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Mittwoch, 19. Oktober 2011

iPhone/iMessage der SMS-Killer?

Apple hat eine neue Version des Betriebssystem iOS 5 für das iPhone veröffentlicht. Ein sehr interessanter Dienst ist iMessage, der allen Besitzern eines iPhone 3GS oder eines iPhone 4 zur Verfügung steht. Sobald man eine SMS verschickt, überprüft das iPhone, ob der Empfänger ebenfalls ein iPhone hat. Ist dies der Fall, so wird das SMS nicht als SMS verschickt, sondern über das Internet. Der Vorteil ist, dass dies völlig automatisch passiert.

Ein weiterer Vorteil: Man muss für diese Kurznachricht nichts bezahlen. Zwar werden ein paar Bytes übertragen, doch die übertragene Datenmenge ist so klein, dass in der Regel keine Kosten entstehen dürften. Das Inklusivvolumen von Datenoption oder Handy-Abos reicht für das Verschicken von Kurznachrichten völlig aus. Lediglich wer das Datenvolumen durch das Übertragen von Video, Radioprogrammen oder Youtube-Clips bereits verbraucht hat, wird zur Kasse gebeten.

Bereits seit längerer Zeit sind Programme wie „WhatsApp“ bei Smartphone-Kunden sehr beliebt. Doch sowohl Sender wie Empfänger müssen dieses Programm installieren und das Programm gestartet haben. Ausserdem werden die Nachrichten über die App versendet und empfangen. iMessage ist hingegen direkt im iPhone integriert. Der Kunde sollte keinen Unterschied zwischen SMS und iMessage merken. Genau dies dürfte iMessage sehr erfolgreich werden lassen. Insbesondere da die iPhones in der Schweiz stark verbreitet sind.

Die Schweizer verschicken über 6 Milliarden SMS im Jahr. Alleine mit den einzeln abgerechneten SMS dürften die Telecom-Anbieter pro Jahr eine halbe Milliarde Franken umsetzen. SMS sind für die Telecom-Anbieter ein sehr attraktives Geschäft, da die technischen Selbstkosten extrem niedrig sind. Werden nun vermehrt iMessage statt SMS verschickt, trifft dies die Anbieter erheblich. Gemäss meiner Schätzung dürften die Schweizer Telekom-Anbieter im Jahr zwischen 200 und 300 Millionen Franken Umsatz und Gewinn aufgrund von iMessage verlieren.

Swisscom hat bereits vor etwa einem halben Jahr reagiert und die Abo-Preise geändert. Neu gibt es nur noch Handy-Abos, bei denen eine bestimmte Zahl SMS inklusive sind. Dafür erhöhte Swisscom die Grundgebühren um 7 bis 20 Franken. Wer (fast) keine SMS verschickt, bezahlt daher mehr als mit früheren Abos. Immerhin: Wer ein altes Abo hat, kann auf seinem Abo ohne Zwangs-SMS bleiben. Bevor man auf ein neues Abo wechselt, sollte man sehr gut rechnen. Neben den Zwangs-SMS haben die neuen Handy-Abos auch den Nachteil, dass Anrufe auf viele Festnetznummern unverständlicherweise zum teuren Fremdnetz-Handy-Tarif statt zum günstigeren Festnetztarif verrechnet werden.

Es dürfte wohl nicht mehr lange gehen und dann wird auch Android eine ähnliche Funktion anbieten. Dies dürfte den Umsatz nochmals reduzieren. Ein absoluter Alptraum wäre es jedoch, wenn sich Apple mit Google und Microsoft einigen würden und es möglich wird, die Kurznachrichten auch automatisch auch zwischen verschiedenen Handys zu verschicken. Ich halte dies allerdings derzeit eher für unwahrscheinlich.

Trotz allem dürfte SMS allerdings nicht verschwinden. Viele Schweizer haben ein einfaches Handy und auch gar kein Interesse an einem Smartphone. Diese Kunden werden für die SMS weiterhin bezahlen. Das gleiche gilt für Smartphone-Benutzer, die ein SMS an einen Kunden mit einem einfachen Handy verschicken.

Was denken Sie zum neuen iMessage-Service? Schreiben Sie mir Ihre Meinung dazu!

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telecom-Experte von comparis.ch

Donnerstag, 30. Juni 2011

Aus für 20 Minuten-Handy

Im letzten Herbst lancierten 20 Minuten und Sunrise ein eigenes Mobilfunk-Angebot. Nun haben die beiden Partner entschieden, das Angebot einzustellen. „Grund ist die unter den Erwartungen liegende Geschäftsentwicklung“, teilten die beiden Unternehmen mit. Die bestehenden Kunden und Abos laufen zu den bisherigen Konditionen weiter.

In der Schweiz haben Swisscom, Orange sowie Sunrise eine Mobilfunkkonzession und betreiben ein schweizweites Handy-Netz. Auch andere Anbieter wollen Mobilfunk-Dienstleistungen anbieten und arbeiten mit einem der drei Netzbetreiber zusammen. Am häufigsten arbeiten die Partner so zusammen: Der Netzbetreiber erstellt ein Produkt, übernimmt Abrechnung und Kundendienst. Der externe Partner stellt seine eingespielte Marke – und bei Partnern aus dem Detailhandel das Verkaufsstellennetz – zur Verfügung. Die Einzelheiten der Deals sind nicht bekannt, doch in der Regel dürfte der Netzbetreiber dem Partner eine Provision bezahlen sowie einzelne Dienstleistungen abgelten. In der Schweiz haben die Netzbetreiber solche Partnerschaften mit den Einzelhändlern Migros, Coop, Aldi und Valora (Kiosk), mit dem Getränke-Konzern Red Bull, dem TV-Sender MTV und bisher auch mit der Gratis-Zeitung 20 Minuten. Bereits eingestellt wurden auch entsprechende Angebote von Mobilezone und Cablecom.

Ende 2009 (neuere Zahlen gibt es noch nicht) nutzen 4.9% aller Schweizer Mobilfunk-Kunden ein Handy-Angebot von M-Budget, 2.5% eines von Coop. Alle anderen Kooperations-Angebote kamen zusammen weniger als 0.4% Marktanteil. Migros und Coop sind meiner Meinung nach auch optimale Partner, da wohl jeder Schweizer regelmässig in deren Geschäfte einkaufen. Ausserdem ist M-Budget von Migros eine starke Marke, die Swisscom nutzen kann. Die einzige Alternative für Swisscom wäre gewesen, eine eigene Billigmarke aufzubauen. Denn unter der Hauptmarke „Swisscom“ hätte Swisscom kaum als Discounter auftreten können. Ausserdem wäre dies kostspielig gewesen und ausserdem risikoreich. Da ist die Zusammenarbeit zwischen Swisscom und Migros für beide Seiten interessanter. Die Zahlen bestätigen dies. Auch Coop und Orange ist eine sinnvolle Zusammenarbeit, mit der zusätzliche Kunden erreicht werden können.

Auch die Kunden haben vom Markteintritt von Migros, Coop und Aldi profitiert. Denn die Preise für Prepaid-Kunden kamen dadurch mehrfach ins Rutschen. Doch nun sind die Preise leider seit fast vier Jahren unverändert.

Grosse Fragezeichen setze ich jedoch bei anderen Partnerschaften: Weshalb sollte ein Energy-Drink-Hersteller wie Red Bull mit einem eigenen Handy-Angebot erfolgreich sein? Ich bin zwar kein Marketing-Fachmann, aber mir fehlt der Glaube, dass dies eine sinnvolle Kooperation ist. Weshalb soll jemand, der gerne Energy-Drinks trinkt, auch über diesen Anbieter telefonieren wollen? Dazu kommt, dass Red Bull – anders als die Detaillhändler – nicht über eigene Verkaufsstellen verfügt.

