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Mittwoch, 11. April 2012

1000 Minuten und 1000 SMS für 10 Euro


Heute war die neueste Ausgabe der Fachzeitschrift Connect in meinem Briefkasten. Darin ein interessanter Artikel über die Mobilfunk-Tarife in Österreich. Connect hat in einer Tabelle die Konditionen von 5 Angeboten von 5 Anbietern genau aufgelistet.

Bei allen Angeboten sind mindestens 1'000 Gesprächsminuten in alle österreichischen Netze sowie 1'000 SMS pro Monat inklusive. Die monatlichen Gebühren betragen beim günstigsten Anbieter 10 Euro, beim teuersten Anbieter werden knapp 25 Euro fällig. Doch auch wer das mobile Internet nutzen möchte, profitiert in Österreich von niedrigen Kosten. Bei vier der fünf genannten Produkte sind mindestens 1 GB Daten pro Monat im Paket inklusive, beim fünften Anbieter gibt es 1 GB Daten als Option für zusätzliche 4 Euro im Monat. Konkret gibt es bei allen Anbietern 1'000 Gesprächsminuten, 1'000 SMS und 1 GB Daten für 14 bis 25 Euro. In der Schweiz würde man bei den drei grossen Anbietern Swisscom, Sunrise und Orange zwischen 120 und 169 Franken im Monat bezahlen.

Trotz den günstigen Preisen sind die Anbieter in der Lage, Geld zu verdienen. So liegt die EBITDA-Marge bei A1 Mobilkom bei rund 33%, was ein guter Wert ist.

Wenn man diesen Artikel liest, fragt man sich, weshalb die Schweizer Anbieter so horrend hohe Gebühren verrechnen. Es gibt keinen rationalen Grund für einen so hohen Unterschied. Weshalb kostet die gleiche Dienstleistung in der Schweiz rund siebenmal mehr als in Österreich? Der Grund dürfte sein, dass die Kunden in Österreich eher bereit sind, den Anbieter zu wechseln. Deshalb können sich die Anbieter zu hohe Preise gar nicht mehr erlauben, weil sie sonst zu viele Kunden verlieren würden.

In der Schweiz hingegen halten die Anbieter die Preise hoch, die Kunden wechseln nicht zu günstigeren Anbietern. Daher haben die Anbieter auch keinen Anreiz, günstiger zu werden. Denn dies kostet nur Geld, bringt aber keine zusätzlichen Einnahmen. Für einen Anbieter ist es interessant, möglichst hohe Preise zu verrechnen. Es ist schade, dass wir in der Schweiz weiterhin so hohe Preise bezahlen müssen.

Was denken Sie dazu? Schreiben Sie mir doch bitte Ihre Meinung in den Kommentaren.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler

Sonntag, 11. Dezember 2011

Neues Surf-Abo von Swisscom

Swisscom bietet mit Natel Data Start ein gutes Angebot: Mit diesem Abo kann man für 19 Franken im Monat 500 MB Daten übertragen. Interessant ist, dass keine Gebühren anfallen, wenn man im Monat mehr als 500 MB Daten hat. Swisscom reduziert allerdings die Geschwindigkeit, so dass das Surfen bedeutend langsamer und damit unbequemer wird. Leider kommuniziert Swisscom auf ihrer Website gar nicht, auf welche Geschwindigkeit gedrosselt wird. Sehr gut ist bei diesem System, dass es so auf der Rechnung keine böse Überraschung gibt. Wem die Geschwindigkeit zu langsam ist, kann ein weiteres Paket mit 500 MB für 19 Franken dazukaufen.

Ein Vorteil von Natel Data Start ist, dass dieses Abo auch ohne Mindestvertragslaufzeit angeboten wird. Das Abo ist in dieser Variante damit jeweils mit einer Frist von zwei Monaten jederzeit kündbar.

Ein grosses Manko von Natel Data Start ist jedoch, dass man mit diesem Abo nicht telefonieren kann. Insbesondere für Kunden, die ein Smartphone nutzen, wäre es ein optimales Abo. Viele Smartphone-Nutzer telefonieren praktisch nicht mehr, sondern übertragen vor allem Daten. Das günstigste Abo mit 500 MB Daten und Telefonie-Funktion ist Natel Liberty Medio und kostet 45 Franken im Monat. Swisscom lässt sich also die Möglichkeit, auch telefonieren zu können mit einem fürstlichen Aufpreis von 26 Franken (das sind 136% mehr) im Monat geradezu vergolden. Wohlverstanden hat man damit noch keine einzige Sekunde telefoniert, denn alle Gespräche werden zusätzlich verrechnet. Es gibt zwar noch 100 Inkusiv-SMS im Monat. Für Smartphone-Nutzer, die oftmals praktisch keine SMS verschicken, sind diese jedoch wertlos.

Orange und Sunrise haben ebenfalls Abos, mit denen man Daten übertragen kann. Die günstigsten Angebote mit mindestens 500 MB sind Orange Me Basispaket SIM-Only mit 0 Inklusiv-SMS und 1 GB Inklusiv-Daten für 15 Franken im Monat sowie Sunrise Start mit Sunrise Data 1 für monatlich 25 Franken. Das Orange-Angebot ist auch ohne Mindestvertragsdauer erhältlich, allerdings nur in Shops und nicht über das Internet. Und bei beiden Angeboten kann man auch telefonieren! Das Angebot für Gar-Nicht-Telefonierer-Nur-Datenübertrager-Smartphone-Nutzer von Swisscom kann bei der Grundgebühr also mit Sunrise und Orange mithalten, man kann jedoch nur halb so viele Daten übertragen.

Ich überlege mir, ob ich das Natel Data Start-Abo irgendwie nutzen kann. Ein zweites Handy herumtragen, um weiterhin telefonieren zu können, wäre eine Variante. Ich kann mich mit dieser Variante nicht wirklich anfreunden. Ein Vorteil wäre, dass man beim Handy im Gegenteil zum Smartphone keine Angst haben muss, dass der Akku leer ist. Oder ich warte noch, bis es ein gutes Dual-SIM-Smartphone gibt und werde dann die Swisscom-SIM-Karte für die Datenübertragung und eine andere SIM-Karte für das Telefonieren nutzen.

Oder könnte es sogar sein, dass Swisscom kundenfreundlicher wird und das Abo auch mit Telefon-Funktion anbietet? Dann wäre ein Wechsel fast sicher.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Mittwoch, 19. Oktober 2011

iPhone/iMessage der SMS-Killer?

Apple hat eine neue Version des Betriebssystem iOS 5 für das iPhone veröffentlicht. Ein sehr interessanter Dienst ist iMessage, der allen Besitzern eines iPhone 3GS oder eines iPhone 4 zur Verfügung steht. Sobald man eine SMS verschickt, überprüft das iPhone, ob der Empfänger ebenfalls ein iPhone hat. Ist dies der Fall, so wird das SMS nicht als SMS verschickt, sondern über das Internet. Der Vorteil ist, dass dies völlig automatisch passiert.

Ein weiterer Vorteil: Man muss für diese Kurznachricht nichts bezahlen. Zwar werden ein paar Bytes übertragen, doch die übertragene Datenmenge ist so klein, dass in der Regel keine Kosten entstehen dürften. Das Inklusivvolumen von Datenoption oder Handy-Abos reicht für das Verschicken von Kurznachrichten völlig aus. Lediglich wer das Datenvolumen durch das Übertragen von Video, Radioprogrammen oder Youtube-Clips bereits verbraucht hat, wird zur Kasse gebeten.

Bereits seit längerer Zeit sind Programme wie „WhatsApp“ bei Smartphone-Kunden sehr beliebt. Doch sowohl Sender wie Empfänger müssen dieses Programm installieren und das Programm gestartet haben. Ausserdem werden die Nachrichten über die App versendet und empfangen. iMessage ist hingegen direkt im iPhone integriert. Der Kunde sollte keinen Unterschied zwischen SMS und iMessage merken. Genau dies dürfte iMessage sehr erfolgreich werden lassen. Insbesondere da die iPhones in der Schweiz stark verbreitet sind.

