Gleich zu Beginn der Bieler Kommunikationstage Comdays gab es einen sehr interessanten Vortrag von George Stromeyer von Cisco zum Thema "Wieviel Bandbreite braucht der Mensch?". Die Präsentation dieses Vortrages ist online verfügbar.
Ein Blick auf diese Präsentation ist sehr interessant. Blickt man 10-15 Jahre in die Vergangenheit zurück und sieht man sich die damaligen Bandbreiten und die heutigen Bandbreite an, wird man grösste Veränderungen feststellen.
Dies sieht man am einfachsten an den Geschwindigkeiten des meistverbreitesten Privatkunden-Angebotes. Mitte bis Ende der 1990er-Jahre war eine Geschwindigkeit von rund 30 bis 45 KBit/s üblich. Heute sind es 2'000 bis 5'000 KBit/s pro Sekunde (zwar surfen die meisten Kunden mit einem Angebot, dass theoretisch eine Bandbreite von 5'000 KBit/s bietet. Doch jeder zweite ADSL-Kunde surft mit weniger als dieser Geschwindigkeit, obwohl er diese Geschwindigkeit bezahlt). Trotzdem kann man vereinfacht sagen: Der Kunde erhält rund 100mal mehr Geschwindigkeit als vor zehn Jahren.
Zurück zum Vortrag: Herr Strohmeyer sieht für das Jahr 2010 einen Bandbreiten-Bedarf von 30 MBit/s. Der Kunde könnte im Monat 1'100 Gigabyte Daten übertragen. Ein grosser Teil dieser Datenmenge bezieht sich auf Videodaten, insbesondere auch in HD-Qualität. Ich persönlich gehe nicht davon aus (wobei Schätzungen natürlich immer sehr schwierig sind), dass bereits in zwei Jahren viele Kunden Bedarf an einer so grossen Datenmenge hätte. ich bin aber auch überzeugt, dass es in einigen Jahren jedoch Bedarf für eine so grosse Datenmenge geben wird. Voraussetzung ist jedoch, dass diese Angebote auch zu guten Preisen angeboten werden.
Dazu kommt, dass technisch eine solche Datenmenge in der Schweiz 2010 noch nicht im grossen Stil zur Verfügung stehen wird. ADSL von Swisscom (und allen anderen Anbietern, die auf diese veraltete Technologie setzen) ist ein Auslaufmodell und bereits heute surft jeder zweite nicht mit der vollen Geschwindigkeit. Kabelinternet ist heute bereits am Anschlag und wenn nun alle plötzlich mit 30 MBit/s surfen wollen, bricht das Netz sehr schnell zusammen. Auch ADSL2+ (z.B. von Sunrise im entbündelten Gebiet) und VDSL von Swisscom, die in der Regel Geschwindigkeiten von 5 bis 20 MBit/s bieten können, sind bereits in Kürze wieder am Ende.
Bisher konnte man jeweils aus bestehenden, jahrzehntealten (Kupfer-)Leitungen noch mehr Bandbreite herauskitzeln und die Anbieter mussten keine teure Investitionen in neue Kabel vornehmen. Doch jetzt müssen neue Leitungen gelegt werden. Am Besten geeignet für viele Jahrzehnte sind die Glasfaserleitungen. Zu Beginn werden die Angebote wohl eine Geschwindigkeit von bis zu 100 MBit/s anbieten, doch die Geschwindigkeit kann relativ leicht erhöht werden, ohne dass die Glasfaser neu verlegt werden muss. Ich werde demnächst auch noch etwas zum Thema Glasfaser schreiben.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte comparis.ch
PS: Das Blog der Bieler Kommunikationstage Comdays hat eine kurze Zusammenfassung über den Vortrag von Herrn Strohmeyer veröffentlicht.
Sonntag, 26. Oktober 2008
Rosarote Brille bei Cablecoms Liberty Global
Letzten Dienstag und Mittwoch besucht ich die Bieler Kommunikationstage Comdays. Ein Vortrag wurde von Michael T. Fries, CEO und Präsident der Cablecom-Muttergesellschaft Liberty Global gehalten. Die Präsentation des Vortrages ist übrigens online verfügbar.
Dieser Vortrag beeindrukte mich von allen am meisten. Denn bei sehr vielen Aussagen in diesem Vortrag musste ich nur schmunzeln. Es kann doch nicht sein, dass Michael T. Fries seine Aussagen selbst glaubt? Michael T. Fries hatte wohl die rosaroteste Brille, die es gibt, an.
Wir Schweizer könnten uns glücklich setzen, dass es einen Anbieter wie Cablecom gibt. Liberty Global ist sehr zufrieden mit Cablecom. Cablecom bietet sehr attraktive Angebote an, die die Kunden auch wollen.
Kein Ton davon, dass sehr viele Kunden mit den Dienstleistungen des Monopol-Anbieters Cablecom sehr unzufrieden sind. Seit Jahren belegt der grösste Kabelnetz-Anbieter der Schweiz Spitzenpositionen der Konsumentenzeitschriften betreffend Problemen mit dem Kundendienst. Ich höre derzeit dutzendfach, dass der Kundendienst derzeit noch schlimmer als üblich ist. Eine Kommunikation mit dem Kabelriesen ist derzeit praktisch unmöglich, die telefonische Erreichbarkeit ist sehr schlecht. Auf Briefe, Kündigungen und E-Mails werden nicht bearbeitet und gehen verloren.
Kunden klagen, dass sie nicht die vollen Geschwindigkeit erhalten. Die Kunden sind verpflichtet, eine minderwertige Zwangsbox von Cablecom (Spitzname "Schrottbox", da die so schlecht funktioniert) zu beziehen und auch beim Festnetz-Telefonie-Produkt gibt es auch Jahren nach der Einführung immer noch Probleme.
Liebe Liberty Global und liebe Cablecom: Statt durch eine rosarote Brille zu sehen, kümmert Euch doch bitte endlich um die Anliegen der Kunden. Verbessert Euer Digital-TV-Angebot, lässt die Grundverschlüsselung fallen, bietet den Kunden auch die Internet-Geschwindigkeit, für die sie bezahlen und verbessert nicht zuletzt endlich den Kundendienst.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte comparis.ch
PS: Das Blog der Bieler Kommunikationstage Comdays hat einen Beitrag über den Vortrag von Michael T. Fries geschrieben.
Dieser Vortrag beeindrukte mich von allen am meisten. Denn bei sehr vielen Aussagen in diesem Vortrag musste ich nur schmunzeln. Es kann doch nicht sein, dass Michael T. Fries seine Aussagen selbst glaubt? Michael T. Fries hatte wohl die rosaroteste Brille, die es gibt, an.
Wir Schweizer könnten uns glücklich setzen, dass es einen Anbieter wie Cablecom gibt. Liberty Global ist sehr zufrieden mit Cablecom. Cablecom bietet sehr attraktive Angebote an, die die Kunden auch wollen.
Kein Ton davon, dass sehr viele Kunden mit den Dienstleistungen des Monopol-Anbieters Cablecom sehr unzufrieden sind. Seit Jahren belegt der grösste Kabelnetz-Anbieter der Schweiz Spitzenpositionen der Konsumentenzeitschriften betreffend Problemen mit dem Kundendienst. Ich höre derzeit dutzendfach, dass der Kundendienst derzeit noch schlimmer als üblich ist. Eine Kommunikation mit dem Kabelriesen ist derzeit praktisch unmöglich, die telefonische Erreichbarkeit ist sehr schlecht. Auf Briefe, Kündigungen und E-Mails werden nicht bearbeitet und gehen verloren.
