundverschlüsselung - gewirkt und Cablecom setzt lieber auf eine Verschlüsselung mit freier Boxenwahl als ein Verbot der Grundverschlüsselung zu riskieren. Dies ist aus Sicht des Kabelriesen verständlich. Aus Sicht des Kunden ist diese Lösung mit dem CI nur für Pay-TV interessant, ansonsten gäbe es eigentlich zu unverschlüsselten TV-Programmen keine Alternative.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Montag, 28. September 2009
Wird Cablecom-Kundendienst endlich besser?
Seit fast 5 Monaten hat die Cablecom einen neuen Chef. Dies ist eine grosse Herausforderung, da der grösste Schweizer Kabelnetz-Betreiber bisher kaum an die Kunden gedacht hat. Der Kundendienst funktionierte sehr schlecht und die Produkte sind nicht viel besser gewesen. Ich war am Anfang skeptisch, als ein Amerikaner Chef der Cablecom geworden ist. Die grösste Herausforderung ist, den Laden auf Vordermann zu bringen und die Kundenprozesse zu verbessern.
Ein positiver – und für viele überraschender Aspekt – ist, dass der neue Cablecom-Geschäftsführer viel mehr mit Kunden, mit Kundendienstmitarbeitern und auch Journalisten spricht und sich um die Anliegen der Kunden kümmert. Ich kann noch nicht beurteilen, ob dies ein Ratschlag eines PR-Beraters gewesen ist, oder ob es die Cablecom mit der Fokussierung auf die Kunden ernst meint. Ich bin jedoch so zuversichtlich wie noch nie in den letzten Jahren, dass die Offensive diesmal ernst gemeint ist.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch einige Aussagen, die Eric Tveter gegenüber dem Tages-Anzeiger (online verfügbar) in einem Interview gemacht hat, kommentieren. Das Interview ist bereits am 2. September 2009 erschienen, ich komme leider erst jetzt zum Kommentieren.
Gleich zu Beginn benutzt Eric Tveter sehr deutliche Worte und sagt, dass Cablecom in Zukunft die Versprechen halten sollen, vor allem auch im Kundendienst. Das Unternehmen will sowohl preislich wie technisch bessere Angebote machen als die Konkurrenz. Um die Probleme zu verbessern, werden das Topmanagement und weitere 200 Kadermitarbeiter sich regelmässig mit Kunden treffen und über die Probleme der Kunden mit Cablecom sprechen. Die Geschäftsleitung trifft sich neuerdings auch mit Kundendienstmitarbeitern, um die Probleme direkt an der Front zu erfahren.
Im Callcenter hat sich auch einiges geändert: Früher war wichtig, dass ein Mitarbeiter möglichst viele Anrufe pro Tag beantwortet hat. Wichtiger ist, dass die Mitarbeiter das Problem bereits im ersten Anlauf lösen. Auch die Tafel mit der Anzeige, wie viele Kunden in der Warteschlange warten, ist verschwunden. Eric Tveter sagt, dass es Aufgabe des Managements ist, dafür zu sorgen, dass es genügend Mitarbeiter im Callcenter hat.
Gemäss Eric Tveter ist der Kundendienst und die Servicequalität bereits besser geworden. Doch er sagt auch, dass es immer Dinge geben wird, die schieflaufen werden. Wichtig sei, wie Cablecom darauf reagiere. Zum Schluss kündigte er noch an, dass die Cablecom neue Bündelangebote lancieren wird.
Ich bin mit vielen Aussagen von Eric Tveter einverstanden. Ich fand das Interview sehr spannend und hoffe nicht, dass es sich nur um PR-Bla-Bal handelt, sondern wirklich ernst gemeint ist. Eine starke Konkurrenz zu Swisscom würde der Schweiz mehr als gut tun. Dies würde aber auch heissen, dass die Cablecom attraktiver werden muss. Der Preis für viele Dienstleistungen ist heute im Vergleich zu den Mitbewerbern viel zu hoch. Die Kunden erwarten, dass der Service einfach funktioniert.