Die Schweizer verschicken über 6 Milliarden SMS im Jahr. Alleine mit den einzeln abgerechneten SMS dürften die Telecom-Anbieter pro Jahr eine halbe Milliarde Franken umsetzen. SMS sind für die Telecom-Anbieter ein sehr attraktives Geschäft, da die technischen Selbstkosten extrem niedrig sind. Werden nun vermehrt iMessage statt SMS verschickt, trifft dies die Anbieter erheblich. Gemäss meiner Schätzung dürften die Schweizer Telekom-Anbieter im Jahr zwischen 200 und 300 Millionen Franken Umsatz und Gewinn aufgrund von iMessage verlieren.

Swisscom hat bereits vor etwa einem halben Jahr reagiert und die Abo-Preise geändert. Neu gibt es nur noch Handy-Abos, bei denen eine bestimmte Zahl SMS inklusive sind. Dafür erhöhte Swisscom die Grundgebühren um 7 bis 20 Franken. Wer (fast) keine SMS verschickt, bezahlt daher mehr als mit früheren Abos. Immerhin: Wer ein altes Abo hat, kann auf seinem Abo ohne Zwangs-SMS bleiben. Bevor man auf ein neues Abo wechselt, sollte man sehr gut rechnen. Neben den Zwangs-SMS haben die neuen Handy-Abos auch den Nachteil, dass Anrufe auf viele Festnetznummern unverständlicherweise zum teuren Fremdnetz-Handy-Tarif statt zum günstigeren Festnetztarif verrechnet werden.

Es dürfte wohl nicht mehr lange gehen und dann wird auch Android eine ähnliche Funktion anbieten. Dies dürfte den Umsatz nochmals reduzieren. Ein absoluter Alptraum wäre es jedoch, wenn sich Apple mit Google und Microsoft einigen würden und es möglich wird, die Kurznachrichten auch automatisch auch zwischen verschiedenen Handys zu verschicken. Ich halte dies allerdings derzeit eher für unwahrscheinlich.

Trotz allem dürfte SMS allerdings nicht verschwinden. Viele Schweizer haben ein einfaches Handy und auch gar kein Interesse an einem Smartphone. Diese Kunden werden für die SMS weiterhin bezahlen. Das gleiche gilt für Smartphone-Benutzer, die ein SMS an einen Kunden mit einem einfachen Handy verschicken.

Was denken Sie zum neuen iMessage-Service? Schreiben Sie mir Ihre Meinung dazu!

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telecom-Experte von comparis.ch

Mittwoch, 30. März 2011

Attraktives Datenroaming

Die extrem hohen Roaming-Tarife führen seit Jahren für Ärger bei den Kunden. Wer das Handy im Ausland nutzt, bezahlt massiv mehr als wenn er die Dienstleistung in der Schweiz benutzt hat. Bereits bei den Gesprächen ist der Aufpreis erheblich, doch die Daten sind im Ausland unbezahlbar. Das Übertragen von 100 MB kosten in der Schweiz rund 10 Franken, im Ausland werden schnell mal 1000 Franken fällig.

Die Deutsche Telekom hat nun angekündigt, dass man ab Juli neue Datenroaming-Tarife einführen will (siehe Medienmitteilung). Ich halte das Konzept für sehr überzeugend und bin von diesem Angebot beeindruckt: Für 14.95 Euro (also beim aktuell niedrigen Euro umgerechnet um die 20 Franken) kann man eine Woche sorgenfrei im Internet surfen. Billig ist das Angebot zwar nicht, dafür kann man diesen Wochentarif einmal buchen und weiss, wie viel man dafür ausgibt. Denn es können keine zusätzlichen Kosten entstehen. Die Geschwindigkeit wird zwar reduziert, wenn man eine bestimmte (derzeit noch nicht bekannte) Datenmenge konsumiert hat. Es wird langsamer, aber immerhin muss man keine Angst, nach den Ferien eine Rechnung über Tausende von Franken zu erhalten. Ich persönlich würde einen entsprechenden Wochentarif sofort buchen. Gerade im Ausland würde ich von den Vorteilen der Smartphones profitieren.

Die Schweizer Anbieter schlafen weiter, halten an der Abrechnung pro Megabyte fest (die niemand versteht) und verlangen weiterhin horrende Tarife für die Nutzung des mobilen Internets im Ausland. Schauen wir einmal, mit welchen Kosten die Kunden von Schweizer Anbietern rechnen müssen, wenn Sie in EU Ländern Daten übertragen:

  • Am günstigsten ist noch Swisscom: 7 Franken pro angefangene 10 Megabyte innerhalb von 24 Stunden mit der „World Option Flex“.
  • Orange hat zahlreiche verschiedene Angebote, doch der Kunde muss woher raten, wie viele Megabyte er wohl in den Ferien konsumieren muss. Dies ist praktisch ein Ding der Unmöglichkeit, so dass man in der Praxis mehr als nötig bezahlt. Orange bewirbt vor allem „Orange Travel Data Daily 2 MB“ für Smartphones und Mobiltelefone. Für 2 Franken pro Megabyte (mindestens 2 Megabyte werden verrechnet) kann der Kunde im Ausland surfen.
  • Sunrise ist noch teurer: Selbst mit Option werden 4.40 Franken pro Megabyte verrechnet.
Nehmen wir an, ein Kunde nutzt während seinen Ferien während fünf Tagen das mobile Internet. Er überträgt im Schnitt 10 Megabyte pro Tag, an drei Tagen etwas weniger, an zwei Tagen etwas mehr. Swisscom verrechnet diesem Kunden 70 Franken, Orange (mit „Orange Travel Data Daily 2 MB“) 100 Franken und Sunrise sogar 220 Franken. Zum Vergleich dazu die umgerechnet 20 Franken, die die Deutsche Telekom ihren Kunden verrechnen würde.

Ich hoffe, dass sich die Schweizer Anbieter vom Angebot der Deutschen Telekom inspirieren lassen und ein ähnliches Angebot lancieren werden. Selbst bei einem Preis von 30 Franken pro Woche fände ich dies noch einen akzeptablen Preis. Ich befürchte jedoch, dass ziemlich sicher kein entsprechendes Angebot auf den Markt kommen wird. Dies finde ich sehr schade.

Schreiben Sie mir, was Sie zum Datenroaming ganz allgemein oder zum neuen Angebot der Deutschen Telekom denken?

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telecom-Experte von comparis.ch

Mittwoch, 19. Januar 2011

Plötzlich kostet der Gratis-Anruf ins Festnetz

Swisscom läutet einen neuen Trend ein: Anrufe auf Festnetz-Anschlüsse, die bei anderen Anbietern geschaltet sind, werden zu horrenden Tarifen verrechnet. Bereits beim Vivo Casa ist dies der Fall. Und nun auch noch bei den neuen Jugend-Angeboten, die verglichen mit den bisherigen Angeboten für Jugendliche klar schlechter geworden sind.

Und wenn Swisscom auf Twitter schreibt
Bei Anrufen in fremde Netze entstehen Swisscom höhere Kosten, als bei Anrufen ins eigene. Deshalb unterscheiden sich die Tarife
ist dies schlichtweg gelogen – Ja, ich verwende absichtlich dieses heftige Wort.

Bei einem Anruf auf Sunrise- und Cablecom-Festnetzanschlüsse muss Swisscom ungefähr einen Rappen an Sunrise bzw. Cablecom bezahlen. Erstens sind die Selbstkosten für Anrufe auf das Swisscom-Mobilfunknetz wesentlich höher (wenn auch die genauen Zahlen geheim sind). Zweitens entstehen Swisscom für das Weiterleiten (terminieren) von Anrufen ins Festnetz von Swisscom ebenfalls Kosten, die aufgrund der regulierten Preise ebenfalls rund 1 Rappen pro Minute betragen. Das heisst, dass Swisscom keine höheren Kosten hat für Anrufe auf Sunrise- und Cablecom-Handys.

Wenn Swisscom wirklich den Kunden mehr verrechnen will für Dienstleistungen, die im Einkauf mehr kosten, dann müsste Swisscom konsequenterweise für Anrufe ins Festnetz (egal bei welchem Anbieter) am wenigsten verrechnen. Gespräche auf Swisscom-Handys müssten erheblich teurer sein und Anrufe auf Sunrise- und Orange-Handys nochmals teurer sein. Doch aus strategischen Gründen sind Anrufe auf Swisscom-Handys und ins Festnetz seit mehr als einem Jahrzehnt für Swisscom-Kunden gleich teuer.

