Die NZZ veröffentlicht auf ihrer Website „Trouvaillen aus dem NZZ Archiv“. Täglich wird ein NZZ-Artikel aus früheren Tagen aufgeschaltet. Es ist immer wieder interessant, sich durch alte Artikel zu lesen. Vor einigen Tagen wurde ein Artikel aus dem Jahre 1941 aufgeschaltet, der sich mit dem 60-Jahre Telefonie beschäftigt hat.
Der Artikel besteht aus vielen Bildern, zum Beispiel von uralten Telefonen, Telefonzentralen, einem Kabelschacht oder einem durch Menschen bedientes Fernamt. Der Artikel ist online als PDF abrufbar, auf jeden Fall interessant, was da vor rund 70 Jahren veröffentlicht worden ist.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
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Mittwoch, 9. Juni 2010
Mittwoch, 3. Februar 2010
NZZ lobt GGA Maur
Oftmals vergisst man, dass es neben dem Kabelnetzriesen Cablecom noch mehrere hundert kleine regionale Kabelnetz-Anbieter gibt. Die NZZ hat kürzlich einen Artikel über den regionalen Anbieter GGA Maur veröffentlicht. Die kleine Genossenschaft aus der Region Zürich wurde von der NZZ gelobt. Der CEO der GGA Maur erklärt, dass man versuche, jedes Problem innerhalb von 24 Stunden zu beantworten bzw. zu lösen. Ausserdem setze man auf Qualität.
Der NZZ-Artikel ist auch online unter dem Titel „Gegenmodell zur Cablecom“ erschienen.
Ich glaube, dass kleine, regionale Kabelnetz-Anbieter eine Chance haben. Sie müssen mit einem guten und freundlichen Service die Kunden überzeugen. Wichtig ist, dass die Anbieter die Kunden im Blickfeld haben. So gibt die kleine GGA Maur z.B. Module für Digital-TV heraus, so dass die Kunden keine Zwangs-Set-Top-Box kaufen müssen. Dies im Gegensatz zum Marktführer Cablecom, der immer noch auf die Zwangs-Set-Top-Box setzt. Immerhin prüft die Cablecom inzwischen Alternativen. Noch kundenfreundlicher könnte die GGA Maur werden, wenn das Basisangebot komplett ohne Grundverschlüsselung frei empfangen werden könnte. Doch dies wäre wohl zu mutig.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Der NZZ-Artikel ist auch online unter dem Titel „Gegenmodell zur Cablecom“ erschienen.
Ich glaube, dass kleine, regionale Kabelnetz-Anbieter eine Chance haben. Sie müssen mit einem guten und freundlichen Service die Kunden überzeugen. Wichtig ist, dass die Anbieter die Kunden im Blickfeld haben. So gibt die kleine GGA Maur z.B. Module für Digital-TV heraus, so dass die Kunden keine Zwangs-Set-Top-Box kaufen müssen. Dies im Gegensatz zum Marktführer Cablecom, der immer noch auf die Zwangs-Set-Top-Box setzt. Immerhin prüft die Cablecom inzwischen Alternativen. Noch kundenfreundlicher könnte die GGA Maur werden, wenn das Basisangebot komplett ohne Grundverschlüsselung frei empfangen werden könnte. Doch dies wäre wohl zu mutig.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Sonntag, 22. November 2009
NZZ zum HD-TV
In der Neuen Zürcher Zeitung vom letzten Donnerstag ist ein Artikel zum neuen hochauflösenden Fernsehen (HiDefinition bzw. HD-TV) erschienen (Artikel auch online verfügbar). Das Fazit des Artikels ist, dass erst wenige Personen hinsehen und das hochauflösende Fernsehen noch viele Hürden zu nehmen hat.
Grundsätzlich finde ich es gut, dass das hochauflösende Fernsehen in der NZZ thematisiert wird. Im Artikel steht zwar für einen Insider nichts neues, doch es sind viele lesenswerte Informationen für Laien enthalten.