Kunden klagen, dass sie nicht die vollen Geschwindigkeit erhalten. Die Kunden sind verpflichtet, eine minderwertige Zwangsbox von Cablecom (Spitzname "Schrottbox", da die so schlecht funktioniert) zu beziehen und auch beim Festnetz-Telefonie-Produkt gibt es auch Jahren nach der Einführung immer noch Probleme.
Liebe Liberty Global und liebe Cablecom: Statt durch eine rosarote Brille zu sehen, kümmert Euch doch bitte endlich um die Anliegen der Kunden. Verbessert Euer Digital-TV-Angebot, lässt die Grundverschlüsselung fallen, bietet den Kunden auch die Internet-Geschwindigkeit, für die sie bezahlen und verbessert nicht zuletzt endlich den Kundendienst.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte comparis.ch
PS: Das Blog der Bieler Kommunikationstage Comdays hat einen Beitrag über den Vortrag von Michael T. Fries geschrieben.
Dienstag, 14. Oktober 2008
Swisscom will Sunrise Kritik verbieten
Unerhörtes las ich im Cash Daily vom letzten Donnerstag (den Artikel konnte ich online leider nicht finden):
Zuerst plaudert Swisscom gross in die Welt hinaus, dass man ein Glasfasernetz bauen will. Doch statt die Pläne offen kommuniziert, wird nur Stück für Stück kommuniziert. Am liebsten über Zeitungsinterviews und Zeitungsartikel. Nie ist klar, was Swisscom eigentlich genau will. Das Ziel dieser Salami-Taktik ist meiner Meinung nach klar: Swisscom will sehen, welche Reaktionen die neuen, ungenau definierten Vorschläge so hevorrufen.
Denn sicher ist bisher nur: Swisscom will ein Glasfaserkabel direkt in möglichst viele Wohnungen verlegen. Statt einem Kabel will Swisscom vier Kabel verlegen und diese dann grossflächig an weitere Anbieter weiterverkaufen. Und Swisscom will eine Regulierung möglichst verhindern oder stark einschränken.
Noch unklar ist, wo die verkauften Glasfaserleitungen an die Alternativ-Anbieter übergeben werden. Doch dieses ist ein sehr wichtiger Punkt: Werden die Glasfaserleitungen praktisch bei jedem Haus an den Anbieter übergeben, so ist der Aufwand für den Aufbau der (völlig unnötigen Parallel-) Infrastruktur bei den Alternativ-Anbietern so gross, dass kein Alternativ-Anbieter auf das Angebot eingehen würde. Umgekehrt wäre es für den Alternativ-Anbieter sehr attraktiv, die Daten nur an zwei, drei Orten in der Schweiz zu übergeben. Swisscom möchte möglichst viele Übergabepunkte und hätte ihr Ziel dann erreicht und ein neues Monopol errichtet. Zumindest in den Städten, wo keine innovativen EWs attraktive Glasfasernetze aufbauen.
Dass Swisscom Sunrise verbieten will, sich betreffend letzter Meile an die Medien zu wenden, ist ein massiver Eingriff von Swisscom. Genauso wie Swisscom sich äussern darf, soll sich auch Sunrise äussern dürfen. Alles andere wäre in einem direkt-demokratischen Rechtsstaat mit Meinungsfreiheit unverständlich.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch
Mehr zur Glasfaser-Diskussion
«Wir lassen uns von niemandem erpressen», sagt Sunrise-Chef Christoph Brand im Video-Interview mit CASH daily. Grund für seine Aussage: Am 12. September orderte eine Swisscom-Delegation von Sunrise, sich nicht weiter zum Thema Glasfaser in der Öffentlichkeit zu äussern und die Kritik an Swisscom einzustellen. Ansonsten sei eine Weiterführung der Gespräche nicht möglich.Sollten die im Artikel von Cash Daily erhobenen Vorwürfe stimmen, dann wäre dies ein starkes Stück von Swisscom.
Swisscom-Sprecher Olaf Schulze sieht die Sache anders: «Es ist doch selbstverständlich, dass man den Sinn und Zweck eines Gesprächs in Frage stellt, wenn zuvor von Sunrise über die Medien bekannt gegeben wird, dass das Angebot, welches noch gar nicht vorliegt, unzureichend sei.»
Bereits bei der Entbündelung der letzten Meile, also dem Stück Kupferdraht von der Verteilzentrale zum Hausanschluss, habe Swisscom angeblich «unannehmbare Forderungen» gestellt. Unter anderem wurde von Sunrise verlangt, sich nicht an die Medien zu richten, berichten involvierte Kreise.
Zuerst plaudert Swisscom gross in die Welt hinaus, dass man ein Glasfasernetz bauen will. Doch statt die Pläne offen kommuniziert, wird nur Stück für Stück kommuniziert. Am liebsten über Zeitungsinterviews und Zeitungsartikel. Nie ist klar, was Swisscom eigentlich genau will. Das Ziel dieser Salami-Taktik ist meiner Meinung nach klar: Swisscom will sehen, welche Reaktionen die neuen, ungenau definierten Vorschläge so hevorrufen.
Denn sicher ist bisher nur: Swisscom will ein Glasfaserkabel direkt in möglichst viele Wohnungen verlegen. Statt einem Kabel will Swisscom vier Kabel verlegen und diese dann grossflächig an weitere Anbieter weiterverkaufen. Und Swisscom will eine Regulierung möglichst verhindern oder stark einschränken.
Noch unklar ist, wo die verkauften Glasfaserleitungen an die Alternativ-Anbieter übergeben werden. Doch dieses ist ein sehr wichtiger Punkt: Werden die Glasfaserleitungen praktisch bei jedem Haus an den Anbieter übergeben, so ist der Aufwand für den Aufbau der (völlig unnötigen Parallel-) Infrastruktur bei den Alternativ-Anbietern so gross, dass kein Alternativ-Anbieter auf das Angebot eingehen würde. Umgekehrt wäre es für den Alternativ-Anbieter sehr attraktiv, die Daten nur an zwei, drei Orten in der Schweiz zu übergeben. Swisscom möchte möglichst viele Übergabepunkte und hätte ihr Ziel dann erreicht und ein neues Monopol errichtet. Zumindest in den Städten, wo keine innovativen EWs attraktive Glasfasernetze aufbauen.
Dass Swisscom Sunrise verbieten will, sich betreffend letzter Meile an die Medien zu wenden, ist ein massiver Eingriff von Swisscom. Genauso wie Swisscom sich äussern darf, soll sich auch Sunrise äussern dürfen. Alles andere wäre in einem direkt-demokratischen Rechtsstaat mit Meinungsfreiheit unverständlich.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch
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Orange: Mobiles Internet für ADSL-Kunden
Seit kurzem macht Orange Werbung für ein neues Angebot: ADSL-Kunden von Orange - der Mobilfunk-Anbieter hat seit einiger Zeit auch ADSL im Angebot - erhalten zusätzlich auch einen mobilen Internet-Zugang für unterwegs.

Die Werbung (siehe oben) gefällt mir zwar gar nicht, das Angebot selber ist jedoch nicht schlecht. Der Kunde erhält einen ganz normalen ADSL-Internet-Zugang, zusätzlich gibt es auch ein UMTS-Modem für das Surfen mit einem Laptop unterwegs. Für das mobile Internet fällt keine monatliche Grundgebühr an. Lediglich die Nutzung fällt an: Pro Nutzungstag werden 3.50 Franken verrechnet.
Mir gefällt das Angebot insbesondere, weil der Kunde ein Modem erhält und dieses ohne weitere Verpflichtungen nutzen kann. Üblicherweise muss man einen Vertrag über 12 oder 24 Monate abschliessen und verpflichtet sich damit, 120 oder 240 Franken innerhalb der Mindestvertragsdauer zu bezahlen. Dies unabhängig davon, ob man das Produkt braucht oder nicht.