Eine ähnliche Situation gab es bei 20 Minuten Mobile: Weshalb soll jemand, der die Gratis-Zeitung gerne liest, auch mit 20 Minuten telefonieren? Die potentiellen Kunden konnten dies wohl auch nicht verstehen und die Erwartungen von 20 Minuten wurden nicht erfüllt.

Was denken Sie zu den Handy-Angeboten, die von Nicht-Netzbetreibern vermarktet werden?

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telecom-Experte von comparis.ch

Montag, 27. Juni 2011

Roaming: Trotz neuen Angeboten wird es meist nicht billiger

Rechtzeitig vor den Sommerferien kündigen die Anbieter neue Roaming-Angebote an. Diese Angebote sind für Kunden gedacht, die ihr Handy oder Smartphone im Ausland benutzen wollen.

Ab 01. Juli 2011 bietet der Branchenleader Swisscom zwei neue Optionen für das Surfen im Ausland an. "Data Travel 24h" bietet ein Paket von 50 Megabyte, die allerdings innerhalb von nur 24 Stunden aufgebraucht werden müssen. Dieses Paket kostet beim Surfen in europäischen Ländern 24 Franken, in anderen Ländern 49 oder 149 Franken. Das "Data Travel 30 days" ist mit 74 Franken bzw. 149 Franken wesentlich teurer. „Data Travel 30 days“ enthält 200 Megabyte, die innerhalb eines Monats verbraucht werden. Der Standard-Tarif (7 bzw. 14 Franken für 5 Megabyte oder 10.24 Franken pro Megabyte) und die World-Option-Flex (7 bzw. 14 Franken für 10 Megabyte oder 6.83 Franken pro Megabyte) werden weiterhin angeboten.

Nach dem Versand der Medienmitteilung argumentiert Swisscom, dass sich die neuen Angebote an Laptop-Nutzer richten. Davon steht in der Medienmitteilung jedoch nichts. Für Laptop-Nutzer sind die Optionen kaum geeignet, denn die Datenmenge von 50 Megabyte/Tag bzw. 200 Megabyte/Monat sind lächerlich gering. Insbesondere, da Laptops gerne selbstständig Updates vornehmen und keine Rücksicht auf beschränktes Inklusiv-Volumen nehmen.

Für Smartphone-Nutzer dürfte das 50 Megabyte-Tages-Paket massiv zu gross sein. Das 200 Megabyte-Paket könnte für Personen, die an mehr als 10 Tagen das Internet nutzen, eine interessante Alternative zur „World Option Flex“ von Swisscom sein. Trotz all den neuen Tarifen wird das Surfen nicht günstiger: Wer an 10 Tagen je 2 Megabyte überträgt, bezahlte vor einem Jahr 49 oder 58 Franken, heute sind es 74 Franken. Selbst wer pro Tag 3 Megabyte übertragen hat, hatte vor einem Jahr „nur“ 60 Franken bezahlt, heute sind es 74 Franken. Nur wer mehr als 33 Megabyte innerhalb eines Monats übertragen hat, fährt mit dem neuen Angebot „Data Travel 30 days“ günstiger als vor einem Jahr.

Übrigens: Gemäss Informationen der Swisscom kostete das Megabyte im Datenroaming im ersten Quartal 2011 durchschnittlich hohe 2.55 Franken.

Bei Orange habe ich bereits mehrfach das unübersichtliche Angebot der Datenpakete kritisiert. Inzwischen gibt es neben dem Standardtarif nicht weniger als sechs Pakete (3 Travel Data Daily, 3 Travel Data). Das Problem ist, dass der Kunde sich im Voraus Gedanken machen muss, für welches Paket er sich entscheiden möchte. Die Wahrscheinlichkeit, dass man sich für das falsche Paket entscheidet, ist gross. Entweder man kauft ein viel zu grosses Paket und bezahlt damit zu viel Grundgebühr oder man nimmt ein zu kleines Paket mit einer niedrigen Grundgebühr und muss dann für die zusätzlich übertragenen Megabyte viel zu viel bezahlen.

Sunrise bietet eine neue „Roaming“-Option ab, die die bisherige „Global“-Option ersetzt. Die bisherige „Global“-Option ermöglichte günstige Anrufe im Roaming sowie aus der Schweiz ins Ausland. Diese Option wird neu in eine „Roaming“-Option und eine „International“-Option gesplittet. Wer nur Roaming nutzt, bezahlt statt 9 Franken neu nur noch 5 Franken Grundgebühr. Die Tarife für Anrufe, SMS und die Datenübertragung bleiben jedoch hoch. Innerhalb Europas verlangt Sunrise 4.40 Franken pro Megabyte. Wenn man nicht jeden Monat die 5 Franken Grundgebühr für die Option bezahlen möchte, muss man diese nach den Ferien wieder deaktivieren.

Statt die Tarife nachhaltig zu senken, betreiben die Schweizer Anbieter weiterhin Tarifkosmetik. Ein paar neue Produkte auf dem Markt werfen, die allerdings kaum zu günstigeren Preisen führen. In Europa hingegen kommt ein attraktives Produkt nach dem anderen auf dem Markt: E-Plus in Deutschland und Orange in Österreich bieten z.B. ein Wochenpaket mit 50 Megabyte für rund 5 Euro an. Vodafone in Italien offeriert 50 Megabyte pro Tag für 2 Euro und T-Mobile bietet eine echte Flatrate für rund 15 Euro pro Woche an. Und Vodafone Deutschland verrechnet einigen Abo-Kunden (mit eher teueren Abos) gar keine Roaming-Tarife mehr, sondern die gleichen Tarife wie bei der Nutzung innerhalb Deutschlands. Weshalb kommen die Schweizer Anbieter nicht mit solchen Angeboten auf den Markt? So lange die Schweizer Anbieter unfähig sind, attraktive Angebote zu lancieren, sollte man die rote Karte zeigen und sich vor Ort eine Prepaid-Karte zu legen. Für meist um die 20 Franken erhält man eine SIM-Karte mit genügend Datenvolumen. Ich habe dies letzte Woche selbst ausprobiert und es hat einwandfrei funktioniert.

Was denken Sie zu den Roaming-Tarifen der Schweizer Anbieter? Schreiben Sie mir Ihre Meinung dazu.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telecom-Experte von comparis.ch

Mittwoch, 30. März 2011

Attraktives Datenroaming

Die extrem hohen Roaming-Tarife führen seit Jahren für Ärger bei den Kunden. Wer das Handy im Ausland nutzt, bezahlt massiv mehr als wenn er die Dienstleistung in der Schweiz benutzt hat. Bereits bei den Gesprächen ist der Aufpreis erheblich, doch die Daten sind im Ausland unbezahlbar. Das Übertragen von 100 MB kosten in der Schweiz rund 10 Franken, im Ausland werden schnell mal 1000 Franken fällig.

Die Deutsche Telekom hat nun angekündigt, dass man ab Juli neue Datenroaming-Tarife einführen will (siehe Medienmitteilung). Ich halte das Konzept für sehr überzeugend und bin von diesem Angebot beeindruckt: Für 14.95 Euro (also beim aktuell niedrigen Euro umgerechnet um die 20 Franken) kann man eine Woche sorgenfrei im Internet surfen. Billig ist das Angebot zwar nicht, dafür kann man diesen Wochentarif einmal buchen und weiss, wie viel man dafür ausgibt. Denn es können keine zusätzlichen Kosten entstehen. Die Geschwindigkeit wird zwar reduziert, wenn man eine bestimmte (derzeit noch nicht bekannte) Datenmenge konsumiert hat. Es wird langsamer, aber immerhin muss man keine Angst, nach den Ferien eine Rechnung über Tausende von Franken zu erhalten. Ich persönlich würde einen entsprechenden Wochentarif sofort buchen. Gerade im Ausland würde ich von den Vorteilen der Smartphones profitieren.