Bekanntlich senden in Deutschland seit einigen Wochen RTL und VOX in der HD-Auflösung, SAT1, Pro Sieben und Kabel eins starten 2010. Es ist offen, wann die HD-Versionen dieser Sender in der Schweiz empfangen werden können. Immerhin verhandeln sowohl Cablecom wie Swisscom mit den Sendern. HD Suisse des Schweizer Fernsehens ist bereits seit zwei Jahren auf Sendung. Bereits seit längerem gibt es auch ein HD-Kanal der britischen BBC und des Kultursenders Arte.
Ein Hacken an den HD-Versionen der deutschen Privatsender ist, dass die als Free-TV bezeichneten Privatsender 50 Euro – also 80 Franken – pro Jahr kosten. Über den grösseren Hacken berichtet die NZZ ausführlich:
Relevanter sind die Aussagen zur Verbreitung über Cablecom und Bluewin.
Man könnte sich sogar überlegen statt der Schweizer Version die deutsche Version analog und digital einzuspeisen und könnte die Privatsender damit erheblich treffen. Denn die Schweizer Werbekunden wären wohl nicht bereit, für Werbespots zu bezahlen, die der Kunde dann nicht sehen kann. Ich hoffe, dass Cablecom und Swisscom hart verhandeln werden und sich nicht auf die Ausstrahlung im neuen Standard einlassen werden.
Ich persönlich lasse mir diese Bevormundung auf jeden Fall nicht gefallen und würde dann konsequent keine TV-Programme mehr ansehen, bei denen ich nicht spulen kann. In der Schweiz sind wir in der glücklichen Lage, dass viele Serien und Filme auch vom ORF und vom Schweizer Fernsehen ausgestrahlt werden und man somit weniger auf das deutsche Privatfernsehen angewiesen ist.
Ich denke, wenn Cablecom oder Bluewin diese Bedingungen übernehmen, machen sie ihr Produkt unattraktiver. Denn Kunden kann man nicht erklären, weshalb man bei bestimmten Programmen spulen kann und bei anderen nicht. Als Cablecom und Swisscom würde ich hartnäckig bleiben und notfalls die HD-Version der deutschen Privatsender nicht anbieten.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Grundsätzlich finde ich es gut, dass das hochauflösende Fernsehen in der NZZ thematisiert wird. Im Artikel steht zwar für einen Insider nichts neues, doch es sind viele lesenswerte Informationen für Laien enthalten.
Bekanntlich senden in Deutschland seit einigen Wochen RTL und VOX in der HD-Auflösung, SAT1, Pro Sieben und Kabel eins starten 2010. Es ist offen, wann die HD-Versionen dieser Sender in der Schweiz empfangen werden können. Immerhin verhandeln sowohl Cablecom wie Swisscom mit den Sendern. HD Suisse des Schweizer Fernsehens ist bereits seit zwei Jahren auf Sendung. Bereits seit längerem gibt es auch ein HD-Kanal der britischen BBC und des Kultursenders Arte.
Ein Hacken an den HD-Versionen der deutschen Privatsender ist, dass die als Free-TV bezeichneten Privatsender 50 Euro – also 80 Franken – pro Jahr kosten. Über den grösseren Hacken berichtet die NZZ ausführlich:
Astra setzt dabei auf das System von Nagravision, einer Tochter der Schweizer Kudelski Group. Zur Entschlüsselung der Signale braucht es entsprechende Hardware, und hier wird es kompliziert. Der Empfang ab Satellit setzt einen neuen Tuner voraus, der für HD+ zertifiziert ist, sowie eine Smartcard zur Freischaltung von HD+.Wer also bereits einen Receiver mit HD-Tuner hat, muss diesen als Sondermüll entsorgen und einen neuen kaufen, wenn er die deutschen Privatsender empfangen will.