Das neue Orange-Produkt ermöglich jetzt, den Service ganz unverbindlich zu testen. Wenn man zufrieden ist, wird man den Service zu einem späteren Zeitpunkt wieder nutzen. Und wenn man nicht zufrieden ist, lässt man es sein und hat auch keine Verpflichtung. Eine grosse Hemmschwelle für den Abschluss eines Vertrages entfällt damit. Daher finde ich das Angebot eine gute Idee.
Übrigens gibt auch Sunrise ihren Handy- oder ADSL-Kunden einen Rabatt auf das mobile Internet: Die Monatsgebühr beträgt nur 5 Franken statt den üblichen 10 Franken. Doch soweit wie Orange geht Sunrise leider (noch) nicht.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch

Die Werbung (siehe oben) gefällt mir zwar gar nicht, das Angebot selber ist jedoch nicht schlecht. Der Kunde erhält einen ganz normalen ADSL-Internet-Zugang, zusätzlich gibt es auch ein UMTS-Modem für das Surfen mit einem Laptop unterwegs. Für das mobile Internet fällt keine monatliche Grundgebühr an. Lediglich die Nutzung fällt an: Pro Nutzungstag werden 3.50 Franken verrechnet.
Mir gefällt das Angebot insbesondere, weil der Kunde ein Modem erhält und dieses ohne weitere Verpflichtungen nutzen kann. Üblicherweise muss man einen Vertrag über 12 oder 24 Monate abschliessen und verpflichtet sich damit, 120 oder 240 Franken innerhalb der Mindestvertragsdauer zu bezahlen. Dies unabhängig davon, ob man das Produkt braucht oder nicht.
Das neue Orange-Produkt ermöglich jetzt, den Service ganz unverbindlich zu testen. Wenn man zufrieden ist, wird man den Service zu einem späteren Zeitpunkt wieder nutzen. Und wenn man nicht zufrieden ist, lässt man es sein und hat auch keine Verpflichtung. Eine grosse Hemmschwelle für den Abschluss eines Vertrages entfällt damit. Daher finde ich das Angebot eine gute Idee.
Übrigens gibt auch Sunrise ihren Handy- oder ADSL-Kunden einen Rabatt auf das mobile Internet: Die Monatsgebühr beträgt nur 5 Franken statt den üblichen 10 Franken. Doch soweit wie Orange geht Sunrise leider (noch) nicht.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
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Sonntag, 12. Oktober 2008
Pay TV kostenlos auf dem Handy
Bereits vor gut zwei Wochen hat Swisscom eine Erweiterung ihres neuen Handy-TV-Angebot über eine Medienmitteilung kommuniziert. Seit dem 01. Oktober 2008 sendet Swisscom ausgewählte Fussball- und Eishockey-Spiele als Liveübertragung oder als Konferenzschaltung aller Live-Spiele. Das Besondere: Im normalen Fernsehen werden diese Spiele nicht übertragen, nur Kunden des Pay-TV-Anbieters Teleclub können diese Spiele am normalen Fernsehen mitverfolgen. Oder Bluewin-TV-Kunden, die diese exklusive Spiele für einen Franken pro Spiel auf ihrem Fernseher mitverfolgen können.
Handy-TV-Kunden können nun diese Fussball- und Eishockey-Spiele auf ihrem Handy mitverfolgen. Sowohl über "normale" EDGE- oder UMTS-Handys wie auch über ein spezielles Handy-TV-Handy mit DVB-H-Empfang. Es wird nur die normale Dienstleistungsgebühr (2 Franken für einen Tag oder 16 Franken für einen Monat) verrechnet. Die üblicherweise im kostenpflichtigen Pay-TV ausgestrahlte Übertragungen können also ohne zusätzlichen Gebühren übertragen werden.
Ich bin kein Sport-Fan. Ob ein Sport-Fan allerdings Freude daran hat, dass er ein Fussball-Spiel statt im Fernseher auf dem Handy ansehen muss, wenn er kein zusätzliches Pay-TV-Abo möchte und auch kein Bluewin-TV möchte bzw. erhalten kann, bezweifle ich. Ebenso wie, dass man den Ball oder Puck auf dem Display noch sieht.
Swisscom will mit diesem Angebot die Handy-TV-Nutzung auf jeden Fall steigern. Mal sehen, ob dies gelingen wird.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch
Handy-TV-Kunden können nun diese Fussball- und Eishockey-Spiele auf ihrem Handy mitverfolgen. Sowohl über "normale" EDGE- oder UMTS-Handys wie auch über ein spezielles Handy-TV-Handy mit DVB-H-Empfang. Es wird nur die normale Dienstleistungsgebühr (2 Franken für einen Tag oder 16 Franken für einen Monat) verrechnet. Die üblicherweise im kostenpflichtigen Pay-TV ausgestrahlte Übertragungen können also ohne zusätzlichen Gebühren übertragen werden.
Ich bin kein Sport-Fan. Ob ein Sport-Fan allerdings Freude daran hat, dass er ein Fussball-Spiel statt im Fernseher auf dem Handy ansehen muss, wenn er kein zusätzliches Pay-TV-Abo möchte und auch kein Bluewin-TV möchte bzw. erhalten kann, bezweifle ich. Ebenso wie, dass man den Ball oder Puck auf dem Display noch sieht.
Swisscom will mit diesem Angebot die Handy-TV-Nutzung auf jeden Fall steigern. Mal sehen, ob dies gelingen wird.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch
Lebara noch günstiger
Mit Lebara konnte man bereits bisher sehr günstig mit dem Handy ins Ausland telefonieren. Anrufe in das Festnetz vieler Länder kosten nur 9 Rappen pro Minute. Handys in zahlreichen Ländern sind bereits ab 24 Rappen pro Minute erreichbar. Für Anrufe, die im Ausland geführt werden, sollte man Lebera eher nicht nutzen. Die Preise für das Roaming sind nämlich sehr hoch, rund doppelt so teuer wie Swisscom, M-Budget oder Coop.
Nach dem Markteintritt von Lyca Mobile (deren genaue Konditionen mir bisher nicht kommuniziert worden sind) reagiert nun Lebara: Anrufe ins Schweizer Festnetz kosten neu 35 Rappen pro Minute. Das ist teurer als andere Billig-Prepaid-Anbieter (Aldi 14 Rappen, M-Budget 28 Rappen, Coop 30 Rappen). Auch Anrufe auf Schweizer Handys werden günstiger, sind mit 45 Rappen pro Minute jedoch ebenfalls teurer als andere Billig-Prepaid-Anbieter (M-Budget 28 Rappen, Coop 30 Rappen, Aldi 34 Rappen).
Doch Lebara gibt den Kunden neu jeweils mehr Guthaben als der Kunde einbezahlt hat. Wer z.B. 10 Franken einzahlt, erhält 12.50 Franken gutgeschrieben. Wer gar 100 Franken einzahlt, erhält 150 Franken gutgeschrieben. Solche Aktionen sind auch bei anderen Anbietern gelegentlich an der Tagesordnung, jedoch nur in Form einer zeitlich beschränkten Promotion. Bei Lebara soll dies jedoch nicht nur eine zeitlich beschränkte Promotion sein, sondern es soll immer mehr Guthaben geben.
Dieser Bonus macht Lebara noch attraktiver: Anrufe ins Festnetz zahlreicher Länder kosten damit effektiv nur noch 6 bis 7.2 Rappen (statt 9 Rappen) pro Minute, Anrufe auf das Handys in zahlreichen Ländern 16 bis 19.2 Rappen (statt 24 Rappen) pro Minute. Auch Inlandsgespräche kosten nur noch 23.3 bis 28 Rappen (Festnetz, statt 35 Rappen) bzw. noch 30 bis 36 Rappen (Mobilfunk, statt 45 Rappen). Insgesamt attraktive Konditionen, wenn auch einige Billig-Prepaid-Anbieter für Inlandsanrufe etwas günstiger sind.
Attraktiv ist auch der SMS-Tarif von 10 Rappen, mit Rabatt sogar nur noch 6.7 bis 8 Rappen pro SMS. Dies ist ein sehr attraktiver Tarif.
Lebara zeigt, dass noch viel Luft in den Handytarifen drin ist. Allerdings ist es erstauntlich, dass Anrufe mit dem Handy ins Ausland so günstig sind, während sich die Preise für Anrufe auf Schweizer Handys kaum bewegen. Der Grund: Mit den günstigen Auslandstarifen will man den Festnetz-Anbietern Umsatz abjagen und mit den teuren Inlandstarifen kann man weiterhin kräftig verdienen.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch
Lesen Sie auch:
Verkehrte Welt - Anrufe ins Ausland günstiger als innerhalb der Schweiz
Nach dem Markteintritt von Lyca Mobile (deren genaue Konditionen mir bisher nicht kommuniziert worden sind) reagiert nun Lebara: Anrufe ins Schweizer Festnetz kosten neu 35 Rappen pro Minute. Das ist teurer als andere Billig-Prepaid-Anbieter (Aldi 14 Rappen, M-Budget 28 Rappen, Coop 30 Rappen). Auch Anrufe auf Schweizer Handys werden günstiger, sind mit 45 Rappen pro Minute jedoch ebenfalls teurer als andere Billig-Prepaid-Anbieter (M-Budget 28 Rappen, Coop 30 Rappen, Aldi 34 Rappen).
Doch Lebara gibt den Kunden neu jeweils mehr Guthaben als der Kunde einbezahlt hat. Wer z.B. 10 Franken einzahlt, erhält 12.50 Franken gutgeschrieben. Wer gar 100 Franken einzahlt, erhält 150 Franken gutgeschrieben. Solche Aktionen sind auch bei anderen Anbietern gelegentlich an der Tagesordnung, jedoch nur in Form einer zeitlich beschränkten Promotion. Bei Lebara soll dies jedoch nicht nur eine zeitlich beschränkte Promotion sein, sondern es soll immer mehr Guthaben geben.
Dieser Bonus macht Lebara noch attraktiver: Anrufe ins Festnetz zahlreicher Länder kosten damit effektiv nur noch 6 bis 7.2 Rappen (statt 9 Rappen) pro Minute, Anrufe auf das Handys in zahlreichen Ländern 16 bis 19.2 Rappen (statt 24 Rappen) pro Minute. Auch Inlandsgespräche kosten nur noch 23.3 bis 28 Rappen (Festnetz, statt 35 Rappen) bzw. noch 30 bis 36 Rappen (Mobilfunk, statt 45 Rappen). Insgesamt attraktive Konditionen, wenn auch einige Billig-Prepaid-Anbieter für Inlandsanrufe etwas günstiger sind.
Attraktiv ist auch der SMS-Tarif von 10 Rappen, mit Rabatt sogar nur noch 6.7 bis 8 Rappen pro SMS. Dies ist ein sehr attraktiver Tarif.
Lebara zeigt, dass noch viel Luft in den Handytarifen drin ist. Allerdings ist es erstauntlich, dass Anrufe mit dem Handy ins Ausland so günstig sind, während sich die Preise für Anrufe auf Schweizer Handys kaum bewegen. Der Grund: Mit den günstigen Auslandstarifen will man den Festnetz-Anbietern Umsatz abjagen und mit den teuren Inlandstarifen kann man weiterhin kräftig verdienen.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch
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Verkehrte Welt - Anrufe ins Ausland günstiger als innerhalb der Schweiz
Dienstag, 30. September 2008
Sunrise schluckt Schweizer Tele2
Gestern gab Sunrise die Übernahme von Tele2 bekannt. Für etwa 50 Millionen Franken übernimmt der zweitgrösste Schweizer Telekom-Anbieter die Schweizer Niederlassung von Tele2. Interessant ist vorallem der Festnetz-Kundenstamm von Tele2.
Dass ein weiterer wichtiger Anbieter verschwindet, finde ich sehr schade. Dies verringert den Wettbewerb. Insbesondere Tele2 hat sich über den Preis positioniert. (im Festnetz-Bereich war Tele2 zwar seit Jahren teurer als kleinere Mitbewerber, unter den grösseren Anbietern tendenziell eher günstiger. In letzter Zeit gelang es Tele2 im Festnetz-Bereich immer weniger, preislich ein attraktives Angebot anzubieten.)
Damit gibt es in der Schweiz nur noch vier grössere Anbieter für Privatkunden: Swisscom, Sunrise, Orange und Cablecom. Orange ist im Festnetz-Bereich derzeit (noch?) bedeutungslos, Cablecom im Mobilfunk-Bereich. Neben diesen grossen Anbietern gibt es weitere kleinere Anbieter, die insbesondere im Festnetz-Bereich attraktiv sind.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch
Dass ein weiterer wichtiger Anbieter verschwindet, finde ich sehr schade. Dies verringert den Wettbewerb. Insbesondere Tele2 hat sich über den Preis positioniert. (im Festnetz-Bereich war Tele2 zwar seit Jahren teurer als kleinere Mitbewerber, unter den grösseren Anbietern tendenziell eher günstiger. In letzter Zeit gelang es Tele2 im Festnetz-Bereich immer weniger, preislich ein attraktives Angebot anzubieten.)
Damit gibt es in der Schweiz nur noch vier grössere Anbieter für Privatkunden: Swisscom, Sunrise, Orange und Cablecom. Orange ist im Festnetz-Bereich derzeit (noch?) bedeutungslos, Cablecom im Mobilfunk-Bereich. Neben diesen grossen Anbietern gibt es weitere kleinere Anbieter, die insbesondere im Festnetz-Bereich attraktiv sind.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch
Grundverschlüsselung: Noch keine Entscheidung
Gestern hat sich der Nationalrat fast einstimmig dafür entschieden, die Grundverschlüsselungs-Motion vorerst zurückzuweisen. Die entsprechende Kommission des Nationalrates soll gemeinsam mit dem Bundesamt für Kommunikation eine sachlich fundierte Lösung ausarbeiten.
Ich kann nicht beurteilen, was dies nun aus Sicht des Kunden wirklich bedeutet. Ich befürchte jedoch, dass die Entwicklung vom Digital-TV in der Schweiz damit weiter behindert wird. Es dürfte eine gewisse Zeit dauern, bis der entsprechende Vorschlag der Nationalrats-Kommission ausgearbeitet ist. In dieser Zeit ist man leider weiterhin auf die qualitativ schlechte und überteuerte Digital-Zwangsbox vom Monopolisten Cablecom angewiesen. Ich hoffe nun, dass die Kommission rasch einen Vorschlag ausarbeiten wird und den Kunden endlich attraktives und freies Digitalfernsehen angeboten werden kann.