Es geht um reine Strategie, die eigentlich die Wettbewerbskommission Weko auf den Plan rufen sollte. Denn damit will Swisscom verhindern, dass noch mehr Kunden von Swisscom wegwechseln (und bereits jetzt wechselt ja fast niemand von Swisscom weg). Auch wenn ich es nicht verstehen kann: Ich höre immer wieder, dass man bestimmt nicht von Swisscom weg will, weil Kollegen sonst mehr bezahlen müssen, wenn sie anrufen.

Das neue Angebot ist sehr schnell gekommen. Ich vermute, dass dies nur ein Testballon ist und Swisscom diese Anpassung auch anderen Preisplänen vornehmen möchte. Die Zeit hat diesmal nicht einmal mehr gereicht, einen Piepston einzurichten für Anrufe auf fremde Festnetz-Nummern. Es dürfte einige böse Überraschungen geben, wenn man plötzlich für die beworbenen Gratis-Anrufe ins Festnetz bezahlen muss.

Ich bin zwar grundsätzlich eher gegen eine übermässige Regulierung, doch hier müsste man eingreifen. Es ist eine Frechheit, wenn Swisscom mit Verbindungen zu Mitbewerbern viel höhere Margen hat als bei Verbindungen ins Swisscom-Netz. Der Preisunterschied zwischen Verbindungen ins Swisscom-Netz und in die Netze der Mitbewerber dürfte konsequenterweise nicht höher sein, als die Interkonnektionsgebühren für diese Verbindungen.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telecom-Experte von comparis.ch

Orange: Kompliziertes Datenroaming

Orange hat eine weitere Option für die Übertragung von Daten in europäischen Ländern. Dieses Angebot mit dem Namen „Orange Travel Data Daily 50 MB“ ist vermeintlich günstiger. Man kann bei diesem Angebot 50 MB Daten an einem Tag übertragen und bezahlt dafür 25 Franken. Jedes weitere MB kostet teure 2 Franken.

Eine Vorbemerkung: Alle nachfolgenden Informationen beziehen sich auf das Surfen in europäischen Ländern, ausserhalb Europas gelten andere Tarife. Wenn man tatsächlich genau 50 Megabyte (was ein sehr grosser Zufall wäre) überträgt, fährt man mit dem neuen Orange-Angebot etwas günstiger als mit Swisscom. Dann bezahlt man 25 Franken, bei Swisscom hingegen 35 Franken und bei Sunrise sogar über 200 Franken. Doch wenn man nur 15 MB an einem Tag überträgt, verlangt Swisscom 14 Franken, Orange hingegen 25 Franken. Mühsam finde ich am Orange-Angebot vor allem, dass sich der Kunde vor der Reise entscheiden muss, ob er wohl pro Tag nun 2, 10 oder 50 Megabyte übertragen wird. Und selbstverständlich muss der Kunde für jeden Tag das gleiche Paket auswählen. In der Regel dürfte man nicht jeden Tag gleich viele Daten übertragen. Man steckt in einem Dilemma fest: Entweder bezahlt man viel zu viel für ein zu grosses Datenpaket oder man hat ein zu kleines Datenpaket und bezahlt viel zu viel für die zusätzlich übertragenen Megabyte. Dazu kommt noch, dass sich fast niemand etwas unter dem Begriff Megabyte vorstellen kann.

Das Swisscom-Angebot ist interessanter. Mit der World Option Flex verrechnet Swisscom 7 Franken je angefangenen 10 Megabyte pro Tag (mit einer Sonderregelung, falls der Normaltarif weniger als 7 Franken beträgt, dann wird der Normaltarif verrechnet). Hat man mehr als 10 Megabyte übertragen, so wird ein weiteres Paket von 10 Megabyte verrechnet. Der Kunde muss sich nicht vorher Gedanken darüber machen. Dazu kommt, dass man einen Betrag von 7 Franken am Tag leicher verkraften kann als 25 Franken, insbesondere wenn man an einem Tag weniger Daten überträgt.

Doch auch das Swisscom-Angebot könnte man verbessern. Warum nicht einfach 70 Rappen pro angefangenem Megabyte. Auch damit ist das Datenroaming immer noch viel teurer, als wenn man direkt im Land eine lokale SIM-Karte kauft, diese in das Smartphone steckt und lossurft. Typischerweise muss man mit 15 bis 30 Franken für eine solche Lösung rechnen und kann dann während den ganzen Ferien im Internet surfen.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telecom-Experte von comparis.ch

Sonntag, 28. November 2010

Endlich: Günstig mit Prepaid surfen

Zu Mobilfunk-Abos gibt es bereits seit einigen Jahren attraktive Optionen, mit denen man günstig im Internet surfen kann. Vor 2 ½ Jahren hat Swisscom Handy-Abos lanciert, bei denen Inklusiv-Surf-Volumen inklusive sind. Inzwischen gibt es von allen Anbietern ähnliche Handy-Surf-Abos. Doch für Prepaid-Kunden gab es lange Zeit keine attraktive Angebote. Schweizer Pionier ist Coop Mobile, wo seit August 2009 eine Surf-Option mit monatlich 100 Megabyte für 9.90 Franken erhältlich ist.

Doch in den vergangenen Wochen hat sich einiges getan: Der Nischenanbieter Lebara bringt die derzeit attraktivste Daten-Option auf den Markt. Und auch die Prepaid-Kunden von Swisscom und Orange können endlich zu bezahlbaren Konditionen im Internet surfen.

Doch zuerst zum „Lebara Surf“-Angebot: Ein Paket mit 120 Megabyte im Monat kostet nur 4.90 Franken. Es ist die Surf-Option mit dem günstigsten monatlichen Abo-Preis auf dem Schweizer Markt, die mit 120 Megabyte für die meisten Kunden auch genügend gross ist. (Wobei hier wieder mal der obligate Warnhinweis: Video und Musik führen zu einer grossen Datenmenge, daher sollte man Videos und Musik nur über das heimische WLAN übertragen, nicht jedoch über das Mobilfunknetz). Leider ist das Telefonieren mit Lebara zu Schweizer Anschlüssen relativ teuer und damit eignet sich das Angebot nur für Kunden, die selten oder nie auf Schweizer Anschlüsse anrufen.

Eine echte Überraschung ist jedoch, dass neu nun endlich auch Prepaid-Kunden von Swisscom Datenpakete dazu buchen können. Das für die meiste Kunden interessante Paket „NATEL easy Datenpaket 100 MB“ kostet 10 Franken im Monat und beinhaltet ein Datenvolumen von 100 Megabyte. Bei Orange heisst die Option „Mobile Internet Plus“, kostet ebenfalls 10 Franken im Monat und bietet ebenfalls 100 MB. Etwas speziell ist bei Swisscom, dass man die Option jeweils jeden Monat neu bestellen muss. Und auch wenn die 100 MB vorzeitig aufgebraucht sind, kann man wieder ein neues Paket kaufen.

Hier eine Übersicht über Surf-Optionen für Prepaid-Kunden:
  • Am attraktivsten ist wie erwähnt „Lebara Surf“ (120 MB für 4.90 Franken/Monat)
  • Eine grosse Datenmenge bietet Sunrise Surf (250 MB für 7.50 Franken/Monat)
  • Coop Mobile (100 MB für 9.90 Franken/Monat)
  • Swisscom „NATEL easy Datenpaket 100 MB“ und Orange „Mobile Internet Plus“ (100 MB für 10 Franken/Monat)

Man sollte jedoch nicht nur auf den Preis für das mobile Internet achten, sondern auch die Preise für Anrufe und SMS berücksichtigen. Die meisten Kunden dürften damit mit Coop Mobile am günstigsten fahren. Wer eher nur an wenigen Tagen pro Monat in das Festnetz und auf Surnise-Handys telefoniert, sollte sich das Angebot von Sunrise etwas genauer ansehen.