Die Schweizer Anbieter schlafen weiter, halten an der Abrechnung pro Megabyte fest (die niemand versteht) und verlangen weiterhin horrende Tarife für die Nutzung des mobilen Internets im Ausland. Schauen wir einmal, mit welchen Kosten die Kunden von Schweizer Anbietern rechnen müssen, wenn Sie in EU Ländern Daten übertragen:

  • Am günstigsten ist noch Swisscom: 7 Franken pro angefangene 10 Megabyte innerhalb von 24 Stunden mit der „World Option Flex“.
  • Orange hat zahlreiche verschiedene Angebote, doch der Kunde muss woher raten, wie viele Megabyte er wohl in den Ferien konsumieren muss. Dies ist praktisch ein Ding der Unmöglichkeit, so dass man in der Praxis mehr als nötig bezahlt. Orange bewirbt vor allem „Orange Travel Data Daily 2 MB“ für Smartphones und Mobiltelefone. Für 2 Franken pro Megabyte (mindestens 2 Megabyte werden verrechnet) kann der Kunde im Ausland surfen.
  • Sunrise ist noch teurer: Selbst mit Option werden 4.40 Franken pro Megabyte verrechnet.
Nehmen wir an, ein Kunde nutzt während seinen Ferien während fünf Tagen das mobile Internet. Er überträgt im Schnitt 10 Megabyte pro Tag, an drei Tagen etwas weniger, an zwei Tagen etwas mehr. Swisscom verrechnet diesem Kunden 70 Franken, Orange (mit „Orange Travel Data Daily 2 MB“) 100 Franken und Sunrise sogar 220 Franken. Zum Vergleich dazu die umgerechnet 20 Franken, die die Deutsche Telekom ihren Kunden verrechnen würde.

Ich hoffe, dass sich die Schweizer Anbieter vom Angebot der Deutschen Telekom inspirieren lassen und ein ähnliches Angebot lancieren werden. Selbst bei einem Preis von 30 Franken pro Woche fände ich dies noch einen akzeptablen Preis. Ich befürchte jedoch, dass ziemlich sicher kein entsprechendes Angebot auf den Markt kommen wird. Dies finde ich sehr schade.

Schreiben Sie mir, was Sie zum Datenroaming ganz allgemein oder zum neuen Angebot der Deutschen Telekom denken?

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telecom-Experte von comparis.ch

Mittwoch, 26. Januar 2011

Prepaid im Minus

Tages-Anzeiger online hat über einen Kunden berichtet, der mit einer Prepaid-Karte von Sunrise 50 Franken ins Minus geraten ist. (Artikel ist online verfügbar). Interessant sind auch die zahlreichen Leser-Kommentare auf der Tagi-Seite.

Der Vorteil von Prepaid ist gerade die Kostenkontrolle. Da man im Voraus einzahlt, kann man nicht mehr konsumieren als man benutzt hat. Es ist daher unmöglich, Schulden zu machen. Insbesondere für Kinder und Jugendliche ist eine Prepaid-Karte eine optimale Möglichkeiten.

Das dachte sich auch der Vater des 11jährigen Sohnes, über den Tages-Anzeiger berichtet hat. Doch plötzlich ist die Rechnung im Minus. Sunrise beharrt darauf, dass der Kunde die 50 Franken bezahlen soll. Mir persönlich sind weitere Fälle bekannt, in einem Fall sogar rund 290 Franken. Für mich ist das Verhalten von Sunrise unverschämt. Sollte sich Sunrise weiter stur stellen, würde ich mich als Kunde an die Ombudscom, die Ombudsstelle für Telekommunikation wenden. Damit muss Sunrise eine Stellungnahme abgeben und sich zumindest ernsthaft mit dem Problem beschäftigen. Ein Verfahren vor der Ombudscom ist für den Kunden kostenlos. Da sich aber die wenigsten Kunden wehren werden und dann schliesslich bezahlen, ist es für Sunrise eine lukrative Strategie.

Noch ein Tipp: Zu M-Budget wechseln, da gibt es kein Internet. Zu Hause kann man dann immer noch über WLAN ins Internet gehen.

Sunrise ist stolz darauf, sehr tiefe IT-Ausgaben zu haben. Leider merkt man dies als Kunde schnell, weil Sunrise schnell überfordert ist, wenn etwas nicht läuft. Ich kriege relativ viele – oftmals auch lustige – Pannen von Sunrise mit. Hier sollte Sunrise sich entscheiden, die IT-Kosten zu erhöhen und damit die Zufriedenheit der Kunden zu erhöhen.

Von den anderen Anbietern sind mir keine krassen Fälle bekannt, bei denen Prepaid-Guthaben ins Minus gekommen sind. In der Regel nur ein paar wenige Franken. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht, schreiben Sie mir doch über Ihre Erfahrungen als Kommentar.


Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telecom-Experte von comparis.ch

Montag, 11. Oktober 2010

Tiefere Preise – ausser für die Kunden

Seit Anfangs Oktober 2010 verlangen die Schweizer Mobilfunk-Anbieter massiv weniger für die Entgegennahme von Gesprächen in ihr Netz. Ausserdem wurde eine weitere Preissenkung auf den 01. Januar 2011 angekündigt. Die sogenannten Interkonnektionsgebühren (bzw. Terminierungsgebühren) halbieren sich damit. Die Anbieter verrechnen sich die Interkonnektionsgebühren untereinander. Bereits am Tag der Ankündigung habe ich meine Erwartung zum Ausdruck gebracht, dass die Preise für die Endkunden kaum sinken werden. Und bisher hatte ich diesbezüglich leider Recht gehabt.

Swisscom hat tagsüber die Preise für Anrufe aus dem Festnetz auf Handys um 5 Rappen pro Minute gesenkt, abends bleiben die Tarife unverändert. Die beiden anderen grösseren Schweizer Festnetz-Anbieter Sunrise und Cablecom haben die Preise bisher nicht gesenkt. Die Festnetz-Anbieter bezahlen also wesentlich weniger, aber verlangen von den Kunden den bisherigen Preis. Im Klartext wurde die Marge massiv vergrössert.

Ein Preisvergleich mit Deutschland zeigt, wie hoch die Margen der Schweizer Festnetz-Anbieter sind. In Deutschland kann ich als Konsument für unter 6 Eurocent auf Handys anrufen, die Marge ist angemessen. Doch in der Schweiz kaufen die Anbieter für rund 8 Rappen ein, verlangen den Kunden bis zu viermal so viel. Eine Marge von bis zu 300% dürfte der Traum jedes Anbieters sein.

An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass es auch Festnetz-Anbieter gibt, die ihre Preise für Anrufe auf Schweizer Handys gesenkt haben. Dazu gehören VTX, Red Telecom und Telio. Doch verglichen mit den Einkaufskonditionen sind auch diese Preise immer noch zu hoch.

Auch die Mobilfunk-Anbieter haben die Senkung der Terminierungsgebühren nicht weitergegeben. Eigentlich müssten jetzt Anrufe auf Fremdnetze günstiger werden. Doch daran haben die Mobilfunk-Anbieter kein Interesse. Die Mobilfunk-Anbieter werden durch die gesunkenen Terminierungsgebühren weniger Einnahmen erzielen und wollen deshalb die Preise nicht senken. Mit der Entgegennahme von Anrufen verdienen die Anbieter also weniger, dafür verdienen die Anbieter nun mit Anrufen in Fremdnetze mehr. Die Preise nicht zu ändern ist sicher eine bequeme Möglichkeit. Dies führt dazu, dass Kunden, die viele ausgehenden Anrufe tätigen nun die Kunden subventionieren, die viele ankommenden Anrufe erhalten.