Der Branchenverband Swisscable bedauert, dass die Motion nicht abgelehnt worden ist und wünscht sich eine "Versachlichung der Diskussion". Dies ist unbedingt notwendig, allerdings sollte Swisscable bei sich selbst beginnen und die Fakten offen und ehrlich auf den Tisch legen. Dies habe ich bislang bei Swisscable vermisst.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch
Ich kann nicht beurteilen, was dies nun aus Sicht des Kunden wirklich bedeutet. Ich befürchte jedoch, dass die Entwicklung vom Digital-TV in der Schweiz damit weiter behindert wird. Es dürfte eine gewisse Zeit dauern, bis der entsprechende Vorschlag der Nationalrats-Kommission ausgearbeitet ist. In dieser Zeit ist man leider weiterhin auf die qualitativ schlechte und überteuerte Digital-Zwangsbox vom Monopolisten Cablecom angewiesen. Ich hoffe nun, dass die Kommission rasch einen Vorschlag ausarbeiten wird und den Kunden endlich attraktives und freies Digitalfernsehen angeboten werden kann.
Der Branchenverband Swisscable bedauert, dass die Motion nicht abgelehnt worden ist und wünscht sich eine "Versachlichung der Diskussion". Dies ist unbedingt notwendig, allerdings sollte Swisscable bei sich selbst beginnen und die Fakten offen und ehrlich auf den Tisch legen. Dies habe ich bislang bei Swisscable vermisst.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
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Sunrise letzte Meile: Schneller und günstiger
Seit einer guten Woche macht Sunrise in den grösseren Schweizer Städte Werbung für die letzte Meile. Das Angebot selbst ist bereits seit Juni verfügbar und lässt sich sehen. Es gibt insgesamt zwei Angebote: Der Telefonanschluss mit einem Internet-Zugang mit maximal 5'000 KBit/s kostet 59 Franken, 49 Franken (für Sunrise-Mobilfunk-Kunden) bzw. 30 Franken (für Kunden, die mit dem Mobilfunk-Abo Zero Plus oder Max telefonieren). Die bisher übliche Telefonanschlussgebühr von 25.25 Franken fällt nicht mehr an. Damit ist Sunrise massiv günstiger als die anderen Anbieter.
Das zweite Angebot beinhaltet einen Telefonanschluss mit einem Internet-Zugang mit maximal 15'000 KBit/s und kostet 79 Franken, 69 Franken (für Sunrise-Mobilfunk-Kunden) bzw. 50 Franken (für Kunden, die mit dem Mobilfunk-Abo Zero Plus oder Max telefonieren). Auch hier entfällt die bisher übliche Telefonanschlussgebühr von 25.25 Franken. Ausserdem sind beliebig viele Anrufe ohne zusätzliche Kosten ins Schweizer Festnetz möglich.
Ich surfe seit etwa sechs Wochen mit diesem Angebot und bin damit sehr zufrieden. Obwohl die Distanz zur Telefonzentrale mehr als 2 1/2 Kilometer beträgt, surfe ich mit einer Geschwindigkeit von 13'000 KBit/s. Bei Swisscom hätte ich mit ADSL maximal 4'400 KBit/s und müsste zudem mehr bezahlen. Sunrise setzt stark auf ADSL2+, Swisscom hingegen auf VDSL.
Wie man sieht, kann es sich lohnen, sich bei Swisscom und Sunrise über die Geschwindigkeit zu informieren. Anhand meines Anschlusses sieht man deutlich, dass die Differenzen zwischen Sunrise und Swisscom gewaltig sein können. Sunrise müsste übrigens noch einwenig an den Angaben zur Geschwindigkeit auf ihrer Website arbeiten. Manchmal wird eine zu geringe maximale Geschwindigkeit angezeigt.
Das Angebot von Sunrise ist erst in den grösseren Städten verfügbar.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch
Das zweite Angebot beinhaltet einen Telefonanschluss mit einem Internet-Zugang mit maximal 15'000 KBit/s und kostet 79 Franken, 69 Franken (für Sunrise-Mobilfunk-Kunden) bzw. 50 Franken (für Kunden, die mit dem Mobilfunk-Abo Zero Plus oder Max telefonieren). Auch hier entfällt die bisher übliche Telefonanschlussgebühr von 25.25 Franken. Ausserdem sind beliebig viele Anrufe ohne zusätzliche Kosten ins Schweizer Festnetz möglich.
Ich surfe seit etwa sechs Wochen mit diesem Angebot und bin damit sehr zufrieden. Obwohl die Distanz zur Telefonzentrale mehr als 2 1/2 Kilometer beträgt, surfe ich mit einer Geschwindigkeit von 13'000 KBit/s. Bei Swisscom hätte ich mit ADSL maximal 4'400 KBit/s und müsste zudem mehr bezahlen. Sunrise setzt stark auf ADSL2+, Swisscom hingegen auf VDSL.
Wie man sieht, kann es sich lohnen, sich bei Swisscom und Sunrise über die Geschwindigkeit zu informieren. Anhand meines Anschlusses sieht man deutlich, dass die Differenzen zwischen Sunrise und Swisscom gewaltig sein können. Sunrise müsste übrigens noch einwenig an den Angaben zur Geschwindigkeit auf ihrer Website arbeiten. Manchmal wird eine zu geringe maximale Geschwindigkeit angezeigt.
Das Angebot von Sunrise ist erst in den grösseren Städten verfügbar.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte www.comparis.ch
Montag, 15. September 2008
Digital-TV soll kein analoges Fernsehen im neuem Kleid sein
In der NZZ vom letzten Freitag ist ein Interview mit Cablecom-Chef Rudolf Fischer erschienen (Interview auch online verfügbar).
Hier die beiden interessantesten Sätze aus dem Interview:
Nun leider - aus Cablecom-Sicht - wollen die Kunden lediglich analoges Fernsehen im neuen Kleid. Die Kunden wollen wie bisher fernsehen, wichtig sind nur zusätzliche Programme, besseren Ton (Dolby) und besseres Bild (in Zukunft High Definition HD). Dies zeigt auch die repräsentative Studie der Swisscable: 37% wollen Digital-TV wegen den zusätzlichen TV-Sendern, nur 5% wegen dem interaktiven Fernsehen. Also: Begraben Sie den Traum, mit interaktivem Fernsehen Geld im grossen Rahmen verdienen zu können. Stattdessen können Sie die Grundverschlüsselung aufgeben und ihre Kunden mit der freien Boxenwahl glücklich machen.
Dass interaktives Fernsehen die Kunden schlichtweg nicht interessiert, musste bereits Swisscom schmerzlich erfahren. Die interaktive TV-Fernbedienung Betty-TV wurde wieder eingestellt. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, der den Fernseher einschalten will und dann das sehen will, was gerade kommt. Er will jedoch nicht Youtube-Videoclips auf seinem Fernseher ansehen. Und dies dürfte noch einige Zeit so bleiben.
Ein Rätsel ist mir auch, wie Cablecom jedes Jahr hunderte Millionen Franken in interaktives Fernsehen investiert haben soll. Da hat Herr Fischer wohl massiv übertrieben. Vielleicht in diesem Jahr, weil die Cablecom endlich ihr Netz auf 860 MHz ausgebaut hat - andere Anbieter haben den Ausbau vor 10 bis 15 Jahren vorgenommen. Und diese Investition betrifft auch vor allem das Internet und die Telefonie und nicht das interaktive Fernsehen. Die Investitionen in interaktives Fernsehen, selbst in Digital-TV dürfte minimal gewesen sein.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telecom-Experte comparis.ch
Hier die beiden interessantesten Sätze aus dem Interview:
Wir haben nicht investiert, um dann den Kunden analoges Fernsehen in neuem Kleid anzubieten. Das digitale TV ist ein interaktives TV, und die Interaktivität ist nicht standardisiert.(Hinweis: Der erste Satz wurde verkürzt, um die Verständlichkeit zu erhöhen). Diese beiden Sätze bringen aus auf den Punkt. Cablecom will gar kein Digital-TV anbieten, sondern interaktives Fernsehen, was auch immer darunter konkret vorgestellt wird. Für analoges Fernsehen im neuen Kleid braucht es keine Grundverschlüsselung, für die interaktive Dienste ist man derzeit noch auf die Box seines Anbieters angewiesen.
Nun leider - aus Cablecom-Sicht - wollen die Kunden lediglich analoges Fernsehen im neuen Kleid. Die Kunden wollen wie bisher fernsehen, wichtig sind nur zusätzliche Programme, besseren Ton (Dolby) und besseres Bild (in Zukunft High Definition HD). Dies zeigt auch die repräsentative Studie der Swisscable: 37% wollen Digital-TV wegen den zusätzlichen TV-Sendern, nur 5% wegen dem interaktiven Fernsehen. Also: Begraben Sie den Traum, mit interaktivem Fernsehen Geld im grossen Rahmen verdienen zu können. Stattdessen können Sie die Grundverschlüsselung aufgeben und ihre Kunden mit der freien Boxenwahl glücklich machen.
Dass interaktives Fernsehen die Kunden schlichtweg nicht interessiert, musste bereits Swisscom schmerzlich erfahren. Die interaktive TV-Fernbedienung Betty-TV wurde wieder eingestellt. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, der den Fernseher einschalten will und dann das sehen will, was gerade kommt. Er will jedoch nicht Youtube-Videoclips auf seinem Fernseher ansehen. Und dies dürfte noch einige Zeit so bleiben.
Ein Rätsel ist mir auch, wie Cablecom jedes Jahr hunderte Millionen Franken in interaktives Fernsehen investiert haben soll. Da hat Herr Fischer wohl massiv übertrieben. Vielleicht in diesem Jahr, weil die Cablecom endlich ihr Netz auf 860 MHz ausgebaut hat - andere Anbieter haben den Ausbau vor 10 bis 15 Jahren vorgenommen. Und diese Investition betrifft auch vor allem das Internet und die Telefonie und nicht das interaktive Fernsehen. Die Investitionen in interaktives Fernsehen, selbst in Digital-TV dürfte minimal gewesen sein.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telecom-Experte comparis.ch
150000 Schweizer IPhones
Wie die Handels-Zeitung berichtet, hat Swisscom bereits 80'000 iPhones und Orange bereits 30'000 iPhones verkauft (Artikel online verfügbar) (Die Zahlen wurden durch die Anbieter nicht bestätigt). Mit den bereits verkauften 40'000 in die Schweiz importierten iPhones der ersten Generation nutzen damit bereits mehr als 150'000 Schweizer ein iPhone. Das finde ich eine sehr hohe Zahl.
Im obgenannten Handels-Zeitung-Artikel werden übrigens auch die Juli-Verkaufszahlen der GfK-Marktforschung erwähnt: 6% aller im Juli verkauften Handys war ein iPhone, gemessen am Umsatz betrug der Anteil 19%.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telecom-Experte comparis.ch
Im obgenannten Handels-Zeitung-Artikel werden übrigens auch die Juli-Verkaufszahlen der GfK-Marktforschung erwähnt: 6% aller im Juli verkauften Handys war ein iPhone, gemessen am Umsatz betrug der Anteil 19%.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telecom-Experte comparis.ch
Glasfaser-Albträume oder Halbe-Halbe
Der grösste Schweizer Telekommunikations-Anbieter, die Swisscom, will wie bereits seit längerem bekannt, ein Glasfaser-Netz bauen. Die Glasfaser werden dabei direkt in die einzelnen Wohnungen gezogen. Auch die Elektrizitätswerke und vereinzelte Kabelnetz-Betreiber verfolgen ähnliche Pläne. Einige Haushalte in Zürich oder in Sierre surfen, telefonieren und fernsehen heute bereits über Glasfaser-Leitungen. Üblicherweise befindet man sich jedoch erst in einer frühen Planungsphase oder in der Detaillplanung. Erst nach und nach entstehen die Glasfaser-Anschlüsse.
Die NZZ am Sonntag berichtete gestern, dass die Swisscom nun 8 Milliarden Franken ins Glasfasernetz investieren will. Dies ist eigentlich nichts Neues. Im Artikel war das erste Mal die Rede davon, dass sich Swisscom vorstellen könnte, die eine Hälfte einer Stadt mit Glasfaser zu versorgen. Die andere Hälfte der Stadt würde man den Elektrizitäswerken überlassen.
Ich bin dieser Idee gegenüber sehr skeptisch eingestellt. Denn wichtige Punkte zum Glasfaser-Traum (oder Albtraum) der Swisscom sind bisher noch weitgehend unbekannt. Und was bisher bekannt ist, beängstigt eher. Das Ziel von Swisscom ist, dass in alle angeschlossenen Wohnungen vier Glasfaserleitungen verlegt werden. Eine Glasfaser behält Swisscom für sich, die anderen Glasfaser will Swisscom verkaufen. Swisscom will allerdings nur die Hausverkabelung und die paar Meter vor dem Haus verkaufen.
Die Folge wäre, dass Anbieter eine zusätzliche Pararellinfrastruktur von den Quartierstrassen in die Quartierzentralen mit Anschluss an den nationalen Backbone bauen müssten. Das Bauen von mehreren zehntausend unnötigen Zugangspunkten kann sich sowohl organisatorisch wie finanziell kein alternativer Telekom-Anbieter leisten. Unter diesen Bedingungen dürfte kein Alternativ-Anbieter auf das Swisscom-Angebot eingehen. Damit kann Swisscom ihr Monopol ausbauen und die Alternativ-Anbieter bleiben auf der Strecke.
Damit wird auch der obgenannte Vorschlag der Swisscom sehr interessant. Würde dieser umgesetzt, würde dies nichts anderes bedeuten, dass eine Hälfte der Stadt von einer reichhaltigen Auswahl an attraktiven Angeboten profiteren könnte, während die andere Hälfte der Stadt nur auf das Monopol-Angebot der Swisscom zugreifen könnte. Damit haben wir die Zweiklassen-Gesellschaft für den Internet-Zugang.
Swisscom argumentiert übrigens, dass sie erst darüber reden wollen, wie sie das Glasfaser-Netz bauen. Das einzig richtige wäre meiner Meinung nach, wenn die Alternativ-Anbieter schweizweit an einigen wenigen Punkten in etablierten Datencentern die Daten ihrer Kunden aus dem Swisscom-Glasfasernetz übernehmen könnten. Für das Glasfasernetz braucht es keine unnötige und teure Pararellinfrastruktur (die schliesslich schlussendlich der Kunde mit hohen Preisen bezahlen muss). Einzig Swisscom kann daran ein Interesse haben, weil sie sich so Konkurrenz vom Leib halten kann.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte comparis.ch
Die NZZ am Sonntag berichtete gestern, dass die Swisscom nun 8 Milliarden Franken ins Glasfasernetz investieren will. Dies ist eigentlich nichts Neues. Im Artikel war das erste Mal die Rede davon, dass sich Swisscom vorstellen könnte, die eine Hälfte einer Stadt mit Glasfaser zu versorgen. Die andere Hälfte der Stadt würde man den Elektrizitäswerken überlassen.
Ich bin dieser Idee gegenüber sehr skeptisch eingestellt. Denn wichtige Punkte zum Glasfaser-Traum (oder Albtraum) der Swisscom sind bisher noch weitgehend unbekannt. Und was bisher bekannt ist, beängstigt eher. Das Ziel von Swisscom ist, dass in alle angeschlossenen Wohnungen vier Glasfaserleitungen verlegt werden. Eine Glasfaser behält Swisscom für sich, die anderen Glasfaser will Swisscom verkaufen. Swisscom will allerdings nur die Hausverkabelung und die paar Meter vor dem Haus verkaufen.
Die Folge wäre, dass Anbieter eine zusätzliche Pararellinfrastruktur von den Quartierstrassen in die Quartierzentralen mit Anschluss an den nationalen Backbone bauen müssten. Das Bauen von mehreren zehntausend unnötigen Zugangspunkten kann sich sowohl organisatorisch wie finanziell kein alternativer Telekom-Anbieter leisten. Unter diesen Bedingungen dürfte kein Alternativ-Anbieter auf das Swisscom-Angebot eingehen. Damit kann Swisscom ihr Monopol ausbauen und die Alternativ-Anbieter bleiben auf der Strecke.
Damit wird auch der obgenannte Vorschlag der Swisscom sehr interessant. Würde dieser umgesetzt, würde dies nichts anderes bedeuten, dass eine Hälfte der Stadt von einer reichhaltigen Auswahl an attraktiven Angeboten profiteren könnte, während die andere Hälfte der Stadt nur auf das Monopol-Angebot der Swisscom zugreifen könnte. Damit haben wir die Zweiklassen-Gesellschaft für den Internet-Zugang.
Swisscom argumentiert übrigens, dass sie erst darüber reden wollen, wie sie das Glasfaser-Netz bauen. Das einzig richtige wäre meiner Meinung nach, wenn die Alternativ-Anbieter schweizweit an einigen wenigen Punkten in etablierten Datencentern die Daten ihrer Kunden aus dem Swisscom-Glasfasernetz übernehmen könnten. Für das Glasfasernetz braucht es keine unnötige und teure Pararellinfrastruktur (die schliesslich schlussendlich der Kunde mit hohen Preisen bezahlen muss). Einzig Swisscom kann daran ein Interesse haben, weil sie sich so Konkurrenz vom Leib halten kann.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte comparis.ch
Swisscable und Geschäftsmodelle
Vor einer Woche hatte Swisscable - der Branchenverband der Kabelnetz-Anbieter - in Bern zu einer Pressekonferenz geladen.
Wie nicht anders zu erwarten, hat Swisscable sich massiv gegen die Grundverschlüsselung ausgesprochen. Dazu wurde eine Tabelle mit drei Geschäftsmodellen der Kabelnetz-Anbieter (auch online verfügbar) verteilt. Die Kabelnetz-Anbieter müssten auch weiterhin die Möglichkeit haben, frei über ihr Geschäftsmodell zu entscheiden.
Hier die wichtigsten Daten auf einen Blick:

Es entstand der Eindruck, dass sich ein Kabelnetz-Anbieter für eines dieser Modell entscheiden muss und bei einem Verbot der Grundverschlüsselung das Geschäftsmodell 2 und 3 verboten würden.
Doch dies ist nicht der Fall: Der Kabelanbieter kann auch bei einem Verbot der Grundverschlüsselung das Geschäftsmodell 2 und 3 anbieten. Nur hat der Kunde zusätzlich die Wahl von freien, auf den Markt verfügbaren Set-Top-Boxen. Für Pay-TV und kostenpflichtige Premium-TV-Kanäle sowie interaktive Dienste wird zumindest vorerst die Box des entsprechenden Anbieters benötigt.
Wer Angst hat, dass eine im freien Markt gekaufte Box nicht funktioniert, kann also weiterhin die Box seines Anbieters kaufen. Dass zumindest die Box des wichtigsten Kabelnetz-Anbieters, Cablecom, sehr viele Macken hat, ist bekannt. Es dürfte fast unmöglich sein, eine Box auf den Markt zu bringen, die noch schlechter funktioniert.
Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte comparis.ch
PS: Mehr zum Thema "Grundverschlüsselung"
Wie nicht anders zu erwarten, hat Swisscable sich massiv gegen die Grundverschlüsselung ausgesprochen. Dazu wurde eine Tabelle mit drei Geschäftsmodellen der Kabelnetz-Anbieter (auch online verfügbar) verteilt. Die Kabelnetz-Anbieter müssten auch weiterhin die Möglichkeit haben, frei über ihr Geschäftsmodell zu entscheiden.
Hier die wichtigsten Daten auf einen Blick:
Es entstand der Eindruck, dass sich ein Kabelnetz-Anbieter für eines dieser Modell entscheiden muss und bei einem Verbot der Grundverschlüsselung das Geschäftsmodell 2 und 3 verboten würden.
Doch dies ist nicht der Fall: Der Kabelanbieter kann auch bei einem Verbot der Grundverschlüsselung das Geschäftsmodell 2 und 3 anbieten. Nur hat der Kunde zusätzlich die Wahl von freien, auf den Markt verfügbaren Set-Top-Boxen. Für Pay-TV und kostenpflichtige Premium-TV-Kanäle sowie interaktive Dienste wird zumindest vorerst die Box des entsprechenden Anbieters benötigt.
Wer Angst hat, dass eine im freien Markt gekaufte Box nicht funktioniert, kann also weiterhin die Box seines Anbieters kaufen. Dass zumindest die Box des wichtigsten Kabelnetz-Anbieters, Cablecom, sehr viele Macken hat, ist bekannt. Es dürfte fast unmöglich sein, eine Box auf den Markt zu bringen, die noch schlechter funktioniert.
Grüsse
Ralf Beyeler
Telekom-Experte comparis.ch
PS: Mehr zum Thema "Grundverschlüsselung"
Sonntag, 7. September 2008
Hotels und Restaurants gegen Zwangsboxen
Diese Woche hat sich die ID modernes Fernsehen zu Wort gemeldet. Hinter dieser IG stehen TV-Fachhändler, und die Branchenverbände Gastrosuisse (Restaurants) und Hotelleriesuisse (Hotels) . Die Hotels wollen also in Zukunft eine freie Wahl der Boxen haben. Die heutige Situation wird mit der früheren PTT-Zeit (Zwangstelefone) verglichen: Technisch veraltete Geräte würden überteuert vermietet.
Weitere Beiträge von mir zum Thema Grundverschlüsselung finden Sie unter der Kategorie "Grundverschlüsselung".
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Weitere Beiträge von mir zum Thema Grundverschlüsselung finden Sie unter der Kategorie "Grundverschlüsselung".
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Mittwoch, 27. August 2008
Cablecom: 100 MBit-Zukunft
Heute fand eine gestrige Medienmitteilung von Cablecom bemerkenswert viel Beachtung in den Zeitungen. Insbesondere, da die Medienmitteilung nicht wirklich viel Neues enthielt. Da Cablecom-Chef Fischer einige Journalisten nach Amsterdam eingeladen hat und dort eine Präsentation gehalten hat, wurde das Thema heute in den Medien gross aufgenommen. In einigen Zeitungen sind zudem Interviews von Cablecom-Managern erschienen.
Das wichtigste im Überblick:
Er bezeichnet das 100 MBit/s-Internet-Angebot als klare Kampfansage an Swisscom und die Elektrizitätswerke, die ein modernes Glasfasernetz bis in die Wohnungen bauen wollen. Meiner Meinung nach dürfte das 100 MBit/s ein interessantes Angebot sein, doch das Kabelnetz wird stark beansprucht. Nicht zuviele Kunden düfen gleichzeitig mit 100 MBit/s im Internet surfen, sonst wird es für alle langsamer. Es dürfte eine grosse Herausforderung sein.
Die Glasfaser-Netze der Energieversorger werde Cablecom nicht nutzen, da man darauf kein analoges Fernsehen anbieten könne. Dies stimmt so natürlich, doch gerade Glasfaser-Netze sind optimal geeignet für ein attraktives Digital-TV-Angebot.
Ausserdem will Fischer die Zahl der Digital-TV-Kunden von derzeit 320'000 in fünf Jahren auf 700'000 steigern.
Auch der Berner Tageszeitung "Der Bund" gab Rudolf Fischer ein Interview (ebenfalls online abrufbar). Die Grundverschlüsselung war ein wichtiges Thema: Interaktive Dienstleistungen können nur mit einer eigenen Set-Top-Box benutzt werden und deshalb benötigt Cablecom die Grundverschlüsselung. Dieses Argument leuchtet mir so nicht ein: Es ist zwar tatsächlich so, dass interaktive Dienste derzeit noch nicht standardisiert sind. Doch trotzdem könnte Cablecom das Grundangebot an TV-Programme unverschlüsselt ausstrahlen. Cablecom dürfte sogar weiterhin eine eigene Set-Top-Box anbieten. Der Kunde könnte dann einfach auswählen, ob er die Cablecom-Box möchte, oder ob er eine Konkurrenz-Box möchte. Die Einschränkung ist, dass dann nicht alle Dienstleistungen auf der Konkurrenz-Box verfügbar wären.
Mit interaktiven Diensten wie Video-on-Demand will Swisscom der Cablecom Kunden abwerben. Auch Cablecom will ihren Kunden diese Dienste anbieten können, erklärt Fischer. Allerdings könnte Cablecom diese Dienstleistungen an die Kunden, die dies wünschten auch anbieten, wenn es keine Grundverschlüsselung geben würde.
Rudolf Fischer bestätigt, dass es technisch ohne weiteres möglich wäre, Digital-TV ohne Grundverschlüsselung auszustrahlen. Allerdings würde ein solches Geschäftsmodell es nicht erlauben, 20 bis 25 Prozent des Umsatzes zu investieren. Diese Aussage finde ich sehr interessant, da Cablecom das Digital-TV-Basis-Angebot ja gratis anbietet und der Kunde nur für Box bezahlen muss. So ist auf jeden Fall seit über einem Jahr die Argumentation der Cablecom.
Der Cablecom-Manager Frank Boller gab der Mittelland-Zeitung ebenfalls ein Interview (das meines Wissens nicht online verfügbar ist). Dass das Interesse an "catch-up tv" gross ist, würden die Erfahrungen in den Ländern zeigen, bei denen das Angebot bereits eingeführt worden ist. Frank Boller gibt sich überzeugt, dass die Konsumenten auf dieses Angebot gewartet hätten. Bei den heutigen technischen Möglichkeiten sei dies der Fall. Da hoffe ich, dass das "catch-up tv" besser funktioniert als das heutige Digital-TV, dass sehr schlecht funktioniert.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
www.comparis.ch
Das wichtigste im Überblick:
- Bis Ende 2008 werden zwei Drittel der Kunden an ein Netz mit 862 MHz angeschlossen sein. Dieser Netzausbau war dringend notwendig. Viele Kabelnetze bieten bereits seit 10 bis 15 Jahren diese Leistung an.
- Cablecom will Internet mit einer Geschwindigkeit von 100 Megabit/s - oder 100'000 KBit/s - anbieten. Die Konditionen sind noch nicht bekannt. Klar ist bereits heute, dass dieses Angebot nur einigen, wenigen Kunden zur Verfügung stehen wird. Denn wenn zuviele Kunden mit einem so schnellen Internet-Anschluss im Internet surfen, reicht die Leistung des ausgebauten Kabelnetzes nicht mehr aus.
- Viel erhofft sich Cablecom vom "catch-up TV". Der Kunde soll - ohne die Sendung vorher programmiert haben zu müssen - aus einzelne Sendungen der letzten Tage ansehen können. Ein Service, der heute von den TV-Sendern bereits im Internet angeboten wird. Die Sendungen sollen jedoch über die Digital-TV-Set-Top-Box auf einem normalen TV angesehen werden können. Das Programmangebot und die Konditionen für diesen Service sind bisher noch nicht bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass einige, wenige Programme entsprechend abgerufen werden können.
- Ausserdem sollen bereits Anfangs 2009 erste Set-Top-Boxen von Cablecom auf den Markt kommen, die im Standby-Betrieb nur rund 1 Watt benötigen. Dies wäre ein grosser Fortschritt zu heute.
Er bezeichnet das 100 MBit/s-Internet-Angebot als klare Kampfansage an Swisscom und die Elektrizitätswerke, die ein modernes Glasfasernetz bis in die Wohnungen bauen wollen. Meiner Meinung nach dürfte das 100 MBit/s ein interessantes Angebot sein, doch das Kabelnetz wird stark beansprucht. Nicht zuviele Kunden düfen gleichzeitig mit 100 MBit/s im Internet surfen, sonst wird es für alle langsamer. Es dürfte eine grosse Herausforderung sein.
Die Glasfaser-Netze der Energieversorger werde Cablecom nicht nutzen, da man darauf kein analoges Fernsehen anbieten könne. Dies stimmt so natürlich, doch gerade Glasfaser-Netze sind optimal geeignet für ein attraktives Digital-TV-Angebot.
Ausserdem will Fischer die Zahl der Digital-TV-Kunden von derzeit 320'000 in fünf Jahren auf 700'000 steigern.
Auch der Berner Tageszeitung "Der Bund" gab Rudolf Fischer ein Interview (ebenfalls online abrufbar). Die Grundverschlüsselung war ein wichtiges Thema: Interaktive Dienstleistungen können nur mit einer eigenen Set-Top-Box benutzt werden und deshalb benötigt Cablecom die Grundverschlüsselung. Dieses Argument leuchtet mir so nicht ein: Es ist zwar tatsächlich so, dass interaktive Dienste derzeit noch nicht standardisiert sind. Doch trotzdem könnte Cablecom das Grundangebot an TV-Programme unverschlüsselt ausstrahlen. Cablecom dürfte sogar weiterhin eine eigene Set-Top-Box anbieten. Der Kunde könnte dann einfach auswählen, ob er die Cablecom-Box möchte, oder ob er eine Konkurrenz-Box möchte. Die Einschränkung ist, dass dann nicht alle Dienstleistungen auf der Konkurrenz-Box verfügbar wären.
Mit interaktiven Diensten wie Video-on-Demand will Swisscom der Cablecom Kunden abwerben. Auch Cablecom will ihren Kunden diese Dienste anbieten können, erklärt Fischer. Allerdings könnte Cablecom diese Dienstleistungen an die Kunden, die dies wünschten auch anbieten, wenn es keine Grundverschlüsselung geben würde.
Rudolf Fischer bestätigt, dass es technisch ohne weiteres möglich wäre, Digital-TV ohne Grundverschlüsselung auszustrahlen. Allerdings würde ein solches Geschäftsmodell es nicht erlauben, 20 bis 25 Prozent des Umsatzes zu investieren. Diese Aussage finde ich sehr interessant, da Cablecom das Digital-TV-Basis-Angebot ja gratis anbietet und der Kunde nur für Box bezahlen muss. So ist auf jeden Fall seit über einem Jahr die Argumentation der Cablecom.
Der Cablecom-Manager Frank Boller gab der Mittelland-Zeitung ebenfalls ein Interview (das meines Wissens nicht online verfügbar ist). Dass das Interesse an "catch-up tv" gross ist, würden die Erfahrungen in den Ländern zeigen, bei denen das Angebot bereits eingeführt worden ist. Frank Boller gibt sich überzeugt, dass die Konsumenten auf dieses Angebot gewartet hätten. Bei den heutigen technischen Möglichkeiten sei dies der Fall. Da hoffe ich, dass das "catch-up tv" besser funktioniert als das heutige Digital-TV, dass sehr schlecht funktioniert.
Liebe Grüsse
Ralf Beyeler
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