Noch keine attraktiven Surf-Angebote bieten übrigens M-Budget Mobile von Migros, Yallo und Lycamobile.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telecom-Experte von comparis.ch

Sonntag, 14. November 2010

Vergleich der Glasfaser-Angebote

Auf dem Stadtzürcher Glasfaser-Netz des ewz gibt es bereits einige Anbieter, die Angebote für Privatkunden anbieten. Von 5 Anbietern gibt es ein Triple-Play-Angebot mit Telefonie, Internet und einem TV-Angebot. Im nachfolgenden Vergleich sind Angebote mit einer Internet-Geschwindigkeit von mindestens 20 MBit/s (Downstream) sowie einem TV-Angebot mit HD-Sendern und TV-Aufnahmemöglichkeit berücksichtigt (aufgeführt ist jeweils das günstigste Angebot, welches die vorhin genannten Kriterien erfüllen, es gibt teilweise weitere Angebote):

Am günstigsten ist „Leunet 3 in 1 Fiber“ für 96.40 Franken im Monat. Die Internet-Geschwindigkeit beträgt „20/2“. Man kann maximal 20 Stunden TV-Programme aufzeichnen und in diesem Paket gibt es keine Telefon-Flatrate.

Orange verlangt 98 Franken im Monat. Der Internet-Zugang bietet eine Geschwindigkeit von „30/1“, auch bei diesem Angebot ist keine Telefon-Flatrate im Preis enthalten. Mobilfunk-Kunden von Orange erhalten einen günstigeren Preis und bezahlen 88 Franken im Monat. [UPDATE: Das Angebot von Orange wurde eingestellt, da man bisher nur 60 Kunden gewinnen konnte.]

Ähnlich teuer ist „MyGate G-Triple Basic“ mit 99 Franken im Monat. Das Internet bietet eine Geschindigkeit von „25/5“. Auch hier ist keine Telefonflatrate inklusive.

GGA Maur bietet „Triplex“ für monatlich 109 Franken an. Bei diesem Angebot ist eine Flatrate für Anrufe ins Schweizer Festnetz enthalten. Die Internet-Geschwindigkeit beträgt „25/5“.

Überraschend teuer ist das Angebot von Sunrise: 109 Franken verlangt Sunrise für das „Home Combi“-Angebot. Die Internet-Geschwindigkeit beträgt „30/2“ und es ist keine Telefon-Flatrate inklusive.

Noch nicht auf dem ewz-Netz sind die Angebote von Swisscom verfügbar. Swisscom und ewz wollen das Stadtzürcher Glasfaser-Netz gemeinsam bauen, so dass es eine Frage der Zeit ist, bis das Swisscom-Angebot dort verfügbar ist. „Casa Trio“ ist auch auf dem Glasfaser-Netz zum genau gleichen Preis (113.25 Franken pro Monat) wie auf dem Kupfernetz verfügbar. Die Internet-Geschwindigkeit beträgt „20/1“ und eine Flatrate für Anrufe ins Festnetz ist ebenfalls enthalten. Wer sich für Swisscom entscheiden möchte und die Möglichkeit hat, sich ans Glasfaser-Netz anzuschliessen, sollte sich für das Glasfaser-Angebot entscheiden. Denn beim Kupfernetz-Angebot hat man in vielen Fällen nicht die volle Internet-Geschwindigkeit und beim fernsehen wird das Internet langsamer. Diese Nachteile gibt es beim Glasfaser-Angebot nicht.[UPDATE: Casa Trio gibt es für Neukunden nicht mehr. Stattdessen wurde das "Vivo Casa" eingeführt, dass meiner Meinung nach wesentlich schlechter ist als Casa Trio. Sehr störrend ist, dass in der Festnetz-Flatrate nur noch Anrufe ins Swisscom-Netz inklusive sind. Die Grundgebühr beträgt ausserdem 125 Franken für ein vergleichbares Paket. Ich habe auf comparis.ch eine Einschätzung veröffentlicht.]

An dieser Stelle möchte ich noch auf das Glasfaser-Angebot von „Quickline“ im Stadtberner Glasfaser-Netz der ewb eingehen. Für 102.05 Franken im Monat gibt es „Quickline Fiber All-in-One 30/10“. Enthalten ist ein Internet-Zugang mit „30/10“. Interessant ist vor allem die vergleichsweise schnelle Upstream-Geschwindigkeit von 10 Mbit/s, das Übertragen von Daten ins Internet geht also schneller. Enthalten ist auch eine Festnetz-Flatrate für Anrufe ins Schweizer Festnetz.

Von Cablecom gibt es ein Triple-Play-Angebot, das mit den Glasfaser-Angeboten mithalten kann, jedoch auf den in den vergangenen Jahrzehnten gebauten „Koax“-Kabelnetz basiert (obwohl die Bezeichnung „Fiber Power“ suggeriert, dass es sich um ein Glasfaser-Angebot handelt). Mit Berücksichtigung des Kombi-Rabatts bezahlen die Cablecom-Kunden 103 Franken im Monat.

Mich überzeugen die derzeitigen Glasfaser-Angebote noch nicht, da sie meiner Meinung nach noch zu teuer sind. Ein anderes Thema ist, dass die Glasfaser-Angebote derzeit erst in wenigen Häusern überhaupt verfügbar sind. Doch bereits in einigen Jahren werden wir über die neue Glasfaser-Infrastruktur froh sein. Damit sich die neue Technologie durchsetzen kann, braucht es jedoch günstigere Preise.

Was denken Sie zu den Glasfaser-Angeboten, schreiben Sie mir Ihre Meinung in den Kommentaren.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler

Montag, 11. Oktober 2010

Tiefere Preise – ausser für die Kunden

Seit Anfangs Oktober 2010 verlangen die Schweizer Mobilfunk-Anbieter massiv weniger für die Entgegennahme von Gesprächen in ihr Netz. Ausserdem wurde eine weitere Preissenkung auf den 01. Januar 2011 angekündigt. Die sogenannten Interkonnektionsgebühren (bzw. Terminierungsgebühren) halbieren sich damit. Die Anbieter verrechnen sich die Interkonnektionsgebühren untereinander. Bereits am Tag der Ankündigung habe ich meine Erwartung zum Ausdruck gebracht, dass die Preise für die Endkunden kaum sinken werden. Und bisher hatte ich diesbezüglich leider Recht gehabt.

Swisscom hat tagsüber die Preise für Anrufe aus dem Festnetz auf Handys um 5 Rappen pro Minute gesenkt, abends bleiben die Tarife unverändert. Die beiden anderen grösseren Schweizer Festnetz-Anbieter Sunrise und Cablecom haben die Preise bisher nicht gesenkt. Die Festnetz-Anbieter bezahlen also wesentlich weniger, aber verlangen von den Kunden den bisherigen Preis. Im Klartext wurde die Marge massiv vergrössert.

Ein Preisvergleich mit Deutschland zeigt, wie hoch die Margen der Schweizer Festnetz-Anbieter sind. In Deutschland kann ich als Konsument für unter 6 Eurocent auf Handys anrufen, die Marge ist angemessen. Doch in der Schweiz kaufen die Anbieter für rund 8 Rappen ein, verlangen den Kunden bis zu viermal so viel. Eine Marge von bis zu 300% dürfte der Traum jedes Anbieters sein.

An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass es auch Festnetz-Anbieter gibt, die ihre Preise für Anrufe auf Schweizer Handys gesenkt haben. Dazu gehören VTX, Red Telecom und Telio. Doch verglichen mit den Einkaufskonditionen sind auch diese Preise immer noch zu hoch.

Auch die Mobilfunk-Anbieter haben die Senkung der Terminierungsgebühren nicht weitergegeben. Eigentlich müssten jetzt Anrufe auf Fremdnetze günstiger werden. Doch daran haben die Mobilfunk-Anbieter kein Interesse. Die Mobilfunk-Anbieter werden durch die gesunkenen Terminierungsgebühren weniger Einnahmen erzielen und wollen deshalb die Preise nicht senken. Mit der Entgegennahme von Anrufen verdienen die Anbieter also weniger, dafür verdienen die Anbieter nun mit Anrufen in Fremdnetze mehr. Die Preise nicht zu ändern ist sicher eine bequeme Möglichkeit. Dies führt dazu, dass Kunden, die viele ausgehenden Anrufe tätigen nun die Kunden subventionieren, die viele ankommenden Anrufe erhalten.