Eine interessante Strategie haben auch Anbieter, die sowohl Festnetz wie Mobilfunk anbieten: Swisscom und Sunrise lassen die Festnetz-Preise hoch und damit subventionieren die Festnetz-Kunden die Mobilfunk-Kunden. Auf dem Papier werden niedrigere Gebühren verrechnet, doch effektiv ist es eine Umverteilung der Marge vom Mobilfunkbereich in den Festnetzbereich.

Was denken Sie zu den reduzierten Interkonnektionsgebühren? Schreiben Sie mir dazu Ihre Meinung.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telecom-Experte von comparis.ch

Mittwoch, 11. August 2010

Sunrise mit Handyversicherung

Nun hat auch Sunrise eine Handyversicherung. Wer im Sunrise-Shop ein Handy kauft, hat die Möglichkeit insgesamt zwei Versicherungen abzuschliessen. Von den vier grössten Handyverkäufern bieten damit Sunrise, Orange und Mobilezone ihren Kunden eine Handyversicherung an. Die Handyversicherung ist jeweils zusammen mit dem Neukauf eines Handys erhältlich. Der grösste Schweizer Mobilfunk-Anbieter Swisscom bietet keine Handyversicherung an.

Die Produkte von Mobilezone und Sunrise sind ähnlich und in beiden Fällen steckt Mondial Assistance – besser bekannt unter dem Namen ELVIA – hinter der Versicherung. Bei einer Dauer während 12 Monaten nach dem Kauf kostet die Versicherung je nach Kaufpreis des Handys zwischen monatlich 6 und knapp 12 Franken. Sunrise ist jeweils 5 Rappen pro Monat günstiger als Mobilezone, dafür ist bei Mobilezone die Versicherung gegen Missbrauch bei Diebstahl bereits inklusive. Bei Sunrise fällt dafür 1 Franken pro Monat zusätzlich an. Sunrise bietet auch eine Versicherung über 24 Monate an, die allerdings jeweils 1 Franken pro Monat mehr kostet.

Sowohl bei Sunrise wie auch bei Mobilezone sind Schäden durch Stürze und Wasser oder auch Schäden am Display durch die Versicherung abgedeckt.

Orange bietet insgesamt 2 Versicherungen an: „Orange Protect“ und „Orange Security“. Die erst genannte Versicherung deckt Schäden, wenn mit dem Handy missbräuchliche Gespräche nach einem Diebstahl geführt werden. Die Kosten betragen 3 Franken im Monat. „Orange Security“ deckt „unfallbedingte Sachschäden“ (was auch immer das ist), missbräuchliche Verwendung, die Kosten für Ersatz der SIM-Karte und bei Beraubung oder Einbruchdiebstahl auch die Kosten des Handys. Dafür belastet Orange dem Kunden 7 Franken im Monat. Für 10 Franken im Monat gibt es eine erweiterte Deckung, die z.B. zusätzlich auch Taschendiebstahl abdeckt. Bei mir haben sich bereits verschiedene Kunden gemeldet, die mit der Versicherung von „Orange Security“ schlechte Erfahrungen im Schadenfall gemacht haben.

Die Versicherungen von Mobilezone und Sunrise decken mehr Schäden (darunter auch weit verbreitete Wasserschäden und Schäden am Display), die Prämien sind aber höher. Doch dies sollte Diskussionen im Schadenfall, ob der Schaden auf einen Unfall zurückzuführen ist, verhindern.

Doch ganz allgemein muss man sich die Frage stellen, ob man für das Handy wirklich eine Versicherung benötigt. Je nach Kaufpreis bezahlt man über 300 Franken Versicherungsprämie für ein Handy, dass man bei günstigeren Händlern bereits für 600 Franken erhält. Das Verhältnis zwischen zu bezahlenden Prämien und den Leistungen im Schadenfall stimmt meines Erachtens nicht. Zumal man auch nicht arm wird, wenn man mal die 600 Franken für ein Ersatz-Handy selber bezahlen muss (und falls es ausserhalb des Budgets liegt, kann man sich auch ein günstiges Prepaid-Handy für 25 Franken kaufen und damit kommunizieren).

Was denken Sie zum Thema Handyversicherung. Schreiben Sie Ihre Meinung doch in die Kommentare.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Freitag, 23. Juli 2010

Sunrise mit günstigem ISDN

Seit etwa 2 Jahren bietet Sunrise einen eigenen Analog-Anschluss an. Der Anschluss wird auf Basis einer entbündelten Swisscom-Kupferleitung angeboten. Das heisst, Sunrise mietet von Swisscom nur die Kupferleitung. In den Telefonzentralen der Swisscom stellt Sunrise eigene Infrastruktur. Dies ermöglicht wesentlich günstigere Kosten und Sunrise gibt einen Teil der Kostenvorteile an die Kunden weiter. Bisher sind gemäss Angaben von Sunrise mehr als 200'000 Kunden über entbündelte Leitungen angeschlossen.

Das Angebot von Sunrise ist denn auch wesentlich günstiger als das Angebot der Swisscom, zumindest wenn man wie die meisten Kunden sowohl Festnetz-Telefon wie Internet benötigt. Bei Swisscom kostet der Analog-Anschluss 25.25 Franken und der Internet-Anschluss 49.00 Franken. Macht mindestens 74.25 Franken im Monat. Sunrise verlangt für die gleiche Dienstleistung 59 Franken und wenn man Mobilfunk-Kunde von Sunrise ist, gar nur noch 49 bzw. 30 Franken.

Neu bietet Sunrise auch ISDN an. Das Produkt nennt sich „Sunrise ISDN Comfort“ und kostet 9.90 Franken zusätzlich zum Festnetz/Internet-Anschluss. Auch hier ist die Preisdifferenz zu Swisscom gross: Swisscom verrechnet für den ISDN-Anschluss 43 Franken, dazu 49 Franken für den Internet-Anschluss. Macht insgesamt 92 Franken im Monat. Sunrise verrechnet mit 68.90 Franken wesentlich weniger. Und wer auch mit dem Handy über Sunrise telefoniert, bezahlt 58.90 Franken bzw. 39.90 Franken im Monat. Swisscom ist also unter Umständen doppelt so teuer wie Sunrise.

Wer braucht denn heute eigentlich noch ISDN? Als sich ISDN vor etwas mehr als 10 Jahren auch bei Privatkunden durchgesetzt hat, dürften zwei Vorteile wesentlich dazu beigetragen haben. Mit ISDN konnte man gleichzeitig telefonieren und surfen. Ausserdem was das Internet über ISDN schneller. Wer sich heute mit ADSL ins Internet einwählt, kann gleichzeitig telefonieren und auf die Geschwindigkeit hat ISDN auch nur einen minimalen Einfluss (allerdings ist ADSL mit ISDN teilweise langsamer als über einem analogen Anschluss). Heute müssen sich Privatkunden fragen, ob Sie ISDN noch benötigen. Wenn eine Hausverkabelung vorhanden ist oder man ISDN-Komfortanlagen besitzt, die man weiterhin nutzen möchte, macht dies Sinn. Auch für das Faxgerät kann dies sinnvoll sein (auch wenn man prüfen sollte, ob man nicht besser einen Internet-Service dafür nutzt). Ebenfalls sinnvoll kann ISDN für Familien mit Teenagern sein, da man dann auf zwei Leitungen gleichzeitig telefonieren kann. In vielen Fällen dürfte ein ISDN-Anschluss jedoch überflüssig sein.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler

Montag, 21. Juni 2010

Kommt 20 Minuten-Handy?

Am Rande der Vorstellung des neuen Sunrise CEO (Oliver Steil) am letzten Donnerstag wurde auch ein neues Handy-Angebot angekündigt. Sunrise und 20 Minuten bestätigten, dass sie ein neues gemeinsames Handy-Angebot lancieren wollen, ohne jedoch die genauen Details zu verraten.