Beeindruckt hat mich diese Aussagen, der ich voll zustimmen kann.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Ein positiver – und für viele überraschender Aspekt – ist, dass der neue Cablecom-Geschäftsführer viel mehr mit Kunden, mit Kundendienstmitarbeitern und auch Journalisten spricht und sich um die Anliegen der Kunden kümmert. Ich kann noch nicht beurteilen, ob dies ein Ratschlag eines PR-Beraters gewesen ist, oder ob es die Cablecom mit der Fokussierung auf die Kunden ernst meint. Ich bin jedoch so zuversichtlich wie noch nie in den letzten Jahren, dass die Offensive diesmal ernst gemeint ist.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch einige Aussagen, die Eric Tveter gegenüber dem Tages-Anzeiger (online verfügbar) in einem Interview gemacht hat, kommentieren. Das Interview ist bereits am 2. September 2009 erschienen, ich komme leider erst jetzt zum Kommentieren.
Gleich zu Beginn benutzt Eric Tveter sehr deutliche Worte und sagt, dass Cablecom in Zukunft die Versprechen halten sollen, vor allem auch im Kundendienst. Das Unternehmen will sowohl preislich wie technisch bessere Angebote machen als die Konkurrenz. Um die Probleme zu verbessern, werden das Topmanagement und weitere 200 Kadermitarbeiter sich regelmässig mit Kunden treffen und über die Probleme der Kunden mit Cablecom sprechen. Die Geschäftsleitung trifft sich neuerdings auch mit Kundendienstmitarbeitern, um die Probleme direkt an der Front zu erfahren.
Im Callcenter hat sich auch einiges geändert: Früher war wichtig, dass ein Mitarbeiter möglichst viele Anrufe pro Tag beantwortet hat. Wichtiger ist, dass die Mitarbeiter das Problem bereits im ersten Anlauf lösen. Auch die Tafel mit der Anzeige, wie viele Kunden in der Warteschlange warten, ist verschwunden. Eric Tveter sagt, dass es Aufgabe des Managements ist, dafür zu sorgen, dass es genügend Mitarbeiter im Callcenter hat.
Gemäss Eric Tveter ist der Kundendienst und die Servicequalität bereits besser geworden. Doch er sagt auch, dass es immer Dinge geben wird, die schieflaufen werden. Wichtig sei, wie Cablecom darauf reagiere. Zum Schluss kündigte er noch an, dass die Cablecom neue Bündelangebote lancieren wird.
Ich bin mit vielen Aussagen von Eric Tveter einverstanden. Ich fand das Interview sehr spannend und hoffe nicht, dass es sich nur um PR-Bla-Bal handelt, sondern wirklich ernst gemeint ist. Eine starke Konkurrenz zu Swisscom würde der Schweiz mehr als gut tun. Dies würde aber auch heissen, dass die Cablecom attraktiver werden muss. Der Preis für viele Dienstleistungen ist heute im Vergleich zu den Mitbewerbern viel zu hoch. Die Kunden erwarten, dass der Service einfach funktioniert.
Beeindruckt hat mich diese Aussagen, der ich voll zustimmen kann.
Wenn Probleme auf meinem Tisch landen, werden sie danach umgehend gelöst. Und das regt mich am meisten auf, dass etwas erst bei mir landen muss, bevor es erledigt wird. Das ist das Kernproblem: Alles, was bei mir landet, müsste eigentlich schon lange gelöst sein. Daran arbeiten wir jedoch.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Mittwoch, 2. September 2009
Cablecom: Surfen mit fast 100 MBit/s
Seit heute abend habe ich nun ein neues Kabelmodem. Ich darf für ein paar Tage den neuen 100 MBit/s-Internet-Zugang der Cablecom testen. Das notwendige Modem wurde mir von der Cablecom für die Tests zur Verfügung gestellt. Wie einigen Lesern dieses Blogs bekannt sein dürfte, hatte ich ja vor einiger Zeit einen Internet-Zugang der Cablecom. Damals erhielt ich jedoch nur rund ein Drittel der versprochenden Geschwindigkeit. Deshalb bin ich sehr gespannt, welche Geschwindigkeit der Speedtest jetzt anzeigen wird. Doch diesmal werde ich nicht enttäuscht, die gängigen Speedtests zeigen eine Geschwindigkeit von rund 95 MBit/s an.
Interessant: Einige Speedtests stossen an ihre Grenze, insbesondere bei Servern in Übersee. Teilweise erreiche ich auch bei diesen Speedtests 95 MBit/s, teilweise mit dem gleichen Speedtest, aber einem anderen Server nur 75 MBit/s. Bei Verbindungen nach Übersee wurden häufig Geschwindigkeiten um 5 MBit/s angezeigt. Dies entspricht der Geschwindigkeit des weitverbreitesten Internet-Anschlusses in der Schweiz. Diese Unterschiede zeigen, dass es nicht nur auf die Geschwindigkeit zum Provider ankommt, sondern auch darauf, wie der Server, mit dem man kommuniziert, ans Internet angeschlossen ist.
Ich bin natürlich überrascht, dass ich wirklich auch tatsächlich fast auf die 100 Mbit/s komme. Interessant ist es natürlich, zu schauen, auf welche Geschwindigkeiten Kunden kommen, die das Angebot auf Cablecom bestellen und nicht einen Test-Zugang bekommen. Es ist jedenfalls empfehlenswert, mit einem Speedtest zu überprüfen, mit welcher Geschwindigkeit man wirklich im Internet unterwegs ist. Dies gilt nicht nur für Kabelinternet, sondern grundsätzlich auch für ADSL. Ein zweiter Punkt wird sein, wie schnell das Kabelinternet wirklich sein wird, wenn sehr viel mehr Kunden gleichzeitig so schnell im Internet surfen. Wird es zu einem Stau kommen?
Eine andere Frage ist, weshalb man überhaupt einen so schnellen Internet-Zugang braucht. Die Geschwindigkeit ist wirklich sehr schnell, selbst das Herunterladen einer 25 MB grossen MP3-Datei ging nur einen ganz kleinen Augenblick (Es war so schnell, dass ich nicht von Hand messen konnte, ich schätze, 2 oder 3 Sekunden). Das ist natürlich sehr bequem, doch in der Regel benötigen wir - ehrlich gesagt - keinen so schnellen Internet-Zugang.
Soweit meine Erfahrungen mit dem neuen Produkt von Cablecom. "Fiber Power Internet" bietet eine Geschwindigkeit von 10 Mbit/s, 50 MBit/s und 100 MBit/s an. Diese Geschwindigkeit gibt es natürlich nur aus dem Internet zum eigenen Rechner (Downstream, Download). Das Übertragen von Daten ins Internet (Upstream, Upload) geschieht mit einer Geschwindigkeit von 5 oder 7 MBit/S. Das Produkt enthält zwar das Wort "Fiber" - das in der Regel für Glasfaser steht - im Namen, basiert jedoch auf dem normalen, seit Jahrzehnten verlegten Kabel-TV-Netz. Durch eine neue Technologie können schnellere Geschwindigkeiten erreicht werden, ohne das umständlich neue Leitungen verlegt werden müssen. Cablecom muss trotzdem investieren, wenn zu viele Kunden an einem Verteilerkasten angeschlossen sind, muss man diesen teilen. Bildlich gesprochen: Cablecom hängt die Hälfte der Kabel in der Zentrale um und schliesst die Anschlüsse an einem neuen Computer an. Damit sind in der Zentrale zwei Computer, die an das Internet angeschlossen sind und die Kunden profitieren von einer schnelleren Geschwindigkeit. (Dies ist ein laienhafter Versuch, das Ganze zu erklären).
Der Internet-Zugang mit 100 MBit/s kostet 95 Franken pro Monat und das Angebot mit 50 MBit/s kostet 85 Franken. Für viele Kunden dürfte das Angebot mit 10 Mbit/s Downstream für 59 Franken interessant sein. Denn der Upstream bei diesem Angebot beträgt 5 MBit/s. In der Regel ist die Upstream-Geschwindigkeit massiv viel niedriger. Ein schneller Upstream ist für Kunden sinnvoll, die oft Fotos, Filme oder andere Daten ins Internet stellen oder auch per E-Mail versenden.
Interessant ist das Angebot unter Umständen auch für KMU-Unternehmer, doch es bleiben wohl Bedenken über die Zuverlässigkeit der Cablecom. Doch vielleicht reicht ja ein Paket mit 50 MBit/s Cablecom-Internet-Zugang für den Alltag und 5 MBit/s ADSL für Notfälle. Mit zusammen 135 Franken ist dies ein interessantes Angebot, insbesondere wegen der vergleichsweise hohen Upstream-Geschwindigkeit.
Update (08. September 2009): Inzwischen habe ich es auch mit einem Computer mit Gigabit-Ethernet-Karte ausprobiert: Und siehe da, die Downstream-Geschwindigkeit liegt plötzlich bei 105 MBit/s. Zumindest in meinem Fall konnte Cablecom also die versprochene Geschwindigkeit liefern. Ich hoffe, dies ist auch bei den Kunden - die für den Service bezahlen - den Fall und liegt nicht an meinem Testgerät.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Interessant: Einige Speedtests stossen an ihre Grenze, insbesondere bei Servern in Übersee. Teilweise erreiche ich auch bei diesen Speedtests 95 MBit/s, teilweise mit dem gleichen Speedtest, aber einem anderen Server nur 75 MBit/s. Bei Verbindungen nach Übersee wurden häufig Geschwindigkeiten um 5 MBit/s angezeigt. Dies entspricht der Geschwindigkeit des weitverbreitesten Internet-Anschlusses in der Schweiz. Diese Unterschiede zeigen, dass es nicht nur auf die Geschwindigkeit zum Provider ankommt, sondern auch darauf, wie der Server, mit dem man kommuniziert, ans Internet angeschlossen ist.
Ich bin natürlich überrascht, dass ich wirklich auch tatsächlich fast auf die 100 Mbit/s komme. Interessant ist es natürlich, zu schauen, auf welche Geschwindigkeiten Kunden kommen, die das Angebot auf Cablecom bestellen und nicht einen Test-Zugang bekommen. Es ist jedenfalls empfehlenswert, mit einem Speedtest zu überprüfen, mit welcher Geschwindigkeit man wirklich im Internet unterwegs ist. Dies gilt nicht nur für Kabelinternet, sondern grundsätzlich auch für ADSL. Ein zweiter Punkt wird sein, wie schnell das Kabelinternet wirklich sein wird, wenn sehr viel mehr Kunden gleichzeitig so schnell im Internet surfen. Wird es zu einem Stau kommen?
Eine andere Frage ist, weshalb man überhaupt einen so schnellen Internet-Zugang braucht. Die Geschwindigkeit ist wirklich sehr schnell, selbst das Herunterladen einer 25 MB grossen MP3-Datei ging nur einen ganz kleinen Augenblick (Es war so schnell, dass ich nicht von Hand messen konnte, ich schätze, 2 oder 3 Sekunden). Das ist natürlich sehr bequem, doch in der Regel benötigen wir - ehrlich gesagt - keinen so schnellen Internet-Zugang.
Soweit meine Erfahrungen mit dem neuen Produkt von Cablecom. "Fiber Power Internet" bietet eine Geschwindigkeit von 10 Mbit/s, 50 MBit/s und 100 MBit/s an. Diese Geschwindigkeit gibt es natürlich nur aus dem Internet zum eigenen Rechner (Downstream, Download). Das Übertragen von Daten ins Internet (Upstream, Upload) geschieht mit einer Geschwindigkeit von 5 oder 7 MBit/S. Das Produkt enthält zwar das Wort "Fiber" - das in der Regel für Glasfaser steht - im Namen, basiert jedoch auf dem normalen, seit Jahrzehnten verlegten Kabel-TV-Netz. Durch eine neue Technologie können schnellere Geschwindigkeiten erreicht werden, ohne das umständlich neue Leitungen verlegt werden müssen. Cablecom muss trotzdem investieren, wenn zu viele Kunden an einem Verteilerkasten angeschlossen sind, muss man diesen teilen. Bildlich gesprochen: Cablecom hängt die Hälfte der Kabel in der Zentrale um und schliesst die Anschlüsse an einem neuen Computer an. Damit sind in der Zentrale zwei Computer, die an das Internet angeschlossen sind und die Kunden profitieren von einer schnelleren Geschwindigkeit. (Dies ist ein laienhafter Versuch, das Ganze zu erklären).
Der Internet-Zugang mit 100 MBit/s kostet 95 Franken pro Monat und das Angebot mit 50 MBit/s kostet 85 Franken. Für viele Kunden dürfte das Angebot mit 10 Mbit/s Downstream für 59 Franken interessant sein. Denn der Upstream bei diesem Angebot beträgt 5 MBit/s. In der Regel ist die Upstream-Geschwindigkeit massiv viel niedriger. Ein schneller Upstream ist für Kunden sinnvoll, die oft Fotos, Filme oder andere Daten ins Internet stellen oder auch per E-Mail versenden.
Interessant ist das Angebot unter Umständen auch für KMU-Unternehmer, doch es bleiben wohl Bedenken über die Zuverlässigkeit der Cablecom. Doch vielleicht reicht ja ein Paket mit 50 MBit/s Cablecom-Internet-Zugang für den Alltag und 5 MBit/s ADSL für Notfälle. Mit zusammen 135 Franken ist dies ein interessantes Angebot, insbesondere wegen der vergleichsweise hohen Upstream-Geschwindigkeit.
Update (08. September 2009): Inzwischen habe ich es auch mit einem Computer mit Gigabit-Ethernet-Karte ausprobiert: Und siehe da, die Downstream-Geschwindigkeit liegt plötzlich bei 105 MBit/s. Zumindest in meinem Fall konnte Cablecom also die versprochene Geschwindigkeit liefern. Ich hoffe, dies ist auch bei den Kunden - die für den Service bezahlen - den Fall und liegt nicht an meinem Testgerät.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Donnerstag, 9. Juli 2009
Cablecom ohne Glasfaser
Es gibt Zeitungsartikel, über die ich staune. Ein solcher Artikel mit dem Titel "Glasfaser-Alleingang der Cablecom" ist auch in der aktuellen Ausgabe der Handelszeitung erschienen.
Die Handelszeitung schreibt nämlich:
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Die Handelszeitung schreibt nämlich:
Der Satz birgt Zündstoff: «Cablecom wird bezüglich des Netzausbaus nicht mit den Elektrizitätswerken zusammenarbeiten.» Gesagt hat ihn Hans-Peter Nehmer, Kommunikationschef von Cablecom. Und er ergänzt selbstbewusst: «Wir verfügen nicht nur heute über das beste Netz, sondern auch im Jahre 2012 und darüber hinaus.»Nun, es ist nichts neues, dass Cablecom weiterhin auf das veraltete Kabelnetz setzt. Zwar hat man vor kurzem die Netzkapazität an einigen Orten ausgebaut.
Nun muss die Glasfasertechnologie in der Schweiz vorerst auf Cablecom verzichten. Die Kabelnetzbetreiberin baut vielmehr dieses und nächstes Jahr ihr eigenes Netz auf das sogenannte «Docsis 3» aus. Im Spätherbst lanciert sie «Fiber Power»-Dienste wie ultraschnelles Internet, HDTV, Video on demand und Fernsehen auf Abruf. Damit werden Bandbreiten von über 100 Mbit erreicht - was gemäss Cablecom selbst für Spitzennutzer die nächsten vier Jahre ausreichen wird.Die Frage ist, ob die 100 MBit/s in der Praxis auch wirklich erreicht werden. Ich hatte vor einem Jahr selbst mal auf das aktuell schnellste Produkt mit 25 MBit/s gewechselt und erhielt weniger als ein Drittel der bezahlten Leistung. Zahlreiche weitere Cablecom-Kunden surfen massiv zu langsam. Ich frage mich, wie Cablecom 100 MBit/s erreichen will, wenn Cablecom nicht mal in der Lage ist, 25 MBit/s durch die Leitungen zu bringen. Docsis 3 nutzt das Netz effizienter, demnoch ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass viele Kunden nicht die volle Geschwindigkeit erhalten werden.
«Unsere Breitbandkapazität bezieht sich dezidiert auf alle Internetdienste, da Fernsehen mit all seinen hochauflösenden Kanälen bei uns separat gesendet wird.» Daher könne man die Geschwindigkeiten, die das Cablecom-Netz erreiche, nicht eins zu eins mit den neuen Glasfasernetzen vergleichen. Dort würden alle Dienste gemeinsam übermittelt.Der Vergleich hinkt allerding gewaltig: Denn Cablecom muss zwingend alle TV-Programme übertragen, während bei Glasfasernetzen nur die Programme übertragen werden müssen, die der Kunde gerade sieht. Für den Kunden spielt folglich die unterschiedliche Technologie keine Rolle. Übrigens: Für "Catch-Up-TV" - also das zeitversetzte Ansehen von TV-Programmen, das Cablecom bald anbieten will - kommt die gleiche Technologie zum Einsatz wie bei den Glasfaser-Netzen. Die TV-Programme werden sowohl bei Cablecom wie bei Glasfasernetzen unabhängig vom Internet-Zugang übertragen. Denn die benötigte Bandbreite läuft ausserhalb des vom Kunden bezahlten Internet-Zugangs.
Eine Kooperation der Cablecom mit den EW komme auch aus grundsätzlichen Überlegungen nicht in Frage, so Nehmer. [...] Sollten in einigen Jahren dennoch Glasfaserlösungen nötig sein, werde Cablecom diese selbst realisieren.Ich denke nicht, dass die Cablecom ein Glasfasernetz bis in die Haushalte selbst realisieren wird. Im Artikel hiess es auch, dass der Ausbau des bestehenden Netzes mit rund 245 Franken pro Anschluss nur ein Zehntel eines Glasfaser-Anschlusses kostet. Die Strategie von UPC - der Muttergesellschaft von Cablecom - dürfte es sein, solange wie möglich noch möglichst viel Geld zu verdienen und nichts zu investieren. Denn das Netz von Cablecom ist heute viel zu leistungsschwach verglichen mit den leistungsfähigen Glasfasernetzen.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Dienstag, 30. Juni 2009
Club der unzufriedenen Cablecom-Kunden
20 Minuten berichtete darüber, dass Tessiner Cablecom Opfer nun den Club "Associazione Vittime Cablecom" gründen (Beitrag ist online abrufbar).
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Wie in der ganzen Schweiz treiben fehlende TV-Kanäle und schlechter Kundendienst bei Cablecom auch im Tessin die Kunden an den Rand der Verzweiflung. Viele fühlen sich alleine im Kampf gegen den Telekomanbieter völlig machtlos. Deshalb haben in Lugano-Paradiso Cablecom-Opfer den Verein «Associazione Vittime Cablecom» gegründet.Als Cablecom würde ich mir Gedanken machen, wie lange man die Anliegen der Kunden noch so konsequent ignorieren kann...... (vielleicht braucht es dazu noch etwas mehr Wettbewerb und mehr Kunden, die von Cablecom wegwechseln, bis in der Chefetage der Cablecom an die Kunden denkt).
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Sonntag, 14. Juni 2009
Ständerat gegen Zwangsbox
Letzte Woche hat nach dem Nationalrat auch der Ständerat die parlamentarische Initiative von Simonetta Sommaruga angenommen. Die Motion verlangt, dass der Kunde die Set-Top-Box für den Empfang von digitalen TV-Programmen frei wählen kann. Der Bundesrat soll nun die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen ausarbeiten. (siehe auch Sitzungsprotokoll im amtlichen Bulletin). Verschiedene Medien berichteten davon, dass die Zwangs-Set-Top-Boxen damit ab 2011 abgeschafft sind. Wie sicherlich bekannt ist, bin ich gegen die Zwangsbox und für einen Wettbewerb unter den Empfangsboxen für Digital-TV. Insbesondere da die Box vom Marktführer Cablecom sehr schlecht funktioniert und die Box auch den Namen "Schrottbox" hat.
Einiges ist meiner Meinung nach noch unklar und es wird sich zeigen, wie der Vorschlag des Bundesrats aussehen wird.
Meiner Meinung nach müsste die Lösung so aussehen:
Nun wäre es an der Cablecom, die Niederlage einzusehen und freiwillig auf die unnötige Verschlüsselung der digitalen TV-Programme zu verzichten. Doch wie in den letzten Jahren üblich wird sich die Cablecom zum Leidwesen aller Kunden auch diesmal nicht um eine kundenfreundliche Lösung bemühen. Cablecom sollte bedenken, dass die Kunden Monat für Monat 26.45 Franken für den Empfang von TV-Programmen überweisen. Aber dies scheint die Cablecom nicht zu interessieren.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Einiges ist meiner Meinung nach noch unklar und es wird sich zeigen, wie der Vorschlag des Bundesrats aussehen wird.
Meiner Meinung nach müsste die Lösung so aussehen:
- Alle SRG-Programme müssen digital unverschlüsselt ausgestrahlt werden, so dass die TV-Programme mit jeder beliebigen Set-Top-Box (oder einem TV-Programm mit eingebauter Set-Top-Box) empfangen werden können.
- Alle Must-Carry-Programme, die analoge ausgestrahlt werden müssen, müssen auch digital unverschlüsselt ausgestrahlt werden.
- Meiner Meinung nach müssten alle TV-Programme, die der Kabelnetz-Anbieter kostenlos empfangen kann, unverschlüsselt ausstrahlen.
- Premium-TV-Programme und Pay-TV-Programme müssen natürlich verschlüsselt ausgestrahlt werden. Dem Kunden werden CI-Module abgegeben, so dass der Kunde seine Set-Top-Box selbst auswählen kann.
- Interaktive Dienste wie Video on Demand funktioniert nur mit der Set-Top-Box des entsprechenden Anbieters.
Nun wäre es an der Cablecom, die Niederlage einzusehen und freiwillig auf die unnötige Verschlüsselung der digitalen TV-Programme zu verzichten. Doch wie in den letzten Jahren üblich wird sich die Cablecom zum Leidwesen aller Kunden auch diesmal nicht um eine kundenfreundliche Lösung bemühen. Cablecom sollte bedenken, dass die Kunden Monat für Monat 26.45 Franken für den Empfang von TV-Programmen überweisen. Aber dies scheint die Cablecom nicht zu interessieren.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Mittwoch, 10. Juni 2009
Endlich wahre Cablecom-Werbung
Seit einigen Wochen wirbt Cablecom mit normalen Menschen, die auf einer Tafel schreiben, wie glücklich sie mit den Dienstleistungen von Cablecom sind (siehe auch hier Artikel von persoenlich.com zur Cablecom-Kampagne). Dies entspricht jedoch nicht dem Bild, dass die Kunden von der Cablecom hat. Nahezu jeder hat bereits schlechte Erfahrungen mit dem Kabelgiganten gemacht oder kennt zumindest jemanden persönlich, der schlechte Erfahrungen mit Cablecom gemacht hat.
Der bekannte Blogger Bloggingtom hat nun die Werbekampagne von Cablecom zum Anlass genommen und seine persönlichen Erfahrungen integriert. Diese Werbeplakate entsprechen der Wahrheit und passen besser zum Image von Cablecom.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Der bekannte Blogger Bloggingtom hat nun die Werbekampagne von Cablecom zum Anlass genommen und seine persönlichen Erfahrungen integriert. Diese Werbeplakate entsprechen der Wahrheit und passen besser zum Image von Cablecom.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Sonntag, 24. Mai 2009
Cablecom stoppt Netzausbau

Eine neue Hiobsbotschaft aus dem Hause Cablecom. Gemäss einem Artikel der Sonntags-Zeitung von letzter Woche setzt der Kabelnetz-Gigant Cablecom die Investition in den Netzausbau aus. Die Zeitung beruft sich auf Angaben von Unternehmen, die im Auftrag der Cablecom eigentlich das Netz ausbauen sollen. Gegenüber der Sonntags-Zeitung erklärt die Cablecom, dass Cablecom weiterhin in den Netzausbau investiere. Es sei jedoch möglich, dass es aufgrund der Priorisierung der auszubauenden Gebiete zu Verschiebungen kommen könnte. Dies würde jedoch nicht dazu führen, dass die beauftragten Unternehmen aufgrund des stornierten Cablecom-Auftrages Kurzarbeit oder sogar Entlassungen aussprechen müssen. Denn wenn dies wirklich so wäre, dass in einem anderen Ort gebaut wird, könnten die Mitarbeiter am anderen Ort eingesetzt werden.
Meine Einschätzung: Die Cablecom sagt ständig, dass die Kunden in Zukunft mit 100 MBit/s im Internet surfen können. Doch das Netz der Cablecom ist alles andere als leistungsfähig und bereits heute surfen die meisten Kunden nicht mit der Geschwindigkeit durchs Internet, die sie eigentlich an Cablecom bezahlen. Es ist eine Illussion zu glauben, dass dies bei 100 MBit/s anders sein wird. Der Ausbau des Cablecom ist eigentlich dringend notwendig. Den Ausbau auf die Geschwindigkeit von 862 MHz haben andere Kabelnetz-Betreiber bereits vor 10 bis 15 Jahren vorgenommen.
Das Ganze passt zur Cablecom-Strategie der Muttergesellschaft Liberty Global / UPC: Den Kunden viel Geld aus den Taschen zu ziehen und die hohen Gewinne zur Muttergesellschaft verschieben. In den Ausbau der Infrastruktur wird wie auch in den Kundendienst nichts investiert.
Cablecom verliert derzeit sogar Kunden, erhöht ihre Festnetz-Preise, hat bekanntlich einen neuen CEO und der Kundendienst ist sehr schlecht (gemäss Tagi ist dies sogar Absicht). Und nun wird auch noch der Ausbau des Netzes gestoppt. Bei jedem anderen Unternehmen müsste man sagen, dass es nicht mehr schlimmen kommen könnte. Doch bei Cablecom kann man gerade erwarten, dass es noch schlimmen kommen könnte. Doch dies dürfte der Muttergesellschaft Liberty Global egal sein, solange die Millionen aus Zürich rechtzeitig eintreffen. Und notfalls kann man ja auch die Preise einmal mehr wieder erhöhen....
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Sonntag, 17. Mai 2009
Tagi: Schlechter Cablecom-Kundendienst ist Absicht
Der Tages-Anzeiger hat am 14. Mai 2009 einen Artikel unter dem Titel "Cablecom: Keine Besserung in Sicht" veröffentlicht. Der gleiche Artikel ist unter dem Titel "Warum der Cablecom-Service nicht besser wird" auch online verfügbar.Der Tagi glaubt, dass Cablecom ein grosses Potential gehabt hätte, eine zweite Swisscom zu werden. Die Cablecom hat ein eigenes Netz, arbeitet sehr profitabel und wurde bisher nicht stattlich reguliert. Doch stattdessen - so moniert der Tages-Anzeiger - sei die Cablecom heute das wohl unbeliebteste Unternehmen der Schweiz und spiele nur noch eine Nebenrolle auf den Schweizer Telecom-Markt. Das Unternehmen verspielte fahrlässig jegliche Sympathien und nicht mal als Arbeitgeber sei sie noch attraktiv, weil niemand an jeder Party neue Klagen seiner Mitmenschen anhören möchte.
Dann allerdings der Hammer, der Tagi schreibt wörtlich:
Hinter dem miserablen Kundendienst steckt allerdings nicht etwa Unvermögen oder Pech, sondern Absicht.Keiner der zahlreichen Cablecom-Besitzer in den letzten zehn Jahre soll eine Vision für die Cablecom gehabt haben. Es soll niemand bereit gewesen sein, auch nur einen einzigen Franken in den Kundendienst zu investieren. Im Bereich Fernsehen hatte Cablecom ein Monopol. Die Cablecom war eine Milchkuh, die die Besitzer melken konnte. Damit die Cablecom weiterhin viel Geld an den Mutterkonzern Liberty Global abliefern kann, werden Mitarbeiter abgebaut und die Preise erhöht. Inzwischen soll auch Cablecom-intern ein Strategie-Wechsel gefordert werden: Weg vom kurzfristigen Melken zu einer langfristigen Strategie.
Hier noch das Schlussfazit im Tages-Anzeiger-Artikel:
Für die Schweizer Kunden bedeutet das, dass sich der Kundendienst auf absehbare Zeit nicht verbessert. Und für die Cablecom bedeutet das, dass sie weiterhin an Bedeutung verliert.Ich persönlich kann dieser Analyse ohne Einschränkungen voll zustimmen. Der Cablecom ist der Kunde völlig egal. Nach der neuesten Preiserhöhung der Cablecom ist ein Wechsel zu Swisscom durchaus - auch kostenmässig - sinnvoll: Swisscom und Cablecom sind für das Telefonieren und für Internet gleich teuer, für das TV-Angebot ist die Swisscom sogar günstiger als die Cablecom und bietet erst noch ein grösseres Angebot an.
Es ist an den Kunden, der Cablecom und ihrer Muttergesellschaft Liberty Global die rote Karte zu zeigen und den Anschluss zu kündigen und plompieren zu lassen. Wer unzufrieden ist mit dem Kundendienst und den Dienstleistungen und reagiert, bezahlt keine Gebühren mehr an die Cablecom. Dies ist wohl die einzige Sprache, die die Cablecom versteht. Wenn die Kunden in Scharen die Cablecom verlassen sollten und dies zu gewaltigen Reduktionen des Umsatzes führen wird, wird dies - früher oder später - auch im europäischen Hauptsitz in Amsterdam zur Kenntnis genommen werden müssen.
Konkurrent Sunrise ist zwar günstiger als Cablecom und Swisscom, kann aber kein TV-Angebot anbieten. Am günstigsten ist, für Internet und Telefonie zu Sunrise zu wechseln und eine Satellitenschüssel für den TV-Empfang zu installieren.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
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