Eine interessante Strategie haben auch Anbieter, die sowohl Festnetz wie Mobilfunk anbieten: Swisscom und Sunrise lassen die Festnetz-Preise hoch und damit subventionieren die Festnetz-Kunden die Mobilfunk-Kunden. Auf dem Papier werden niedrigere Gebühren verrechnet, doch effektiv ist es eine Umverteilung der Marge vom Mobilfunkbereich in den Festnetzbereich.

Was denken Sie zu den reduzierten Interkonnektionsgebühren? Schreiben Sie mir dazu Ihre Meinung.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telecom-Experte von comparis.ch

Sonntag, 19. September 2010

Handytarife: Immer noch riesige Preisunterschiede

Für die Fernsehsendung Kassensturz habe ich berechnet, wie teuer Telefongespräche, SMS und das mobile Internet bei verschiedenen Anbietern sind.

Kassensturz vom 14.09.2010

Erstaunlich ist, dass die Differenzen zwischen den Anbietern immer noch so riesig sind. Mit einem Wechsel zu einem anderen Anbieter kann man schnell sehr viel Geld sparen. Viele Kunden telefonieren ausserdem mit einem zu teuren Abo und könnten mit einem Wechsel noch viel mehr Geld sparen. Für den Vergleich habe ich jeweils das günstigste Abo- und Prepaid-Angebot der drei grossen Anbieter sowie die Prepaid-Angebote von Aldi, Coop und Migros berücksichtigt. Andere auf dem Markt tätige Anbieter sind teurer und sind deshalb in der Tabelle nicht berücksichtigt.

Beim ersten Profil ohne Internetnutzung ist Aldi Mobile mit 32.90 Franken am günstigsten, das günstigste Swisscom Prepaid-Produkt ist mehr als doppelt so teuer. Mit der zusätzlichen Berücksichtigung von 100 Megabyte Internet-Datenvolumen ist Coop mit 50 Franken am günstigsten, das günstigste Swisscom-Abo kostet mehr als 80 Franken im Monat. Noch teurer sind die Prepaid-Angebote Swisscom, Orange – trotz Internet-Option – und Aldi. Doch kaum jemand würde diese hohen Preise in der Praxis wohl bezahlen.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Montag, 21. Juni 2010

Gratis-SMS zu teuer

Sunrise hat bis Ende Juli 2010 eine Promotion: Wer ein Surf-Abo von Sunrise neu abschliesst, kann während einem Jahr kostenlos SMS verschicken. Dieses Promotionsangebot wird beworben. Konkret erhält man während einem Jahr die Message-Option kostenlos. Normalerweise kostet diese Option 19 Franken, dafür kann man dann 1'000 SMS innerhalb der Schweiz verschicken. Die Inklusiv-SMS gelten zu allen Schweizer Handynummern, also auch zu Orange- und Swisscom-Kunden. Die normalen Tarife werden für SMS ins Ausland und zu Mehrwertdienste-Nummern berechnet.

Man könnte denken, dass es ein gutes Angebot ist. Doch dem ist nicht so. Denn die Surf-Tarife von Sunrise sind in vielen Fällen massiv zu teuer. Prepaid-Angebote z.B. von Aldi, M-Budget oder Coop sind meistens massiv günstiger. Und selbst bei Sunrise gibt es die Zero-Abos, die meistens wesentlich günstiger sind. (Wie immer kommt es auf das konkrete Nutzungsverhalten an, welches Angebot am Schluss günstiger ist.) Wer mit einem günstigen Abo telefoniert und die verschickten SMS selbst bezahlt, fährt meistens wohl günstiger als mit einem Surf-Abo.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Sonntag, 18. April 2010

Lebara und Lycamobile senken Preise

Wenn im Schweizer Telekommunikationsmarkt der Wettbewerb irgendwo spielt, dann bei den Tarifen für Gespräche vom Handy ins Ausland. Seit spezialisierte Anbieter wie Lebara, Lycamobile oder vor kurzem Very Mucho den Markt aufrollen, befinden sich die Tarife im freien Fall. Anders als bei den Tarifen für Gespräche innerhalb der Schweiz, die stabil sind oder sogar leicht steigen.

Seit letztem Donnerstag ist das Telefonieren über den Mobilfunk-Anbieter Lebara in einige Länder günstiger. Anrufe in das Festnetz von Deutschland, Frankreich, Italien, Grossbritannien, Portugal, Spanien und Polen kosten nur noch 5 Rappen pro Minute statt bisher 9 Rappen. Auch einige andere Destinationen wurden günstiger, so z.B. Thailand (7 Rappen), Türkei (9 Rappen) oder Indien (13 Rappen).

Kaum hat Lebara die Preissenkung kommuniziert, zieht Lycamobile bereits nach. Nach Polen und Island bezahlt man sogar nur noch 4 Rappen pro Minute. Anrufe in das Festnetz von Deutschland, Frankreich, Italien, Portugal und Spanien kosten wie bei Lebara neu auch 5 Rappen pro Minute. Und auch bei Thailand zieht Lycamobile nach und verlangt ebenfalls 7 Rappen.

Sowohl Lebara wie Lycamobile Anbietern verrechnen zusätzlich eine Grundgebühr pro Anruf von 19 Rappen.

Es ist gut, dass im Bereich der Anrufe ins Ausland der Wettbewerb spielt. Doch genau so schade ist es, dass die Preise für Anrufe innerhalb der Schweiz auf einen so hohen Niveau bleiben. Es ist unerklärlich, weshalb man zwar für 4 Rappen noch Polen telefonieren kann, ein Anruf innerhalb der Schweiz jedoch so viel teurer ist.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Mittwoch, 4. November 2009

Nochmals Kombi-Rabatt der Cablecom

Mein Blogeintrag zum neuen Kombi-Rabatt der Cablecom wurde kritisiert. Es geht mir nicht darum, das Angebot von Cablecom schlecht zu reden. Ich finde es jedoch störend, dass z.B. Kunden der Fremdsprachen-Pakete leer ausgehen. Dies obwohl es sich um die treuesten Kunden handelt, die Digital-TV bereits gekauft oder gemietet haben, als es die anderen Digital-TV-Angebote noch nicht gegeben hat.

Auch heute noch habe ich Mühe, die Logik hinter dem Angebot der Cablecom zu verstehen. Weshalb ist die Standard-Set-Top-Box nicht rabattberechtigt? Der Kunde wird in vielen Fällen sowieso die Set-Top-Box kostenlos erhalten. Cablecom macht sich den Aufwand, dem Kunden die Box auszutauschen und macht dann wegen dem Rabatt weniger Umsatz?

Wenig kundenfreundlich, aber aus betriebswirtschaftlichen Gründen verständlich ist, dass das 34-Franken-Internet-Angebot nicht unterstützt wird. Weshalb allerdings das teurere 59 Franken-Internet-Angebot auch nicht ausreicht, um den Rabatt zu erhalten, ist mir nicht klar.

Das selbe beim Festnetz-Angebot: Mit dem 20 Franken-Angebot gibt es keinen Rabatt, aber Rabatt gibt es auf das 15 Franken-Angebot. Ich beschäftige mich seit über 10 Jahren mit Telecom-Tarifen, aber das neueste Cablecom-Angebot macht mir beim besten Willen überhaupt keinen Sinn.

Noch nicht erwähnt habe ich auch die neue Gebühr für die Rechnung: 1.50 Franken wird jeder Rechnung belastet, wobei die Cablecom auf die Gebühr bei den ersten drei Rechnungen verzichtet. Nur wer darauf verzichtet, sich die Rechnung zusenden zu lassen, kann die 1.50 Franken sparen. Für mich ist eine solche Gebühr eine absolute Unverschämtheit. Sie ist nicht verständlich und ich kenne keinen Schweizer Telekom-Anbieter, der ebenfalls eine solche Gebühr kennt. Ebenfalls schlecht finde ich, dass Cablecom nicht offen über diese Gebühr informiert.