Relevanter sind die Aussagen zur Verbreitung über Cablecom und Bluewin.
Auch Cablecom und Bluewin TV müssen für die Verbreitung der deutschen Privatsender umrüsten. Entweder sind neue Settop-Boxen mit CI-Plus-Modul nötig oder es braucht eine geräteinterne Lösung für die Verarbeitung des verschlüsselten Signals.Dieser Sachverhalt ist mir so neu. Da sowohl Cablecom wie Swisscom die Programme verschlüsselt ausstrahlen, sehe ich keinen Grund, weshalb die Sender über das neue System ausgestrahlt werden müssen. Es würde völlig ausreichen, wenn Cablecom und Swisscom das Programm verschlüsselt empfangen, entschlüsseln und dann über ihr Verschlüsselungssystem neu verschlüsseln. Sollten die Privatsender darauf bestehen, dass umgerüstet werden soll, sollten Cablecom und Swisscom den Mut haben, die Verhandlungen abzubrechen und die Programme nicht auszustrahlen.
Man könnte sich sogar überlegen statt der Schweizer Version die deutsche Version analog und digital einzuspeisen und könnte die Privatsender damit erheblich treffen. Denn die Schweizer Werbekunden wären wohl nicht bereit, für Werbespots zu bezahlen, die der Kunde dann nicht sehen kann. Ich hoffe, dass Cablecom und Swisscom hart verhandeln werden und sich nicht auf die Ausstrahlung im neuen Standard einlassen werden.
Viele TV-Fans werden an CI Plus wenig Gefallen finden. Die Technik gibt den Sendern auch neue Optionen in die Hand, die die Freiheiten des TV-Zuschauers einschränken. So lässt sich via CI Plus verhindern, dass Sendungen auf Festplatte oder DVD aufgezeichnet werden oder bei Werbeblöcken weitergespult werden kann.Ich bin bisher davon ausgegangen, dass diese Einschränkungen nur gelten, wenn man die Programme über Satellit ansehen möchte. Dass diese Einschränkungen auch mit Cablecom Digital-TV und Swisscom-TV gelten sollen, ist mir neu. Ich hoffe, dass Cablecom und Swisscom diesen Bedingungen nicht zustimmen werden.
Ich persönlich lasse mir diese Bevormundung auf jeden Fall nicht gefallen und würde dann konsequent keine TV-Programme mehr ansehen, bei denen ich nicht spulen kann. In der Schweiz sind wir in der glücklichen Lage, dass viele Serien und Filme auch vom ORF und vom Schweizer Fernsehen ausgestrahlt werden und man somit weniger auf das deutsche Privatfernsehen angewiesen ist.
So erklärte Markus Payer (Astra) gegenüber der NZZ, dass bei Empfängern mit HD+-Zertifikat Aufzeichnungen und zeitversetztes Fernsehen (Time-Shift) bis zu 90 Minuten möglich sind, allerdings die Werbung nicht überspult werden kann. Besitzer eines TV mit CI-Plus-Modul hingegen können weder aufzeichnen noch Time-Shift nutzen, was ein herber Rückschritt ist.Ich hoffe, dass dieses System scheitern wird. Wenn die Kunden nicht bereit sind, diese Einschränkungen zu akzeptieren, haben die Sender ein Problem. Denn wenn Kunden die Programme nicht sehen können, können sie auch die Werbung nicht sehen. Die Sender hätten dann keine Einnahmen und müssten eine kundenfreundliche Lösung anbieten.
Ich denke, wenn Cablecom oder Bluewin diese Bedingungen übernehmen, machen sie ihr Produkt unattraktiver. Denn Kunden kann man nicht erklären, weshalb man bei bestimmten Programmen spulen kann und bei anderen nicht. Als Cablecom und Swisscom würde ich hartnäckig bleiben und notfalls die HD-Version der deutschen Privatsender nicht anbieten.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Sonntag, 22. März 2009
Glasfasernetz: NZZ-Interview mit ewz-Messmann
Vor etwa einer Woche ist in der NZZ ein Interview mit Peter Messmann, Telekom-Chef des Stadt Zürcher Elektrizitätswerkes ewz erschienen (Interview ist online verfügbar).