Man kann spekulieren: Bereits vor 2 Jahren gab es ein interessantes Angebot von Sunrise. Sunrise-Kunden konnten kostenlos auf bestimmten Mobile-Internet-Sites von 20 Minuten Online surfen. Teilweise gab es zwar Schwierigkeiten mit der Abrechnung, doch es war ein interessantes Angebot. Doch diesmal dürfte das Angebot weiter gehen.

20 Minuten ist eine sehr starke Marke und könnte den Mobilfunk-Markt sicherlich aufmischen. Ich denke, dass 20 Minuten ein eigenes Mobilfunk-Angebot anbieten wird. Wahrscheinlich dürfte der mobile Internet-Zugang auf Inhalte von 20 Minuten kostenlos sein. Ich hoffe, dass man sich bei den Preisen an den günstigsten Angeboten orientieren wird. Gleichzeitig halte ich es ausgeschlossen, dass man den günstigsten Prepaid-Einheitstarif von M-Budget (von Swisscom) angreifen wird. Sunrise verdient ganz gut an den hohen Preisen und hat deshalb kein Interesse an einem neuen Preiskrieg. Schade, denn damit dürften wir in der Schweiz immer noch wesentlich mehr als im Ausland bezahlen.

Es bleibt spannend und wir werden sehen, wie das neue Angebot von 20 Minuten aussehen wird.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Gratis-SMS zu teuer

Sunrise hat bis Ende Juli 2010 eine Promotion: Wer ein Surf-Abo von Sunrise neu abschliesst, kann während einem Jahr kostenlos SMS verschicken. Dieses Promotionsangebot wird beworben. Konkret erhält man während einem Jahr die Message-Option kostenlos. Normalerweise kostet diese Option 19 Franken, dafür kann man dann 1'000 SMS innerhalb der Schweiz verschicken. Die Inklusiv-SMS gelten zu allen Schweizer Handynummern, also auch zu Orange- und Swisscom-Kunden. Die normalen Tarife werden für SMS ins Ausland und zu Mehrwertdienste-Nummern berechnet.

Man könnte denken, dass es ein gutes Angebot ist. Doch dem ist nicht so. Denn die Surf-Tarife von Sunrise sind in vielen Fällen massiv zu teuer. Prepaid-Angebote z.B. von Aldi, M-Budget oder Coop sind meistens massiv günstiger. Und selbst bei Sunrise gibt es die Zero-Abos, die meistens wesentlich günstiger sind. (Wie immer kommt es auf das konkrete Nutzungsverhalten an, welches Angebot am Schluss günstiger ist.) Wer mit einem günstigen Abo telefoniert und die verschickten SMS selbst bezahlt, fährt meistens wohl günstiger als mit einem Surf-Abo.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Mittwoch, 9. Juni 2010

Endgueltig keine Fusion

Orange und Sunrise haben bekannt gegeben, dass sie definitiv nicht fusionieren wollen. Der Rekurs gegen die Entscheidung der Wettbewerbskommission Weko wurde zurückgezogen.

Doch wie geht es jetzt weiter? Für die Kunden ändert sich vorerst nichts. Alles bleibt beim alten.

Sunrise setzt auf relativ preisgünstige Produkte, auch wenn in den letzten Monaten eher teurere Produkte beworben worden sind. Sunrise dürfte diese Strategie auch in Zukunft fahren. Die Mobilfunknetz-Abdeckung von Sunrise ist gut. Dies bestätigt auch das sehr gute Abschneiden im Netztest der Zeitschrift „Connect“. Verbesserungsmöglichkeiten gibt es vor allem im Kundendienst (insbesondere das Bearbeiten von schwierigen Fällen happert) und in der IT.

Sunrise kann auch in Zukunft alleine weiter machen. Mit Ausnahme von Fernsehen bietet Sunrise ein umfassendes Angebot an. So lange die meisten Kunden weiterhin analoges TV sehen wollen, dürfte dies auch kein Problem sein. Die Muttergesellschaft TDC dürfte aber wohl versuchen, Sunrise baldmöglichst zu verkaufen.

Bei Orange sieht es schwieriger aus: Das Unternehmen hat das mit Abstand schlechteste Mobilfunknetz (siehe auch die Resultate des Netztests von „Connect“) in der Schweiz. Insbesondere unterstützt das Netz kein EDGE, damit man vor allem in Randregionen sowie teilweise auch in Räumen schnell im Internet surfen kann. Insbesondere wenn kein UMTS-Netz zur Verfügung steht, ist die Übertragungsgeschwindigkeit für Daten massiv zu langsam.

Ein weiteres Manko ist, dass Orange nur als „Mobilfunk-Anbieter“ wahrgenommen wird. Dies obwohl Orange bereits seit einiger Zeit Festnetz- und Internet-Anschlüsse in Zusammenarbeit mit VTX anbietet. Ausserdem ist dieses Angebot zu teuer.

Das Produktsortiment von Orange überzeugt mich nicht. Man hat zwar sehr viele verschiedene Produkte für sehr viele Nischen. Doch eine klare Strategie fehlt und ausserdem sind die Orange-Produkte viel zu teuer. Die Muttergesellschaft von Orange - France Telecom - muss wohl kräftig in die Schweizer Tochter investieren. Wahrscheinlicher erscheint mir, dass France Telecom längst einen Käufer für das Schweizer Geschäft sucht und sich aus dem schwierigen – von Swisscom beherrschten – Markt zurückzieht. Orange Schweiz will übrigens am 22. Juni 2010 über eine neue Strategie informieren.

Es bleibt auf jeden Fall spannend.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Dienstag, 27. April 2010

Super-Surf-Angebot bei Sunrise

Vor kurzem habe ich in meinem Blog über ein interessantes Angebot von Sunrise berichtet, das in Media-Markt-Filialen angeboten wird. Das "Take Away"-Basic-Abo wird ohne die übliche Grundgebühr angeboten. Im Klartext heisst dies, dass man für 3.50 Franken pro Nutzungstag mit dem Laptop oder Netbook im Internet surfen kann. Die übliche Grundgebühr von 10 Franken pro Monat entfällt komplett.

Nachdem ich das (bis auf den Verkaufspreis für das Modem) gleiche Angebot auch im Interdiscount und bei Mobilezone gesehen habe, habe ich nochmals bei Sunrise nachgefragt. Es ist so, dass für alle "Take Away Basic"-Verträge, die bis Ende April abgeschlossen werden, keine Grundgebühr verrechnet werden. Dies unabhängig davon, wo der Vertrag abgeschlossen wird. Wer sich also noch den attraktiven Surf-Tarif von Sunrise für unterwegs sichern möchte, sollte nichts wie los.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telecom-Experte von comparis.ch

Sonntag, 25. April 2010

Orange und Sunrise: Keine Fusion!

Die Wettbewerbskommission Weko hat die Fusion zwischen Sunrise und Orange untersagt, denn zusammen mit Swisscom hätte das neue Unternehmen eine kollektiv marktbeherrschende Stellung begründet.

Als ich am Donnerstagmorgen gehört habe, dass die Fusion abgelehnt worden ist, habe ich mich über diese mutige Entscheidung sehr gefreut. Der Wettbewerb hat zwar im schweizerischen Telekom-Markt schon bisher nicht gespielt, doch mit nur noch 2 Anbietern wäre der Wettbewerb wohl komplett zum erliegen gekommen. Insbesondere da weder Swisscom noch Orange (deren Muttergesellschaft France Telecom hätte Sunrise übernommen) durch aggressive Angebote aufgefallen sind. Seit Jahren kamen die aggressiven Angebote einzig von Sunrise. Die komplette Einschätzung können Sie in unserer Medienmitteilung lesen.

Ich erlaube mir noch, einige Aussagen in den Medien hier zu kommentieren:
Am interessantesten fand ich die Informationen in einem Tagi-Print-Artikel von Freitag (den ich online nirgends finden konnte). Der Tages-Anzeiger schreibt, dass die Weko die Fusion unter Auflagen eigentlich genehmigen wollte, doch Orange wollte diese Auflagen nicht akzeptieren. Konkret nannte der Tages-Anzeiger drei Auflagen: Orange hätte sich verpflichten sollen, die Preise zu senken. Durch die Fusion hätte Orange riesige Einsparungen bei den Kosten erzielen können und einen Teil dieser Einsparungen hätte Orange an die Kunden weitergeben sollen. Ausserdem hätte Orange der Cablecom zu kostenorientieren Preisen das Mobilfunknetz zur Verfügung stellen müssen. Und ausserdem hätte Orange die Mobilterminierungstarife (diese Tarife verrechnen die Anbieter untereinander für die Vermittlung eines Anrufs auf ein Handy) senken sollen.

Es erstaunt mich nicht, dass Orange nicht auf diese Auflagen eingegangen ist. Denn Orange hatte meiner Meinung nach nie ein Interesse an niedrigeren Preisen für die Kunden. Stattdessen wollte man den preisaggressiven Anbieter Sunrise ausschalten, die Kosten massiv senken und den Gewinn massiv erhöhen. Und das man Cablecom den Netzzugang nicht zu so günstigen Tarifen gewähren wollte, macht ebenfalls Sinn. Hätte Cablecom das Mobilfunknetz von Orange wirklich zu kostenorientierten Konditionen nutzen können, so hätte Cablebom mit günstigen Handy-Angeboten den Markt aufmischen können. Und dies hätte Orange gar nicht gepasst.

Eine oft gestellte Frage war, ob sich nun Orange und/oder Sunrise aus dem Schweizer Markt zurückziehen werden. Ich bin überzeugt, dass beide Muttergesellschaften sich jetzt nach einem neuen Eigentümer umsehen. Doch es dürfte schwierig werden, einen Käufer zu finden. Die Schweizer Kunden sind sehr träge und fast niemand wechselt den Anbieter. Damit ist es für einen alternativen Anbieter auch schwierig, sich im Schweizer Markt zu etablieren. Aufgrund dieser Situation und auch der sehr Swisscom-freundlichen rechtlichen Rahmenbedingungen dürfte sich jeder Investor mit Investitionen in der Schweiz schwertun. Doch ich glaube, dass weder Orange noch Sunrise ihre Aktivitäten einstellen werden, wenn sie keinen Käufer finden.

Auch die im Radio genannte Möglichkeit, dass Cablecom und Orange fusionieren könnten, halte ich für Unsinn. Eine solche Fusion macht wenig Sinn: UPC als Muttergesellschaft der Cablecom konzentriert sich typischerweise auf Kabelnetze, Mobilfunkangebote bietet man höchstens als virtueller Mobilfunk-Anbieter an. In diesem Fall mietet man das Netz eines Mobilfunkanbieters. Doch meines Wissens hat UPC nirgendwo ein eigenes Mobilfunknetz. Weshalb sollte jetzt UPC gerade im schwierigen Schweizer Mobilfunk-Markt sein Geld verlochen (und dieses wahrscheinlich nie mehr zurückerhalten). Und France Telecom kann sich wohl kaum mit der Idee einer gemeinsamen Schweizer Gesellschaft mit UPC anfreunden. Was sinnvoll sein könnte, wäre dass UPC das Mobilfunknetz von Orange mieten könnte und auf diesem Netz ein eigenes Angebot anbieten könnte. Doch wie der oben erwähnte Tagi-Artikel zeigt, tut sich Orange damit schwer.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Sonntag, 18. April 2010

SIM-Only-Abo mit Gratis-Handy


Sunrise und Orange bieten sogenannte SIM-Only-Abos an. Wer ein solches Abo abschliesst, erhält beim Vertragsabschluss kein subventioniertes Handy. Dafür reduziert sich die monatliche Grundgebühr. Dies ist auch fair, denn schliesslich muss der Mobilfunk-Anbieter kein Geld für ein Handy vorschiessen, dass der Kunden dann über überhöhte Preise wieder abzahlen muss. (Weniger fair ist allerdings, dass die Kunden bei Sunrise trotzdem einen nur einmal jährlich kündbaren Knebelvertrag unterschreiben muss).

Deshalb erstaunt das aktuelle Angebot aus dem Zürcher Media-Markt-Prospekt. Dort wird ein Handy zusammen mit einem SIM-Only-Abo für einen Franken angeboten. Dieser Preis gilt bei Abschluss eines SIM-Only-Vertrags für 12 Monate. Die monatliche Grundgebühr beträgt nur 10 Franken statt 25 Franken bei einem normalen Vertrag.

Es handelt sich um ein günstiges Handy. Sunrise verkauft dieses ohne Vertrag für 248 Franken, digitec sogar nur für 165 Franken. Trotzdem ist es ein merkwürdiges Angebot, dass ein SIM-Only-Abo mit einem Gratis-Handy verkauft wird.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Super-Angebot fürs Surfen

Mit dem Laptop oder Netbook (in diesem Beitrag geht es NICHT um den Internet-Zugang mit dem Handy) unterwegs durchs Internet surfen oder die Mails checken. Insbesondere wenn gerade kein Gratis-WLAN zur Verfügung steht, gibt es gibt spezielle UMTS-Surf-Angebote der Mobilfunk-Anbieter, mit denen man innerhalb der Schweiz günstig ins Internet kommt.

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Arten von Angeboten:
  • Prepaid-Angebote mit einer Tagespauschale oder Stundenabrechnung
  • Abos mit einer günstigen monatlichen Grundgebühr von 10 Franken und einer Tagespauschale
  • Abos mit einer Monatspauschale
Wer sich nur an wenigen Tagen unterwegs ins Internet einwählt, fährt eigentlich mit einem Prepaid-Angebote am günstigen. In den meisten Fällen dürfte dies das Natel Easy Liberty Uno-Angebot der Swisscom sein. Pro Nutzungstag werden dann maximal 5 Franken verrechnet.

Doch nun gibt es in den Media-Markt-Filialen im Sihlcity Zürich, in Dietikon und Dietlikon ein sehr attraktives Angebot: Man erhält einen UBS-UMTS-Modemstick mit „Take Away Basic“-Abo von Sunrise für einen Franken. Der Clou ist, dass die monatliche Grundgebühr von 10 Franken für immer komplett entfällt. Pro Nutzungstag bezahlt man 3.50 Franken.

Übrigens gibt es eine auf dem ersten Blick ähnliche Aktion auch im Online-Shop von Sunrise. Doch im Gegensatz zu Media-Markt bezahlt man bei diesem Angebot nur während 12 Monaten keine Grundgebühr, danach fällt die Grundgebühr von 10 Franken pro Monat an.

Das Angebot im Media-Markt ist sehr aggressiv. Man kann sich auf Vorrat einen USB-Stick holen und kann bei Bedarf einen sehr günstigen Internet-Zugang nutzen. Ich habe mir auf jeden Fall mal einen solchen Stick geholt.

(Nachtrag: Das (bis auf den Modempreis) gleiche Angebot gibt es nicht nur bei Media-Markt, sondern auch bei anderen Sunrise-Verkäufern. Gemäss Aussage von Sunrise können alle Kunden, die bis Ende April 2010 einen "Take Away Basic"-Vertrag abschliessen, ohne Grundgebühr im Internet surfen. Dies unabhängig davon, wo der Vertrag abgeschlossen wird. Siehe auch den zusätzlichen Blogeintrag).