Ich habe bereits mehrfach anhand von drei Profilen einen Preisvergleich erstellt. Da die Angebote schwer zu vergleichen sind und je nach Anbieter andere Voraussetzungen vorhanden sind, habe ich die Preise für einen Kunden verglichen, der sowohl TV, Festnetz, Internet und Mobilfunk beim gleichen Anbieter bezieht. Bei allen drei Profilen gehen wir von einem Kunden aus, der insgesamt 5 Stunden aus dem Festnetz und 3 Stunden mit dem Handy telefoniert und mit dem Handy 40 SMS versendet. Der Kunde surft ausserdem jeweils mit dem Internet-Zugang für 49 Franken. Man muss natürlich eingestehen, dass es sich nicht um das genau gleiche Angebot handelt. So kann man z.B. mit dem Handy-Abo von Swisscom surfen, was bei Cablecom nicht ohne Kosten möglich ist. Bei Cablecom z.B. ist die Internet-Geschwindigkeit schneller und bei Bluewin kann man sich exklusive Sportevents für 2.50 Franken ansehen.

Beim Profil 1 handelt es sich um einen Kunden, der lediglich die normalen, üblichen TV-Programme sehen möchte und keinen Wert auf neueste Spielereien setzt. Am günstigsten schnitt Cablecom mit 207.30 Franken ab, mit 209.65 Franken war Swisscom jedoch praktisch gleich teuer. Der Kunde kann nun vom Kombi-Rabatt profitieren, in dem er auf das Digital phone Freecall wechselt. Der Festnetz-Anschluss kostet dann 5 Franken mehr als bisher, allerdings bekommt der Kunde auch einen Rabatt von 12.50 Franken. Zusammen mit der Rechnungsgebühr bezahlt der Kunde also neu 201.30 Franken. Dank dem Kombi-Rabatt kann der Kunde damit knapp 3 Prozent einsparen. Ein Drittel günstiger ist es jedoch, wenn der Kunde seinen Internet- und Festnetz-Anschluss bei Sunrise bezieht und weiterhin analog über Cablecom fernsieht.

Beim Profil 2 handelt es sich um einen Kunden, der zusätzlich auch italienischsprachige Programme ansehen möchte. Hier fährt der Kunde mit Swisscom (219.65 Franken) günstiger als bei Cablecom (228.30 Franken). Der Kunde kann nun zwar den Kombi-Rabatt nutzen, in dem er auf digital phone freecall und mediabox hd receiver wechselt. Im Endeffekt bezahlt der Kunde dann mit dem Rabatt tatsächlich 228.80 Franken und damit 50 Rappen mehr als bisher. Wer Internet und Festnetz von Sunrise bezieht sowie TV von Cablecom, bezahlt 159.60 Franken.

Beim Profil 3 handelt es sich um einen Freak, der ein grosses TV-Angebot , auch Sendungen aufzeichnen und von Sendungen in HD profitieren will. Swisscom ist mit 219.65 Franken ebenfalls billiger als Cablecom mit 233.30 Franken. Mit dem Kombi-Rabatt überholt Cablecom Swisscom, ist mit 214.80 Franken praktisch gleich teuer. Der Kombi-Rabatt reduziert die monatliche Rechnung lediglich um 8%.

Nicht verstanden wird vor allem, weil ich kritisiere, dass die Fremdsprachen-Pakete nicht rabattberechtigt sind. In der Schweiz leben viele Menschen, die fremdsprachige Programme ansehen wollen. Ausserdem ist Digital-TV gerade bei Personen, die fremdsprachige Programme ansehen, weit verbreitet. Ich gehe davon aus, dass mindestens ein Drittel aller Digital-TV-Kunden von Cablecom ein Fremdsprachen-Paket haben und damit nicht vom Kombi-Rabatt profitieren können.

Ich finde dies unfair, auch wenn ich selber ausschliesslich deutschsprachige TV-Programme ansehe.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Red Bull: Kein Preiskampf

Gestern abend informierte Red Bull an einem Event in Zürich über die neuen Mobilfunk-Angebote. Der Energy-Drink-Pionier hat nach Österreich nun auch in der Schweiz ein Handy-Angebot. Ich habe vor einer Woche darüber in meinem Blog geschrieben.

Nun sind die Preise bekannt. Doch die Erwartung, dass Red Bull in der Schweiz die Handypreise ins Purzeln bringen wird, erfüllen sich nicht. Die Schweiz ist eben nicht Österreich. In Österreich sind die Handypreise massiv viel niedriger und damit auch das Red Bull-Angebot in Österreich viel günstiger.

Das Angebot nennt sich zwar "SimplyALL", also "einfach alles", doch die enthaltenen Inklusiv-Leistungen sind mager und für die meisten Kunden nicht ausreichend. Für 33 Franken pro Monat erhält man 33 Gesprächsminuten, 33 SMS und 33 Megabyte Datenübertragung. Die grössere Variante mit dem Namen "SimplyALL +" kostet 66 Franken und enthält 166 Gesprächsminuten, 33 SMS und 166 Megabyte Datenübertragung. Bei beiden Angeboten hat man unbeschränkt Zugang zum Red Bull-Portal und zu Red Bull-TV mit Bildern und Videos zu Extremsportarten.

Wir haben heute eine Medienmitteilung mit einem Preisvergleich verschickt (online verfügbar). Sunrise und Coop Mobile sind klar günstiger als Red Bull. Immerhin ist Red Bull günstiger als Swisscom.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Montag, 26. Oktober 2009

Cablecom mit Kombi-Angebot

Heute gab die Cablecom die Lancierung eines Kombi-Angebotes bekannt (siehe auch Medienmitteilung der Cablecom). Wer Internet, Digital-TV und Telefonie von Cablecom nutzt, bezahlt keine Abo-Gebühr für das Abo mit der niedrigsten Abo-Gebühr. Dies zumindest unter gewissen Bedingungen.

Doch das Angebot ist nicht wirklich durchschaubar und sehr intransparent: So erhalten die Kunden, die mit digital phone - dem üblichen und weitverbreiteten Standard-Angebot für die Telefonie - telefonieren, keinen Rabatt. Die Kunden müssen zuerst auf das neue Light-Abo oder das teuere Freecall-Abo wechseln. Die meisten Kunden würden aber mit dem normalen Abo am Besten fahren, da das Light-Abo keine Gratis-Gespräche abends und am Wochenende beinhaltet, das Freecall-Abo dafür Gratis-Gespräche auch tagsüber ermöglicht. Wer wie viele Kunden tagsüber nie telefoniert, fährt mit dem ganz normalen Digital Phone-Angebot wesentlich günstiger.

Undurchsichtig ist das Ganze auch beim Internet und beim Digital-TV: Den gewöhnlichen Digital-TV-Receiver wird nicht akzeptiert. Man benötigt die überteuerten Digital-TV-Zwangsboxen für mindestens 15 Franken pro Monat. Auch das kostengünstige und für die meisten Kunden absolut ausreichenden Hispeed 2000-Internet-Zugang berechtigt nicht zu einem Rabatt.

Grundsätzlich finde ich es gut, wenn treue Kunden belohnt werden. Doch wenn Kunden insgesamt vier Dienstleistungen beziehen (wovon die wichtigste Dienstleistung - das Analog-TV - zu keinem Rabatt führt) und mit so einem lächerlichen Rabatt abgespiesen werden, ist das Ganze wenig kundenfreundlich. Dazu kommt, dass der Kunde einen Knebelvertrag unterschreiben muss, der sich jeweils um ein ganzes Jahr erneuert.

Dazu kommt, dass die Angebote von Cablecom trotz Kombi-Rabatt weiterhin nicht günstig sind. Durch die zahlreichen Einschränkungen ist der Rabatt zum Teil auch sehr gering. So zeigen meine Berechnungen, dass Kunden teilweise gerade von einem Rabatt von einem winzigen Franken profitieren. Dies weil die Kunden auf teurere Angebote wechseln müssen, um überhaupt von Kombi-Rabatt profitieren zu können. Dies ist mickrig, insbesondere wenn der Kunde im Monat über 200 Franken an Cablecom überweist. Das entspricht gerade einem Rabatt von weniger als einem halben Prozent.

Wer das Analog-TV, Digital-TV (HD-Recorder), Internet (10'000er-Abo) und Festnetz-Telefonie (Digital Phone Freecall) von Cablecom bezieht, bezahlt immerhin nur noch 101.45 Franken statt 126.45 Franken pro Monat. Das sind etwas weniger als 20% Rabatt. Nicht berücksichtigt ist in dieser Berechnung die anfallenden Gesprächsgebühren.

Ich finde das Kombi-Angebot der Cablecom schwach und fordere die Cablecom auf, das Angebot nachzubessern. Insbesondere da es preislich attraktivere Angebote z.B. von Sunrise auf dem Markt gibt.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Montag, 19. Oktober 2009

Endlich kommen Flatrates

Flatrates sind eigentlich eine sehr praktische Sache. Für einen bestimmten monatlich gleich bleibenden Betrag kann man eine Dienstleistung unbeschränkt nutzen. Für den Zugang ins Internet hat sich die Flatrate durchgesetzt. Egal wie lange und wohin man surft, man bezahlt lediglich den monatlichen Pauschalbetrag von meist etwa 50 Franken.

Im Handy-Bereich gab es bis vor kurzem keine echten Flatrates. Bereits seit fast fünf Jahren gibt es von Orange und Sunrise zwar Pseudo-Flatrates, doch unbeschränkt konnte man damit nur ins Festnetz und zu den Kunden telefonieren, die zufälligerweise über den gleichen Anbieter telefonieren. Es gibt sogar Angebote, die ein „Flat“ im Namen haben, aber mit Ausnahme der Anrufe ins eigene Netz musste jede Verbindung einzeln bezahlt werden.

Im August hat nun Swisscom die erste echte Flatrate in der Schweiz angekündigt: Für 169 Franken pro Monat sind beliebig viele Anrufe und SMS zu allen Schweizer Telefonnummern möglich (ausgenommen natürlich erhöht kostenpflichtige Mehrwertdienste-Nummern, aber dies sollte klar sein). Ebenfalls abgedeckt ist das Surfen im Inland. Lediglich für die Kommunikation mit dem Ausland und sowie im Ausland fallen zusätzliche Gebühren an.

Nun haben auch die Mitbewerber Sunrise und Orange reagiert. Sunrise wirbt bei „Sunrise Flat Relax“ für eine Flatrate von 95 Franken. Doch beim Abschluss des Vertrages gibt es nicht mal ein Handy. Wer ein Handy erhalten möchte, bezahlt nochmals 20 Franken pro Monat zusätzlich. Immerhin sind die Subventionen derzeit so hoch, dass dies meist ein attraktiver Deal ist. Für die 115 Franken kann man zwar echt unbeschränkt innerhalb der Schweiz telefonieren. Doch jedes einzelne SMS und jedes Megabyte (mobiles Internet) wird separat verrechnet. Immerhin können die Kunden die Surf-Option für 7.50 Franken pro Monat dazu buchen. Doch die darin enthaltenen 250 Megabyte sind für Vielnutzer viel zu mickrig. Für den Versand von SMS gibt es theoretisch ebenfalls eine Option, doch diese rechnet sich für die meisten Kunden nicht.

Orange nennt ihre Flatrate „Universa Unlimited“. Für 169 Franken – den Preis hat man von Swisscom kopiert – können die Kunden unbeschränkt ins Festnetz und auf Orange-Handys anrufen. Ausserdem sind 3'000 Minuten Gespräche in die Handynetze von Swisscom und Sunrise enthalten. Etwas komplizierter werden die SMS sowie Auslandsgespräche abgerechnet: Es gibt monatlich 500 Punkte und solange diese Punkte reichen, kann man damit entweder SMS versenden (1 SMS gleich 1 Punkt) bzw. in zahlreiche ausländische Netze (1 Minute gleich 1 Punkt) anrufen. Orange setzt klar auf Auslandsgespräche, immerhin können doch einige Gespräche ohne Aufpreis geführt werden.

In der Regel vereinfachen Flatrates einen Vergleich, da man lediglich die Monatsgebühr vergleichen müsste. Doch die Schweizer Anbieter haben ihre Flatrates so unterschiedlich gestaltet, dass es wesentlich komplexer ist. Ich habe natürlich die Angebote analysiert (und comparis.ch hat auch eine Medienmitteilung mit einem Vergleich veröffentlicht).

Grundsätzlich sind Flatrates ein Nischenprodukt. Nur etwa jeder neunte hat eine Telefonrechnung über 140 Franken. Für die grosse Masse der Kunden sind diese Angebote nichts.
Die meisten Kunden fahren mit Sunrise am günstigsten. Erst wer mehr als 2 Stunden pro Monat ins Ausland telefoniert (neben den zahlreichen Stunden Inlandsgesprächen) oder mehr als etwa 650 bis 700 Megabyte Daten überträgt, fährt mit Orange (Ausland) oder mit Orange bzw. Swisscom (Surfen) günstiger.
Wer mehr als 2 Stunden pro Monat ins Ausland telefoniert, bezahlt bei Orange am wenigsten. Dies natürlich nur, wenn man nebenbei auch innerhalb der Schweiz ständig mit dem Handy plaudert. Denn wer bis 10 Stunden im Monat mit dem M-Budget-Prepaid-Tarif sowohl innerhalb der Schweiz wie auch ins Ausland telefoniert, bezahlt weniger als mit Orange. (Aufgrund der relativ hohen Tarife von Lebara und Lycamobile für Anrufe innerhalb der Schweiz habe ich diese Anbieter nicht berücksichtigt und mich auf den Anbieter mit dem günstigsten Einheitstarif für Anrufe in die Schweiz und ins Ausland beschränkt. Je nach Nutzungsverhalten sind Lebara oder Lycamobile natürlich günstiger).

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Montag, 28. September 2009

Schweizer Handy-Abos weiterhin zu teuer

Die Schweizerische Depeschenagentur hat über eine Studie der finnischen Behörde Ficora berichtet (abrufbar unter anderem auf Tagi-Online). Untersucht wurden die Abo-Tarife der jeweils drei grössten Anbieter in 19 Ländern Europas. Die Studie ist übrigens als PDF in englischer Sprache abrufbar.

Wenig erstaunlich ist, dass die Schweizer Anbieter sehr hohe Tarife verrechnen. Der Wenignutzer mit 150 Gesprächsminuten und 25 SMS pro Monat bezahlt in der Schweiz fast 39 Euro (etwa 60 Franken), so viel wie in keinem anderen untersuchten Land. In Island hingegen gibt es die gleiche Dienstleistung für weniger als 11 Euro (etwa 17 Franken). Obwohl es sich dabei um das Profil mit der kleinsten Nutzung handelt, handelt es sich um ein eher durchschnittliches Gesprächsverhalten. Viele Schweizer Kunden dürften sogar bedeutend weniger telefonieren.

Im Profil II telefoniert der Musterkunde während 300 Minuten und versendet 100 SMS. Der Schweizer bezahlt fast 70 Euro (über 100 Franken), der Engländer hingegen nur 17 Euro (etwa 26 Euro). Der Vieltelefonierer (Profil III) telefoniert während 1000 Minuten, verschickt 200 SMS und überträgt 50 Megabyte pro Monat: In der Schweiz kostet ihm dies etwa 133 Euro (etwa 200 Franken), in Luxemburg weniger als 35 Euro.

Wenn man sich die Berechnungsgrundlagen ansieht, fällt auf, dass die Grundlagen sogar äusserst Swisscom-freundlich sind. Im Profil I und II dauert ein Anruf im Schnitt 3 Minuten, im Profil III sogar 10 Minuten. Ausserdem sind bei Swisscom sehr viele On-net-Anrufe berücksichtigt – zumindest verstehe ich so die Erklärung (60% ist der Marktanteil von Swisscom, +15% zusätzlich und 25 % ins Festnetz = 81.25% On-net). Die Folge ist, dass der Minutenpreis damit beim Profil III auf 3 Rappen pro Minute sinkt – ein Minutenpreis, der kaum ein Kunde effektiv bezahlen dürfte. Und selbst durch diese für Swisscom äusserst vorteilhafte Berechnungsgrundlagen schneidet die Schweiz so schlecht ab und ist jeweils rund viermal so teuer wie das günstigste Land der 19 untersuchten europäischen Länder.

Leider sind die Tarife in der Schweiz immer noch so extrem hoch. Dies liegt sicherlich auch daran, dass die Kunden den Anbieter zu wenig unter Druck setzen und damit einen wirksamen Wettbewerb verhindern. Die Anbieter profitieren sehr gerne von dieser Ausgangslage und haben nichts dagegen, dass die Kunden freiwillig mehr als notwendig bezahlen

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Donnerstag, 25. Juni 2009

HTC Magic: Swisscom 50 Prozent teurer

Für die Sonntags-Zeitung vom letzten Sonntag berechnete ich, wieviel das HTC Magic mit einem 24-Monatsvertrag kostet. Ich berücksichtigte dabei den Kaufpreis für das Handy und die monatlichen Kosten während der Laufzeit von 24 Monaten. Die Preisunterschiede sind gewaltig.

Das Resultat ist klar und überrascht nicht wirklich: Sunrise ist jeweils am günstigsten, Orange ist teurer und Swisscom ist am teuersten. Nichts neues also.

Beim Wenignutzer (60 Minuten Telefonie, 30 SMS, maximal 100 MB pro Monat) kostet das HTC Magic mit dem Sunrise Zero 25-Abo 1128 Franken. Orange verrechnet mit dem neuen "Surf Prima 32"-Abo 1217 Franken und ist damit rund 8% teurer. Noch teurer ist erwartungsgemäss Swisscom: Das HTC Magic kostet während 24 Monaten mit dem "Natel Liberty Mezzo"-Abo sogar 1639 Franken, das sind 45% mehr als bei Sunrise.

Beim Gelegenheitsnutzer (120 Minuten Telefonie, 40 SMS, maximal 100 MB pro Monat) eine ähnliche Situation: Sunrise Zero 50 mit 1'429 Franken, Orange Surf Prima 32 1843 Franken und Swisscom Natel Liberty Mezzo sogar 2'141 Franken.

Und auch beim Vielnutzer (480 Minuten Telefonie, 80 SMS, maximal 250 MB pro Monat) das gleiche Bild: Sunrise Flat Max 3'527 Franken, Orange Surf Maxima 4'071 Franken und Swisscom Natel Liberty Mezzo sogar 5'061 Franken. Swisscom ist damit mehr als 1'500 Franken oder 43% teurer.

Im Artikel der Sonntags-Zeitung sind die Unterschiede zwischen den Abos eines Anbieters leider nicht erwähnt. Die Unterschiede sind frappant. Der Wenignutzer, der zum derzeit viel beworbenen "Sunrise Flat Max"-Abo greift und sich das HTC Magic zum Schnäppchenpreis von einem Franken kauft, bezahlt während den 24 Monaten 1'873 Franken. Das sind 66% mehr als mit dem günstigsten Sunrise-Abo. Und sogar die beiden meistverkauftesten Surfabos von Swisscom sind mehr als 200 Franken günstiger als das HTC Magic mit "Sunrise Flat Max". Bei Orange bezahlt der Wenignutzer mit dem "Surf Optima"-Abo 1'613 Franken und mit dem "Surf Maxima"-Abo sogar 2'628 Franken. Bei Swisscom sind die Unterschiede kleiner: "Natel Liberty Mezzo" und "Natel Liberty Piccolo" sind praktisch gleichteuer, während das "Natel Liberty Grande" 400 Frank teurer ist.

Dieser Vergleich zeigt klar, dass es sich lohnt, vor dem Kaufen zu vergleichen und dann das entsprechende optimale Abo zu nutzen. Leider haben die Anbieter sehr komplexe Preispläne im Angebot und kaum ein Kunde blickt wirklich durch. Aber die Anbieter haben sicherlich nichts dagegen, wenn die Kunden viel mehr für die Dienstleistung bezahlen als notwendig.

Interessant sind auch folgende Sätze im Artikel der Sonntags-Zeitung:
Swisscom erklärt auf Anfrage, die Fokussierung auf den Preis sei zu einseitig. Kunden würden das Preis-Leistungs-Verhältnis der Swisscom im Vergleich zur Konkurrenz als besser beurteilen.
Das man sich bei einem Preisvergleich auf den Preis fokussiert, ist klar und verständlich. Ich frage mich, weshalb das Preis-Leistungs-Verhältnis der Swisscom so viel besser sein soll als dasjenige der Konkurrenz. Überhaupt: Welche besseren Leistungen erbringt Swisscom, dass ein Preisunterschied von 50% rechtfertigt. Ich halte diese Aussage für dummes Geschwätz. Das Mobilfunk-Netz der drei Mobilfunk-Anbieter sind inzwischen gleichwertig. Die Qualität der Dienstleistungen dürften ebenfalls bei allen drei Anbietern gleich sein. Der Kundendienst der Swisscom ist minimal besser, aber auch hier kann Swisscom oftmals nicht kundenorientiert helfen und versucht, die Kunden mit ihren Anliegen abzuwimmeln. Wo also bietet Swisscom mehr Leistung?

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch

Mittwoch, 10. Juni 2009

Roaming bleibt zu teuer

Wie jedes Jahr im Sommer habe ich auch dieses Jahr die Roaming-Tarife unter die Lupe genommen. Und auch dieses Jahr wieder das gleiche Bild: Swisscom bietet die attraktivsten Roaming-Tarife an, Sunrise und Orange sind mehr als doppelt so teuer. Dies im Standard-Tarif, mit dem die meisten Kunden telefonieren.

Vor allem Kunden, die über Orange und Sunrise telefonieren, sollten sich für eine Roaming-Option entscheiden. Denn damit wird das Telefonieren plötzlich viel billiger. Gemäss einer Comparis-Analyse ist Orange mit Option am günstigsten, gefolgt von Swisscom und Sunrise.

Die grössten Kostenfallen sind Smartphones wie das iPhone oder das HTC Magic: Denn die Datenübertragung im Ausland ist extrem teuer. Kann man z.B. in der Schweiz bei Swisscom mit dem passenden Abo 100 MB für 13 Franken übertragen, verrechnet Swisscom für die gleiche Dienstleistung 1'000 Franken, wenn sich der Kunde in Deutschland befunden hat. Mit passender Option können die Kosten auf 125 Franken reduziert werden. Gemäss Comparis-Analysen bietet Swisscom für Personen, die im Ausland auch surfen wollen, das attraktivste Angebot. Etwas teurer sind Orange und Sunrise. Aber unbedingt eine passende Option abschliessen.

Die Medienmitteilung ist natürlich online abrufbar, ebenfalls wie der praktische Preisvergleich (PDF).

Es würde mich natürlich interessieren, welche Erfahrungen Sie mit Roaming gemacht haben. Schreiben Sie diese unten als Kommentar.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch

Montag, 1. Juni 2009

Sunrise Take Away: 3 Franken pro Stunde oder pro Einwahl?

Hier eine weitere Frage für meine regelmässige Rubrik "Antworten auf Fragen".
Ich möchte mit Sunrise Take Away unterwegs im Internet surfen. Werden die 3 Stunden pro Stunde oder pro Einwahl verrechnet?
Der Preis beträgt 3 Franken pro Stunde. Doch jede angebrochene Stunde wird voll verrechnet. Wer also nur eine Minute surft, bezahlt nicht 5 Rappen (3 Franken geteilt durch 60 Minuten) sondern volle drei Franken. Deshalb wohl auch die Frage, ob die 3 Franken pro Einwahl verrechnet werden. Wer nur kurz die Mails checkt, fährt mit dem Take Away-Angebot von Sunrise relativ schlecht.

(Kleiner Nachtrag: Bezugnehmend auf einen Kommentar noch eine Präzisierung. Bei Take Away kann man sich innerhalb der angebrochenen Stunde beliebig oft neu einwählen, ohne dass die Gebühr nochmals berechnet wird.)

Interessante Alternative ist "Natel easy liberty uno" von Swisscom. Pro Megabyte werden 1 Franken verrechnet, jedoch maximal 5 Franken am Tag. Dieses Prepaid-Angebot ist eigentlich für das Surfen mit Handys gedacht, funktioniert jedoch auch einwandfrei mit einem UMTS-Modem.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch