Donnerstag, 30. Dezember 2010

Wünsche zum Jahresende

Das Jahr 2010 ist Geschichte und in Kürze beginnt das 2011. Aus Telekom-Sicht war sicherlich die abgesagte Fusion zwischen Orange und Sunrise der Höhepunkt. Ich bin überzeugt, dass beim Zustandekommen dieser Fusion die Preise gestiegen wären. Ansonsten war nicht viel los: Die Preise blieben auf dem hohen Niveau. Kein Wunder, denn die Anbieter wissen, dass die Kunden nicht wechseln. Deshalb profitiert man als Anbieter davon, den Kunden mehr als notwendig verlangen zu können.

Ich nehme den Jahreswechsel zum Anlass, meine Wünsche an die Telecom-Anbieter zu übermitteln:

  • Endlich weg mit Zwangsboxen: Es ist positiv, dass Cablecom CI+-Karten abgibt. Doch aus Kundensicht gibt es nur eine Lösung: Ein Basis-Angebot mit den Programmen, die die Kabelnetz-Anbieter kostenlos erhalten, soll ohne Verschlüsselung ausgestrahlt werden. So ist sichergestellt, dass die Kunden wirklich eine freie Boxenwahl haben und nicht dubiosen Einschränkungen (z.B. Aufnahmeverbot, automatisches Löschen der Sendung nach ein paar Tagen) unterliegen. Klar haben die Kabelnetz-Betreiber wenig Interesse daran, denn dies würde ihre Einnahmen reduzieren. Die Hoffnung liegt nun beim Nationalrat, nachdem der Ständerat überraschend Nein zu einer weiteren Regulierung gesagt hat.
  • Verzichtet auf Knebelverträge: Im Mobilfunk sind Knebelverträge bei allen Anbietern üblich, bei Internet und Festnetz nur noch bei Sunrise. Cablecom hatte bisher auch Knebelverträge bei Internet, Festnetz und Digital-TV. Doch der grösste Kabelnetz-Betreiber verzichtet ab 2011 auf diese kundenunfreundlichen Verträge. Die Kunden verstehen nicht, dass weshalb sich die Verträge automatisch um jeweils ein ganzes Jahr verlängern. Eine Kündigung eines Telecom-Vertrag sollte jederzeit möglich sein, ohne gleich ein halbes Vermögen für die vorzeitige Vertragsauflösung bezahlen zu müssen.
  • Bietet endlich auch Verträge ohne Zwangshandy an: Viele Kunden haben bereits ein Handy und wollen dieses weiter nutzen. Erstaunlicherweise hat die Swisscom gar kein entsprechendes Angebot und die Kunden müssen zwingend ein neues Handy kaufen, selbst wenn sie eigentlich gar keines benötigen. Sunrise hat zwar entsprechende Angebote, doch nur zu wenig attraktiven und teuren Abos. Und bei Orange gibt es zwar einen kleinen Rabatt, doch der Rabatt beim Kauf eines neuen Handys ist meist deutlich höher.
  • Ein Dauerärger sind die Roamingtarife: Ein paar Tage im Ausland surfen und es flattert eine Rechnung über 20'000 Franken ins Haus. Die genau gleiche Dienstleistung hätte in der Schweiz nur etwa 20 Franken gekostet. Insbesondere für das Surfen im Ausland sind die Tarife extrem hoch. Ob man nun über eine ausländische Mobilfunk-Antenne oder über eine Schweizer Mobilfunk-Antenne ins Internet geht, spielt vom Aufwand her keine Rolle. Die heutigen Preise sind nicht gerechtfertigt. Auch bei den Tarifen für die Gespräche sollten die Preise endlich auf ein vernünftiges Niveau kommen.
  • Gebt Preissenkungen an die Kunden weiter: Da werden die Mobil-Terminierungsgebühren endlich auf ein vernünftiges Niveau gesenkt, aber die Anbieter erhöhen einfach nur ihre Margen. Die Kunden gehen natürlich wieder einmal leer aus. Nur ein minimaler Teil der Preissenkung wurde weitergegeben. Insbesondere die Mobilfunk-Anbieter haben keinen Grund mehr, so viel mehr für Anrufe in ein Fremdnetz zu verrechnen.
  • Die Tarife sollten endlich einfacher und günstiger werden: Doch leider ist in der Praxis das Gegenteil der Fall. Die Tarife sind so kompliziert, dass sie praktisch niemand mehr durchblicken. Ein besonders schreckliches Beispiel sind die neuen Vivo Casa-Angebote von Swisscom. Anrufe ins Festnetz kosten dann plötzlich 8 Rappen pro Minute statt den üblichen 4 Rappen. Und dies nur weil der Angerufene über Cablecom oder Sunrise telefoniert. Die böse Überraschung kommt dann auf der Telefonrechnung. Oder Auslandsgespräche kosten mit diesem Paket plötzlich 25 Rappen pro Minute statt bisher 20 Rappen (um das Ganze noch komplizierter zu machen: Je nach Anruf bezahlt man plötzlich nur noch 12 Rappen pro Minute statt 20 Rappen). Räumt endlich auf und macht endlich einfach verständliche Angebote. Ausserdem sollten die Preise endlich auf ein vernünftiges Niveau fallen.
  • Nimmt die Kunden endlich ernst: Der Kundendienst hat starkes Verbesserungspotential. Mir fällt insbesondere bei Swisscom auf, dass der Kundendienst immer inkompetenter und frecher wird: Bei der Bestellung macht man dem Kunden schon mal den Vorwurf eines „Missbrauchs“, eine banale Änderung der Rechnungsadresse führt zu einem anderen Telefonbuch-Eintrag sowie der Aufschaltung eines nicht bestellten Produkts und eine Kündigung wird schon mal als Bestellung bestätigt. Am meisten Probleme dürfte aber im Moment Sunrise haben. Der Kundendienst ist schnell überfordert und dann passiert einfach nichts mehr – teilweise monatelang.

Dies wären die wichtigsten Wünsche, ich bin jedoch realistisch genug und befürchte, dass wieder ein Jahr lang alles beim alten bleibt.


Liebe Grüsse



Ralf Beyeler

Preisüberwacher vergleicht Kabel-TV-Anbieter

Bereits seit längerer Zeit wollte ich über die Kabel-TV-Analyse des Preisüberwachers bloggen. Die Anfangs Oktober 2010 veröffentlichte Analyse berücksichtigt Angebote der Schweizer Kabel-TV-Anbieter, die über 80% aller Schweizer Haushalte abdecken. (downloadbar als PDF).

Der Analog-TV-Anschluss kostet je nach Anbieter zwischen 5 und 27 Franken (ohne Steuern und weitere Gebühren). Dies zeigt deutlich, wie stark sich die Preise für eine vergleichbare Dienstleistung unterscheiden. Im Angebot sind durchschnittlich 45 Programme enthalten, im schlechtesten Fall 32, im besten Fall 62. Der Preisüberwacher hat auch ausgerechnet, wie viel ein TV-Programm im Monat kostet. Beim günstigsten Anbieter sind es 10 Rappen, beim teuersten Anbieter hingegen 65 Rappen. Beim mit Abstand grössten Schweizer Kabelnetz-Anbieter Cablecom sind es 55 Rappen.

Im Bericht des Preisüberwachers ist auch eine informative Tabelle mit der Zusammenstellung über das Angebot der untersuchten Kabelnetz-Anbieter enthalten.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler

Cablecom erhöht Geschwindigkeit

Bestehende Cablecom-Kunden, die noch mit bestimmten Produkten im Internet surfen, die nicht mehr verkauft werden, erhalten nun zum (praktisch) gleichen Preis einen schnelleren Internet-Zugang. Wer bisher mit einem Internet-Zugang von 3'000 KBit/s gesurft hat, erhält neu 8'000 KBit/s für monatlich 40 Franken. Statt 5'000 KBit/s gibt es nun 10'000 KBit/s für 45 Franken im Monat. Und wer bisher mit 10'000 KBit/s surft, surft neu mit 20'000 KBit/s durch das Internet. Hier wird der monatliche Preis um einen Franken auf 50 Franken erhöht.

Lange Zeit war es üblich, dass die Geschwindigkeit erhöht wurde und alle Kunden automatisch von der Erhöhung profitieren. Doch vor einiger Zeit hat Cablecom angefangen, Kunden nicht mehr automatisch auf höhere Geschwindigkeiten umzustellen. Die bestehenden Kunden behielten die Geschwindigkeit, konnten auf Wunsch jedoch auf andere Geschwindigkeiten wechseln. Mit den neueren Angeboten mit höheren Geschwindigkeiten hat Cablecom versucht, Neukunden anzusprechen. Ich finde es gut, dass jetzt die Geschwindigkeit auch für bestehende Kunden wieder erhöht wird. Den meisten Kunden dürfte dies zwar egal sein, weil sie eigentlich gar nicht einen so schnellen Internet-Zugang benötigen.

Weniger erfreulich ist, dass die Cablecom immer noch am Haustür-Verkauf festhält. Besonders schlimm ist es, wenn die Verkäufer den Kunden mit falschen Argumenten zum Abschluss eines Vertrages bewegen wollen. Wenn es heisst: Hier unterschreiben oder sie können bereits nächste Woche nicht mehr fernsehen. Analog-TV wird derzeit aber noch nicht abgeschaltet und Digital-TV ist nur unter bestimmten Bedingungen sinnvoll (insbesondere wenn man bestimmte Sender sehen möchte). Der Verkäufer soll offen und genau informieren. Da die Verkäufer aber vor allem für Abschlüsse bezahlt werden, haben diese ein Interesse an möglichst viel Verkäufen. Dies führt dann zu fragwürdigen Methoden. Es erstaunt mich persönlich, dass die Cablecom an dieser Verkaufsform festhält. Immerhin führt diese immer wieder für Ärger.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler

Montag, 13. Dezember 2010

Nur 60 Glasfaser-Kunden!

Orange stellt ihr Glasfaser-Angebot „Orange Home“ auf dem Stadtzürcher Glasfaser-Netz des ewz ein. Wie Orange-Sprecherin Therese Wenger gegenüber der Nachrichtenagentur sda (siehe sda-Meldung auf Tages-Anzeiger Online) sagte, sei mit einer weiten Verbreitung von Glasfaseranschlüssen in Haushalten und Unternehmen vor 2013 bis 2015 nicht zu rechnen.

Das Interessante aus meiner Sicht ist, dass Orange nur 60 Kunden für ihr Glasfaser-Angebot gewinnen konnte. Zwar ist ein Glasfaseranschluss erst bei relativ wenigen Haushalten überhaupt verfügbar, doch dass Orange nur so wenige Kunden gewonnen hat, erstaunt trotzdem. Da Orange von den Kunden einzig als Mobilfunk-Anbieter wahrgenommen wird, ist es allerdings auch nicht erstaunlich.

Wie die sda schreibt, ist die GGA Maur der erfolgreichste Anbieter auf dem Stadtzürcher Glasfasernetz, allerdings ohne Angabe der Kundenzahl.

Es zeigt jedoch auch, dass die Kunden eigentlich noch gar keine Glasfaseranschlüsse benötigen. Die Kunden lassen sich noch nicht von den Vorteilen eines Glasfaseranschlusses überzeugen. Die meisten Kunden wollen wohl auch bei Swisscom bleiben und so lange es halt noch kein Glasfaserangebot von Swisscom gibt (in den Haushalten, in denen ein ewz-Glasfaser liegt, ist das Swisscom-Angebot noch nicht verfügbar) wird man eben nicht auf das Glasfasernetz wechseln.

Wer bei Cablecom ist, bleibt noch bei Cablecom (und solange alles funktioniert, gibt es auch keinen Grund zum Wechseln. Erst wenn die Dienstleistung längere Zeit nicht mehr funktioniert oder es administrative Probleme gibt, dürften sich viele Kunden einen Wechsel überlegen). Wer beim dritten grossen Anbieter Sunrise ist, bezahlt wesentlich weniger als bei Swisscom oder Cablecom und wird sich ein Wechsel auf ein teureres Glasfaserangebot gut überlegen.

Die Glasfaser-Angebote auf dem ewz-Netz sind übrigens etwa gleich teuer wie die meisten heutigen Privatkunden-Angebote (auf dem Kupfer- und Koaxnetz) von Swisscom und Cablecom.

Doch obwohl die Kunden derzeit noch wenig Interesse an der neuen Technologie haben, ist es wichtig, dass man weiterhin investiert und weitere Glasfaser verlegt. Denn bereits in wenigen Jahren wird die Bandbreite nicht mehr ausreichen. Vor zehn Jahren war ADSL und Kabelinternet noch ein Fremdwort und ausser einigen Freaks konnte mit diesem Begriff niemand was anfangen. Man wählte sich stattdessen mit 40 bis 64 KBit/s ins Internet ein. Das häufigste Geschwindigkeit, mit der man sich heute ins Internet einwählt, beträgt 5'000 Kbit/s. Das ist rund 100mal mehr als vor zehn Jahren. Vor zehn Jahren hat man nicht glauben können, dass man nun 100mal schneller surft. Ob wir in 10 Jahren auch wieder 100mal schneller surfen, kann ich nicht einschätzen. Es ist jedoch sehr sicher, dass viele Kunden einen wesentlich schnelleren Internet-Anschluss wollen. Deshalb müssen wir jetzt in Glasfaserleitungen investieren.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Sonntag, 12. Dezember 2010

Interview mit Mobilezone-Chef Martin Lehmann

In der Sonntags-Zeitung vor einer Woche ist ein Interview mit Mobilezone-Chef Martin Lehmann erschienen.

Gemäss den Äusserungen von Martin Lehmann ist die Verfügbarkeit beim Nokia N8, iPhone 16 GB und beim Samsung Galaxy „äusserst prekär“. Ich persönlich habe jetzt seit einigen Wochen gelesen, dass die Verfügbarkeit beim Samsung Galaxy prekär ist. Ich selbst habe mir jedoch vor etwa einen Monat das Galaxy gekauft und habe es ohne Wartezeiten erhalten. Dasselbe bei einem Kollegen. Doch vom iPhone höre ich von Swisscom-Kunden, die wochenlang auf ihr iPhone warten.

Die meistverkauftesten Smartphons sind das iPhone 4, das Samsung Galaxy S, das Nokia N8, das Sony Ericsson X10 und das HTC Desire.

Martin Lehmann geht davon aus, dass im Jahr 2010 in der Schweiz mehr als 700'000 iPhones verkauft werden. Ich persönlich finde diese Zahl sehr hoch. Ich sehe zwar, dass sehr viele Leute mit einem iPhone herumlaufen, bezweifle aber, dass dies bereits so viele sind (zumal bereits vor 2008 und 2009 insgesamt wohl über eine halbe Million iPhones verkauft worden sind).

Mobilezone verkauft auch Angebote von vielen virtuellen Anbietern. Am Besten von den Angeboten, die nicht unter der Marke von Swisscom, Orange und Sunrise verkauft werden, läuft M-Budget Mobile, Coop (Mobilezone verkauft diese nicht), Yallo und Lebara. Gemäss Aussage von Martin Lehmann ist Red Bull Mobile „gar nicht verkäuflich“. Auch 20 Minuten Mobile ist „noch kein Schlager“. Von 20 Minuten Mobile hat Mobilezone einige hundert Abos abgesetzt, was im Vergleich zu Red Bull sehr gut sei.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Im Ausland günstig surfen

Das Surfen mit dem Handy im Ausland ist unverschämt teuer. Wer als Kunde mit einer Schweizer SIM-Karte im Ausland surft, bezahlt pro Megabyte zwischen 8 und 15 Franken. Und selbst wer sich vorher optimal informiert und eine Option dazu bucht, bezahlt im besten Fall um die 70 Rappen pro Megabyte (und dies auch nur, wenn man zufälligerweise die „richtige“ Datenmenge überträgt, in der Realität dürfte sich der Megabyte-Preise eher zwischen 1 und 2 Franken pro Megabyte betragen).

Zum Vergleich: In der Schweiz erhält man 100 Megabyte für rund 10 Franken im Monat, die selben 100 Megabyte kosten im Ausland in der Regel zwischen 200 und 1500 Franken. Das sind 20 bis 150mal mehr. Eine interessante Möglichkeit ist, im Ausland jeweils eine lokale Prepaid-SIM-Karte zu kaufen und dann zu günstigen „Inland-Tarifen“ zu surfen.

In der aktuellen Ausgabe (ab Seite 172) der Computerzeitschrift ct hat es eine Übersicht mit interessanten Prepaid-Angeboten für das Surfen.

Kurz zusammengefasst die wichtigsten von ct erwähnten Angebote:
  • Ägypten: Zu der „El Karte“-Prepaid-Karte von Vodafone gibt es ein Datenpaket mit 25 Megabyte: Gesamtkosten rund 10 Franken. Auch erhältlich ist ein Paket mit 2 Gigabyte, die Gesamtkosten inkl. Prepaid-Karte betragen dann etwas über 20 Franken.
  • Frankreich: Von Orange gibt es die „Internet Max“-Option für 12 Euro. Für diese 12 Euro (etwa 16 Franken) kann man 500 Megabyte Daten innerhalb eines Monats übertragen.
  • Grossbritannien: Zum O2-Angebot Pay & Go gibt es ein Paket mit 500 Megabyte für etwa 15 Franken.
  • Italien: Bei Telecom Italia Mobile TIM ist das „Maxxi Internet“-Paket erhältlich. Für 10 Euro (13 Franken) im Monat kann man jeden Tag maximal 50 Megabyte Daten übertragen. Interessant auch die Wochen-Flatrate von Wind: Für nur 3 Euro kann man während einer Woche bis zu 250 Megabyte Daten übertragen.
  • Österreich: Sehr attraktiv ist das Starter-Set Mobiles Internet von Yess. Die SIM-Karte kostet 10 Euro (13 Franken) und enthalten ist ein Datenvolumen von 1 Gigabyte, die man innerhalb von einem Jahr verbrauchen kann.
  • Spanien: Mit dem Tarif Prepago Datos von Carrefour Movil kann man für 1 Euro pro Tag surfen (bis zu 100 Megabyte).

Diese Informationen zeigen klar: Es rechnet sich, bei der Ankunft im Ferienland ein paar Franken für eine SIM-Karte herauszugeben. Die Kosten sind massiv viel günstiger als wenn man Roaming nutzen würde. Aufpassen müssen jedoch Besitzer von iPhones: Die meisten in der Schweiz verkauften iPhones enthalten einen SIM-Look und funktionieren daher nicht mit einer ausländischen SIM-Karte. Die anderen Smartphones haben praktisch nie einen SIM-Look und funktionieren daher auch mit einer ausländischen Prepaid-Karte.

Was denken Sie dazu? Kaufen Sie ausländische Prepaid-Karten, wenn Sie im Ausland sind? Schreiben Sie Ihre Meinung in den Kommentaren.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telecom-Experte von comparis.ch

Sonntag, 28. November 2010

Neue Frequenzen, aber kein Wettbewerb

Am Freitag hat die Eidgenössische Kommunikationskommissision ComCom über die Neuvergabe aller Mobilfunklizenzen informiert (siehe auch die Dokumentation auf der Website der ComCom bzw. des BAKOM). Die Behörden versteigern in einer Auktion die Lizenzen, die dann bis ins Jahre 2028 gültig sein werden. Mittels Einschränkungen soll verhindert werden, dass ein Anbieter zu viele Frequenzen erwirbt und damit den Wettbewerb behindern wird.

Es ist sicher, dass Swisscom Konzessionen für Mobilfunkfrequenzen ersteigern wird. Bei Sunrise und Orange kann ebenfalls angenommen werden, dass sich diese um diese bemühen werden. Denn wenn diese Anbieter die Konzession nicht ersteigern, müssten diese ihre bestehenden Netze bis Ende 2013 (GSM) bzw. Ende 2016 (UMTS) einstellen. Es dürfte jedoch fraglich sein, wie viel Geld die Besitzer von Sunrise und Orange in den Erwerb der Lizenzen investieren wollen. Denn die Schweiz ist ein sehr schwieriges Pflaster für alternative Anbieter.

Es gibt genügend Frequenzen auch für neue Anbieter. Es ist jedoch fraglich, wer Interesse an den Mobilfunkfrequenzen haben wird. Jeder Investor wird es sich zweimal überlegen, ob er in einem weitgehend gesättigten Markt investieren will, in dem ¾ der Kunden noch nie den Mobilfunk-Anbieter gewechselt haben und in dem der Ex-Monopolist trotz extrem hoher Preise einen Marktanteil von etwa 65% hält. Kurz: Man muss Milliarden investieren und dann hoffen, dass man dann ein paar Kunden gewinnen kann, um die Investitionen zu amortisieren. Bisher dürfte France Telecom mit der Entwicklung ihrer Schweizer Tochter Orange nicht zufrieden sein. Und auch TDC ist mit Sunrise nicht wirklich glücklich geworden und hat Sunrise schliesslich an CVC verkauft (Wobei ich ja überrascht bin, dass jemand Sunrise gekauft hat. Ich sehe nicht wirklich starkes Wachstumspotential).

Am ehesten sehe ich, dass Orange und Sunrise ihre Handy-Netze in eine gemeinsame Netzgesellschaft zusammenlegen und gemeinsam Lizenzen zur Nutzung der Mobilfunkfrequenzen ersteigern. Operativ könnten Orange und Sunrise unabhängig bleiben, nur ein gemeinsames Netz betreiben.

Ich denke nicht, dass ein neuer Anbieter in den Markt einsteigen wird, der ein komplett neues schweizweites Netz aufbaut. Ein neuer Anbieter, der unbedingt in der Schweiz aktiv werden möchte, würde eher einen bestehenden Anbieter übernehmen oder das Netz eines bestehenden Anbieters nutzen (nationales Roaming).

Am ehesten sehe ich Chancen für Nischen-Anbieter, die über Mobilfunktechnologie an eher abgelegenen Orten schnelles Internet anbietet. Doch bisher waren WLL und WiMax in der Schweiz ein Flop. Diese Technologien waren dafür gedacht, über Mobilfunkfrequenzen schnelles Internet anzubieten. Auch „In & Phone“, die über eine GSM-Konzession verfügt, nimmt man am Markt nicht wahr. Und „Tele2“, die eine eigene GSM-Konzession erhalten hat, kam nicht vom Fleck und wurde schliesslich von Sunrise geschluckt.

Aus diesen Gründen glaube ich nicht daran, dass neue Anbieter den Schweizer Telekom-Markt aufmischen werden. Ich glaube daher nicht daran, dass die „Karten im Mobilfunkmarkt neu gemischt werden„ (Titel in der NZZ). Ich befürchte, dass die Situation die gleiche bleibt und die bestehenden drei Anbieter den Kunden weiterhin massiv überhöhte Preise verrechnen können.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch

Endlich: Günstig mit Prepaid surfen

Zu Mobilfunk-Abos gibt es bereits seit einigen Jahren attraktive Optionen, mit denen man günstig im Internet surfen kann. Vor 2 ½ Jahren hat Swisscom Handy-Abos lanciert, bei denen Inklusiv-Surf-Volumen inklusive sind. Inzwischen gibt es von allen Anbietern ähnliche Handy-Surf-Abos. Doch für Prepaid-Kunden gab es lange Zeit keine attraktive Angebote. Schweizer Pionier ist Coop Mobile, wo seit August 2009 eine Surf-Option mit monatlich 100 Megabyte für 9.90 Franken erhältlich ist.

Doch in den vergangenen Wochen hat sich einiges getan: Der Nischenanbieter Lebara bringt die derzeit attraktivste Daten-Option auf den Markt. Und auch die Prepaid-Kunden von Swisscom und Orange können endlich zu bezahlbaren Konditionen im Internet surfen.

Doch zuerst zum „Lebara Surf“-Angebot: Ein Paket mit 120 Megabyte im Monat kostet nur 4.90 Franken. Es ist die Surf-Option mit dem günstigsten monatlichen Abo-Preis auf dem Schweizer Markt, die mit 120 Megabyte für die meisten Kunden auch genügend gross ist. (Wobei hier wieder mal der obligate Warnhinweis: Video und Musik führen zu einer grossen Datenmenge, daher sollte man Videos und Musik nur über das heimische WLAN übertragen, nicht jedoch über das Mobilfunknetz). Leider ist das Telefonieren mit Lebara zu Schweizer Anschlüssen relativ teuer und damit eignet sich das Angebot nur für Kunden, die selten oder nie auf Schweizer Anschlüsse anrufen.

Eine echte Überraschung ist jedoch, dass neu nun endlich auch Prepaid-Kunden von Swisscom Datenpakete dazu buchen können. Das für die meiste Kunden interessante Paket „NATEL easy Datenpaket 100 MB“ kostet 10 Franken im Monat und beinhaltet ein Datenvolumen von 100 Megabyte. Bei Orange heisst die Option „Mobile Internet Plus“, kostet ebenfalls 10 Franken im Monat und bietet ebenfalls 100 MB. Etwas speziell ist bei Swisscom, dass man die Option jeweils jeden Monat neu bestellen muss. Und auch wenn die 100 MB vorzeitig aufgebraucht sind, kann man wieder ein neues Paket kaufen.

Hier eine Übersicht über Surf-Optionen für Prepaid-Kunden:
  • Am attraktivsten ist wie erwähnt „Lebara Surf“ (120 MB für 4.90 Franken/Monat)
  • Eine grosse Datenmenge bietet Sunrise Surf (250 MB für 7.50 Franken/Monat)
  • Coop Mobile (100 MB für 9.90 Franken/Monat)
  • Swisscom „NATEL easy Datenpaket 100 MB“ und Orange „Mobile Internet Plus“ (100 MB für 10 Franken/Monat)

Man sollte jedoch nicht nur auf den Preis für das mobile Internet achten, sondern auch die Preise für Anrufe und SMS berücksichtigen. Die meisten Kunden dürften damit mit Coop Mobile am günstigsten fahren. Wer eher nur an wenigen Tagen pro Monat in das Festnetz und auf Surnise-Handys telefoniert, sollte sich das Angebot von Sunrise etwas genauer ansehen.

Noch keine attraktiven Surf-Angebote bieten übrigens M-Budget Mobile von Migros, Yallo und Lycamobile.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telecom-Experte von comparis.ch

Sonntag, 14. November 2010

Vergleich der Glasfaser-Angebote

Auf dem Stadtzürcher Glasfaser-Netz des ewz gibt es bereits einige Anbieter, die Angebote für Privatkunden anbieten. Von 5 Anbietern gibt es ein Triple-Play-Angebot mit Telefonie, Internet und einem TV-Angebot. Im nachfolgenden Vergleich sind Angebote mit einer Internet-Geschwindigkeit von mindestens 20 MBit/s (Downstream) sowie einem TV-Angebot mit HD-Sendern und TV-Aufnahmemöglichkeit berücksichtigt (aufgeführt ist jeweils das günstigste Angebot, welches die vorhin genannten Kriterien erfüllen, es gibt teilweise weitere Angebote):

Am günstigsten ist „Leunet 3 in 1 Fiber“ für 96.40 Franken im Monat. Die Internet-Geschwindigkeit beträgt „20/2“. Man kann maximal 20 Stunden TV-Programme aufzeichnen und in diesem Paket gibt es keine Telefon-Flatrate.

Orange verlangt 98 Franken im Monat. Der Internet-Zugang bietet eine Geschwindigkeit von „30/1“, auch bei diesem Angebot ist keine Telefon-Flatrate im Preis enthalten. Mobilfunk-Kunden von Orange erhalten einen günstigeren Preis und bezahlen 88 Franken im Monat. [UPDATE: Das Angebot von Orange wurde eingestellt, da man bisher nur 60 Kunden gewinnen konnte.]

Ähnlich teuer ist „MyGate G-Triple Basic“ mit 99 Franken im Monat. Das Internet bietet eine Geschindigkeit von „25/5“. Auch hier ist keine Telefonflatrate inklusive.

GGA Maur bietet „Triplex“ für monatlich 109 Franken an. Bei diesem Angebot ist eine Flatrate für Anrufe ins Schweizer Festnetz enthalten. Die Internet-Geschwindigkeit beträgt „25/5“.

Überraschend teuer ist das Angebot von Sunrise: 109 Franken verlangt Sunrise für das „Home Combi“-Angebot. Die Internet-Geschwindigkeit beträgt „30/2“ und es ist keine Telefon-Flatrate inklusive.

Noch nicht auf dem ewz-Netz sind die Angebote von Swisscom verfügbar. Swisscom und ewz wollen das Stadtzürcher Glasfaser-Netz gemeinsam bauen, so dass es eine Frage der Zeit ist, bis das Swisscom-Angebot dort verfügbar ist. „Casa Trio“ ist auch auf dem Glasfaser-Netz zum genau gleichen Preis (113.25 Franken pro Monat) wie auf dem Kupfernetz verfügbar. Die Internet-Geschwindigkeit beträgt „20/1“ und eine Flatrate für Anrufe ins Festnetz ist ebenfalls enthalten. Wer sich für Swisscom entscheiden möchte und die Möglichkeit hat, sich ans Glasfaser-Netz anzuschliessen, sollte sich für das Glasfaser-Angebot entscheiden. Denn beim Kupfernetz-Angebot hat man in vielen Fällen nicht die volle Internet-Geschwindigkeit und beim fernsehen wird das Internet langsamer. Diese Nachteile gibt es beim Glasfaser-Angebot nicht.[UPDATE: Casa Trio gibt es für Neukunden nicht mehr. Stattdessen wurde das "Vivo Casa" eingeführt, dass meiner Meinung nach wesentlich schlechter ist als Casa Trio. Sehr störrend ist, dass in der Festnetz-Flatrate nur noch Anrufe ins Swisscom-Netz inklusive sind. Die Grundgebühr beträgt ausserdem 125 Franken für ein vergleichbares Paket. Ich habe auf comparis.ch eine Einschätzung veröffentlicht.]

An dieser Stelle möchte ich noch auf das Glasfaser-Angebot von „Quickline“ im Stadtberner Glasfaser-Netz der ewb eingehen. Für 102.05 Franken im Monat gibt es „Quickline Fiber All-in-One 30/10“. Enthalten ist ein Internet-Zugang mit „30/10“. Interessant ist vor allem die vergleichsweise schnelle Upstream-Geschwindigkeit von 10 Mbit/s, das Übertragen von Daten ins Internet geht also schneller. Enthalten ist auch eine Festnetz-Flatrate für Anrufe ins Schweizer Festnetz.

Von Cablecom gibt es ein Triple-Play-Angebot, das mit den Glasfaser-Angeboten mithalten kann, jedoch auf den in den vergangenen Jahrzehnten gebauten „Koax“-Kabelnetz basiert (obwohl die Bezeichnung „Fiber Power“ suggeriert, dass es sich um ein Glasfaser-Angebot handelt). Mit Berücksichtigung des Kombi-Rabatts bezahlen die Cablecom-Kunden 103 Franken im Monat.

Mich überzeugen die derzeitigen Glasfaser-Angebote noch nicht, da sie meiner Meinung nach noch zu teuer sind. Ein anderes Thema ist, dass die Glasfaser-Angebote derzeit erst in wenigen Häusern überhaupt verfügbar sind. Doch bereits in einigen Jahren werden wir über die neue Glasfaser-Infrastruktur froh sein. Damit sich die neue Technologie durchsetzen kann, braucht es jedoch günstigere Preise.

Was denken Sie zu den Glasfaser-Angeboten, schreiben Sie mir Ihre Meinung in den Kommentaren.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler

zum grossen Swisscom-Netzausfall

Letzten Dienstag gab es im Swisscom-Mobilfunknetz einen grossen Ausfall. Telefonieren und SMS haben normal funktioniert. Doch dass immer wichtiger werdende mobile Internet hat für viele Kunden praktisch den ganzen Tag nicht funktioniert. Seit dem Komplettausfall des Swisscom-Netzes im Sommer 2001 war dies die grösste Panne im Swisscom-Netz.

Die Systeme werden immer komplexer und eine Panne kann man leider nie ausschliessen. Mir jedoch fällt auf, dass sich die gravierende Pannen bei Swisscom in letzter Zeit leider häufen. Dies passt wenig zum Premium-Image von Swisscom.

Ich bin über das Ausmass der Swisscom-Panne vom letzten Dienstag erstaunt. Für einen Mobilfunk-Anbieter sollte die Verfügbarkeit des Mobilfunk-Netzes das wichtigste. Deshalb sollten Notfall-Pläne für die schnelle Behebung von Problemen sowie betreffend Kommunikation existieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei Swisscom keine solche Pläne existieren. Doch von diesen Krisenplänen hat man letzten Dienstag nichts gemerkt.

Weshalb dauert es Stunden, um ein so gravierendes Problem zu lösen? Weshalb hat man keinen Plan B für den Fall, dass Wartungsarbeiten an der Datenbank schieflaufen? Wie gesagt, es sind komplexe Systeme und es kann durchaus dauern, bis man die Ursache gefunden habe, dennoch bin ich erstaunt, dass die Störung nicht früher behoben werden konnte.

Absolut unverständlich ist für mich jedoch die Kommunikationsstrategie von Swisscom, denn über Stunden gab es von Swisscom keine proaktive Informationen über die Panne. Nachdem während über 5 Stunden der Zugang zum mobilen Internet nicht möglich gewesen ist, wurde ein Hinweis auf der Website aufgeschaltet.

Meiner Meinung nach hätte Swisscom sofort informieren müssen. Man hätte bei einer solchen Störung eine kurze Medienmitteilung verschicken sollen, die betroffenen Kunden hätte man mit einer Info-SMS informieren müssen, auf Twitter und Facebook hätte man unbedingt ebenfalls informieren können. Dies wäre souverän gewesen und Swisscom hätte sich als modernes Telekommunikations-Unternehmen positionieren können, das mit modernen Kommunikationsmittel wie Twitter und Facebook umgehen kann.

Ich bin der Meinung, dass Swisscom mit dieser Panne überfordert gewesen ist. Eine Frechheit finde ich den Satz „Swisscom Kunden erhielten zu Störungsbeginn Informationen via Social Media Kanäle und auf der Webseite www.swisscom.ch„ in der Medienmitteilung. Auf der Website hat Swisscom etwa 5 Stunden nach Beginn der Störung, auf Facebook immerhin 2 ½ Stunden später informiert. Eine Information nach Störungsbeginn heisse für mich, dass innerhalb maximal 15 Minuten informiert wird. Warum muss Swisscom dies beschönigen.

Interessant finde ich auch, dass sich Firmenkunden, bei denen Geschäftsprozesse über das Mobilfunk-Netz ablaufen, nicht besser auf einen Netzausfall vorbereitet gewesen ist. Weshalb haben die Zugbegleiter der SBB nicht Geräte bei sich, die sich in das Sunrise- oder Orange-Netz einwählen kann. Oder Kreditkarten-Terminals, die ebenfalls andere Mobilfunknetze als Backup nutzen können.

Was denken Sie dazu? Schreiben Sie Ihre Meinung bitte in den Kommentaren.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler

Dienstag, 2. November 2010

Telecom-Bericht des Bundesrats: Nun gibt Kritik

Der Tages-Anzeiger hat vorgestern über Kritik am Telecom-Bericht des Bundesrats geschrieben (Artikel online verfügbar). Der Tagi zieht die Schlussfolgerung, dass der Bundesrat die Swisscom schützt. Ich habe mich bereits vor fast zwei Monaten in meinem Blog darüber gewundert, dass zahlreiche Schwachpunkte aufgezählt werden, aber dennoch keine Revision in Angriff genommen wird.

Im Artikel wird vor allem von liberalen Denkfabrik Avenir Suisse und von ETH-Professor Matthias Finger Kritik an den Schlussfolgerungen des Bundesrats-Berichts geübt. Auch der Preisüberwacher und die Wettbewerbskommission sind von der Schlussversion enttäuscht bzw. finden diese unglücklich.

Es existieren gemäss den Recherchen des Tages-Anzeigers drei Versionen und der Bundesrat soll im letzten Moment die Schlussfolgerungen abgeändert haben. In den früheren Versionen wurde eine Diskussion über eine Revision empfohlen, in der endgültig veröffentlichten Version heisst es hingegen, dass eine Revision nicht notwendig ist.

Matthias Finger bringt es auf den Punkt: „Die Schlussfolgerungen lesen sich, als hätte sie die Swisscom selbst geschrieben. In seiner Rolle als Eigentümer der Swisscom hat der Bund kein Interesse an fairem Wettbewerb. Genau das beweist er mit diesem Bericht.“

Wie ich bereits oft geschrieben habe, finde ich persönlich es schade, dass man in der Schweiz kein grösseres Interesse an einem echten funktionierenden Wettbewerb in einem immer wichtiger werdenden Bereich wie der Telekommunikation hat. Dies ist sehr schade, denn in der Telekommunikation stecken noch viele Chancen.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telecom-Experte von comparis.ch

Schweizer bezahlen 150 Millionen zuviel

Gestern hat die Gratis-Zeitung 20 Minuten darüber berichtet, dass die Schweizer jährlich 150 Millionen Franken Gebühren für den Kabelanschluss bezahlen, obwohl sie diesen gar nicht benutzen (Artikel ist auch online verfügbar).

Die meisten Kunden empfangen ihre TV-Programme über den Kabelanschluss z.B. von Cablecom oder einem regionalen Anbieter, aber inzwischen gibt es auch Alternativen. So steigt die Zahl der Kunden, die über ihren Festnetz-Anschluss von Swisscom fernsehen, rasant an. Inzwischen dürften bereits rund 400'000 Haushalte Swisscom-TV nutzen. Andere Alternativen sind der Empfang über Satellit oder – vor allem in Grenzregionen, im Wallis und im Graubünden – über DVB-T über eine normale Antenne. Und schliesslich gibt es noch die Personen, die keinen TV mehr haben und höchstens über Zattoo mal eine Sendung sehen.

Wer nicht über einen Zweitfernseher weiterhin über den Kabelanschluss Programme sehen möchte und ansonsten über eine alternative Technologie die TV-Programme empfängt, benötigt keinen Kabelanschluss mehr. Doch viele Kundinnen und Kunden wissen gar nicht, dass Sie weiterhin Monat für Monat eine Gebühr für den nicht mehr benutzten Kabelanschluss bezahlen. Denn als Mieter bezahlt man diese Gebühr (zwischen etwa 100 und 325 Franken im Jahr, je nach Anbieter) in der Regel mit der Nebenkosten-Abrechnung zusammen mit den Kosten für Warmwasser, Heizung und Lift. Ich habe bereits mehrfach darauf aufmerksam gemacht.

Man kann es nicht oft genug sagen: Wenn man den Kabelnetz-Anschluss nicht mehr benötigt, dann kann man diesen kündigen und muss diese Gebühr in Zukunft nicht mehr bezahlen.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telecom-Experte von comparis.ch

Dienstag, 12. Oktober 2010

Cablecom-Callcenter: Hinter den Kulissen

In der heutigen Ausgabe des Zürcher Unterländer ist ein Artikel zum Callcenter der Cablecom in Otelfingen erschienen. Es wird ein Blick hinter die Kulissen des technischen Supports des grössten Schweizer Kabelnetz-Betreibers geworfen.

Der Artikel ist lesenswert und auch online abrufbar.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler

Montag, 11. Oktober 2010

Tiefere Preise – ausser für die Kunden

Seit Anfangs Oktober 2010 verlangen die Schweizer Mobilfunk-Anbieter massiv weniger für die Entgegennahme von Gesprächen in ihr Netz. Ausserdem wurde eine weitere Preissenkung auf den 01. Januar 2011 angekündigt. Die sogenannten Interkonnektionsgebühren (bzw. Terminierungsgebühren) halbieren sich damit. Die Anbieter verrechnen sich die Interkonnektionsgebühren untereinander. Bereits am Tag der Ankündigung habe ich meine Erwartung zum Ausdruck gebracht, dass die Preise für die Endkunden kaum sinken werden. Und bisher hatte ich diesbezüglich leider Recht gehabt.

Swisscom hat tagsüber die Preise für Anrufe aus dem Festnetz auf Handys um 5 Rappen pro Minute gesenkt, abends bleiben die Tarife unverändert. Die beiden anderen grösseren Schweizer Festnetz-Anbieter Sunrise und Cablecom haben die Preise bisher nicht gesenkt. Die Festnetz-Anbieter bezahlen also wesentlich weniger, aber verlangen von den Kunden den bisherigen Preis. Im Klartext wurde die Marge massiv vergrössert.

Ein Preisvergleich mit Deutschland zeigt, wie hoch die Margen der Schweizer Festnetz-Anbieter sind. In Deutschland kann ich als Konsument für unter 6 Eurocent auf Handys anrufen, die Marge ist angemessen. Doch in der Schweiz kaufen die Anbieter für rund 8 Rappen ein, verlangen den Kunden bis zu viermal so viel. Eine Marge von bis zu 300% dürfte der Traum jedes Anbieters sein.

An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass es auch Festnetz-Anbieter gibt, die ihre Preise für Anrufe auf Schweizer Handys gesenkt haben. Dazu gehören VTX, Red Telecom und Telio. Doch verglichen mit den Einkaufskonditionen sind auch diese Preise immer noch zu hoch.

Auch die Mobilfunk-Anbieter haben die Senkung der Terminierungsgebühren nicht weitergegeben. Eigentlich müssten jetzt Anrufe auf Fremdnetze günstiger werden. Doch daran haben die Mobilfunk-Anbieter kein Interesse. Die Mobilfunk-Anbieter werden durch die gesunkenen Terminierungsgebühren weniger Einnahmen erzielen und wollen deshalb die Preise nicht senken. Mit der Entgegennahme von Anrufen verdienen die Anbieter also weniger, dafür verdienen die Anbieter nun mit Anrufen in Fremdnetze mehr. Die Preise nicht zu ändern ist sicher eine bequeme Möglichkeit. Dies führt dazu, dass Kunden, die viele ausgehenden Anrufe tätigen nun die Kunden subventionieren, die viele ankommenden Anrufe erhalten.

Eine interessante Strategie haben auch Anbieter, die sowohl Festnetz wie Mobilfunk anbieten: Swisscom und Sunrise lassen die Festnetz-Preise hoch und damit subventionieren die Festnetz-Kunden die Mobilfunk-Kunden. Auf dem Papier werden niedrigere Gebühren verrechnet, doch effektiv ist es eine Umverteilung der Marge vom Mobilfunkbereich in den Festnetzbereich.

Was denken Sie zu den reduzierten Interkonnektionsgebühren? Schreiben Sie mir dazu Ihre Meinung.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telecom-Experte von comparis.ch

Sonntag, 19. September 2010

Handytarife: Immer noch riesige Preisunterschiede

Für die Fernsehsendung Kassensturz habe ich berechnet, wie teuer Telefongespräche, SMS und das mobile Internet bei verschiedenen Anbietern sind.

Kassensturz vom 14.09.2010

Erstaunlich ist, dass die Differenzen zwischen den Anbietern immer noch so riesig sind. Mit einem Wechsel zu einem anderen Anbieter kann man schnell sehr viel Geld sparen. Viele Kunden telefonieren ausserdem mit einem zu teuren Abo und könnten mit einem Wechsel noch viel mehr Geld sparen. Für den Vergleich habe ich jeweils das günstigste Abo- und Prepaid-Angebot der drei grossen Anbieter sowie die Prepaid-Angebote von Aldi, Coop und Migros berücksichtigt. Andere auf dem Markt tätige Anbieter sind teurer und sind deshalb in der Tabelle nicht berücksichtigt.

Beim ersten Profil ohne Internetnutzung ist Aldi Mobile mit 32.90 Franken am günstigsten, das günstigste Swisscom Prepaid-Produkt ist mehr als doppelt so teuer. Mit der zusätzlichen Berücksichtigung von 100 Megabyte Internet-Datenvolumen ist Coop mit 50 Franken am günstigsten, das günstigste Swisscom-Abo kostet mehr als 80 Franken im Monat. Noch teurer sind die Prepaid-Angebote Swisscom, Orange – trotz Internet-Option – und Aldi. Doch kaum jemand würde diese hohen Preise in der Praxis wohl bezahlen.

Liebe Grüsse



Ralf Beyeler
Telekom-Experte von comparis.ch