Hier die wichtigsten Aussage kurz zusammengefasst:
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Hier die wichtigsten Aussage kurz zusammengefasst:
- Die vom Volk bewilligten 200 Millionen Franken reichen für 50'000 Anschlüsse statt für nur 17'000 Anschlüsse. In den letzten Jahren hat die Glasfasertechnologie grosse Fortschritte und dadurch kann das ewz günstiger bauen, bzw. mit den gleichen Investitionen mehr Anschlüsse errichten.
- Grundsätzlich werden Liegenschaften mit mindestens 10 Wohnungen erschlossen, aber wenn in einer Strasse gebaut wird, kann es sein, dass zusätzlich auch Liegenschaften mit weniger Wohnungen erschlossen werden.
- Die Hausinstallation wird durch das ewz erstellt, weil das ewz will, dass die Gebäude-Installationen fachmännisch durchgeführt wird und am Schluss alle Diese wie schnelles Internet, HDTV etc. einwandfrei funktionieren kann.
- Das ewz baut jeweils in ganzen Strassenzügen und betreibt einen gewissen Aufwand, um die Gebäudeeigentümer zu begeistern.
- Derzeit sind einige hundert Endkunden auf dem ewz-Glasfasernetz aufgeschaltet. Da die Service-Profider jetzt mit Marketing-Kampagnen beginnen, dürfte sich diese Zahl bis Ende Jahr massiv erhöhen.
- Derzeit bauen Swisscom und ewz in der Stadt Zürich noch nicht am gleichen Ort, aber es ist eine Frage der Zeit, bis es zu einer Konfrontation kommen wird. Herr Messmann wirft der Swisscom auch unsaubere Methoden vor. So sagt die Swisscom gegenüber Gebäudebesitzern, sie kooperiere beim Glasfasernetz mit dem ewz, obwohl dies gar nicht stimmt. Die Swisscom würde dem ewz für eine Zusammenarbeit 120 Millione Franken anbieten. Doch dieser Vorschlag ist für das ewz nicht akzeptabel, da das ewz den diskriminierungsfreien Netzzugang für alle möchte. Ausserdem wäre es viel zu teuer, vier Glasfasern zu verlegen, von der dann jeweils nur eine einzige benutzt wird. Das ewz wird bereits zehn Provider auf ihren Netz haben und auch der Swisscom würde es offenstehen, Dienstleistungen anzubieten.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch
Sonntag, 8. Februar 2009
Kontroverse um ewz-Glasfaser-Netz
Diese Woche berichteten die Zeitungen ausführlich über das geplante Glasfasernetz des Stadtzürcher Elektrizitätswerk ewz. Ungewohnt heftige Kritik am Geschäftsmodell des ewz.
Das Ganze begann am Montag mit einem Interview des Tages-Anzeigers mit dem Chef der Schweizerischen Kommunikationskommission Comcom Marc Furrer (Interview online verfügbar). In diesem Interview sagte Furrer
Am Dienstag berichtete der Tages-Anzeiger dann über die Glasfaserstreit in verschiedenen Schweizer Städten. In einem Kasten zu diesem Artikel thematisierte der Tages-Anzeiger die umstrittenen Verträge zwischen dem ewz und den Hauseigentümern. Peter Messmann, Leiter des Telekom-Bereiches des ewz, kritisierte, dass er so happige Vorwürfe vom Telekom-Regulator aus der Zeitung erfahren müsse. Das ewz verkabelt die Häuser kostenlos. Im Gegenzug kann das ewz das Glasfaserkabel während 20 Jahren exklusiv nutzen. In den Verträgen gibt es auch eine Ausstiegsklausel: Die Hauseigentümer können auch vor Ablauf der 20 Jahre aussteigen, müssen jedoch bis zu 25'000 Franken pro Anschluss bezahlen. 3 Zürcher Immobilienorganisationen empfehlen ihren Mitgliedern, vorerst keine Verträge mehr abzuschliessen.
Am Mittwoch veröffentliche schliesslich die Neue Zürcher Zeitung NZZ ein Interview mit dem für das ewz zuständigen Stadtrat Andreas Türler (Interview online verfügbar). Der Stadtrat findet es befremdend, dass er die happige Kritik des obersten Regulators aus der Zeitung erfahren musste. Er spekulierte, dass diese Kritik gerade jetzt geäussert wurde, kurz vor der Abstimmung über das St. Galler Glasfasernetz. Der Stadtrat erklärte, dass das 4-Faser-Modell der Swisscom lediglich als Vorwand diene, damit Swisscom den Bau ihres eigenen Netzes von den Mitbewerbern subventionieren lassen kann. Das ewz hat das 120 Millionen Franken-Angebot der Swisscom abgelehnt. Andreas Türler erklärt, dass Swisscom damit das Endkunden-Monopol der Swisscom günstig ausbauen kann. Das wäre schlecht für den Wettbewerb gewesen.
Da Swisscom nicht nur ein Netz baut, sondern auch selbst Dienstleistungen anbietet, könne es nie zu echten Wettbewerb kommen. Das Interview ist auf jeden Fall lesenswert.
Die ganze Diskussion um das Glasfaser-Netz ist komplex. Die ideale Lösung gibt es nicht. Doch mich überzeugen die Argumente des ewz mehr. Denn das ewz bietet nicht selbst Internet-Dienstleistungen an, die Swisscom bietet diese Dienstleistungen selber an. Das ewz-Modell führt automatisch zu Wettbewerb während das Swisscom-Modell den Wettbewerb eher behindert. Wie sehen das Ganze bei ADSL, wo wir in der Schweiz ein relativ schlechtes Angebot zu massiv überrissenen Preisen haben. Da die Swisscom sowohl den Endkundenpreis wie auch den Einkaufspreis der Mitbewerber selbst bestimmen kann, konnte der Wettbewerb bisher nicht spielen. Extrem hohe Preise für niedrige Bandbreiten waren die Folge. Wir sollten alles tun, um eine solche Situation beim Glasfasernetz zu verhindern.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch
Das Ganze begann am Montag mit einem Interview des Tages-Anzeigers mit dem Chef der Schweizerischen Kommunikationskommission Comcom Marc Furrer (Interview online verfügbar). In diesem Interview sagte Furrer
Natürlich wäre es für das Stadtzürcher Elektrizitätswerk (EWZ) wunderbar, ein Monopolnetz zu haben. Aber das ist genau das, was wir verhindern wollen.
Wir wollen nicht, dass jemand mit Knebelverträgen ein Monopol zementiert. (auf die Frage: Das EWZ finanziert den Hauseigentümern die Verkabelung bis in die Wohnungen – was eigentlich unüblich ist – und sichert sich im Gegenzug für Jahrzehnte die Nutzungsrechte.)Der Tages-Anzeiger fasste das Interview kurz unter dem Titel "Glasfaserkrieg: Verträge des EWZ gesetzeswidrig?" an prominenter Stelle gross auf der erste Seite zusammen. Das ewz reagierte noch am Montag mit einer Medienmitteilung und konterte. Das ewz ist sich nicht bewusst, wodurch die mit den Hauseigentümern abgeschlossenen Verträge gesetzeswidrig sein sollen. Das ewz verteidigt nochmals sein Modell eines diskriminierungsfreien Zugangs für alle Anbieter.
Am Dienstag berichtete der Tages-Anzeiger dann über die Glasfaserstreit in verschiedenen Schweizer Städten. In einem Kasten zu diesem Artikel thematisierte der Tages-Anzeiger die umstrittenen Verträge zwischen dem ewz und den Hauseigentümern. Peter Messmann, Leiter des Telekom-Bereiches des ewz, kritisierte, dass er so happige Vorwürfe vom Telekom-Regulator aus der Zeitung erfahren müsse. Das ewz verkabelt die Häuser kostenlos. Im Gegenzug kann das ewz das Glasfaserkabel während 20 Jahren exklusiv nutzen. In den Verträgen gibt es auch eine Ausstiegsklausel: Die Hauseigentümer können auch vor Ablauf der 20 Jahre aussteigen, müssen jedoch bis zu 25'000 Franken pro Anschluss bezahlen. 3 Zürcher Immobilienorganisationen empfehlen ihren Mitgliedern, vorerst keine Verträge mehr abzuschliessen.
Am Mittwoch veröffentliche schliesslich die Neue Zürcher Zeitung NZZ ein Interview mit dem für das ewz zuständigen Stadtrat Andreas Türler (Interview online verfügbar). Der Stadtrat findet es befremdend, dass er die happige Kritik des obersten Regulators aus der Zeitung erfahren musste. Er spekulierte, dass diese Kritik gerade jetzt geäussert wurde, kurz vor der Abstimmung über das St. Galler Glasfasernetz. Der Stadtrat erklärte, dass das 4-Faser-Modell der Swisscom lediglich als Vorwand diene, damit Swisscom den Bau ihres eigenen Netzes von den Mitbewerbern subventionieren lassen kann. Das ewz hat das 120 Millionen Franken-Angebot der Swisscom abgelehnt. Andreas Türler erklärt, dass Swisscom damit das Endkunden-Monopol der Swisscom günstig ausbauen kann. Das wäre schlecht für den Wettbewerb gewesen.
Da Swisscom nicht nur ein Netz baut, sondern auch selbst Dienstleistungen anbietet, könne es nie zu echten Wettbewerb kommen. Das Interview ist auf jeden Fall lesenswert.
Die ganze Diskussion um das Glasfaser-Netz ist komplex. Die ideale Lösung gibt es nicht. Doch mich überzeugen die Argumente des ewz mehr. Denn das ewz bietet nicht selbst Internet-Dienstleistungen an, die Swisscom bietet diese Dienstleistungen selber an. Das ewz-Modell führt automatisch zu Wettbewerb während das Swisscom-Modell den Wettbewerb eher behindert. Wie sehen das Ganze bei ADSL, wo wir in der Schweiz ein relativ schlechtes Angebot zu massiv überrissenen Preisen haben. Da die Swisscom sowohl den Endkundenpreis wie auch den Einkaufspreis der Mitbewerber selbst bestimmen kann, konnte der Wettbewerb bisher nicht spielen. Extrem hohe Preise für niedrige Bandbreiten waren die Folge. Wir sollten alles tun, um eine solche Situation beim Glasfasernetz zu verhindern.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch
Montag, 15. September 2008
Digital-TV soll kein analoges Fernsehen im neuem Kleid sein
In der NZZ vom letzten Freitag ist ein Interview mit Cablecom-Chef Rudolf Fischer erschienen (Interview auch online verfügbar).
Hier die beiden interessantesten Sätze aus dem Interview:
Nun leider - aus Cablecom-Sicht - wollen die Kunden lediglich analoges Fernsehen im neuen Kleid. Die Kunden wollen wie bisher fernsehen, wichtig sind nur zusätzliche Programme, besseren Ton (Dolby) und besseres Bild (in Zukunft High Definition HD). Dies zeigt auch die repräsentative Studie der Swisscable: 37% wollen Digital-TV wegen den zusätzlichen TV-Sendern, nur 5% wegen dem interaktiven Fernsehen. Also: Begraben Sie den Traum, mit interaktivem Fernsehen Geld im grossen Rahmen verdienen zu können. Stattdessen können Sie die Grundverschlüsselung aufgeben und ihre Kunden mit der freien Boxenwahl glücklich machen.
Dass interaktives Fernsehen die Kunden schlichtweg nicht interessiert, musste bereits Swisscom schmerzlich erfahren. Die interaktive TV-Fernbedienung Betty-TV wurde wieder eingestellt. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, der den Fernseher einschalten will und dann das sehen will, was gerade kommt. Er will jedoch nicht Youtube-Videoclips auf seinem Fernseher ansehen. Und dies dürfte noch einige Zeit so bleiben.
Ein Rätsel ist mir auch, wie Cablecom jedes Jahr hunderte Millionen Franken in interaktives Fernsehen investiert haben soll. Da hat Herr Fischer wohl massiv übertrieben. Vielleicht in diesem Jahr, weil die Cablecom endlich ihr Netz auf 860 MHz ausgebaut hat - andere Anbieter haben den Ausbau vor 10 bis 15 Jahren vorgenommen. Und diese Investition betrifft auch vor allem das Internet und die Telefonie und nicht das interaktive Fernsehen. Die Investitionen in interaktives Fernsehen, selbst in Digital-TV dürfte minimal gewesen sein.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telecom-Experte comparis.ch
Hier die beiden interessantesten Sätze aus dem Interview:
Wir haben nicht investiert, um dann den Kunden analoges Fernsehen in neuem Kleid anzubieten. Das digitale TV ist ein interaktives TV, und die Interaktivität ist nicht standardisiert.(Hinweis: Der erste Satz wurde verkürzt, um die Verständlichkeit zu erhöhen). Diese beiden Sätze bringen aus auf den Punkt. Cablecom will gar kein Digital-TV anbieten, sondern interaktives Fernsehen, was auch immer darunter konkret vorgestellt wird. Für analoges Fernsehen im neuen Kleid braucht es keine Grundverschlüsselung, für die interaktive Dienste ist man derzeit noch auf die Box seines Anbieters angewiesen.
Nun leider - aus Cablecom-Sicht - wollen die Kunden lediglich analoges Fernsehen im neuen Kleid. Die Kunden wollen wie bisher fernsehen, wichtig sind nur zusätzliche Programme, besseren Ton (Dolby) und besseres Bild (in Zukunft High Definition HD). Dies zeigt auch die repräsentative Studie der Swisscable: 37% wollen Digital-TV wegen den zusätzlichen TV-Sendern, nur 5% wegen dem interaktiven Fernsehen. Also: Begraben Sie den Traum, mit interaktivem Fernsehen Geld im grossen Rahmen verdienen zu können. Stattdessen können Sie die Grundverschlüsselung aufgeben und ihre Kunden mit der freien Boxenwahl glücklich machen.
Dass interaktives Fernsehen die Kunden schlichtweg nicht interessiert, musste bereits Swisscom schmerzlich erfahren. Die interaktive TV-Fernbedienung Betty-TV wurde wieder eingestellt. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, der den Fernseher einschalten will und dann das sehen will, was gerade kommt. Er will jedoch nicht Youtube-Videoclips auf seinem Fernseher ansehen. Und dies dürfte noch einige Zeit so bleiben.
Ein Rätsel ist mir auch, wie Cablecom jedes Jahr hunderte Millionen Franken in interaktives Fernsehen investiert haben soll. Da hat Herr Fischer wohl massiv übertrieben. Vielleicht in diesem Jahr, weil die Cablecom endlich ihr Netz auf 860 MHz ausgebaut hat - andere Anbieter haben den Ausbau vor 10 bis 15 Jahren vorgenommen. Und diese Investition betrifft auch vor allem das Internet und die Telefonie und nicht das interaktive Fernsehen. Die Investitionen in interaktives Fernsehen, selbst in Digital-TV dürfte minimal gewesen sein.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telecom-Experte comparis.ch
Montag, 25. August 2008
NZZ über Glasfaser
Kurz ein Tipp auf einen interessanten Artikel in der NZZ, der bereits vergangene Woche erschienen ist: Seilziehen um Bau von Glasfasernetzen.
Der Artikel fasst die aktuellen Ausbaupläne und den Streit um die Regulierung von Glasfasernetzen kurz zusammen. In den nächsten Tagen werde ich hier ebenfalls die Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur bis in die Wohnungen (sogenanntes FTTH) kommentieren.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Der Artikel fasst die aktuellen Ausbaupläne und den Streit um die Regulierung von Glasfasernetzen kurz zusammen. In den nächsten Tagen werde ich hier ebenfalls die Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur bis in die Wohnungen (sogenanntes FTTH) kommentieren.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Mittwoch, 14. Mai 2008
NZZ zur TV-Grundverschlüsselung und Boxenzwang
In der NZZ vom letzten Freitag ist ein interessanter Artikel zum Thema TV-Zwangsverschlüsselung und Boxenzwang erschienen (auch online verfügbar). Der Artikel fasst auf einer halben Zeitungsseite sehr ausführlich und einfach verständlich die ganze Problematik zusammen. Unbedingt lesen!
Ich zitiere nun zwei Abschnitte aus dem Artikel:
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
PS: Mehr zum Thema Grundverschlüsselung finden sie unter dem Label "Grundverschlüsselung".
Ich zitiere nun zwei Abschnitte aus dem Artikel:
Die Art und Weise, wie einige Kabelnetzbetreiber proprietäre Set-Top-Boxen verteidigen, erinnert an die PTT-Beamten, die vor Jahrzehnten argumentierten, ein Telefonnetz könne nicht funktionieren, wenn die Abonnenten ihre Geräte nicht vom Netzwerkbetreiber mieteten, sondern von irgendeinem Anbieter vielleicht sogar im Ausland selber aussuchten. Und heute? Und heute gibt es wohl kaum ein von Menschen geschaffenes System, das so vielfältig ist und heterogen wie das Telefonnetz, es vereinigt eine Fülle von verschiedenen Endgeräten und Subsystemen und Übertragungsmechanismen und entzieht sich der Kontrolle auch der mächtigsten Telefongesellschaft. Und trotzdem funktioniert es. Es funktioniert, weil es klar definierte Standards gibt und ökonomische Anreize für die Hersteller, sich an diese Standards zu halten und sie dem technischen Fortschritt folgend weiterzuentwickeln.und vom Telefonnetz nun der Übergang zum Thema TV:
Im Bereich des digitalen Kabelfernsehens gibt es sehr wohl Standards, aber es fehlen offenbar die ökonomischen Anreize, die eine grössere Zahl von Herstellern dazu bringen könnten, diese Vorgaben umzusetzen, zu verfeinern, weiterzuentwickeln. Die in diesem Bereich massgebenden Standards werden seit 15 Jahren vom Digital Video Broadcasting (DVB) Project, einem breit abgestützten in Genf domizilierten Konsortium, erarbeitet. DVB-C beispielsweise regelt die Übertragung von Digital-TV über Kabelnetze.Der Artikel zeigt meiner Meinung klar, weshalb die Zwangsverschlüsselung Unsinn ist, insbesondere für das Basis-TV-Angebot. Ich hoffe, die Nationalratskommission sieht es am 20. Mai ebenso und später auch der Nationalrat. Der Nationalrat muss sich in nächster Zeit mit einem Verbot der Grundverschlüsselung befassen. Der Ständerat hab letztes Jahr der entsprechenden politischen Motion bereits klar zugestummen.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
PS: Mehr zum Thema Grundverschlüsselung finden sie unter dem Label "Grundverschlüsselung".
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