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Montag, 29. März 2010

Surf-Abos setzen sich durch

Swisscom war der erste Schweizer Anbieter mit einem Surf-Abo. Im Sommer 2008 lancierte der Marktführer zusammen mit dem iPhone drei verschiedene Surf-Abos. Die monatliche Grundgebühr ist gegenüber einem normalen Handy-Abo höher, dafür ist ein relativ grosszügiges Inklusiv-Volumen für das mobile Internet inklusive. Die enthaltenen 100 MB, 250 MB bzw. 1 GB reichen bei üblicher Nutzung völlig aus. Auf das Übertragen von Radioprogrammen oder Videos (inkl. Youtube) sollte man jedoch verzichten.

Ein Jahr später kopierte Orange die Swisscom-Strategie und lancierte ebenfalls Surf-Abos. Je nach Abo war die Surf-Variante zwischen 6 Franken und 14 Franken teurer als das entsprechende "normale" Abo. Enthalten ist ein Inklusiv-Volumen von 100 MB bzw. 1 GB.

Als letzter der drei grossen Schweizer Mobilfunk-Anbieter springt nun auch Sunrise mit vier Surf-Abos auf diesen Zug auf. Bei drei der vier Surf-Abos handelt es sich um bisherige Abos, die neu auch in einer Surf-Variante angeboten werden. Die Grundgebühr ist 10 Franken höher und es gibt 500 MB, 1 GB oder ein unbeschränktes Datenvolumen. Als viertes Abo wurde ein neues „Mini Surf“-Abo kreiert. Die Grundgebühr beträgt hier 20 Franken.

Doch sind die Surf-Abos für den Kunden auch interessant? Der Nachteil der Surf-Abos ist, dass man oftmals auch für das Telefonieren zu hohe Preise bezahlen muss. Wer z.B. ein „Natel Liberty Piccolo“ von Swisscom hat, bezahlt einen Preis von 70 Rappen je angebrochene Stunde bzw. 60 Rappen pro Minute. Mit anderen Angeboten wie z.B. „Natel Swiss Liberty“ kann man jedoch bereits für 50 Rappen pro angebrochene Stunde bzw. 50 Rappen pro Minute telefonieren. Die meisten Swisscom-Kunden dürften mit einem „Natel Basic Liberty“-Abo mit der separaten Surf-Option günstiger fahren als mit dem von Swisscom empfohlenen „Natel Liberty Piccolo“-Abo. Jemand, der nur gelegentlich telefoniert, muss mehr als 50 MB Daten in einem Monat übertragen, damit das Piccolo-Abo günstiger ist.

Bei Orange ein ähnliches Bild. In den meisten Fällen dürfte der Kunde günstiger kommen, wenn er das „normale“ Abo zusammen mit einer Surf-Option abschliesst. Der Verzicht auf das spezielle Surf-Abo spart dann Monat für Monat Grundgebühren.

Sunrise hat eine sehr attraktive Surf-Option, die zu jedem Abo dazu gebucht werden kann. Für monatlich 7.50 Franken gibt es 250 Megabyte. Diese Variante ist meist günstiger, als die neuen Surf-Abos. Die Option hat einen weiteren Vorteil: Man ist flexibel und kann die Option bei Nichtgebrauch einfach abbestellen.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler

Nichts neues zur Fusion

In der aktuellen Ausgabe der Handelszeitung ist die Fusion von Orange und Sunrise das grosse Thema. Bereits auf der Frontseite berichtet die Handelszeitung über den bevorstehenden Entscheid der Wettbewerbskommission Weko. Letzten November kündigte Orange an, dass sie Sunrise übernehmen wolle. Noch gut einen Monat Zeit hat die Weko noch, um eine Entscheidung zu treffen.

Im Artikel (der auch online verfügbar ist) steht nichts wirklich Neues. Die Handelszeitung schreibt, dass die Weko vor einem Dilemma steht. Gemäss Informationen der Handelszeitung soll die neue Orange verpflichtet werden, die Tiefpreisangebote von Sunrise weiterzuführen. Ausserdem soll die neue Orange verpflichtet werden, die Verträge mit Wiederverkäufern wie Coop oder Aldi weiterzuführen (und wieder einmal wird konsequent ignoriert, dass es sich nicht um Wiederverkäufer handelt. Coop und Aldi stellen lediglich ihre Marke zur Verfügung und verkaufen diese Produkte. Es handelt sich jedoch um ein Angebot von Orange bzw. Sunrise.).

Sollten tatsächlich solche Auflagen kommen, so dürfte dies den Wettbewerb meiner Meinung nach kaum beleben. Denn die beiden verbleibenden Anbieter werden es sich gemütlich machen und die Kaufkraft der Schweizer weiterhin gnadenlos abschöpfen. Die neue Orange hat tiefere Kosten, die lediglich dazu führen dürfte, dass eine höhere Dividende an den Hauptsitz in Paris überwiesen wird.

Der Handelszeitung gibt Christoph Brand, CEO von Sunrise ein Interview (auch online verfügbar). Er kann sich kaum eine sinnvolle Auflage vorstellen, da der Marktanteil der neuen Orange nur zwischen 12 und 38 Prozent liegt. Marktleader Swisscom hingegen komme auf 61 bis 90 Prozent. Christoph Brand rechnet nicht damit, dass die Fusion abgelehnt wird (etwas anderes wäre ja auch überraschend). Falls die Fusion abgelehnt werden sollte, ist es schwierig zu beurteilen, wie die Aktionäre von Sunrise und Orange sich verhalten werden.

Gleichzeitig erklärt Christoph Brand, dass das Free Internet-Angebot dann auch Orange-Kunden offen stehen würde. Ebenso könne man von der Erfahrung von Orange im TV-Geschäft profitieren und damit bald ein TV-Angebot starten. Ich zweifle daran, dass nach einer allfälligen Bewilligung der Fusion die Kundinnen und Kunden bald von Free Internet und Digital-TV profitieren können.

Interessant auch die Aussage von Brand, dass er hoffe, dass die Zusammenarbeit zwischen Cablecom und Sunrise weitergeführt und intensiviert werden kann. Denn bisher gibt es zu den Handy-Abos von Cablecom nicht einmal kostengünstige Daten-Optionen. Gerüchteweise weil sich Sunrise dagegen sträubt, die Einkaufspreise für das mobile Internet zu senken.

Es bleibt auf jeden Fall spannend.


Liebe Grüsse



Ralf Beyeler

Sonntag, 28. Februar 2010

Sunrise mit Festnetz-Flatrate

Sunrise bietet unter dem Namen „Sunrise Click & Call relax plus“ eine neue Festnetz-Flatrate an. Für monatlich 115 Franken erhält der Kunde einen Internet-Zugang mit bis zu 15'000 Kbit/s Downstream und lediglich 1'000 Kbit/s Upstream, dazu eine Festnetz-Flatrate für Anrufe zu allen Schweizer Festnetz- und Handy-Anschlüssen.

In der Schweiz gibt es im Festnetz bereits verschiedene Flatrates: Swisscom-Kunden können für 94.25 Franken monatlich surfen und beliebig oft ins Schweizer Festnetz telefonieren. Sunrise-Kunden bezahlen für einen vergleichbaren Service mit Festnetz und Internet maximal 79 Franken (mit Sunrise-Handy 69 Franken oder 50 Franken). Cablecom bietet für 25.00 Franken einen Telefonanschluss mit einer Flatrate an (wobei hier noch 26.45 Franken für den Kabel-TV-Anschluss dazukommen). Alle diese Angebote haben allerdings eine Einschränkung: Die Flatrate gilt nur für Anrufe ins Festnetz, nicht jedoch auf Handys. In diesem Punkt unterscheidet sich das neue Sunrise-Produkt von den bereits auf dem Markt erhältlichen Flatrates.

„Sunrise Click & Call relax plus“ ist kein schlechtes Angebot. Wie alle Flatrates richtet sich das Angebot allerdings an Vieltelefonierer. Wem die normale Internet-Geschwindigkeit ausreicht, bezahlt bei Sunrise 59 Franken (oder 49 oder 30 Franken für Sunrise-Handy-Kunden). Man muss also für 56 Franken (oder 66 Franken oder 85 Franken) auf Handy telefonieren, damit sich das Ganze rechnet. Das sind dann immerhin monatlich etwa 140 Minuten (oder 165 Minuten oder 210 Minuten). Wer weniger häufiger auf Schweizer Handy telefoniert, dürfte mit „Sunrise Click & Call relax plus“ mehr bezahlen.

Für Kunden, die sowieso einen schnelleren Internet-Anschluss wollen, sieht die Rechnung noch besser aus. Wer mehr als etwa 90 Minuten (oder 115 Minuten oder 160 Minuten) telefoniert, fährt mit „Sunrise Click & Call relax plus“ besser.

Wer also gelegentlich auf ein Schweizer Handy telefoniert, dürfte am neuen Sunrise-Produkt seine Freude haben. Es gibt übrigens noch ein Kombi-Angebot: Die Festnetz-Flatrate und die Mobilfunk-Flatrate für 175 Franken pro Monat. Für Familien mit Kindern, die gerne telefonieren, dürfte dies durchaus interessant sein.

Unverständlich ist, weshalb keine Anrufe ins Ausland in der Flatrate inklusive ist. Die Einkaufskonditionen für Anrufe in viele ausländische Festnetz sind ähnlich (tendenziell leicht günstiger) als für Anrufe ins Schweizer Festnetz. Man hätte also problemlos auch Anrufe in gängige ausländische Festnetze integrieren können. VTX hat für 90.25 Franken (kommunizierter Listenpreis 65 Franken, dazu noch 25.25 Franken für den Festnetz-Anschluss) im Monat ein entsprechendes Angebot mit einem schnellen Internet-Zugang und einer Flatrate für Anrufe ins Festnetz von etwa 40 Ländern.

Es bleibt spannend. Bei Swisscom und Cablecom dürfte man nun beobachten, ob das neue Sunrise-Produkt ein Erfolg wird. Bei Erfolg dürfte es nicht lange gehen, bis die Anbieter auf das Angebot reagieren werden.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Mittwoch, 20. Januar 2010

Handelszeitung: Regulator wird kaum Auflagen machen

In der Handelszeitung ist heute ein Artikel unter dem Titel „Regulator hat kaum Spielraum für Auflagen“ erschienen (Artikel online verfügbar). Hintergrund ist die geplante Übernahme von Sunrise durch France Telecom, der Muttergesellschaft von Orange. Die Wettbewerbskommission nimmt die Fusion genau unter die Lupe und wird bis Ende April 2010 entscheiden. Die Weko kann die Fusion ohne Auflagen bewilligen, die Fusion mit bestimmten Auflagen bewilligen oder die Fusion verhindern. Neben der Weko muss sich auch die Kommunikationskommission ComCom mit der Fusion beschäftigen.

Die Handelszeitung schreibt nun, dass „viele der möglichen Sanktionen reine Gedankenspiele bleiben“. Als Beispiel wird die Möglichkeit aufgeführt, dass Orange und Sunrise in Zukunft Dritten ihre Netze zur Verfügung stellen müssten. Eine solche Auflage könnte – wie längst bekannt ist – nur für die Mobilfunknetze von Orange und Sunrise gemacht werden, nicht jedoch für Swisscom.

Ausserdem zitiert die Handelszeitung nicht namentlich genannte Insider, die es für möglich halten würden, dass „das vorübergehende Weiterführen beider Namen gefordert werden könnte oder dass versucht werde, zusammen mit der Swisscom über eine Öffnung der Netze für Dritte zu verhandeln.“

Weiter wird im Artikel wiederholt, dass Orange-Chef Thomas Sieber an jedem öffentlichen Auftritt wiederholt, dass das Zusammengehen von Orange und Sunrise für den Kunden von Vorteil sein wird und das eine neue, starke Nummer 2 entstehen würde.

Ich bin nicht Jurist und kann den rechtlichen Hintergrund nicht beurteilen. Wie bereits geschrieben, gehe ich aber davon aus, dass die Kunden von einer Fusion alles andere als profitieren. Weshalb soll der Wettbewerb plötzlich spielen und die Dienstleistungen günstiger werden, wenn es nur noch zwei Anbieter statt drei Anbieter hat. Nur zwei Anbieter würden den Markt komplett unter sich aufteilen. Neue Anbieter hätten gar keine Möglichkeit, in den Markt einzutreten, ohne zuerst Milliarden zu investieren. Oder sie nutzen das Mobilfunknetz der fusionierten Orange/Sunrise, wobei Orange/Sunrise den zu zahlenden Preis bestimmen könnte. Mir ist schleierhaft, wie unter diesen Voraussetzungen überhaupt Wettbewerb entstehen soll.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Grossen Ärger mit Telekom-Anbieter

Traditonell veröffentlicht die Zeitschrift Beobachter eine Hitparade der Firmen, mit denen die Kundinnen und Kunden im auslaufenden Jahr am häufigsten Probleme hatten (Artikel online verfügbar). Der Beobachter bietet seinen Abonnenten eine kostenlose Rechtsberatung an und kann deshalb zählen, wie oft die Kunden Probleme mit verschiedenen Anbietern haben. Der Beobachter zeichnet die fünf Anbieter, die am häufigsten Probleme machen, mit dem Prix Blamage aus.

Bereits in den Vorjahren sind die grossen Telekom-Anbieter jeweils prominent vertreten gewesen. Dies ist erstaunlich, weil es in der Schweiz auch andere grosse Firmen mit vielen Kunden gibt und diese in der Hitparade fast nie auftauchen. Doch die Telekom-Anbieter schaffen es jedes Jahr wieder, in dieser für sie nicht vorteilhaften Liste zu landen. Meines Erachtens sind die Anbieter zu wenig auf die Anliegen der Kunden ausgerichtet.

In diesem Jahr belegt der Kabelnetz-Betreiber Cablecom den zweiten Platz mit über 400 Fällen. Die Probleme gemäss Beobachter waren z.B. willkürlich versandte Rechnungen, defekte Modems und ein überforderter Kundendienst. Bereits im Vorjahr hat Cablecom den zweiten Platz mit 442 Fällen belegt.

Auf den dritten Platz landet Sunrise mit etwas unter 400 Fällen. In diesem Jahr wurden die Beschwerden von Tele2, die inzwischen eine Tochtergesellschaft von Sunrise ist, zum ersten Mal bei Sunrise mitgezählt. Die Probleme gemäss Beobachter sind Chaos im Rechnungswesen, Aufschaltungen, die tagelang nicht klappen und trotzdem verrechnet werden und aggressive Anwerbungen. Im letzten Jahr gab es bei Sunrise 198 Beschwerden und bei Tele2 191 Beschwerden.

Auch Telekom-Riese Swisscom sorgt für Verärgerung bei seinen Kunden und kann die Probleme nicht selbst lösen. Im Jahr 2009 hatte der Beobachter rund 200 Beschwerden von Swisscom-Kunden gezählt. Damit belegt Swisscom Platz 4 der Liste. Ein Anbieter, der offensiv wirbt, dass er für die Kunden da ist, sollte den Kundendienst ernster nehmen. Ich persönlich stelle leider relativ häufig fest, dass Swisscom beim Kundendienst teilweise grössere Schwächen hat und Kunden mit ihren Anliegen alleine gelassen werden. Hauptproblem gemäss Beobachter sind unbewusst bestellte kostenpflichtige SMS, die man erst beim Erhalt der Rechnung bemerkt. Der Beobachter rät übrigens, nur den unbestrittenen Teil der Rechnung zu bezahlen, die Beträge für die unbestellten Mehrwertdienste-SMS hingegen nicht.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler